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Titularprofessor


Ein Titularprofessor ist berechtigt, den Titel Professor zu führen, ohne dass damit jedoch irgendwelche weiteren Rechte verbunden wären. Was genau unter einem Titularprofessor verstanden wird, ist in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland sehr unterschiedlich.

Situation in Deutschland

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In Deutschland üblich ist die Bezeichnung Honorarprofessor. Mit dem Begriff Titularprofessor in diesem Zusammenhang ist gemeint, dass der betreffenden Person die Ehre des Professorentitels zuteil wird, ohne Inhaber der Dienststellung oder der vollen Funktion eines (ordentlichen/außerordentlichen) Professors zu sein.

Situation in der Schweiz

In der Schweiz, wo dieser Titel noch gebräuchlich und verbreitet ist, handelt es sich bei der Bezeichnung Titularprofessor um einen Ehrentitel "Adjunct Professor", der von der universitären Fakultät verliehen wird für ausserordentlich qualifizierte, international anerkannte Leistung in der universitären Forschung, inklusive Betreuung von erfolgreichen Doktorarbeiten, sowie einer erfolgreichen universitären Lehrtätigkeit und auch einer signifikanten Drittmittelbeschaffung (soft-money), um die eigene Forschungsgruppe zu finanzieren. In den meisten Fällen, z.B. and der ETH Zürich, ist für die Verleihung einer Titularprofessur in der Regel eine vorgängig eingereichte Habilitations-Schrift mit "Venia Legendi" erforderlich, die von der Fakultät und dem Universitäts-Rektorat als hoch-qualifiziertes wissenschaftliches Werk offiziell anerkannt worden ist. Mit dem Titularprofessoren Titel ist allerdings kein Anspruch auf einen Lehrstuhl verbunden. In der Regel ist damit aber eine Lehrverpflichtung von mindestens zwei bis vier Semesterwochenstunden und zusätzlich in vielen Fällen besonders in den experimentellen Fächern das Erteilen von Grundlagenpraktika verbunden. Zwischen den Kantonen bestehen einzelne Unterschiede zwischen den Kantonen, z.B. was das Weiterführen des Titels nach dem Ausscheiden aus der Universität betrifft. Die Inhaber können Lehrbeauftragte von innerhalb oder ausserhalb der Universität sein. Lehrbeauftragte von innerhalb der Universität werden grundsätzlich weiter entsprechend der bisherigen Anstellung bezahlt, bei Lehrbeauftragten von ausserhalb erwartet man grundsätzlich, dass die Lehrverpflichtungen kostenlos angeboten werden – allenfalls eine Aufwandspauschale für Reisekosten etc. gezahlt wird. Die "Amortisierung" soll hier über das Führen des Titels im jeweiligen Berufsumfeld erfolgen.

Situation in Österreich

In Österreich ist die Bezeichnung Titularprofessor für Personen gebräuchlich, welchen vom Bundespräsidenten der Berufstitel Universitätsprofessor verliehen wurde. Seltener werden mit der Bezeichnung Titularprofessor auch Personen gemeint, welchen vom Bundespräsidenten der Berufstitel Professor verliehen wurde.

Wie bei allen Berufstiteln ist mit dem Titel kein weiteres Recht verbunden, außer dem Recht, den Titel zu führen und mit diesem in amtlichen Verlautbarungen benannt zu werden. Insbesondere bezieht sich der vom Bundespräsidenten verliehene Titel nie auf eine bestimmte Hochschule oder Universität.

Wird dieser Berufstitel an Beamte verliehen, so kann es sein, dass der Amtstitel des Beamten und ein vom Bundespräsident verliehener Berufstitel zusammentreffen. In der Praxis wird der Berufstitel manchmal durch ein vorangestelltes tit. von einem Amtstitel unterschieden. So ist beispielsweise in Ao. Univ.-Prof. tit. Univ.-Prof. Mag. Dr. Max Mustermann Ao. Univ.-Prof. der Amtstitel des Beamten und der durch ein vorangestelltes tit. gekennzeichnete Univ.-Prof. der vom Bundespräsidenten verliehene Berufstitel.

Früher existierte neben den Berufstiteln Universitätsprofessor und Professor auch der Berufstitel Außerordentlicher Universitätsprofessor, letzterer wird jedoch seit 1992 nicht mehr neu verliehen.

Zu unterscheiden ist der Berufstitel von der Honorarprofessur. Diese wurde nicht vom Bundespräsidenten, sondern von einer einzelnen Hochschule verliehen und war in Österreich früher bundeseinheitlich gesetzlich geregelt, zuletzt in § 26 Universitäts-Organisationsgesetz 1993 (UOG 1993), welcher mit Ablauf des 31. Dezember 2003 außer Kraft trat. Das seit 1. Jänner 2004 voll wirksame Universitätsgesetz 2002 sieht hier keine Regelung mehr vor, daher steht es nun den Universitäten frei, ob, unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Rechtsfolgen sie den Titel Honorarprofessor verleihen.

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Kategorien: Titel | Hochschulsystem

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