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Torpedoskandal


Wie die Deutschen mit der Torpedokrise hatten auch die US-Amerikaner während des Zweiten Weltkrieges anhaltende Probleme mit dem gehäuften Versagen von Torpedos. Der Torpedoskandal der US-Navy zog sich dabei über einen längeren Zeitraum zwischen Dezember 1941 und August 1943 hin. Die Wurzeln liegen jedoch noch weiter zurück.

Dabei waren sowohl die Tiefenkontrolle wie auch der Magnet- und der Aufschlagzünder des damals aktuellen dampfgasgetriebenen U-Boottorpedos Mk 14 der US Navy betroffen. Bei der Zerstörerversion Mk 15 fielen kaum Probleme auf. Allerdings konnten Fehlschüsse und Versager bei den schnellen Zerstörerkämpfen wahrscheinlich weniger deutlich unterschieden werden als bei den besser kontrollierten Torpedoschüssen vom U-Boot. Die Torpedos unterschieden sich jedenfalls technisch kaum.

Das erste Problem des Mk-14-Torpedos war die Tiefenkontrolle, welche in mindestens vier Bereichen Fehler aufwies:

  1. Unterschiede zwischen Kalibrierungs- und Kampfschüssen: Das Torpedogewicht und die Gewichtsverteilung änderte sich beim Umbau zum Gefechtstorpedo, da der Sprengkopf schwerer war als der zur Kalibrierung verwendete Attrappenkopf. Außerdem waren die Bedingungen bei den Kalibrierschüssen anders als im Gefecht. Zur Kalibrierung wurde von Oberflächenschiffen gefeuert und nicht aus getauchten Torpedorohren. Außerdem waren die Geschwindigkeiten, mit denen der Torpedo das Rohr verließ, sowie die Beschleunigung nach dem Abschuss anders als unter Gefechtsbedingungen.
  2. Konstruktions- und Herstellungsfehler, die die Kalibrierung mit der Zeit oder Umgebung änderten, wie zum Beispiel undichte Hüllen.
  3. Fehlerhafte Kalibrierung, wie zum Beispiel fehlende Überprüfung gegen einen absoluten Standard oder übermäßiges Vertrauen auf hydrostatische Tiefenberechnungen, ohne die Richtigkeit der daraus gewonnenen Daten jemals zu überprüfen.
  4. Unzureichendes technisches Verständnis. Zum Beispiel wurde die Wichtigkeit des Wasserflusses und -flussdruckes an der Oberfläche eines schnellen Torpedos ignoriert. Der Gefechtstorpedo lief etwa drei Meter tiefer als der Kalibriertorpedo, was neben dem schwereren Gefechtskopf auch an der falschen Montage des Drucksensors lag.

Das zweite Problem war die schwankende Empfindlichkeit des Magnetzünders in der Mk-6-Zündeinheit. Die Technik der Magnetzünder war insgesamt nicht ausgereift und neigte zum Ausfallen, darüber hinaus war bei der Entwicklung der Magnetsensoren die unterschiedliche Magnetfeldstärke in verschiedenen Gegenden der Welt nicht beachtet worden. Nachdem einzelne U-Boote nach Einsatzfahrten keinen einzigen gezündeten Torpedo meldeten, ließ der damalige Oberbefehlshaber der Pazifikflotte (Commander in Chief Pacific, kurz CinCPac) alle Torpedos mit Magnetzündern am 24. Juni 1943 aussondern und durch solche mit Aufschlagzündern ersetzen.

Nachdem die Probleme mit der Tiefenkontrolle gelöst und der Magnetzünder deaktiviert war, erwies sich der Aufschlagzünder als drittes Problem. Am Anfang gab es eine Reihe von Blindgängern, also Aufschlägen im Ziel ohne Explosion. Die notwendige Aufschlagstärke zum Auslösen des Mk-6-Zünders war exakt dieselbe wie die der Mk-4- und Mk 5-Zünder, die beim älteren Mk-13-Torpedo verbaut worden waren. Der Mk-13-Torpedo war mit 33,5 kn jedoch deutlich langsamer als der 46,3 kn schnelle Mk-14-Torpedo. Der Aufschlag des Mk 14 war somit fast doppelt so stark, so dass beim Einschlag vertikale Steckverbindungen zur Zündkapsel so sehr verbogen, dass sie die Zündkapsel verfehlten. Bei schrägen Treffern waren die Kräfte geringer und der Zünder funktionierte häufiger. Nachdem man einen Versager – nach dem Probeschießen auf ein Riff – geborgen hatte, konnte das Problem behoben werden.

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