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U 96 (Musikprojekt)


U 96 ist eine deutsche Technogruppe, die ursprünglich aus Alex Christensen und dem Produzententeam Matiz (Ingo Hauss, Hayo Lewerentz und Helmut Hoinkis) bestand. Heute besteht U 96 aus Ingo Hauss und Hayo Lewerentz.

Die größten kommerziellen Erfolge hatte U 96 Anfang bis Mitte der 1990er Jahre. U 96 hat maßgeblichen Einfluss auf die deutsche Technoszene ausgeübt. So gilt „Das Boot“ als einer der größten Technoerfolge in Deutschland, zahlreiche Songs wurden mittlerweile gecovert.

Biografie

Der Name kommt von dem im bekannten Film Das Boot auftauchenden deutschen U-Boot U 96 aus dem Zweiten Weltkrieg. Aus diesem Film stammt auch die Vorlage für die erste Hitsingle des Projekts, Das Boot, eine Dance-Version der Titelmelodie, die im Original von Klaus Doldinger komponiert worden war. Die Single erschien im Jahr 1991 bei Polydor. In den Dance-Charts schnellte der Titel auf Platz 1, in den deutschen Top-100 kam er jedoch zunächst nicht über Platz 15 hinaus. Durch ein Video (vom „U 96“-Team damals noch selbst geschnitten) und eine etwas kürzere Radioversion kletterte Das Boot schließlich bis auf Platz eins in den Charts und blieb dort für 13 Wochen. Die Single gilt als kommerzieller Durchbruch für die bis dahin eher im Untergrund agierende Techno-Szene.

Die Nachfolge-Single I Wanna Be A Kennedy, ein Cover des Visage-Hits Fade to Grey, war mit Platz 3 in den deutschen Charts ähnlich erfolgreich. Die Single Come 2Gether / Der Kommandant, eine Doppel-A-Side-Single, erreichte Platz 39.

1993 folgte die Single Love Sees No Colour, wiederum ein Cover der Lieder Sleeper in Metropolis von Anne Clark bzw. Living on video von Trans-X (Pascal Languirand), die es bis auf Platz 6 der deutschen Charts schaffte. Ähnlich erfolgreich war auch die Single Night In Motion (Platz 9). Zu dieser Zeit bildete sich auch der typische U-96-Sound heraus: maschinell und treibende Musik mit leichten klassischen Einflüssen sowie ein eingängiger Refrain, der teilweise nur aus ein paar Wörtern besteht.

Das im selben Jahr veröffentlichte Album Replugged erreichte Platz 21 der deutschen Album-Charts. Das Album nahm dabei deutliche Anleihen an die Wave-Musik der 1980er Jahre. Der Titel "Replugged" ist eine Anspielung auf die seinerzeit recht populären "Unplugged"-Alben von Rockbands.

1994 erschien die Single Inside Your Dreams, die mit Platz 11 nur knapp die deutschen Top-Ten verfehlte. Ein Album wurde hierzu jedoch nicht veröffentlicht. Ende des Jahres erschien mit "Club Bizarre" von U 96 eine der ersten interaktive PC-CD-ROM in Deutschland. Neben einem PC-Spiel enthielt die CD auch noch drei neue Titel. Der Track Enter at Your Own Risk war exklusiv auf dieser CD-Rom, die anderen beiden Titel waren exklusive Versionen von Love Religion und Club Bizarre.

1995 erfolgte dann die reguläre Veröffentlichung von Love Religion, die bis auf Platz 5 der deutschen Charts vordrang. Die nachfolgende Single Club Bizarre, die eher in Richtung Trance ging, erreichte Platz 18 der deutschen Charts, das gleichnamige reguläre Album Platz 22. Im Vergleich zu Replugged war Club Bizarre deutlich poppiger. Movin’, die letzte Single aus dem Album, wurde von U 96 für die Veröffentlichung komplett neu arrangiert und von Carol Bailey neu eingesungen, erreichte jedoch nur Platz 91.

1996 gelang U 96 mit Heaven, angelehnt an den Cyndi-Lauper-Klassiker Time After Time aus dem Jahr 1984, der nächste große Erfolg mit Platz 4. Das im gleichen Jahr veröffentlichte Album Heaven - Best of ’96 schaffte Platz 30 in den Albumcharts. Auf dem Album läutete U 96 zugleich einen musikalischen Wandel ein. Einige Lieder wurden zusammen mit der sizilianischen Sängerin Dea-Li aufgenommen. Die Stücke waren deutlich experimenteller und wiesen einen hohen Ethno-Anteil auf. Aus dem Album wurden noch zwei Singles veröffentlicht, A Night To Remember (Platz 21), sowie Venus In Chains (Platz 75).

Mitte der 1990er Jahre ging der Einfluss des Eurodance immer weiter zurück. Wie viele andere Bands aus diesem Bereich musste auch U 96 dieser Veränderung Tribut zollen.

Die 1997 veröffentlichte Single Seven Wonders erreichte mit Platz 40 eine eher mäßige Platzierung. Das für dasselbe Jahr angekündigte Album Rhythm Of Life wurde nicht veröffentlicht.

U 96 vollzog danach einen Stilwechsel. Die im Jahr 1998 veröffentlichte Single Ernergie wies dabei deutliche Einflüsse von HipHop auf und erreichte Platz 23 der deutschen Charts. Die nächste Single Beweg Dich, Baby wurde jedoch ein kommerzieller Flop und erreichte als erste Single überhaupt von U 96 nicht einmal die Top 100. Danach wurde es still um U 96.

