Urberach - LinkFang.de





Urberach


Urberach
Höhe: 152 m ü. NHN
Fläche: 12,44 km²[1]
Einwohner: 11.485 (31. Dez. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 923 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 63322
Vorwahl: 06074

Urberach ist ein Stadtteil von Rödermark im Landkreis Offenbach in Hessen.

Geografische Lage

Urberach liegt auf einer Höhe von 152 m ü. NHN , 15 km südlich von Offenbach am Main, zwischen Dietzenbach im Norden, Langen im Westen und Messel im Süden.

Geschichte

Territorialgeschichte

In den siebziger Jahren des 13. Jahrhunderts besaßen die Herren von Eppstein das Dorf Urberach als Pfand. 1280 belehnten sie Heinrich, zuvor Schultheiß von Frankfurt am Main, mit einem Drittel der Vogtei in Urberach. 1303 wurde auch Besitz der Herren von Hanau in Urberach erwähnt. Urberach gehörte zur Röder Mark und dort zum Märkergericht von Ober-Roden. 1425 wurde Urberach zusammen mit anderen Eppsteinischen Besitzungen an das Kurfürstentum Mainz verkauft. Dort gehörte es zum Amt Dieburg.

1706 tauschte der Mainzer Erzbischof Lothar Franz von Schönborn mit dem Grafen Johann Philipp von Isenburg-Büdingen den Ort gegen Hechtsheim und Weisenau. Urberach gehörte fortan zur Grafschaft Isenburg-Philippseich, einer jüngeren Linie des Hauses Isenburg und innerhalb der isenburgischen Besitzungen zum Oberamt Offenbach.

1786 wurde die Markgenossenschaft Röder Mark, bis dahin ein großer, gemeinschaftlicher Wald, unter den ihr angehörenden Gemeinden Ober- und Nieder-Roden, Urberach, Messel, Dietzenbach, Hainhausen, Jügesheim und Dudenhofen aufgeteilt. Urberach erhielt so seinen Gemeindewald.

Nachdem das Fürstentum Isenburg-Birstein 1816 aufgelöst worden war, fiel Urberach an das Großherzogtum Hessen. Es war anschließend folgenden Verwaltungseinheiten zugeordnet:[1]

Urberach war bis zum 31. Dezember 1976 eine eigenständige Gemeinde im Landkreis Dieburg. Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Urberach und Ober-Roden per Gesetz am 1. Januar 1977 zur Gemeinde, seit 23. August 1980[3] Stadt Rödermark zusammen.[4] Urberach ist seither ein Stadtteil von Rödermark.

Historische Namensformen

In erhaltenen Urkunden wurde Urberach unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[1]

  • Orbruch (1275)
  • Urbruch (1280)
  • Urbruch (1303)
  • Orbruch (1322)
  • Urbruch (1385)
  • Orberach (1652)
  • Urberach (1706)

Einwohnerentwicklung

Belegte Einwohnerzahlen sind:[1][5]

  • 1829: 01.213 Einwohner
  • 1861: 01.488 Einwohner
  • 1939: 02.807 Einwohner
  • 1961: 04.749 Einwohner
  • 1970: 07.393 Einwohner
  • 1978: 09.558 Einwohner
  • 2007: 11.537 Einwohner
  • 2011: 11.369 Einwohner
Urberach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr  Einwohner
1834
  
1.387
1840
  
1.468
1846
  
1.527
1852
  
1.577
1858
  
1.531
1864
  
1.474
1871
  
1.537
1875
  
1.631
1885
  
1.451
1895
  
1.609
1905
  
1.856
1910
  
2.112
1925
  
2.447
1939
  
2.807
1946
  
3.428
1950
  
3.723
1956
  
4.186
1961
  
4.749
1967
  
6.858
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Religionen

Vor 1250 hatte der Ort bereits eine Kirche, die unter dem Patrozinium des Heiligen Gallus stand und eine Filialkirche von Oberroden war. 1256 hatten die Herren von Hanau das Kirchenpatronat inne. In Mittelalter und früher Neuzeit war kirchliche Mittelbehörde das Archidiakonat St. Peter und Alexander in Aschaffenburg, Landkapitel Rodgau.

