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Thiersee


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen See siehe Thiersee (See)
Thiersee
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kufstein
Kfz-Kennzeichen: KU
Hauptort: Vorderthiersee
Fläche: 108,61 km²
 :
Höhe: 678 m ü. A.
Einwohner: 2.888 (1. Jän. 2016)
Postleitzahl: 6335
Vorwahl: 05376
Gemeindekennziffer: 7 05 27
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Vorderthiersee 44
6335 Thiersee
Website: www.thiersee.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Hannes Juffinger (ÖVP)
Gemeinderat: (2016)
(15 Mitglieder)
3 Bürgermeister-Liste Thiersee - BLT, 4 Liste Landl - LL, 2 Gemeinsame Hinterthierseer Liste - GHL, 3 Liste-Thiersee-Mitterland - LTM, 2 Projekt Impuls Thiersee - PIT, Freiheitliche Thierseer Liste-FPÖ - FPÖ
Lage der Gemeinde Thiersee im Bezirk Kufstein
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Thiersee ist eine Gemeinde mit 2888 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ) im Bezirk Kufstein in Tirol, Österreich. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Kufstein.

Geografie

Das Gemeindegebiet von Thiersee südöstlich des Ursprungpasses am gleichnamigen Thiersee erstreckt sich im Thierseetal und grenzt unmittelbar an den Freistaat Bayern.

Flächenmäßig ist Thiersee die zweitgrößte Gemeinde im Bezirk Kufstein und damit sogar größer als das Stadtgebiet von Innsbruck. Der höchste Punkt im Gemeindegebiet ist der Gipfel des Hinteren Sonnwendjochs mit 1986 m ü. A. , der niedrigste Punkt liegt 616 m ü. A. hoch. 10,36 km² der Gemeindefläche werden landwirtschaftlich genutzt, 15,42 km² sind Almen und 76,16 km² Wälder.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sechs Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Almen (2)
  • Hinterthiersee (493)
  • Landl (471)
  • Mitterland (498)
  • Schmiedtal (193)
  • Vorderthiersee (1194)

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Thiersee.

Nachbargemeinden

Geschichte

Thiersee wurde erstmals im Jahr 1224 schriftlich erwähnt und gehörte bis 1504 zu Bayern. Im Spanischen Erbfolgekrieg wurde der Ort zwischen 1702 und 1704 mehrmals durch Plünderung und Brandschatzung schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts war Thiersee eine bäuerliche und verkehrstechnisch nicht erschlossene Gemeinde. Eine Fahrstraße von Kufstein nach Thiersee wurde erst während des Ersten Weltkrieges gebaut. In den folgenden Jahrzehnten setzte dann auch in Thiersee eine erhebliche Bautätigkeit mit der Tendenz zur Zersiedelung ein.

Passionsspiele

1799 gelobten die Thierseer, um von ihrem Tal die Kriegsnot abzuhalten, dreimal jährlich in der Fastenzeit das Leiden und Sterben des Heilands vor der Margarethen-Kirche aufzuführen. Noch im selben Jahr wurde das erste Spielhaus errichtet. Immer wieder verboten Behörden das Spiel, dennoch hielten die Thierseer treu am Gelübde fest. 1926 wurde ein neues Spielhaus errichtet, das 1000 Besuchern Platz bietet. Heute finden die Passionsspiele im 6-Jahres-Rhythmus statt. Die Thierseer fassen ihr Spiel nicht als Brauchtumspflege auf, sondern als lebendiges Bekenntnis zum christlichen Glauben.

1999 konnte das 200-Jahr-Jubiläum der Passionsspiele gefeiert werden. Dazu wurden beim Passionsspielhaus zwei Nebengebäude dazugebaut und der Vorplatz neu gestaltet.

Thierseer Filmgeschichte

Hauptartikel: Filmgeschichte Thiersee

Thiersee war von 1946 bis 1952 das Zentrum der österreichischen Filmproduktion. Insgesamt 18 Spielfilme wurden im genannten Zeitraum im Filmatelier produziert. Die zweite österreichische Nachkriegsproduktion „Wintermelodie“ von Produzent und Regisseur Eduard Wieser feierte am 14. August 1947 Premiere in Wien. Zu den in Thiersee gedrehten Filme gehören auch „Das doppelte Lottchen“, „Eroica“, „Blaubart“, "Der Weibsteufel" und „Maria Chapdelaine“. Französische, englische, deutsche, österreichische und schweizerische Produktionsfirmen waren an den verschiedenen Filmen beteiligt. Stars wie Oskar Werner, Curd Jürgens, Attila Hörbiger, Paula Wessely, Hilde Krahl, Brigitte Horney oder Hans Albers standen in Thiersee vor der Kamera. Mitte 1952 wurde das Filmatelier in Thiersee von der ÖFA (Wienfilm) zugunsten ihrer Wiener Studios aufgegeben. Das Thierseer Atelier ist bis heute das einzige standortgebundene Filmatelier Tirols.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Thiersee

  • Pfarrkirchen von Landl, Vorder- und Hinterthiersee
  • Passionsspielhaus (Europäisches Kulturdenkmal)
  • Sieberer Denkmal in Landl
  • Wachtl-Express - Schmalspurbahn von Kiefersfelden nach Wachtl

Veranstaltungen

In Thiersee finden insbesondere im Sommer regelmäßig Feste und Veranstaltungen der Ortsvereine statt. Die nächsten Thierseer Passionsspiele finden im Jahre 2016 statt.

Im September 2012 fand die Veranstaltungsreihe „SiXPACK & Friends goes Musical 2012“ im Festspielhaus Thiersee statt. Das Besondere an der erfolgreichen Produktion war unter anderem auch die Tatsache, dass alle Mitwirkenden, 22 Darsteller, 18 Musiker und 20 Techniker aus dem Ort Thiersee stammen.

Sportvereine

  • SV Thiersee
  • SC Hinterthiersee

Wirtschaft

Thiersee ist vor allem durch die Land- und Forstwirtschaft, sowie den Tourismus geprägt. Touristisch stehen dabei der Badesee und das umliegende Naherholungs- und Ausflugsgebiet sowie die Passionsspiele im Vordergrund. Viele Thierseer pendeln nach Kufstein und generell ins Inntal aus. Einer der ältesten Betriebe in Thiersee ist die Aduis GmbH[2], die 1962 als Tischlerei gegründet wurde und heute als Versandunternehmen im Bereich Bastelbedarf tätig ist.

Die Gemeinde ist Mitglied des Tourismusverbandes Kufsteinerland.

Wappen

Auf dem 1973 der Gemeinde verliehenen Wappen weisen zwei Lanzen auf das Passionsspiel hin.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Otto von Habsburg (Kaisersohn)
  • Prof. Helmut Wlasak (Kammerschauspieler)
  • Johann Paukner

Weitere Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Thiersee  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Aduis

Kategorien: Ort im Bezirk Kufstein | Thiersee | Gemeinde in Tirol

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Thiersee (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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