U-Boot-Klasse UC - LinkFang.de





U-Boot-Klasse UC


Zur U-Boot-Klasse UC gehören U-Boote der Typen UC I, UC II und UC III. Hierbei handelte es sich um kleine - beim Typ UC I sogar bahntransportfähige - minenlegende U-Boote, die zum küstennahen Einsatz konzipiert waren. UC-Boote wurden durch die Kaiserliche Marine im U-Boot-Krieg während des Ersten Weltkrieges eingesetzt.

Konzeption und Entwicklung

Neben dem klassischen Einsatz des Torpedos als Hauptwaffe, kam das U-Boot auch als Träger weiterer Waffen infrage. Für den Handelskrieg nach Prisenordnung war beispielsweise die Bewaffnung mit Artillerie von Bedeutung. Die Bestückung mit Minen hingegen ermöglichte den Angriff auf Orte, die für Überwasserstreitkräfte unerreichbar waren. Der Bedarf an U-Booten, die in der Lage waren, solche Unternehmungen durchzuführen, als auch schneller zu Bauen waren als die Flotten-U-Boote, führte nach Kriegsbeginn zur Entwicklung der U-Boot-Klasse UC. Im Unterschied zu den meisten Typen ihrer Zeit handelte es sich bei den Booten dieser Klasse im Wesentlichen um Einhüllenboote, das bedeutet, das Fahrzeug besteht aus einem Druckkörper, in dem die zum Tauchvorgang zu befüllenden Tauchzellen integriert sind. Diese Bauweise - nach Art der ersten experimentellen U-Boote des späten 19. Jahrhunderts - galt zu diesem Zeitpunkt eigentlich bereits als überholt. Der Typ UC I war nach dem russischen Boot Krab der zweite speziell für den Minenkrieg konstruierte U-Bootstyp. Dem Boot SM UC 11 kam als erstem Boot in der Seekriegsgeschichte die Premiere zu, am 31. Mai 1915 als U-Boot Seeminen zu verlegen: Die zwölf Minen wurden kurz vor Mitternacht nahe dem Feuerschiff South Goodwin gelegt und beschädigten schon am Folgetag den britischen Zerstörer HMS Mohawk der Tribal-Klasse schwer.

Ihren Namen erhielt die U-Boots-Klasse UC nach dem Kriegausftrag C der Inspektion des Torpedowesens der Kaiserlichen Marine. Ursprünglich wurden damit nur die Boote vom Typ UC I bezeichnet, deren marineinterne Benennung jedoch Projekt 35a lautete. Die Bezeichnung C übertrug sich dann auch auf die Folgeentwürfe UC II (Projekt 41) und UC III (Projekt 41a).

Typ UC I

Dieser Typ baute auf der Entwicklung der zeitgleich entwickelten Typs UB I auf, war allerdings etwas größer und verfügte statt einer Torpedobewaffnung über Minenabwurfschächte – insgesamt sechs Schächte zur Aufnahme von zwölf Minen. Der Typ UC I war ein reines Minenboot, dessen schräg angeordnete Minenschächte den Abwurf während der Fahrt ermöglichten. Die Bauaufträge für die ersten Boote dieses Typs ergingen am 23. November 1914 durch das Reichsmarineamt an die beiden Werften AG Vulkan Hamburg und AG Weser in Bremen. Das erste Boot dieses Typs lief in am 26. April des Folgejahres in Hamburg vom Stapel. UC 1 bis UC 11 wurden per Bahn nach Flandern und UC 12 bis UC 15 nach Pola transportiert. Da keinerlei Daten oder Erfahrungswerte über den Einsatz von U-Booten mit so geringer Größe vorlagen, bestand von Seiten der Fachleute Misstrauen bezüglich deren Einsatzmöglichkeiten, woraus sich das geringe Auftragsvolumen ergab.

