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Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche


Die Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche (ukr. Українська автокефальна православна церква) ist eine autokephale Kirche des östlich-orthodoxen Ritus. Sitz ihres Metropoliten ist Kiew. Sie existierte von 1920 bis 1937 und wurde 1941 neu gegründet. Kirchenrechtlich ist ihre Legitimation umstritten. Die Ukrainische Autokephale Kirche steht dem Patriarchat von Konstantinopel nahe.

Sie ist nicht zu verwechseln mit der 1942 gegründeten Ukrainischen Autonomen Orthodoxen Kirche, die dem Patriarchen von Moskau untersteht.

Erste Autokephalie

Nach der Ausrufung des ersten unabhängigen ukrainischen Staates am 25. Januar 1918, der Ukrainischen Volksrepublik, versuchten ukrainische Geistliche, die staatliche Unabhängigkeit mit der Gründung einer autokephalen orthodoxen Kirche zu untermauern. Ein Beschluss der Russisch-Orthodoxen Kirche vom September 1918 billigte die Anerkennung einer autonomen ukrainschen Kirche. Aufgrund der chaotischen Verhältnisse verliefen die ersten Bemühungen erfolglos. Die im Bürgerkrieg siegreichen Bolschewiki wollten jedoch die Russisch-Orthodoxe Kirche schwächen und standen dem Gedanken einer ukrainischen Nationalkirche zunächst wohlwollend gegenüber. Die erste autokephale ukrainische Kirche wurde im Mai 1920 in Kiew gegründet und wählte im Oktober 1921 Vasyl Lypkivskyj zu ihrem ersten Metropoliten. Da ihm die erforderliche Anerkennung durch einen Patriarchen fehlte, wurde er von Priestern und Laien durch "Handauflegen" geweiht, was mit dem orthodoxen Kirchenrecht nicht vereinbar war. Die erste UAOK wurde deshalb von den anderen orthodoxen Kirchen nicht anerkannt. Trotzdem konnte sie Mitte der 20er Jahre in der Ukraine nach eigenen Angaben 3-6 Millionen Gläubige sammeln, die in 1000 Pfarreien mit 1500 Priestern und 30 Bischöfen organisiert waren. Nachdem der Patriarch Sergej von Moskau 1927 eine Deklaration gegenüber dem Sowjetstaat abgegeben hatte, in dem die Russisch-Orthodoxe Kirche die Trennung von Kirche und Staat akzeptierte, verloren die Bolschewiki ihr Interesse an der ukrainischen Autokephalie. Bischof Lypkivskyj wurde noch im selben Jahr zum Rücktritt gezwungen und verbannt, die Kirche verlor ihre Autokephalie im Jahr 1930. In den folgenden Jahren wurden über 1000 ihrer Geistlichen verbannt. 1937 hörte sie zu bestehen auf.

Zweite Gründung

Nach der deutschen Besetzung Polens im Zweiten Weltkrieg wurde im Generalgouvernement zum zweiten Mal eine autokephale ukrainische Kirche gegründet. Ausgangspunkt war diesmal die Polnische Orthodoxe Kirche, der 1924 der Autokephaliestatus vom Patriarchen von Konstantinopel verliehen wurde. Ihr Metropolit Dionisij Valedinsky weihte 1940 den Linguisten und Rektor der ersten ukrainischen Universität Kamjanez-Podilskyj, Ivan Ohijenko (Illarion), zum Bischof von Cholm und Podlachien und 1944 zum Metropoliten. Damit bestand eine kirchenrechtlich einwandfreie Autokephale Orthodoxe Kirche im Generalgouvernement (AOKGG), die später auch im Reichskommissariat Ukraine tätig wurde, weil die in Deutschland kirchenfeindlichen Nationalsozialisten Religion in den besetzten Gebieten für ein brauchbares Lenkungsmittel hielten. Aus ihr wurde eine neue Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche geformt. Die Wahl Illarions zum Metropoliten von Kiew am 25. November 1941 erkannten die Deutschen jedoch nicht an. Vor dem Vormarsch der Roten Armee floh die Hierarchie der Kirche ausnahmslos nach Westen, in der Ukrainischen SSR blieb sie verboten.

Sie reorganisierte sich jedoch in der Emigration, zunächst in Deutschland, dann in den USA und Kanada. 1946 gab es in Deutschland 80 Gemeinden. In den 1950er Jahren sind viele Ukrainer nach USA, Kanada, Australien, Südamerika und andere Länder Westeuropas ausgewandert. In diesen Ländern wurden Ukrainische Orthodoxe Kirchengemeinden gegründet. So sind drei Ukrainische Metropolien (Ukrainische Orthodoxe Kirche in den USA, Ukrainische Orthodoxe Kirche in Kanada und die Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche in der Diaspora) entstanden, welche bis heute existieren, zusammen eine Ukrainische Orthodoxe Auslandskirche bilden und dem Ökumenischen Patriarchen unterstellt sind.

Situation heute

Der letzte Metropolit der UAOK in der Ukraine war Method, Metropolit von Kiew und der ganzen Ukraine, der am 24. Februar 2015 in Kiew verstarb. Seitdem ist diese Position vakant. Die Kirche wird von einem Patriarchalischen Konzil geführt, das aus dem Metropoliten und je 2 Bischöfen, Prälaten und Laien besteht. Zentrale Kathedrale der UAOK ist die St.-Andreas-Kirche in Kiew. Die UAOK in der Ukraine wird von keiner Autokephalen Kirche anerkannt.

Ukrainische Orthodoxe Kirche in der Diaspora

Die Ukrainische Authokephale Orthodoxe Kirche in der Diaspora besteht aus 3 Diozesen (Australien & Neuseeland, Großbritannien und Westeuropa).

1990 wurde in der Ukraine eine Ukrainische Orthodoxe Kirche unter demselben Namen gegründet. Oft wird die Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche aus der Ukraine mit der Ukrainischen Autokephalen Orthodoxen Kirchen in der Diaspora verwechselt, welche zum Ökumenischen Patriarchen gehört.

Die drei Ukrainischen Metropolien – nämlich die in den USA (Ukrainian Orthodox Church of the USA), die in Kanada und die „in der Diaspora“ – werden von allen Autokephalen Orthodoxen Kirchen anerkannt und als einzige als kanonische Ukrainische Kirche betrachtet.

Die Ukrainian Orthodox Church of the USA und die Ukrainian Orthodox Church of Canada sind Mitglieder einer 2010 gegründeten Versammlung „kanonischer“ orthodoxer Bischöfe, der Assembly of Canonical Orthodox Bishops of North and Central America, zu der neben anderen auch die Russisch-Orthodoxe Kirche in den USA (Moskauer Patriarchat) und die Orthodoxe Kirche in Amerika gehören.

Literatur

Siehe auch

Weblinks


Kategorien: Orthodoxie in der Ukraine | Orthodoxe Kirche

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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