Um 1550 führte Graf Philipp von Hanau-Lichtenberg die Reformation ein, die Gemeinde wurde vorübergehend lutherisch. 1576 hatte der Pfarrer zu Ober-Roden den kleinen Zehnten inne. 1706 errichtete Kurmainz in Urberach eine eigene römisch-katholische Pfarrei.

1821/22 ließ die katholische Gemeinde unter der Oberleitung von Georg Moller eine neue Kirche erbauen, einen klassizistischen Saalbau.

Bis zur Zuwanderung nach dem Zweiten Weltkrieg war Urberach katholisch geprägt. Seitdem gibt es drei christliche Kirchengemeinden:

  • Katholische Kirchengemeinde St. Gallus Urberach[6]
  • Evangelische Petrusgemeinde Urberach[7]
  • Neuapostolische Gemeinde Rödermark-Urberach[8]

Politik

Wappen

Blasonierung: „In Rot das silberne Mainzer Rad, belegt mit einem goldenen Pfahl, darauf ein schmaler, henkelloser schwarzer Krug.“[9]

Dies am 30. Oktober 1952 neuverliehene und neugeschaffene Wappen bezieht sich auf die politische Vergangenheit des Ortes (Mainzer Rad) und seine besondere Gewerbetätigkeit (Töpferei). Demgegenüber zeigt ein Grenzstein des 18. Jahrhunderts ein großes gotisches U, dessen heraldische Formgebung eine Mitverwendung im Ortswappen nahegelegt hätte.

Infrastruktur

Wirtschaft

Im 17. Jahrhundert gehörten dem Mainzer Kurfürst zwei Mühlen in Urberach, die er verpachtete. Urberach war ein Zentrum des Töpferhandwerks. Ein Töpfermuseum, ein Töpfermarkt sowie das Tongefäß im Stadtwappen erinnern an diese Tradition.

Urberach ist Standort eines 380 kV-Umspannwerks. Es ist Ausgangspunkt zahlreicher Hochspannungsleitungen, wie etwa der Hochspannungsleitung Gräfenhausen-Urberach.

Die neu gegründete Berufsakademie Rhein-Main hat 2002 in Urberach ihren Sitz genommen.

Verkehr

1905 erhielt der Ort mit der Dreieichbahn Eisenbahnanschluss und einen eigenen Bahnhof.

Für den überörtlichen Straßenverkehr ist Urberach durch die Bundesstraße 486 erschlossen.

Wissenswert

Die Urberacher bezeichnen sich selbst als „Orwischer“. Die Urberacher Mundartformation Die Rodauschiffer haben eine Hymne Unser Orwisch auf den Ort geschrieben, in der sie auch an die alte Apfelweintradition und weitere Besonderheiten erinnern.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Personen mit Beziehung zur Gemeinde

Literatur

  • Barbara Demandt: Die mittelalterliche Kirchenorganisation in Hessen südlich des Mains = Schriften des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde 29, S. 155.
  • Max Herchenröder: Die Kunstdenkmäler des Landkreises Dieburg. 1940, S. 293f.
  • Wilhelm Müller: Hessisches Ortsnamenbuch. Band 1: Starkenburg. 1937, S. 536ff, 717.
  • Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, S. 204.
  • Regina Schäfer: Die Herren von Eppstein. Herrschaftsausübung, Verwaltung und Besitz eines Hochadelsgeschlechts im Spätmittelalter. Wiesbaden: Historische Komm. für Nassau, 2000, S. S. 72, 242, 370-372, 375. ISBN 3-930221-08-X.
  • Dagmar Söder: Kulturdenkmäler in Hessen. Kreis Offenbach = Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. 1987, S. 277ff.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 „Urberach, Landkreis Offenbach“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 8. Juni 2016)
  2. Rödermark: Zahlen, Daten, Fakten. Einwohnerzahl HW und NW , abgerufen im Juli 2016.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 375.
  4. Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Offenbach vom 26. Juni 1974 In: GVBl.I 1974/22
  5. Ab 2007 Stadt Rödermark
  6. Pfarrei St. Gallus im Internet
  7. der Evangelischen Petrusgemeinde
  8. Neuapostolische Gemeinde Rödermark-Urberach im Internet
  9. Karl Ernst Demandt und Otto Renkhoff: Hessisches Ortswappenbuch C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 151.

Weblinks

 Commons: Urberach  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Landkreis Offenbach | Ehemalige Gemeinde (Landkreis Offenbach) | Rödermark

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Urberach (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.