Tokugawa Yoshinobu - LinkFang.de





Tokugawa Yoshinobu


Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Tokugawa der Familienname, Yoshinobu der Vorname.

Tokugawa Yoshinobu (jap. 徳川 慶喜; * 28. Oktober 1837 in Edo; † 22. November 1913 in Tokio) war der 15. und letzte japanische Shōgun (1866–67) der Edo-Zeit.

Leben

Er wurde als siebter Sohn von Tokugawa Nariaki geboren, der der 9. Daimyō von Mito (nun Präfektur Ibaraki) war. Er wurde als Kind von der Hitotsubashi-Linie der Tokugawa, einer der Gosankyō adoptiert, war 1847 zum Familienoberhaupt aufgestiegen und hatte sich mittlerweile einen Namen als fähiger Verwalter gemacht.

Im Zuge der Machtübernahme des Shōgunats im Jahre 1858 durch seinen Vorgänger Tokugawa Iemochi und dessen mächtigsten Ratgeber, Ii Naosuke, wurde er mit seinem Vater verhaftet, unter Hausarrest und kurzzeitig politisch kaltgestellt, da er im Ringen um das Amt des Shōguns unterlag, obwohl ihn Hotta Masayoshi und der Kōmei-Tennō vom Reformerflügel aktiv unterstützten. Der Reformerflügel erhoffte sich von ihm die Fortführung der Erneuerungen im Sinne der Mito-Schule. Zu seinen Unterstützern gehörte weiterhin auch der einflussreiche Daimyō von Satsuma, Shimazu Nariakira. Im Zuge dieser Wirren war er gezwungen den Status des Familienoberhauptes abzulegen. 1860 wurde er wieder Familienoberhaupt, nachdem sein Hauptgegner Ii bei einem Attentat ermordet worden war.

1866 folgte er dem verstorbenen Tokugawa Iemochi als Shōgun. Seine Versuche der langsamen Modernisierung, die er in Zusammenarbeit mit dem französischen Diplomaten Léon Roches erarbeitete, fanden bei den streitenden Parteien keine Mehrheit.[1] Er dankte schließlich am 9. November 1867 unter dem Druck der Reformer ab, die anstelle des Shōgunats (Bakufu) eine nominelle Restauration der Kaiserherrschaft mit gleichzeitiger Modernisierung des Landes anstrebten. Er trat jedoch nur vom Amt zurück, nicht von seinen tatsächlichen Machtbefugnissen.

Er ging daraufhin von Kyōto nach Ōsaka, musste aber miterleben, wie einflussreiche Daimyō am Hof des Tennō sich dafür einsetzten, ihn vollständig zu entmachten und seinen Besitz zu pfänden. Er protestierte formal beim Tennō gegen diese Maßnahmen. Der Tennō erklärte sich daraufhin wieder selbst in den Besitz der alten Herrschaftsrechte, so dass es zum folgenden Boshin-Krieg kam, in dem Tokugawa Yoshinobu versuchte, die Hauptstadt Kyōto anzugreifen und den Tennō in seine Gewalt zu bringen. Dabei wurden seine zahlenmäßig dreifach überlegenen, gut von französischen Militärexperten (darunter auch Jules Brunet) ausgebildeten, aber ziemlich schlecht ausgerüsteten Truppen bei der Schlacht von Toba-Fushimi vom 27. bis 31. Januar 1868 vernichtend geschlagen und er musste nach Edo fliehen. Als die kaiserlichen Truppen vor der Stadt erschienen, erfolgte die Kapitulation seinerseits am 11. April 1868 im Schloss von Edo. Er adoptierte vorher mit Tokugawa Iesato ein junges Familienmitglied, das daraufhin neues Familienoberhaupt wurde.[1]

Er mischte sich seit diesem Zeitpunkt nicht mehr in das politische Geschehen Japans ein und lebte in der Präfektur Shizuoka zurückgezogen.[2] Dort ging er seinen privaten Studien nach, betrieb die Ölmalerei, frönte seiner Jagdleidenschaft und befasste sich intensiv mit der aufkommenden Fotografie.[3] An den Errungenschaften der modernen Welt hatte er großes Interesse gezeigt. So liebte er das Radfahren und kaufte sich ein Automobil.[4]

1897 siedelte er nach Tokio um[5] und im Jahr 1902 wurde ihm vom Tennō Meiji der Titel eines Fürsten (Kōshaku) verliehen, als einzigen Träger dieses Titels ohne Rücksicht auf die Höhe seines Reiseinkommens.[6] 1908 erhielt er vom Tennō den Orden der Aufgehenden Sonne.

Tokugawa Yoshinobu starb im Alter von 76 Jahren und ist auf dem Yanaka-Friedhof in Tokio beigesetzt worden.

Seine neunte Tochter Tokugawa Tsuneko heiratete am 9. Januar den kaiserlichen Prinzen Fushimi Hiroyasu einen Cousin des späteren Tennō Hirohito.

2010 wurden überraschenderweise handschriftliche Dokumente von ihm aus dem Jahre 1912 gefunden, die der Enkel seines letzten Leibarztes bei sich aufbewahrt hatte.[2]

Weblinks

 Commons: Tokugawa Yoshinobu  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 [1] "SamuraiWiki"
  2. 2,0 2,1 [2] "Asienspiegel, 11. Januar 2010
  3. [3] "Find agrave"
  4. [4] "Livejournal.com"
  5. [5] "Portraits of modern Japanese Historical Figures"
  6. [6] "National Museum of Japanese History"


Kategorien: Shogun | Tokugawa | Gestorben 1913 | Geboren 1837 | Träger des Ordens der Aufgehenden Sonne | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Tokugawa Yoshinobu (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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