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Tiryns


Archäologische Stätte
Tiryns
*
UNESCO-Welterbe

Plan der Burg von Tiryns
Staatsgebiet: Griechenland Griechenland
Typ: Kultur
Kriterien: i, ii, iii, iv, vi
Referenz-Nr.: 941
Region: ª Europa
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 1999  (Sitzung 23)

* Der Name ist auf der Welterbe-Liste aufgeführt.
ª Die Region ist von der UNESCO klassifiziert.

Tiryns (altgriechisch Τίρυνς, neugriechisch Τίρυνθα Tíryntha (f. sg.) ) ist eine antike Stadt auf der Peloponnes ca. 7 km südöstlich von Argos am Argolischen Golf. Die Stadt erstreckte sich auf einem bis zu 30 Meter hohen Kalkfelsen, der ca. 300 Meter lang und 40–100 Meter breit ist. Ursprünglich verlief die Küste näher an diesem Hügel vorbei. Der Ort war ab dem Neolithikum (Jungsteinzeit) besiedelt. Vom dritten Jahrtausend v. Chr. an gehörte Tiryns zu den wichtigsten Zentren des bronzezeitlichen Europas.

In der Sage

Tiryns wurde der Sage nach von Proitos gegründet. Dieser ließ von Kyklopen aus Lykien die Befestigungsmauer von Tiryns bauen.[1] Der griechische Held Perseus soll über die Stadt geherrscht haben. Gleichfalls hier soll Herakles dem König Eurystheus von Tiryns gedient haben, wobei er seine zwölf Heldentaten vollbrachte. Siehe auch: Liste der Könige von Tiryns.

Ausgrabung

Zwischen 1876 und 1885 wurden von dem deutschen Archäologen Heinrich Schliemann Ausgrabungen durchgeführt. Dabei konnte er auf dem höchsten Teil des Felsens die sogenannte Oberburg, einen mykenischen Palast, freilegen. Die späteren Grabungen unter der Leitung von Wilhelm Dörpfeld, Kurt Müller und Georg Karo, die in den Jahren zwischen 1905 und 1929 durchgeführt wurden, gaben weitere Rückschlüsse auf die einstmals hervorragende Bedeutung der Stadt in prähistorischer Zeit. Seit 1976 wird Tiryns wieder systematisch von deutschen Archäologen erforscht, bis 1986 unter der Leitung von Klaus Kilian, später unter der Leitung anderer Forscher der Universität Heidelberg und des Deutschen Archäologischen Instituts. Derzeit leitet Joseph Maran die Forschungsprojekte in Tiryns.

Die Burg

Der langgestreckte Siedlungshügel ist durch Gefälle und natürliche Gegebenheiten in drei Abschnitte unterteilt: Oberburg, Mittelburg und Unterburg. Dass sich dort bereits in der Frühen Bronzezeit (Frühhelladikum) eine bedeutende Siedlung befunden hat, beweisen die Reste eines imposanten Rundbaus auf der Oberburg, um den herum weitere Bebauung aus jener Zeit festgestellt wurde. Die Funde datieren in das Frühhelladikum II, ca. 2500–2200 v. Chr. Auch im Frühhelladikum III (FH III) und dem folgenden Mittelhelladikum scheint Tiryns besiedelt gewesen zu sein.

In der späthelladischen (mykenischen) Periode (ca. 1600–1050 v. Chr.) zählte Tiryns wie Mykene, Theben, Pylos und Knossós zu den wichtigsten Zentren der kretisch-mykenischen Kultur. Damals gab es auch eine ausgedehnte Unterstadt, die den Siedlungshügel umgab. Vom ehemaligen Glanz der Stadt zeugen die sehr gut erhaltene Ruine einer königlichen Residenz auf der Oberburg, deren Wände mit kostbaren Fresken verziert waren, und die Überbleibsel der in zyklopischer Bauweise (Zyklopenmauerwerk) errichteten Befestigungsmauern. Die Steine der Mauer waren bis zu drei Meter lang und einen Meter dick und ohne Mörtel aneinandergefügt. Die Mauer besitzt mehrere Bauphasen: Zunächst (spätestens ab dem 14. Jahrhundert v. Chr.) war nur die Oberburg geschützt. Gegen Mitte des 13. Jahrhunderts v. Chr. wurde die gesamte Mittel- und Unterburg mit einbezogen. Schließlich – gegen 1200 v. Chr. – wurden auch Zisternen integriert.

