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Utscheid


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-PrümVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Südeifel
Höhe: 330 m ü. NHN
Fläche: 5,75 km²
Einwohner: 458 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54675
Vorwahlen: 06564, 06527, 06522
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 102
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Pestalozzistraße 7
54673 Neuerburg
Webpräsenz: www.suedeifelinfo.de
Ortsbürgermeister: Johann Reuter
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Utscheid ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Südeifel an. Neben dem Hauptort gehören die Ortsteile Buscht, Glashütte, Hamerskaul, Neuhaus und Rußdorf zur Gemeinde.[2]

Geschichte

Die Gegend um Utscheid war ausweislich von Funden schon in der Römerzeit und davor besiedelt. Der Ort Utscheid wurde 1330 erstmals unter dem Namen Oizscheid in einer Abgabenliste urkundlich erwähnt. Er gehörte zur Herrschaft Neuerburg. Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges fiel der Ort wüst. Visitationsakten von 1712 berichteten über den Bauzustand der Kirche, die 1746 durch einen Neubau ersetzt wurde. Von der alten Kirche blieb nur das Untergeschoss des Turmbaus erhalten. Seit den 1770er-Jahren wurde hier eine Glashütte betrieben.[3] Diese wurde 1796 von Johann Dominik Laeis aufgekauft, um sie daraufhin zu schließen.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Utscheid zur Herrschaft Neuerburg im Herzogtum Luxemburg und war der Meierei Weidingen zugeordnet.

Im Jahr 1794 hatten französische Revolutionstruppen die Österreichischen Niederlande, zu denen das Herzogtum Luxemburg gehörte, besetzt und im Oktober 1795 annektiert. Von 1795 bis 1814 gehörte der Ort zum Kanton Neuerburg im Wälderdepartement. Utscheid war Sitz einer Mairie.

Im Jahr 1815 wurde das ehemals luxemburgische Gebiet östlich der Sauer und der Our auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Damit kam der Utscheid Weidingen 1816 zum Kreis Bitburg im Regierungsbezirk Trier in der Provinz Großherzogtum Niederrhein, die 1822 in der Rheinprovinz aufging. Utscheid wurde Amtssitz der gleichnamigen Bürgermeisterei. Zur Bürgermeisterei gehörten die Gemeinden Brimingen, Burg, Fischbach, Niederraden, Oberraden und Sinspelt.

Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte das Gebiet zum französischen Teil der Alliierten Rheinlandbesetzung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Utscheid innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Am 1. März 1971 wurde Outscheid in Utscheid umbenannt.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Utscheid, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][5]

Jahr Einwohner
1815 124
1835 335
1871 445
1905 472
1939 545
1950 520
Jahr Einwohner
1961 487
1970 510
1987 486
1997 515
2005 498
2014 458

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Utscheid besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bis 2009 gehörten dem Gemeinderat zwölf Ratsmitgliedern an.[6]

Wappen

Wappenbeschreibung:

„Schild durch aufsteigende, eingebogene, erniedrigte Spitze, darin in Blau ein silbernes Schildchen mit schwarzem Schrägbalken, gespalten; vorne in Silber ein roter Turm mit schwarzem Turmhelm, hinten in Rot ein senkrechter goldener Schlüssel.“[7]

Wappenbegründung:

Der Apostelfürst Petrus ist der Patron der Kirche und Pfarrei Utscheid. St. Petrus wird mit dem Schlüssel dargestellt, hinten im Wappen. Der alte Wasserturm im Wappen vorne ist ein Wahrzeichen der Gemeinde Utscheid. Der Raum Utscheid gehörte früher zur Herrschaft Neuerburg, das symbolisiert das kleine Wappen Friedrichs von Neuerburg in der unteren Spitze des Wappens.

