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Torch (Rapper)


Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Blauer Samt
  DE 33 09.10.2000 (15 Wo.) [1]
Singles
Wir waren mal Stars (mit Toni-L)
  DE 92 15.01.2001 (4 Wo.) [2]
[1] [2]

Torch (engl.: Fackel; auch Torchmann, Torchkinski, MC Torch oder DJ Haitian Star; * 29. September 1971 in Heidelberg[3]; bürgerlich Frederik Hahn) ist ein deutsch-haitianischer Musiker. Er begann seine Karriere als MC Mitte der 1980er-Jahre in Heidelberg. Frederik Hahn hat die deutsche und haitianische Staatsbürgerschaft, da seine Mutter aus Haiti stammt.

Biografie

Sein Onkel ist der haitianische Poet Georges Castera und er ist entfernt mit dem britischen Autor Nick Stone verwandt. Torch bezeichnet die Deutsche Literatur als wichtigste Inspirationsquelle. Viele seiner Songs enthalten Zitate von namhaften deutschen Dichtern und Autoren. Wolf Biermann lud ihn persönlich zu einer NDR-Matinee anlässlich seines 70. Geburtstags ein. Er interpretierte dort zwei von Biermanns Texten musikalisch.[4]

Anfang der 1980er-Jahre schloss sich Torch der Hip-Hop-Kultur an und wurde zu einem der ersten Protagonisten der aufkeimenden Szene in Deutschland. Der New Yorker DJ und Gründer der ersten weltweiten HipHop-Organisation Zulu Nation, Afrika Bambaataa, verlieh Torch 1985 die Titel Overlord of Sound & Culture und King of the First German Chapter of the Zulu Nation.

Nach einigen Jahren als Tänzer und Graffiti-Artist gründete Torch 1987 mit den befreundeten HipHop-Künstlern Toni-L, Linguist, Gee-One und DJ Mike MD die Heidelberger Musikgruppe Advanced Chemistry. Die zentralen Themen der Gruppe waren sozialpolitisch und gesellschaftskritisch geprägt. Durch den eigenen textlichen Anspruch und angesichts des kommerziellen Erfolgs der Fantastischen Vier avancierte Advanced Chemistry zum Underground-Vertreter der noch jungen Szene.

1992 erschien der Song Fremd im eigenen Land und entwickelte sich zum ersten Hit der Gruppe. Der Track, der ein Sample der Spiegel-TV-Titelmelodie enthält, erregte durch seine politischen Statements breite mediale Aufmerksamkeit und erlangte durch häufige Ausstrahlung des Videoclips auf MTV auch außerhalb der noch kleinen deutschen Hip-Hop-Szene größere Aufmerksamkeit.

Kurz darauf wurde Torch für die Musik-Dokumentation Lost In Music auf MTV porträtiert und fiel dem Sender durch sein Talent vor der Kamera auf. Auf dem damals noch jungen Sender VIVA präsentierte er daraufhin mit Freestyle die erste Sendung im deutschen Fernsehen, die sich mit Hip-Hop auseinandersetzte. Torch arbeitete insgesamt ein Jahr an der Sendung – sowohl innerhalb der Redaktion als auch als Gastgeber der Show.

Ebenfalls 1992 war Torch Mitbegründer des HipHop-Netzwerkes MZEE, das sich als Label, Fanzine und ganz allgemein als Rap-Plattform verstand.

Nach der Trennung von MZEE gründete Torch 1994 sein eigenes Label, 360° Records. Darauf erschienen u.a. die weiteren Tonträger von Advanced Chemistry, erste Features von Curse, Solo-Rap-Parts von D-Flame und Tonträger von Blumentopf, 50 MC und Grandmaster Caz.

