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Turnsperre


Die Turnsperre (auch Turnverbot) war ein Anfang 1820 auf dem Gebiet des Deutschen Bundes im Rahmen der Demagogenverfolgung erlassenes Verbot des Turnens.

Das Turnen war erst 1807 durch „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn in Deutschland eingeführt worden. 1819 kam es zur Breslauer Turnfehde. Auslöser für die Sperre, und zunächst die Karlsbader Beschlüsse vom Herbst 1819, war die Ermordung des Schriftstellers August von Kotzebue am 23. März 1819 durch den Burschenschafter und Turner Karl Ludwig Sand. Die Turnbewegung strebte neben körperlicher Ertüchtigung auch einen deutschen Nationalstaat an und galt daher den Fürsten als staatsfeindlich.

Die Turnsperre war teilweise bis 1842 in Kraft, in einigen deutschen Staaten wurde sie bereits früher aufgehoben – einige hatten sie gar nicht erst eingeführt. So konnte das Turnen, da staatlich gefördert, in Schaumburg-Lippe aufblühen, da der Erzieher der Kinder des Fürsten, Bernhard Christoph Faust, in Bückeburg den ersten Turnplatz Niedersachsens errichten konnte. Reinhild Fuhrmann analysierte diese Anomalität in ihrer Göttinger Dissertation (bei Arnd Krüger) und konnte zeigen, dass die Betonung der gesundheitlichen Aspekte des Turnens, der Bezug zum Gymnastik der griechischen Antike, die Auswahl von eigenem Personal, das nicht mit Jahn identifiziert werden konnte, die Bedingungen schuf, um nicht nur den Fürsten zu überzeugen, sondern ihm auch die Möglichkeit an die Hand zu geben gegenüber anderen entsprechend argumentieren zu können.[1]

Einzelnachweise

  1. Reinhild Fuhrmann: Die sex res non naturales. Zur Rolle eines antiken Begründungsmusters für die Leibesübungen im pädagogischen und medizinischen Diskurs des 18. Jahrhunderts unter bes. Berücksichtigung des "Niedersächsischen Turnvaters" Dr. Bernhard Christoph Faust. Niedersächs. Inst. für Sportgeschichte, Hoya 2005, ISBN 3-932423-17-8.

Literatur

  • Ernst Frank: Friedrich Ludwig Jahn: ein moderner Rebell. Orion-Heimreiter-Verlag, 1972, ISBN 3-87588-067-6.
  • Hannes Neumann: Die deutsche Turnbewegung in der Revolution 1848/49 und in der amerikanischen Emigration. Karl Hofmann, Schorndorf 1968.
  • Hans-Joachim Bartmuß, Josef Ulfkotte: Nach dem Turnverbot: „Turnvater“ Jahn zwischen 1819 und 1852. Böhlau, Köln 2011, ISBN 978-3-412-20734-2.

Kategorien: Turnen | Sportgeschichte (Deutschland) | Studentengeschichte (19. Jahrhundert) | Recht (Deutscher Bund)

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