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Trier-Ehrang/Quint


Ehrang/Quint
Stadtteil von Trier
Höhe: 131 m ü. NN
Fläche: 26,13 km²
Einwohner: 9133 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 350 Einwohner/km²
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 54293
Vorwahl: 0651

Lage in der Stadt Trier

Ehrang/Quint ist einer der 19 Ortsbezirke der Stadt Trier in Rheinland-Pfalz. Flächenmäßig ist er der größte Ortsbezirk der Stadt und umfasst unter anderem auch mehrere aufgrund ihrer geographischen Lage etwas abgegrenzte Wohnviertel (Vordere und Hintere Heide, die ehemalige Militär-Siedlung „Auf der Bausch“).

Geographie

Der Ortsbezirk gliedert sich in die Ortsteile Ehrang und Quint und liegt im Nordosten der Stadt auf dem linken Moselufer. In Ehrang mündet die Kyll in die Mosel, in Quint der Quintbach. Benachbarte Ortsbezirke sind Pfalzel, Biewer und getrennt durch die Mosel Ruwer/Eitelsbach.

Geschichte

Der Name Ehrang stammt von einem Keltenführer namens Irus, der das Gebiet der Kyllmündung wegen seiner günstigen Lage als Siedlung wählte, die nach ihm Yranc oder Irancum genannt wurde. Eine wichtige keltische Handelsstraße führt dort über die Kyll. Die Römer bauten später an dieser Stelle eine Brücke und errichtete in ihrer Nähe Denkmäler und Weihestätten.[1]

Der Name Quint stammt aus der Römerzeit und leitet sich aus seiner Lage am fünften Meilenstein (ad quintum lapidem) entlang der Römerstraße von Trier nach Andernach ab. 1346 erhielt Ehrang unter dem späteren deutschen Kaiser Karl IV. die Stadtrechte nach Frankfurter Recht. 1683 entstand in Quint unter dem Gründervater Franz von Pidoll eine Eisenhütte mit Gießerei.

Am 1. März 1968 kam es zur Vereinigung der beiden selbstständigen Gemeinden Ehrang und Pfalzel zu einer Großgemeinde. Nur ein Jahr später jedoch, am 7. Juni 1969, wurde die Gemeinde Ehrang-Pfalzel in die Stadt Trier eingegliedert.[2] Pfalzel und Ehrang/Quint sind seitdem Ortsbezirke der Stadt Trier.

Politik

Politische Verantwortung und 15 Sitze im Ortsbeirat teilen sich SPD (sechs Sitze), CDU (sechs Sitze), FWG (zwei Sitze) und Grüne (ein Sitz). Ortsvorsteher ist Thiébaut Puel (SPD).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Trier-Ehrang/Quint und Liste der Naturdenkmale in Trier

  • Aussichtspunkt Ehranger Kanzel (Felsenkuppe mit alten Eichen, Naturdenkmal)
  • Heidenstuben (Buntsandsteinfelsen, Naturdenkmal)
  • Ringmauer/Reste der alten Stadtmauer
  • Kreuzweg zur Heide-Kapelle
  • Linkenbachkapelle (Marienkapelle am Waldfriedhof)
  • Küferkapelle (Kapellenstraße)
  • Pfarrhaus Sankt Peter
  • Katholische Pfarrkirche Sankt Peter
  • Evangelische Pfarrkirche am Bahnhof
  • Ehranger Brunnen am Marienfeld
  • Ehranger Brunnen in der Niederstraße
  • Milo-Kreuz
  • Quinter Schloss
  • Katholische Filialkirche Mariä Himmelfahrt in Quint (2009 profaniert)[3]
  • Kreuz am Aussichtspunkt auf den Heidenstuben (Buntsandsteinfelsen) aus dem Jahre 2007
  • Der historische Ortskern von Ehrang ist denkmalgeschützt (Ensembleschutz).

Infrastruktur und Wirtschaft

Verkehr

Straße

Trier-Ehrang ist über die B 53 nach Schweich und Trier, sowie über die B 422 zur B 51 und damit nach Bitburg verbunden. Außerdem besitzt der Ortsbezirk Anschluss an die B 52, über die die Autobahnen A 64 nach Luxemburg und A 1 nach Saarbrücken und Koblenz erreichbar sind. Dabei bildet die Moselbrücke Ehrang ein wichtiges Bindeglied in der Ortsumfahrung Trier.

