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Trechtingshausen


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-BingenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Rhein-Nahe
Höhe: 97 m ü. NHN
Fläche: 8,22 km²
Einwohner: 1018 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 124 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55413
Vorwahl: 06721
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 058
Adresse der Verbandsverwaltung: Koblenzer Straße 18
55411 Bingen am Rhein
Webpräsenz: www.trechtingshausen.de
Ortsbürgermeister: Herbert Palmes (SPD)
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Trechtingshausen (früher auch Trechtlingshausen) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Bingen am Rhein hat. Die Gemeinde ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Seit 2002 ist Trechtingshausen Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Geographie

Der Weinort Trechtingshausen liegt zwischen Koblenz und Bingen direkt im oberen Mittelrheintal. Es befindet sich am Nordosthang des Binger Walds. Bei Trechtingshausen mündet der Morgenbach in den Rhein.

Zu Trechtingshausen gehören auch die Wohnplätze Burg Rheinstein, Gerhardshof, Morgenbachtal sowie Gaststätte Schweizerhaus.[3]

Geschichte

Der Chronist sprach bereits von einem „Castrum Trajani“ der Römer.

In der Frankenzeit gehörte Trechtingshausen zum unteren Nahegau. Reihengräber aus dieser Zeit sind bei Bauarbeiten freigelegt worden. Bei den ersten urkundlichen Erwähnungen 1122 wird der Name des Dorfes Drodingishusen genannt, 1135 Drohtenhusen, 1328 Dreieckshusen und 1335 Drechlingshusen.

Aus den Urkunden von 1135 erfahren wir, dass Trechtingshausen im „Sprengel St. Clemens“ im Besitz der Abtei Cornelimünster bei Aachen war. Wegen der weiten Entfernung hatte die Abtei Ritter (Vögte) zu Verwaltern und Beschützern bestimmt. Sie hatten ihren Sitz auf der Burg Reichenstein. Doch mit der Zeit entarteten die Ritter zu Raubrittern.

Am 6. September 1270 verkaufte die Abtei den ganzen „Sprengel St. Clemens“ dem Mainzer Domkapitel und dem Stift Maria ad gradus in Mainz. Doch die Raubritter trieben ihr Unwesen weiter bis der römisch-deutsche König Rudolf von Habsburg 1282 die Burg Reichenstein zerstörte und die Raubritter bei der Clemenskapelle hinrichten ließ.

1290 verkaufte Dietrich von Hohenfels die wieder aufgebaute Burg und Trechtingshausen widerrechtlich dem mächtigen Pfalzgrafen Ludwig dem Strengen. Streitigkeiten zwischen Mainz und dem Pfalzgrafen um den Besitz entschieden sich erst 1344; Trechtingshausen und Burg Reichenstein kamen endgültig zu Mainz. Trechtingshausen und Niederheimbach wurden dem Amt Bingen zugeteilt. Jede Gemeinde hatte einen Schultheiß. Der Oberschultheiß hatte seinen Sitz in Niederheimbach. Die „Dingtage“ wurden unterhalb der Burg Sooneck abgehalten, wo auch der Galgen stand. Der Dreißigjährige Krieg brachte viel Leid und Elend über Trechtingshausen. 35 Häuser wurden niedergebrannt. Es herrschte mehrere Jahre die Pest.

Rund 500 Jahre gehörte Trechtingshausen zu Kurmainz mit dem Amtssitz in Bingen. Nach der Besetzung des Linken Rheinufers durch die französischen Revolutionstruppen wurden die Kirchenfürsten enteignet und Trechtingshausen bei Einführung der französischen Verwaltung der Mairie Niederheimbach im Kanton Bacharach zugeteilt.

Nach den Befreiungskriegen blieb Trechtingshausen bei der Bürgermeisterei Niederheimbach im Kreis St. Goar in der Rheinprovinz.

1938 kam das Dorf zum Amt Bacharach, am 1. Oktober 1968 zur Verbandsgemeinde Bacharach und am 8. November 1970 zur Verbandsgemeinde Rhein-Nahe im Landkreis Mainz-Bingen, dem die Gemeinde seit dem 9. Juni 1969 angehört.

Quelle: Valentin Reuschel -verst.-, ehem. Dorfchronist

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Trechtingshausen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 502
1835 672
1871 770
1905 874
1939 856
Jahr Einwohner
1950 1.000
1961 985
1970 1.155
1987 1.101
2005 1.041

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Trechtingshausen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU Gesamt
2014 11 5 16 Sitze
2009 11 5 16 Sitze
2004 9 7 16 Sitze

Wappen

Blasonierung: „Geteilt und oben von Rot und Silber gespalten, oben rechts ein sechsspeichiges silbernes Wagenrad, oben links ein schräglinker schwarzer Anker, unten in Blau drei silberne Nachen (2:1).“

Wappenerläuterung: Das silberne Rad in Rot symbolisiert die ununterbrochene Zugehörigkeit zu Kurmainz von 1344 bis 1798; der Anker verweist auf die Schiffer- und Treidlerdienste und ist das Attribut des Heiligen Clemens, des Ortspatrons. Die drei Nachen versinnbildlichen den Bezug des aus drei Nachbarschaften zusammengesetzten Ortes zum rechtsrheinisch gelegenen Bodental. Die Weinberge dort waren die Hauptlebensgrundlage der Trechtingshäuser, die sie mit den Nachen erreichten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Bedeutendstes Bauwerk ist die außerhalb des Ortes gelegene spätromanische Clemenskapelle (1220/1230), einst Pfarrkirche von Trechtingshausen, mit ihrem Beinhaus, der Michaelskapelle; grundlegend saniert und die Basilikaform wiederhergestellt 1907 von Architekt Ludwig Hofmann.
  • Die neue Pfarrkirche St. Clemens im Ort wurde Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut und in den 1920er Jahren umfassend erneuert.
  • Von der Ortsbefestigung haben sich noch einzelne Tore, Mauerzüge und ein Turm erhalten.
  • Oberhalb des Ortes liegt die Burg Reichenstein.
  • Ein Stück rheinaufwärts liegt auf Gemeindegebiet die Burg Rheinstein.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Trechtingshausen

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur

Trechtingshausen ist wirtschaftlich durch den Weinbau und Bergbau geprägt.

Ein über die Grenzen von Trechtingshausen hinaus bekanntes Unternehmen ist das Hartsteinwerk, welches im Tagebau die quarzitische Grauwacke abbaut und verarbeitet. Der Ursprung des Tagebaus reicht bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurück. Seit 1963 befindet sich der Steinbruch im Besitz der Familie de Beijer. Die Lage nahe dem Rhein und der Bahnstrecke bringt eine gute Anbindung an internationale Transportwege mit sich. Mit den Produkten des Steinbruchs wird unter anderem der Küstenschutz in den Niederlanden erhalten und erweitert.

Im Übrigen ist der Tourismus ein wichtiges wirtschaftliches Standbein für die Kommune.

Verkehr

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Johanna Spangenberg (1894–1979), Politikerin (SPD), ehemalige Abgeordnete des Hessischen Landtags

Literatur

Dokumente

Weblinks

 Commons: Trechtingshausen  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. 2,0 2,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile , Seite 105 (PDF; 2,3 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Trechtingshausen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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