In Kooperation mit V2 Records erschien auf 360° Records im Jahr 2000 das erste und bisher einzige Solo-Album von Torch Blauer Samt. Nachdem Blauer Samt lange nicht erhältlich war, wurde das Album anlässlich des 40. Geburtstages von Torch im September 2011 in einer Kooperation zwischen 360° Records und Columbia Four Music wieder veröffentlicht. 2001 beteiligte sich Torch mit Xavier Naidoo am Anti-Rassismus-Projekt Brothers Keepers.[5]

Im Laufe seiner langjährigen Karriere arbeitete Torch mit Künstlern wie Afrika Bambaataa, Freestyle (Ex-Arsonists), Grandmaster Caz (Cold Crush Bros), Jurassic 5, KRS One (BDP), Melle Mel, Missing Linx (Al Tariq-Ex Beatnuts) und Whipper Whip & Virtuoso (Boston) zusammen und schloss sich als eines der ersten Mitglieder der Formation Brothers Keepers an. Als DJ Haitian Star legte Frederik Hahn bei Events wie dem Battle of the Year (D), Jazz Festival Montreux (CH), Hip Hop Kemp (CZ) und dem Zulu Anniversary (NY/USA) auf. Dabei teilte er sich das Pult u.a. mit Kollegen wie Z-Trip (USA), David Rodigan (UK), Grandmaster Flash (USA), Kool Herc (USA), Tee (JP), Supreme / Hijack (UK), Defcut (CH), DJ Stylewarz (D) und Marc Hype (D). Sein DJ-Repertoire erstreckt sich von Hip-Hop mit älteren Samples über klassische Hip-Hop-Tracks bis hin zu klassischen und modernen Funk-orientierteren Sounds.

Das Netzhilfswerk Marasa.org für das Erdbeben in Haiti 2010 wurde von Torch ins Leben gerufen. Von 26. September bis 2. Oktober 2011 organisierte Torch anlässlich seines 40. Geburtstages eine Festwoche in seiner Heimatstadt Heidelberg mit Filmvorführungen, Workshops, Hip-Hop Stadtführungen und einer Graffiti-Jam. Den Höhepunkt der Feierlichkeiten markierte sein Konzert am 30. September, bei dem er unter anderen die Gäste MC Rene, Absolute Beginner, Max Herre, Marteria und Curse auf der Bühne begrüßte.[6]

Ende 2011 stellte Torch zahlreiche Originalexponate aus seiner Karriere der Stadt Heidelberg zur Verfügung, die ein Hip-Hop-Archiv gründet.[7]

Diskografie

Soloveröffentlichungen
  • 2000: Gewalt oder Sex (12" & MCD)
  • 2000: Blauer Samt (2xLP & CD)
  • 2001: Die Welt brennt/Wir waren mal Stars (2x12")
  • 2001: Die Welt brennt/Wir waren mal Stars (Remixe) (12")
  • 2001: In deinen Armen (2x12" & CD)
  • 2001: Blauer Samt (InstruMentals) (2xLP, 360rec)
  • 2005: Move the Crowd (12"), limitiert auf 360 Stück (als DJ Haitian Star mit Grandmaster Caz)
  • 2008: Heidelberg (Mixtape)
  • 2008: Mixtape 01 (EP) (als DJ Haitian Star)
  • 2009: Mixtape 01 EP (10") (als DJ Haitian Star)
  • 2011: Blauer Samt (Re-Edition) (CD & Vinyl LP)
  • 2015: Boomshell Bounce EP (Vinyl, 7") (als DJ Haitian Star)
Literaturlesungen

Weblinks

  Wikiquote: Torch – Zitate

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Torch in den deutschen Album-Charts
  2. 2,0 2,1 Torch in den deutschen Single-Charts
  3. Mannheimer Morgen 20. Dezember 2011
  4. http://www.haus-der-literatur.com/newsarchiv/news14.htm
  5. Mannheimer Morgen 20. Dezember 2011
  6. 40 Jahre Torch Bericht von Andreas Margara (7. Oktober 2011)
  7. Mannheimer Morgen 20. Dezember 2011


Kategorien: Musik (Baden-Württemberg) | Person (Heidelberg) | Rapper (Deutschland) | Geboren 1971 | Deutscher | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Torch (Rapper) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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