In Ehrang/Quint kreuzen sich die beiden Radfernwege Mosel-Radweg und Kylltal-Radweg.

ÖPNV

Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT).

Bahn

Es existieren drei Bahnhöfe:

  • Ehrang
  • Ehrang Ort
  • Quint

Der Bahnhof Ehrang ist ein Bahnknotenpunkt mit ehemaligem Rangierbahnhof (noch teilweise als Güterbahnhof genutzt) an der Moselstrecke, von der hier die Eifelstrecke in Richtung Köln abzweigt. Die Bahnhöfe Ehrang Ort und Quint liegen nur an der Moselstrecke.

Im Schienenpersonennahverkehr verkehren

  • die Eifelbahn (RB 22) Gerolstein–Trier (nur Bf Ehrang), Züge kommen von Köln Messe/Deutz und fahren in der Gegenrichtung ab Gerolstein als RE 22 weiter dorthin
  • die Moseltal-Bahn (RB 81) Koblenz–Wittlich–Trier und
  • der Elbling-Express (RB 82) Wittlich–Trier–Perl.

Die nächsten Fernverkehrsanschlüsse befinden sich an den Bahnhöfen Trier Hbf und Wittlich Hbf.

Bus

Die Anbindung an das Stadtzentrum Triers erfolgt Montags bis Freitags tagsüber durch die Linie 8 (Stadtwerke Trier), zu den übrigen Zeiten durch die Linie 87 (Stadtwerke Trier). Des Weiteren verkehren von Trier aus die Überlandbusse der Linie 212 (RMV; nach Schweich/Wittlich/Bernkastel-Kues) und Linie 231 (Walscheid Busreisen (VRT); nach Speicher/Dudeldorf) durch Ehrang/Quint. Letztere fährt jedoch nur ausgewählte Haltestellen an. Die beiden abseits gelegenen Ortsteile „Auf der Bausch“ und „Heide“ werden von der Linie 17 (Stadtwerke Trier) mit dem Ehranger Ortskern verbunden.

Wirtschaft

Wirtschaftlich geprägt wird Ehrang/Quint von Handel, Handwerk und Industrie. Die gute logistische Anbindung über Straße, Schiene und Wasser (Hafen Trier), aber auch durch die Nähe zum benachbarten Luxemburg über Luft, bietet gute Voraussetzungen für das bestehende Gewerbe, auch für neue Investoren.

Öffentliche Einrichtungen (Auswahl)

  • Marienkrankenhaus Ehrang[4]
  • Bürgerhaus[5]
  • Katholische Familienbildungsstätte Trier-Ehrang Remise e.V.[6]
  • Naturfreundehaus Quint[7]
  • Mobile Jugendeinrichtung „Blue“
  • Jugendtreff Ehrang-Quint e.V.
  • Internationaler Frauengarten Trier[8]
  • DRK Rettungswache und Ortsverein Ehrang
  • Feuerwehr Trier Löschzug Ehrang[9]
  • Brand- und Katastrophenschutzzentrum (BKSZ) (in Planung)

Schulen und Kindergärten

  • Grundschule St. Peter Ehrang
  • Friedrich-Spee-Gymnasium
  • Grundschule Quint
  • Realschule Plus Ehrang
  • Montessori-Kinderhaus St. Peter
  • Kath. Kindergarten Christi Himmelfahrt (Ortsteil: Auf der Bausch)
  • Integrative Kindertagesstätte Haus Tobias (Ortsteil: Quint, Träger: Caritasverband)

Regelmäßige Veranstaltungen (Auswahl)

