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Ursensollen


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Amberg-SulzbachVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 537 m ü. NHN
Fläche: 72,91 km²
Einwohner: 3641 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92289
Vorwahl: 09628
Kfz-Kennzeichen: AS, BUL, ESB, NAB, SUL
Gemeindeschlüssel: 09 3 71 154
Gemeindegliederung: 38 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 1
92289 Ursensollen
Webpräsenz: www.Ursensollen.de
Bürgermeister: Franz Mädler (Freie Wähler)
}

Ursensollen ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Amberg-Sulzbach.

Geographie

Geographische Lage

Ursensollen liegt im jüngsten Naturpark Bayerns, im Naturpark Hirschwald im Landkreis Amberg-Sulzbach in der Region Oberpfalz-Nord etwa zehn Kilometer westlich von Amberg.

Gemeindegliederung

Ursensollen hat 38 Ortsteile:[2]

Geschichte

Der Beginn der Geschichte Ursensollens ist eng verbunden mit dem Adelsgeschlecht von Scharfenberg. Dieses hat sich wahrscheinlich um das Jahr 1000 auf dem Scharfenberg, etwa einen Kilometer südwestlich von Ursensollen, angesiedelt. Im Jahre 1144 wurden dieses Adelsgeschlecht und der Ort Ursensollen erstmals erwähnt. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark, deren Sitz Ursensollen war. Im 14. Jahrhundert wurde ein Landsassenschloss in Ursensollen beurkundet. 1383 war nachweislich die Burg Scharfenberg zerstört. Die Scharfenberger blieben bis etwa 1550 in Ursensollen ansässig. Deren berühmtester Sohn war der Minnesänger Albrecht von Scharfenberg, der in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wirkte. Seine berühmtesten Werke sind Der jüngere Titurel und Merlin. Ab dem Jahr 1550 sind die Meringer als Herren von Ursensollen bezeichnet. Doch bereits 1566 wurde ein Johan Erckenbrecht als Besitzer genannt. 1693 wurde die Hofmark Ursensollen an einen Johann Jakob Haller von Hallerstein verkauft. Im Jahre 1729 wurde ein Johann Michael von Thünefeld als neuer Besitzer genannt. Im Jahre 1749 wurde die Hofmark erneut verkauft. Die Erwerber waren die Brüder Velhorn. 1773 verkauften diese ihre Besitzungen an Hofrat Franz de Paula Knebel. Neun Jahre später gab es wieder einen Besitzerwechsel: Der neue Eigentümer war Ferdinand von Hötzendorf. 1817 hieß der neue Eigentümer Joseph von Schenkl. Im Jahre 1828 war wieder ein Franz von Hötzendorf, der Schwiegersohn des vorhergehenden, als Eigentümer genannt. Sein Schwager Franz von Schenkl kaufte die Hofmark sechs Jahre später zurück und mit ihm endete 1838 die Linie der ortsansässigen Adelsgeschlechter. Der erste nichtadelige Besitzer der Hofmark war Regierungsrat Jakob Windwarth aus Amberg. Nach dem Tode des Schlossherren verkaufte die Witwe 1856 Gebäude und Grundstücke an den Braumeister Mathias Muggenthaler. Dieser richtete eine Brauerei ein und begründete damit den Ruf des Ursensollener Bieres.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Bayern wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Haag, Hohenkemnath, Ullersberg und Zant sowie Teile der Gemeinde Garsdorf am 1. April 1971 und jeweils Teile der zuvor zum Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz gehörenden Gemeinden Hausen, Thonhausen, Winkl und Wolfsfeld am 1. Juli 1972 nach Ursensollen eingemeindet.[3] Am 1. Januar 1978 kamen Teile der aufgelösten Gemeinde Götzendorf und am 1. Mai 1978 kleine Teile der Gemeinde Hohenburg mit etwa 50 Einwohnern hinzu.[4]