Trotz dieser unüberwindlich scheinenden Befestigungsanlagen wurde Tiryns Anfang des 12. Jahrhunderts v. Chr. (am Ende von SH III B2) durch eine Brandkatastrophe zerstört. Die Ausgräber nehmen als Ursache allerdings statt Feindeinwirkung eher ein schweres Erdbeben an, das auch an anderen Stellen der Argolis für diese Zeit nachgewiesen ist. Etwa zur gleichen Zeit wurde die Stadt südlich der Burg überschwemmt und unter einer Schlammschicht begraben. Es wird vermutet, dass durch das Erdbeben eine Schlammlawine ausgelöst wurde und der Bach, der südlich der Burg floss, anschwoll, über die Ufer trat und die Häuser überflutete. Aufgrund der Schlammablagerung änderte der Bach seinen Lauf und floss nun nördlich der Burg.

Die Schäden an der Mauer wurden in der Folge behoben und die Oberstadt wieder aufgebaut. Sogar der Palast auf der Oberburg wurde teilweise weitergenutzt. Ein neues Gebäude wurde in die Ruinen des alten Palastes hineingebaut und von führenden Adligen bewohnt. Die Unterstadt scheint nach der Katastrophe sogar noch systematisch ausgebaut worden zu sein. Dieser Befund steht in Widerspruch zu dem der teilweisen Entvölkerung in anderen mykenischen Zentren im 12. Jahrhundert v. Chr. Die Stadt außerhalb der Mauern wurde auf der Schlammschicht wieder errichtet. Um weitere Katastrophen zu verhindern, errichtete man 4 km westlich der Burg den Damm von Tiryns und leitete den Bach nach Süden um.[2]

Zur submykenischen und protogeometrischen Periode (1050–900 v. Chr.) ist nur noch vereinzelte Besiedlung auf der Unterburg und in der Stadt nachweisbar. Dieses Bild setzt sich auch zur geometrischen Periode fort.

Anhand früharchaischer Inschriften und aufgefundener Weihgaben kann für die archaische und klassische Zeit die Verehrung der Götter Zeus und Athena nachgewiesen werden.

Vereinzelte Besiedlung von Tiryns lässt sich auch noch weiter im Hellenismus, zur römischen Zeit bis hin zur byzantinischen Zeit (10.–14. Jahrhundert n. Chr.) nachweisen. Etwa 1 km östlich am westlichen Fuß des Profitis-Ilias-Hügels hat man ein Tholosgrab ausgegraben. Am östlichen Abhang des Hügels lag eine Nekropole mit mykenischen Kammergräbern.

Literatur

  • Heinrich Schliemann: Tiryns. F.A. Brockhaus, Leipzig 1886.
  • Kaiserlich Deutsches Archaeologisches Institut in Athen: Tiryns. Die Ergebnisse der Ausgrabungen des Instituts. 2 Bände, Athen 1912.
  • J. Maran: Tiryns. Mauern und Paläste für namenlose Herrscher. In: Archäologische Entdeckungen. Die Forschungen des deutschen Archäologischen Instituts im 20. Jahrhundert. 2000, S. 118 ff.
  • J. Maran: Das Megaron im Megaron. In: Archäologischer Anzeiger. 2000, Heft 1, S. 1 ff.
  • Alkestis Papadimitriou: Tiryns. Historischer und archäologischer Führer. Esperos, Athen 2001, ISBN 960-8103-01-0.
  • Pausanias: Reisen in Griechenland. Athen. Artemis & Winkler, Düsseldorf 2001, ISBN 3-7608-4088-4, Buch II 25.8–25.9.

Weblinks

 Commons: Tiryns  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Strabon: Geographie 8,6,11.
  2. Eberhard Zangger: Atlantis. Eine Legende wird entziffert. 1996, ISBN 3-86047-171-6, S. 118–127.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Tiryns (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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