Typ UC II

Im Herbst 1915 kam der U-Boot-Krieg aufgrund der Intervention der neutralen USA fast zum Erliegen, weshalb der Bedarf an minenlegenden U-Booten - die einen völkerrechtlich akzeptierten Minen-Krieg führten - sich erhöhte. Dem trug die Entwicklungsabteilung der Unterseeboot-Inspektion mit der Konstruktion eines größeren Minenlegers Rechnung, der 18 Minen transportieren konnte und die Unzulänglichkeiten des Typs UC I beheben sollte. Der Folgetyp war nicht nur größer und mit jeweils Zwei-Wellen-Anlage ausgestattet, er verfügte mit Torpedorohren und Artillerie auch über zusätzliche Bewaffnung. Der wesentliche Unterschied zum Vorgänger bestand aber darin, dass Boote des Typs UC II das Prinzip der Zweihüllenboote wieder aufnahmen.[1] Die ersten Aufträge zum Bau der UC II Boote ergingen an Blohm und Voss (SM UC 16 bis SM UC 24) und die Vulcanwerft in Hamburg (SM UC 25 bis SM UC 33). Im Herbst dieses Jahres wurde das Volumen auf 21 Boote und am 11 Januar 1916 durch persönliche Initiative von Großadmiral Alfred von Tirpitz nochmals erhöht. Da weitere Boote – zusätzlich zu den bereits georderten – in Auftrag gegeben wurden, wurde dies der erste Großauftrag dieser Waffengattung, der insbesondere bei der Hamburger Blohm + Voss-Werft in Serienproduktion abgearbeitet wurde.

Typ UC III

Das Reichsmarineamt stellte im Sommer 1917 verschiedene zu behebende Mängel beim Typ UC II fest. Die Besatzungen hatten die Zugluft im Bootsinneren und die erhebliche – insbesondere in der kalten Jahreszeit  lästige Nässe der Brücke bemängelt. Zudem waren die Taucheigenschaften des Typs unbefriedigend. Die Entwicklung eines weiteren Minenlegers sollte darauf reagieren und zusätzlich den Wunsch der Admiralität nach einer stärkeren Artilleriebewaffnung Rechnung tragen. Der Typ UC III verfügte gegenüber seinem Vorgänger durch eine Anpassung der Durchmesser der Rohre zum Fluten und Entlüften über eine deutlich geringere Flutzeit – die Tauchzeit blieb allerdings durch das erheblichere Volumen dieselbe. Ende Juni 1917 wurden 39 Boote dieses Typs in Auftrag gegeben, nur ein kleiner Teil wurde bis Kriegsende fertiggestellt, und zwar durch Blohm + Voss in Hamburg: SM UC 90 bis SM UC 105

Technische Daten

Typ: UC I UC II UC III
Verdrängung
über/unter Wasser
168/183 t 417/493 t 474/560 t
Länge 34 m 49,4 m 56,1 m
Breite 3,2 m 5,2 m 5,5 m
Tiefgang 3,0 m 3,7 m 3,8 m
Druckkörper ø k.A. k.A. k.A.
max. Tauchtiefe 50 m 50 m 75 m
Tauchzeit k.A. k.A. k.A.
Antrieb 1 × 90 PS Diesel
1 × 175 PS E-Motor
2 × 250 PS Diesel
2 × 230 PS E-Motor
2 × 300 PS Diesel
2 × 385 PS E-Motor
Geschwindigkeit
über/unter Wasser
6,2/5,2 kn 11,6/7,0 kn 11,5/6,6 kn
Reichweite über Wasser
Reichweite unter Wasser:
750 sm bei 5 kn
50 sm bei 4 kn
9.430 sm bei 7 kn
55 sm bei 4 kn
8.400 sm bei 7 kn
40 sm bei 4,5 kn
Bewaffnung 12 Minen 2 Bugtorpedorohre
1 Hecktorpedorohr
7 Torpedos 50 cm
Deckgeschütz:
1 × 8,8 cm
18 Minen
2 Bugtorpedorohre
1 Hecktorpedorohr
7 Torpedos 50 cm
Deckgeschütz:
1 × 10,5 cm
18 Minen
Besatzung 14 26 32

Anmerkungen

  1. UC II-Boote waren jedoch nicht reine Zweihüllenboote, sondern stellten einen Zwischentyp dar; denn das Außenschiff umschloss den Druckkörper nicht, sondern setzte an ihm an.

Siehe auch

Literatur

  • Harald Bendert: Die UC-Boote der Kaiserlichen Marine 1914-1918. Minenkrieg mit U-Booten, E. S. Mittler, Hamburg, Berlin, Bonn (2001) ISBN 3-8132-0758-7
  • Eberhard Rössler: Geschichte des deutschen U-Bootbaus – Band 1, Bernard & Graefe Verlag, Bonn (1996) ISBN 3-86047-153-8.
  • Ulrich Gabler: Unterseebootbau, Bernard & Graefe Verlag, Bonn (1997) ISBN 3-7637-5958-1

Kategorien: U-Boot-Bau | Militärschiffsklasse (Kaiserliche Marine) | Militär-U-Boot (Kaiserliche Marine)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot-Klasse UC (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.