Todesanzeige - LinkFang.de





Todesanzeige


Eine Todesanzeige (Traueranzeige) ist die öffentliche Bekanntmachung eines Todesfalls. Darin wird in der Regel das Datum und der Ort der kirchlichen oder weltlichen Trauerfeier angegeben. Meist zeigen Privatpersonen den Tod eines Verwandten an; daneben gibt es Anzeigen, die den Tod eines Mitarbeiters oder Unternehmers bekanntgeben und den Verstorbenen posthum würdigen, auch Vereine veröffentlichen mitunter Anzeigen für verdiente Mitglieder. Daher kommt es häufig vor, dass für eine Person mehrere Todesanzeigen veröffentlicht werden. Die Bekanntgabe eines Todesfalls geschieht oft per Inserat in einer oder mehreren Zeitungen und an einzelne Adressaten durch einen gedruckten Trauerbrief oder eine Trauerkarte. Einige Tage oder Wochen danach folgt oft eine Danksagung. Die Todesanzeige wird in der Regel im Beratungsgespräch mit dem Bestatter gestaltet. Sie kann auch direkt in der Anzeigenaufnahme einer Zeitung in Auftrag gegeben werden.

Allgemeines

Traueranzeigen in Zeitungen stehen unter der Rubrik Familienanzeigen (Tod, Geburt, Verlobung, Hochzeit, Jubiläum). Die Todesanzeige ist meist rechteckig und schwarz umrahmt. Ihre Größe reicht von sehr kleinen Formaten bis zu ganzseitigen Anzeigen; gelegentlich werden Todesanzeigen auch ins Internet gestellt. Nach deutschen Gewohnheiten können solche Zeitungsinserate groß sein (z.B. 1/4 einer Zeitungsseite); in vielen anderen Ländern gilt das als unüblich. Die Anzeige enthält meist folgende Angaben:

  • Vor- und Nachname (und Geburtsname) des Verstorbenen, gelegentlich auch Nenn- bzw. Spitzname
  • Geburts-, Todes- und Bestattungsdatum
  • Geburts- und Sterbeort
  • die Namen der Hinterbliebenen (Angehörige, auch Freunde, Kollegen, Nachbarn, Angestellte, Partner)
  • Bemerkungen zur Persönlichkeit, zum Beruf, zur Laufbahn und zu Eigenschaften des/der Verstorbenen
  • eventuell Dank an Pflegekräfte und Mediziner
  • eventuell ein religiöses oder weltanschauliches Symbol
  • eventuell einen Trauerspruch
  • eventuell Bemerkungen zur Leidenszeit und/oder zur Todesursache
  • nähere Angaben zur Trauerfeier, z.B. die Adresse, zu Spenden, zur Trauerkleidung und zum Kondolieren (z.B. die Bitte, am offenen Grab kein Beileid zu bekunden). Bei Verstorbenen katholischen Glaubens wird oft auch auf den Rosenkranz, die Seelenmesse und das Sechswochenamt hingewiesen.

Zunehmend wird ein Porträtfoto des Verstorbenen zum Text gestellt. Todesanzeigen finden sich auch in neuen Formen des Trauerns und Gedenkens (siehe Virtueller Friedhof und Gedenkseite).

Geschichte

Bis in die Frühe Neuzeit war das Sterben eine öffentliche Angelegenheit, bei der die Anzahl der während des Sterbens eines Menschen anwesenden Personen dessen Rang und Bedeutung unterstrich.[1] Die Verbreitung der Todesnachricht erfolgte allgemein per Kanzelabkündigung und individuell durch den Leichenbitter. Die Totenklage und andere Trauerbräuche u. a. Totengeläut, Aufbahrung, Trauerkleidung und Trauermarsch sollten den Toten ehren. Die Tradition der öffentlichen Plakatierung auf Sterbezetteln hat sich in einigen Regionen Europas bis heute erhalten.

Mit dem Aufkommmen von Zeitungen etablierte sich die zunächst in sehr schlichter Form aufgemachte Kleinanzeige, die im Lauf der Zeit eine Wandlung bis zur relativ fest etablierten Form der Gegenwart erfuhr. Die erste Todesanzeige lässt sich 1753 in Ulm nachweisen.[2] Im 19. Jahrhundert machten eigenständige Zeitungsrubriken unter dem Titel „Verstorbene“ die aktuelle Totenliste bekannt. Solche reinen Listen, die meist nur den Namen und die Lebensdaten (oft in Verbindung mit der letzten Wohnadresse) der verstorbenen Person nennen, sind als amtliche Veröffentlichungen der Standesämter in manchen Städten und Gemeinden noch heute üblich.

Siehe auch

Literatur

  • Klaus Dirschauer: Der totgeschwiegene Tod. Theologische Aspekte der kirchlichen Bestattung. Schünemann Verlag, Bremen 1973, ISBN 3-7961-3040-2, S. 22–48.
  • Stella Baum: Plötzlich und unerwartet. Erb Verlag, Düsseldorf 1983, ISBN 3884580108
  • Karl-Wilhelm Grümer und Robert Helmrich: Die Todesanzeige. Viel gelesen, jedoch wenig bekannt: Deskription eines wenig erschlossenen Forschungsmaterials . In: Historical Social Research, Vol. 19 (1994), No. 1 (= No. 69), S. 60-108.
  • Matthias Nöllke und Christian Sprang: Aus die Maus. Ungewöhnliche Todesanzeigen. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2009, ISBN 978-3-462-04157-6
  • Matthias Nöllke und Christian Sprang: Wir sind unfassbar. Neue ungewöhnliche Todesanzeigen. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2010, ISBN 978-3-46204-249-8
  • Klaus Dirschauer: Die Ursprünge der Todesanzeige. In: bestattungskultur. Ein Magazin des Bundesverbandes Deutscher Bestatter e. V.. 64. Jg. 2012, Heft 10, S. 10–12.
  • Klaus Dirschauer: Die Todesanzeige. Eine posthume Lebesanzeige. In: bestattungskultur. Ein Magazin des Bundesverbandes Deutscher Bestatter e. V.. 64. Jg. 2012, Heft 10, S.30–32.
  • Christian Sprang und Matthias Nöllke: Ich mach mich vom Acker. Allerneueste ungewöhnliche Todesanzeigen. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2013, ISBN 978-3-46204-549-9
  • Klaus Dirschauer: Warte nur, balde ruhest du auch ... Literaturzitate auf Todesanzeigen. In: bestattungskultur. Das Magazin des Bundesverbandes Deutscher Bestatter. 65. Jg. 1/2014, S. 16-18.

Weblinks

 Commons: Todesanzeige  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. www.psych.uni-mainz.de: pdf
  2. Grümer, Helmrich, 68

Kategorien: Schriftliche Kommunikation | Trauer | Werk (Gedenken) | Totenkult

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Todesanzeige (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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