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Traunsee


Traunsee
Traunsee Richtung Norden vom kleinen Sonnstein aus aufgenommen
Geographische Lage Salzkammergut, Österreich
Zuflüsse Traun, Langbathbach, Pfrillenbach, Alte Traun, Rindbach, Eisenbach, Lainaubach
Abfluss Traun
Orte am Ufer Gmunden, Ebensee, Altmünster, Traunkirchen
Daten
Höhe über Meeresspiegel 422 m ü. A.
Fläche 24,35 km²
Länge 12 km
Breite 3 km
Volumen 2,302 km³
Maximale Tiefe 191 m
Mittlere Tiefe 95 m
pH-Wert 8,26
Einzugsgebiet 1422 km²

Besonderheiten

tiefster See Österreichs

Der Traunsee ist mit 191 m Tiefe der tiefste See Österreichs.[1] Er liegt in Oberösterreich und ist nach dem Attersee der zweitgrößte See Oberösterreichs.

Die Gemeinden des Traunseegebiets sind als Ferienregion Traunsee Teil des Salzkammerguts.

Geographie

Die Landschaft des Traunseegebiets ist äußerst vielfältig: Das Ostufer des Sees ist steil und sehr unzugänglich und daher wenig besiedelt. Es wird vom mächtigen und markanten Traunsteinmassiv (1691 m) und anderen schwer zugänglichen Bergstöcken beherrscht. Das Westufer ist von ausgedehnten Wiesenlandschaften und Mittelgebirgsszenerien geprägt. Die stark bis mäßig bewaldeten Erhebungen des Westufers gehören zur Flyschzone und erreichen Höhen von 700 und 1100 Metern (u.a. Gmundnerberg, Grasberg, Richtberg). Im Südwesten erhebt sich das Höllengebirge mit dem Feuerkogel und den Langbathseen, im Südosten das Tote Gebirge mit dem Offensee. Beide sind typische Karststöcke der Kalkalpen.

Mit einer Länge von 12 km und Breite von 3 km umfasst der Traunsee eine Fläche von ca. 24,4 km². Die Traun fließt im Süden bei Ebensee in den Traunsee und verlässt ihn wieder im Norden bei Gmunden. Der mittlere Abfluss (MQ) beträgt 69,4 m³/s, die (theoretische) Wassererneuerungszeit 1,04 Jahre.[2]

Wasserqualität

Der Traunsee ist oligotroph (nährstoffarm) und hat deshalb klares Wasser. So kann noch in 60 m Tiefe photosynthetische Aktivität der Kryptophycee Rhodomonas lacustris nachgewiesen werden.[3] Die unterste Wasserschicht (Hypolimnion) ist jedoch durch industrielle Einleitungen salzhaltig (Natrium- und Calciumchlorid) und dichter als die oberen Schichten. Als meromiktischer See durchläuft der See deshalb keine vollständige jährliche Durchmischung seines Wassers.[4] Die Wasserqualität ist durch Nährstoffeinträge aus drei Kläranlagen (Ebensee, Wolfgangsee/Ischl und Hallstätter See) und in geringerem Maße aus der Landwirtschaft über zufließende Bäche gefährdet.[1][5]

Der Traunsee als Lebensraum

Zu den vorkommenden Fischen zählen: Barsch, Elritze, Hechte, Europäischer Aal, Seesaibling und Coregonen. Eine Unterart der Coregonen, der Riedling, kommt nur im Traunsee vor.

Es leben aber auch viele Wasservögel am Traunsee: Die bekanntesten sind wohl die Schwäne – sie sind eines der Wahrzeichen Gmundens.

Geschichte

Von den Römern wurde er Lacus Felix (der glückliche See) genannt.

Der Traunsee wurde erstmals 909 in einem Dokument als Trunseo erwähnt.

Am 8. Mai 1945, dem letzten Tag des Krieges, stürzte eine P-47 Thunderbolt in den Traunsee. Es war das wohl letzte Flugzeug, das die US-Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs in Europa verlor. Die Maschine galt über 60 Jahre lang als verschollen, wurde erst 2005 wieder gefunden und 2006 aus einer Tiefe von etwa 70 m geborgen. Spiegel TV sendete darüber erstmals am 27. Januar 2006 eine Dokumentation mit dem Titel Das Geheimnis der P47 im Traunsee. Die Maschine mit dem Namen Dottie Mae wird gerade in den Vereinigten Staaten einer umfassenden Restaurierung unterzogen. [6]

Wirtschaft und Fremdenverkehr

Die Traunseeregion ist vor allem vom Sommertourismus geprägt. Der Traunsee ist ein alpiner Badesee von ausgezeichneter Wasserqualität. Die durchschnittliche Wassertemperatur im August liegt bei 19 Grad. Es können viele Wassersportarten ausgeübt werden: Segeln, Surfen, Kite-Surfen, Tauchen und Wasserski.

Bemerkenswert ist auch der jährlich durchgeführte Traunseemarathon. Hierbei gilt es, den Traunsee vollständig zu umrunden und dabei 4300 Höhenmeter und 70 Kilometer zurückzulegen.

Im Sommer verkehren Schiffe am Traunsee im Linienbetrieb; Stolz der Flotte ist der Raddampfer Gisela. Erster Schaufelraddampfer war die Sophie, die am 15. Mai 1839 in Dienst gestellt wurde.

Die Feuerkogel-Seilbahn erschließt das Höllengebirge.

In Gmunden bestand am Bahnhof Gmunden Seebahnhof eine direkte Umstiegsmöglichkeit von der Traunseebahn auf ein Linienschiff der Traunseeschifffahrt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Auf einer kleinen Insel in Gmunden liegt das Schloss Ort.

Zwischen 1996 und 2004 war die Traunseeregion Schauplatz der Fernsehserie Schlosshotel Orth (144 Folgen à 45 Minuten).

Weblinks

 Commons: Traunsee  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Traunsee – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Seeprofil Traunsee (PDF; 174 kB) In: Amtliches-Seen-Messnetz. Amt der Oberösterreichischen Landesregierung, Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft, Abteilung Oberflächengewässerwirtschaft. Oktober 2013. Abgerufen am 4. Dezember 2015.
  2. Bundesamt für Wasserwirtschaft (Hrsg.): Atlas der natürlichen Seen Österreichs mit einer Fläche ≥ 50 ha. Morphometrie – Typisierung – Trophie. Stand 2005. Schriftenreihe des Bundesamtes für Wasserwirtschaft, Band 29, Wien 2008 (PDF )
  3. Ingo Findenegg: Die Planktonproduktion im oligotrophen und eutrophen See. In: Internationale Revue der gesamten Hydrobiologie und Hydrographie. Band 40, Nr. 1–2, 1940, S. 197–207, doi:10.1002/iroh.19400400105 (Abstract [abgerufen am 18. Januar 2012]).
  4. Heinz Löffler: Beitrag zur Evolution der österreichischen Seen. In: Instituti Zoosystematici et Oecologici Universitatis Budapestinensis (Hrsg.): Opusc. Zool. Budapest. XVII–XVIII. Budapest 1981, S. 83–90 (online (PDF; 162 kB) [abgerufen am 18. Januar 2012] PDF).
  5. Land Oberösterreich: Sicherung oder gegebenenfalls Entwicklung der Wasserqualität aller in der Raumeinheit vorhandenen Gewässer
  6. http://www.spiegel.tv/filme/p47-thunderbolt-absturz/embed/ | Spiegel-TV Dokumentation über die Bergung des Flugzeuges

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Traunsee (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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