Thyreostatikum - LinkFang.de





Thyreostatikum


Thyreostatika sind Medikamente, die die Schilddrüsenfunktion hemmen und gegen Überfunktionen der Schilddrüse eingesetzt werden.

Man unterscheidet Substanzen, die die Synthese der Schilddrüsenhormone hemmen (Iodisationshemmstoffe, Thiamide, etwa Carbimazol/Thiamazol (Wirkform), Propylthiouracil) und Substanzen, die den Jodtransport in die Schilddrüsenzelle hemmen (Iodinationshemmstoffe, etwa Perchlorat). Darüber hinaus haben hohe Dosen von Jod selbst über einen begrenzten Zeitraum einen hemmenden Effekt auf die Schilddrüsenfunktion (vgl. Wolff-Chaikoff-Effekt).

Indikationen

Thyreostatika kommen bei verschiedenen Formen der Hyperthyreose zum Einsatz:

  • Morbus Basedow: Autoimmunerkrankung, neigt zu spontanen Remissionen, aber auch Rezidiven. Die Behandlung mit Thiamazol wird über 12 bis 18 Monate durchgeführt und soll die Zeit bis zu einer eventuellen Remission überbrücken. Der Beginn der Therapie erfolgt mit einer hohen Initialdosis, die nach Einstellung einer euthyreoten Stoffwechsellage (nach circa 3 bis 6 Wochen) auf eine Erhaltungsdosis gesenkt wird. Die Substitution von Thyroxin (T4) kann die Stoffwechseleinstellung erleichtern. Die Rezidivquote wird mit bis zu 50 % angegeben, im Falle eines Rezidivs erfolgt die weitere Behandlung mittels Radiojodtherapie oder subtotaler/totaler Thyreoidektomie
  • Funktionelle Schilddrüsenautonomie: Areale mit nicht bedarfsgerechter, autonomer Sekretion von Schilddrüsenhormonen. Mit spontanen Remissionen ist – im Gegensatz zum Morbus Basedow – nicht zu rechnen, die thyreostatische Therapie zielt auf die Einstellung einer euthyreoten Stoffwechsellage zur Vorbereitung auf Radiojodtherapie/Operation ab.
  • Jodinduzierte Hyperthyreose: bei bestehender, latenter Autonomie kann eine einmalige Gabe hochdosierten Jods (z. B. im Rahmen einer Konstrastmittelgabe bei Röntgenuntersuchungen) zum klinischen Bild einer Hyperthyreose führen. Die Therapie ist unter Umständen langwierig und erfolgt mit einer Kombination von Thiamazol und Perchlorat. Eine Prophylaxe vor entsprechenden Untersuchungen ist mit diesen Substanzen möglich.

Unerwünschte Wirkungen der thyreostatischen Therapie

Masthilfsmittel

Thyreostatika wurden früher in der Tierproduktion als Masthilfsmittel eingesetzt.[1] Ihre Verwendung ist in den Staaten der EU verboten.[2]

Einzelnachweise

  1. Der Spiegel, 21. Juni 1971, Wenn sie nicht fressen, spritze ich sie selbst .
  2. Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES über „Masthilfsmittel“ , abgerufen am 1. Dezember 2015.

Literatur

Weblinks

Beachten Sie unsere <a href="/wiki/Gesundheitshinweise">Gesundheitshinweise</a>

Kategorien: Thyreostatikum

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Thyreostatikum (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.