Wirtschaft und Finanzen

Am 31. Dezember 2012 war Utscheid mit einer Verschuldung von 12.200 € pro Einwohner die Gemeinde mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung in Rheinland-Pfalz.[8]

Im Jahre 2011 wurde das Solarkraftwerk Utscheid-Neuhaus (Eifel) der Osloer Firma Scatec Solar gebaut. Die 47.000 m² große Anlage auf der Konversionsfläche der alten („Ziegelei Neuhaus“ }}) erzeugt eine Jahresproduktion von 2,3 Mio. Kilowattstunden und kann ca. 600 Haushalte mit Strom versorgen. Investitionsvolumen betrug 5 Mio. €. [9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die Kirche St. Peter von 1746, mit teils aus dem Mittelalter erhaltenem Turm, verfügt über eine umfangreiche barocke Ausstattung.
  • Katholisches Pfarrhaus von 1767
  • Der 16 m hohe kreisrunde Wasserturm aus dem Jahr 1956 – und 1993 durch Oswald Mathias Ungers umgebaut – aus unverputztem Bruchsteinmauerwerk steht auf einer die weitere Umgebung beherrschenden Anhöhe.[10]
  • Zweiseitgehöft [11] mit stattlichem Wohnhaus von 1800
  • Kapellen in Utscheid; Sinspelter Straße und Im Büschel
  • Tineskreuz von 1756
  • Jährliches Kirmes- bzw. Kirchweihfest St. Petrus Ende August
  • Traditionelles Ratschen oder Klappern am Karfreitag und Ostersamstag
  • Hüttenbrennen am ersten Sonntag der Fastenzeit (sogenannter Scheef-Sonntag) [12]
  • Wanderrouten z.B. Michelbachtal, Glashütte oder Fischbach [13]
  • Segelfluggelände Utscheid
  • Wohn- und Ferienhaus Villa Glashütte mit Satteldach, in den Jahren 1986–88 von Oswald Mathias Ungers erbaut, am Rande der Gemeindegrenze, südlich der Ortschaften Buscht und Russdorf, in einem Waldtal am Läschbach auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte[14][15]
  • Gemeindehaus – ein Umbau des Wohn- und Lagerhauses des früheren Landesproduktenhandels Weber durch Oswald Mathias Ungers[16]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Utscheid

Persönlichkeiten

Vereine und Verbände

  • Karnevalsverein Überbreit(e) Utscheid e. V.
  • Kinder- und Jugendförderung Utscheid
  • Freiwillige Feuerwehr Utscheid
  • Segelflugverein Südeifel e. V.
  • Handwerkerverein Utscheid

Weblinks

 Commons: Utscheid  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Einträge zu allen Kulturgütern der Gemeinde Utscheid in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier

Bilder

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Januar 2010, S. 66, abgerufen am 4. Oktober 2015 (PDF; 2,3 MB).
  3. Eintrag zu Ehemalige Glashütte in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier, abgerufen am 11. März 2016.
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 , S. 204 (PDF; 2,1 MB)
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Wappenerklärung. Abgerufen am 5. Juli 2016.
  8. Verschuldung deutscher Kommunen: Gewaltige Unterschiede. Institut der deutschen Wirtschaft, 1. August 2014, abgerufen am 19. August 2014.
  9. Solarkraftwerk Utscheid. Scatec Solar, abgerufen am 30. April 2016.
  10. Eintrag zu Wasserturm (Buscht, Gemeinde Utscheid) in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier, abgerufen am 13. April 2016.
  11. Eintrag zu Zweiseitgehöft in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier, abgerufen am 7. April 2016.
  12. Hüttenbrennen in der Eifel. Abgerufen am 1. Mai 2016.
  13. Wanderroute Baustert-Niederweidingen-Fischbach-Utscheid in der Eifel. Abgerufen am 1. Mai 2016.
  14. Eintrag zu Ehemalige Glashütte (Rußdorf, Gemeinde Utscheid) in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier, abgerufen am 13. April 2016.
  15. Oswald Mathias Ungers – Haus Belvederestraße 60, Köln-Müngersdorf. Edition Axel Menges, abgerufen am 13. April 2016 (PDF).
  16. Öffentliche Infrastrukturbauten: Gemeindehaus der Ortsgemeinde 54675 Utscheid (1998). In: Baukultur Eifel. Eifelkreis Bitburg-Prüm, abgerufen am 13. April 2016.
  17. Gregor Brand: Johann Peter Steffes: Religionswissenschaftler und Theologe aus Utscheid. In: Eifel-Zeitung. 17. Februar 2016, abgerufen am 25. März 2016.
  18. Eduard Hegel: Geschichte der Katholisch-Theologischen Fakultät Münster 1773–1964 (= Münsterische Beiträge zur Theologie. 30,2). Münster 1971, S. 90–93 (online ).

Kategorien: Utscheid | Ort im Eifelkreis Bitburg-Prüm | Gemeinde in Rheinland-Pfalz

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Utscheid (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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