  • Der Ehranger Markt[10] ist als Volksfest mit Kirmestreiben über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Der „Ehriker Moart“ wie er im moselfränkischen Dialekt genannt wird, kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Als Volksfest wurde er bereits im Jahr 1350 erwähnt. Der Ehranger Markt war ursprünglich ein Viehmarkt, auf dem die Eifel-, Hunsrück- und Moselbauern ihre Tiere und Waren tauschen konnten. Damals war der erste Dienstag im Monat September der traditionelle Markttag. Aus diesem Grund findet das Fest auch in der heutigen Zeit am Wochenende vor dem ersten Dienstag im September statt und wird mit einem großen Feuerwerk am Dienstagabend abgeschlossen. Der Ehranger Markt wird getragen durch die zahlreichen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus den verschiedenen Ortsvereinen, die sich in der Gemeinschaft Ehranger Ortsvereine (GEOV)[11] zusammengeschlossen haben.
  • Die Ehranger Fastnacht wird jedes Jahr von den örtlichen Karnevalsvereinen mitgestaltet, darunter der Theater- und Karnevalsverein „Blau-Weiß“ 09 Ehrang e.V.[12] und die Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Ehrang[13]. Ein besonderer Höhepunkt des Ehranger Straßenkarnevals ist der Rosenmontagszug, der unter reger Beteiligung phantasievoll gestalteter Fußgruppen am Fastnachtsmontag durch den Ort zieht.

Persönlichkeiten

  • Mathias Thesen (* 29. April 1891 Ehrang), KPD-Reichstagsabgeordneter, Widerstandskämpfer, († 11. Okt. 1944 KZ-Sachsenhausen, erschossen)
  • Peter Greif (* 1. Oktober 1902 Konz; † 5. Januar 1933 Ehrang) Vorsitzender der KPD-Ortsgruppe Ehrang, der 1933 in Ehrang von SA erschossen wurde.
  • Anna Dany (* 11. Februar 1920 in Ehrang; † 1941 ermordet in Hadamar), Opfer des Nationalsozialismus[14]
  • Werner Schuhn (* 12. Januar 1925 in Daun; † 2. Juli 1989 in Trier-Ehrang), Rektor und Heimatforscher
  • Peter Roth-Ehrang (* 8. Juni 1925 in Ehrang; † 28. Dezember 1966 in Hamburg), Opernsänger (Bass), Mitglied der Hamburger Staatsoper, Wagner-Interpret in Bayreuth
  • Matthias Thiel (* 21. April 1929 in Ehrang) Historiker und Diplomatiker
  • Bertrand Adams (* 13. Oktober 1953), Politiker
  • Ingeborg Sahler-Fesel (* 15. Januar 1956), Politikerin
  • Stephan Peitz (* 19. August 1966), Architekt und Meister der Kampfkunst

Bilder

Literatur

  • Martin Kreckler, Wolfgang Kreckler: Eisenbahn in Ehrang. Nahtstelle von Saar-, Eifel- und Moselbahn. 1. Auflage. EK-Verlag, Freiburg 2008.
  • Martin Kreckler: Das Quinter Viadukt. In: Verein Ehranger Heimat e.V. (Hrsg.): Ehranger Heimat. Jahrbuch. 2010.
  • Werner Schuhn: Ehrang. Landschaft – Geschichte – Gegenwart. 2 Bände (Ortschroniken des Trierer Landes, Nr. 22) Trier, 1989.

Einzelnachweise

  1. [Friedrich Meixner: Aus der Geschichte Ehrangs. in: Verein „Ehranger Heimat e.V.“: Ehranger Heimat Jahrbuch 1998, S.54]
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz , Seite 198 (PDF; 2,6 MB)
  3. Erklärung der Pfarrgemeinde zur Profanierung (PDF; 8 kB)
  4. Marienkrankenhaus Ehrang
  5. Bürgerhaus
  6. Katholische Familienbildungsstätte Trier-Ehrang Remise e.V.
  7. Naturfreundehaus Quint
  8. Internationaler Frauengarten
  9. Feuerwehr Trier Löschzug Ehrang
  10. Ehranger Markt
  11. Gemeinschaft Ehranger Ortsvereine e.V.
  12. Theater- und Karnevalsverein „Blau-Weiß“ 09 Ehrang e.V.
  13. Karnevalsgesellschaft „Rot-Weiß“ Ehrang e.V.
  14. Dr. Thomas Schnitzler: Anna Dany aus Quint – Erinnerungen aus Anlass der Stolpersteinverlegung 2011. In: Ehranger Heimat e.V. (Hrsg.): Ehranger Heimat. Jahrbuch 2013. S. 143ff.

Weblinks

 Wikivoyage: Ehrang – Reiseführer
 Wikivoyage: Quint – Reiseführer

Kategorien: Stadtbezirk von Trier | Ehemalige Gemeinde (Trier)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Trier-Ehrang/Quint (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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