Ultra Panavision 70 - LinkFang.de





Ultra Panavision 70


Ultra Panavision ist ein 1962 eingeführtes anamorphotisches Filmaufnahmeverfahren für 70-mm-Breitwandfilme.

Hintergrund

Ultra Panavision war identisch mit der „Camera 65“ von Metro-Goldwyn-Mayer (MGM). Mit einer anamorphotischen Linse wurde das Bild in der Horizontalen mit einem Faktor von 1,25 zusammengedrückt und mit einer Bildfrequenz von 24 Bildern pro Sekunde auf einem 65-mm-Filmnegativ aufgenommen. Daraus konnte eine 70-mm-Filmkopie mit sechs Magnettonstreifen oder eine übliche 35-mm-Kopie erstellt werden. In beiden Formaten wurde das Bild während der Kinovorführung mit einem Anamorphoten entzerrt. Eine Aufführung im vollen 2,76:1-Seitenverhältnis im 70-mm-Filmformat war aufgrund der begrenzten Leinwände nicht immer möglich. Auch beim Umkopieren auf den 35-mm-Film gingen Bildinformationen verloren. Beim Drehen musste dies berücksichtigt werden. Trotz der seitlichen Bildverluste überzeugte das System in den 70-mm-Roadshow-Aufführungen und zeichnete sich durch gute Bildqualität auf dem 35-mm-Film aus.

Panavision entwickelte bereits die „Camera 65“ für MGM. 1957 produzierte das Studio damit „Raintree Country“ (Im Land des Regenbaums). Paradoxerweise kam der Film aber nie in 70 mm in die Kinos, da zum Zeitpunkt des Starts die noch sehr wenigen 70 mm Theater mit der Todd-AO-Produktion „In 80 Tagen um die Welt“ blockiert waren. Nach Ben Hur verfeinerte Panavision das Linsensystem und baute eigene 65 mm Kameras, während bis dahin schwere Mitchell-Ungetüme zum Einsatz kamen. Während der Produktion von Meuterei auf der Bounty übernahm Panavision das System von MGM und benannte es in „Ultra Panavision“ um. Das Aufnahmeverfahren stand damit auch anderen Filmgesellschaften zur Verfügung. Zwischen 1962 und 1966 entstanden damit sechs Großproduktionen. Während United Artists für vier Filme verantwortlich war, produzierte Samuel Bronston mit Der Untergang des Römischen Reiches und Warner Bros. mit Die letzte Schlacht (1965) nur je einen Film in diesem System.

Einige Szenen in Das war der wilde Westen wurden in Ultra Panavision aufgenommen und auf das dreistreifige Cinerama-Format umkopiert. Mit Ausnahme von Der Untergang des Römischen Reiches wurden ab 1963 alle in Ultra Panavision gedrehten Filme mit der Marke „Cinerama“ beworben, da die Cinerama Inc. ihr konventionelles 3-Streifen-System zugunsten der 70 mm Single-Lens-Projektion aufgegeben hatte. Zudem entsprach die Aspect Ratio von Ultra Panavision 1:2,76 fast jener des alten Cinerama (1:2,7). Die 70-mm-Filmkopie für Cinerama musste optisch korrigiert werden, um die Aufführung auf der gebogenen Leinwand zu ermöglichen, die jetzt allerdings nur noch 120 Grad betrug (anstatt 145 Grad beim 3-Streifen-Prozess). Das Aufkommen von 70-mm-Blow-Up, das teurere Filmmaterial und höhere Entwicklungskosten verhinderten schließlich eine regelmäßige Filmproduktion. Während der Dreharbeiten zu Eisstation Zebra wurde Ultra Panavision durch Super Panavision ersetzt, was das vorläufige Ende des Aufnahmeverfahrens bedeutete.

Lange Zeit galt der Film Khartoum als letzter Film in diesem Breitwandformat. Erst 2015 wurde mit Quentin Tarantinos The Hateful Eight erneut ein Film unter Verwendung von Ultra-Panavision-70-Linsen gedreht.[1]

Filme in Ultra Panavision

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Quentin Tarantino On Retirement, Grand 70 MM Intl Plans For ‘The Hateful Eight’

Kategorien: Filmtechnik

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ultra Panavision 70 (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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