Erst im Jahr 2000 tauchte U 96 noch einmal kurz mit einer modernisierten Neuauflage ihres größten Erfolges Das Boot auf. An den großen Erfolg der Originalversion konnte jedoch Das Boot 2001 nicht anknüpfen, immerhin erreichte es jedoch Platz 15 der deutschen Charts. Im selben Jahr erschien auch die Kompilation Best Of 1991–2001, auf der fast alle Hits vertreten waren. Es fehlte zwar die Originalversion von Das Boot, jedoch enthielt es einige Tracks des unveröffentlichten Albums Rhythm of Life sowie zwei neue Titel.

Im Jahr 2003 versuchte U 96 mit We Call It Love ihr Comeback. Die Single wurde allerdings nur als Promo auf Vinyl veröffentlicht. Ein CD-Release scheiterte an rechtlichen Problemen.

Danach trennten sich die Wege von Alex Christensen und dem Produzententeam Matiz.

Im März 2006 erschien eine neue U 96-Single. Vorbei ist eine Ballade in deutscher Sprache. Unterstützt wurde U 96 von dem damals populären Sänger Ben. Die Single erreichte Platz 28 der Charts. Die nächste Single Mr. DJ Put On the Red Light in Kooperation mit dem Hamburger Rapper Das Bo schaffte es nur auf Platz 77.

Das 2007 erschienene Album Out of Wilhelmsburg enthielt die obigen Singles (in je zwei Varianten). Auf diesem Album sind nur wenige Lieder älteren Datums vom ursprünglichen Produzententeam Matiz, die hier teilweise unabhängig von einander arbeiteten. Das Album entwickelte sich zu einem kommerziellen Desaster und erreichte als erstes Album von U 96 nicht die Top 100.

Im Jahr 2014 gaben die ursprünglichen Produzenten, Hayo Lewerentz und Ingo Hauss, bekannt, an einem neuen Album namens Reboot zu arbeiten. Alex Christensen und Helmut Hoinkis, die anderen beiden Gründungsmitglieder, sind nicht dabei.

Im Jahr 2015 wurde als neues Gruppenmitglied Josh Stolten vorgestellt. Zudem absolvierte U 96 in dieser Besetzung erstmals in der Bandgeschichte überhaupt einige Live-Auftritte, unter anderem in Finnland und Russland.

Im Januar 2015 wurde nach langjähriger Pause die Single Planet Earth als Download veröffentlicht. Im November folgte die EP Dark Matter.

Anfang 2016 verließ Josh Stolten U 96, um sich mehr um seine eigene Band zu kümmern.

Diskografie

→ Hauptartikel: U 96/Diskografie

Studioalben

Jahr Titel Chartplatzierungen[1] Anmerkungen
Deutschland DE Osterreich AT Schweiz CH
1992 Das Boot 11
(25 Wo.)
5
(16 Wo.)
9
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: 6. März 1992
1993 Replugged 21
(19 Wo.)
5
(13 Wo.)
18
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. Juni 1993
1995 Club Bizarre 22
(12 Wo.)
23
(7 Wo.)
37
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. Februar 1995
1996 Heaven 30
(12 Wo.)
19
(12 Wo.)
23
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1996
2007 Out of Wilhelmsburg Erstveröffentlichung: 16. März 2007

Single-Chartplatzierungen

Jahr Titel Chartplatzierungen[1] Anmerkungen
Deutschland DE Osterreich AT Schweiz CH Vereinigtes Konigreich UK
1991 Das Boot
Das Boot
1
(34 Wo.)
1
(20 Wo.)
1
(21 Wo.)
18
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. Oktober 1991
Verkäufe: + 40.000
1992 I Wanna Be a Kennedy
Das Boot
4
(15 Wo.)
6
(12 Wo.)
3
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. März 1992
Come 2Gether / Der Kommandant
Das Boot
38
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. Juni 1992
1993 Love Sees No Colour
Replugged
6
(26 Wo.)
3
(18 Wo.)
4
(22 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. März 1993
Night in Motion
Replugged
9
(16 Wo.)
7
(11 Wo.)
18
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. Juli 1993
1994 Inside Your Dreams 12
(13 Wo.)
10
(9 Wo.)
9
(12 Wo.)
44
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. Februar 1994
Love Religion
Club Bizarre
5
(18 Wo.)
7
(15 Wo.)
10
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. Oktober 1994
Verkäufe: + 250.000
1995 Club Bizarre
Club Bizarre
19
(13 Wo.)
14
(7 Wo.)
32
(7 Wo.)
70
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. Februar 1995
Movin’
Club Bizarre
91
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. Juni 1995
1996 Heaven
Heaven
4
(18 Wo.)
2
(15 Wo.)
16
(15 Wo.)
87
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. Juni 1996
Verkäufe: + 250.000
A Night to Remember
Heaven
25
(10 Wo.)
18
(10 Wo.)
44
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. Juli 1996
Venus in Chains
Heaven
75
(2 Wo.)
18
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. Oktober 1996
1997 Seven Wonders 40
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. Mai 1997
1998 Energie 29
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. Mai 1998
2000 Das Boot 2001
Best Of 1991–2001
16
(11 Wo.)
12
(11 Wo.)
41
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. Februar 2000
2006 Vorbei
Out of Wilhelmsburg
28
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. März 2006
(feat. Ben)
Mr. DJ, Put On the Red Light
Out of Wilhelmsburg
77
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Dezember 2006
(feat. Das Bo)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Chartquellen: DE AT CH UK

Weblinks


Kategorien: Deutsche Band | Dance-Band

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/U 96 (Musikprojekt) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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