Einwohnerentwicklung

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 2678, 1987 2991, im Jahr 2000 3518 und im Jahr 2008 3801 Einwohner gezählt. Die Ortschaft Ursensollen hatte im Jahre 1933 382, 1939 415 und im Jahre 2010 1350 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Katholische Pfarrkirche St. Vitus (Ursensollen), Altäre um 1712 von Meister Johann Michael Schaller aus Velburg, Epitaph für Johann Erckenprechtshausen († 1578) an der Südwand
  • Katholische Kirche St. Laurentius (Erlheim), erbaut 1433, gotischer Chor, Rokoko-Ausstattung
  • Katholische Pfarrkirche St. Georg (Hausen), neubarocker Bau aus dem Jahr 1914, spätgotische Maria (Ende des 15. Jahrhunderts) im linken Seitenaltar
  • Schloss Heimhof, im Kern eine mittelalterliche Wohnburg aus dem 14. Jahrhundert mit teilweise originaler Ausstattung (Privatbesitz, nicht zu besichtigen)
  • Katholische Filial- und Wallfahrtskirche St. Joseph (Zant) mit romanischer Burgruine, auf den Mauerresten im 17. Jahrhundert von Freiherr von Lonnerstadt erbaut, 1778 erweitert, Rokoko-Ausstattung
  • Kunstwerke der Bildhauerin Sabine Mädl:
    • Albrecht von Scharfenberg (1996) Minnesänger des 13. Jahrhunderts, Bronzeguss mit Brunnen vor dem Rathaus
    • Bärenbrunnen (2003) vor der Grundschule: Eine Bärin mit ihren zwei Jungen an einem Weiher.
    • Pietà (2004, Edelstahl) vor dem Friedhof in Hohenkemnath
    • Einradfahrer (2005, Edelstahl) am Brunnen vor der Grund- und Mittelschule
    • Kreuz aus Edelstahl mit Glas an der Ortseinfahrt West in Ursensollen
    • Gänseliesl mit drei Gänsen (2010, Edelstahl und Bronze, geschweißt) auf dem Dorfplatz Ursensollen, zur Erinnerung an die ursprünglich bäuerliche Bevölkerung
  • Kunstwerk der Bildhauerin Uber-Diem, Aschach: Madonna (Bronzeguss, 2010) auf dem Kirchplatz Ursensollen

Die Gemeinde Ursensollen gehört zum Bistum Eichstätt, Dekanat Habsberg. Die östlich gelegenen Gemarkungen befinden sich schon auf dem Territorium der Diözese Regensburg.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Ursensollen

Politik

Erster Bürgermeister der neu geformten Gemeinde Ursensollen war Michael Kuhn (Ursensollen) bis zum Jahr 1978. Ihm folgte von 1978 bis 1989 Anton Lindner (CSU, Hohenkemnath) nach. Josef Wölfl (CSU, Heimhof) war von 1989 bis 2002 Bürgermeister. Seit 2002 ist Franz Mädler (Freie Wähler) Bürgermeister. Der Gemeinderat besteht aus 16 Mitgliedern. Davon gehören seit der letzten Kommunalwahl am 16. März 2014 drei der SPD, sechs den Freien Wählern und sieben der CSU an.

Von 1978 bis 2002 bildeten die Gemeinden Ammerthal und Ursensollen eine Verwaltungsgemeinschaft (VG).

Wirtschaft und Infrastruktur

In Ursensollen gibt es zwei Gewerbegebiete, in denen namhafte Firmen angesiedelt sind. Käfer und Hummel fertigen hochwertige Polstermöbel, TLA ist eine weltweit tätige Logistikfirma, und die Firma Sheepworld ist europaweit erfolgreich im Geschenkartikelmarkt. Zahlreiche weitere leistungsfähige mittelständische Firmen bieten mehrere hundert Arbeitsplätze.

Die medizinische Versorgung der Gemeinde Ursensollen wird durch ein Ärztehaus, eine Apotheke, einen Physiotherapeuten und eine Zahnarztpraxis sichergestellt. Über 40 Vereine haben ein reichhaltiges sportliches und kulturelles Angebot.

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft

Die Gemeinde Ursensollen wurde am 4. März 2008 mit Ingolstadt und Neustadt bei Coburg der Bayerische Qualitätspreis 2008 – Wirtschaftsfreundliche Gemeinde verliehen.

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 33, im produzierenden Gewerbe 170 und im Bereich Handel und Verkehr 122 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 95 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1251. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe neun Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 noch 159 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 4141 Hektar, davon waren 3251 Ackerfläche und 886 Dauergrünfläche.

Bildung

Mit Stand von 2010 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kinderkrippe in Ursensollen für ein- bis dreijährige Kinder
  • Zwei Kindergärten: 75 Kindergartenplätze in Ursensollen und 25 Kindergartenplätze in Hausen
  • Grund- und Mittelschule in Ursensollen mit 23 Lehrern und ca. 340 Schülern
  • Offene Ganztagesschule mit ca. 60 Kindern und Jugendlichen
  • Musikschule der Musikkapelle Ursensollen
  • Bücherei. 2011 wurde sie mit dem Kinderbibliothekspreis als eine der zehn besten Kinderbüchereien Bayerns ausgezeichnet. E.ON-Bayern gab ein Preisgeld von 5000 Euro.

Weblinks

 Commons: Ursensollen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111105/213204&attr=OBJ&val=903
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 419.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 639 und 640.

Kategorien: Ort im Landkreis Amberg-Sulzbach | Ursensollen | Gemeinde in Bayern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ursensollen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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