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Theorie mittlerer Reichweite


Theorien mittlerer Reichweite (engl. middle range theory) ist ein von Robert K. Merton im Jahr 1962 eingebrachter Begriff für Theorien, die in der Soziologie bevorzugt angestrebt werden sollten. Merton benutzt den Begriff, um das Abstraktionsniveau einer Theorie zu beschreiben. Theorien mittlerer Reichweite stehen für ihn im Kontrast zu Haupttheorien (Totaltheorie, Allaussage, Universaltheorie, "grand theories" oder "comprehensive social theories") und Mikrotheorien. Haupttheorien in diesem Sinne sind umfassende und kohärente Theoriegebäude.

Merton fordert, nicht 'endlos weit reichende' Theorien nach dem Muster der klassischen Naturwissenschaften anzustreben, und auch nicht Theorien, die 'für alle Gesellschaften' gültig seien. Dagegen spricht nach Merton

  • (a), dass man zwar manche Gesellschaften über lange Zeiträume hinweg theoretisch und empirisch fruchtbar untersuchen kann, aber eben nicht immer, und
  • (b), dass einen die Mechanismen der self-fulfilling und der self-destroying prophecy daran hindern (vgl. seine Selbsterfüllende Prophezeiung). Damit grenzt sich Merton in den USA z. B. von den hohen Ansprüchen eines Talcott Parsons in Gestalt seines Strukturfunktionalismus ab.

Man solle, wenn man dieses anspruchsvolle Programm 'ewig' gültiger Theorien nicht erfüllen kann, auch nicht ins andere Extrem verfallen, nur noch soziale Fakten zu erheben und von Fall zu Fall social problems zu erörtern. Damit grenzt sich Merton von der sehr auf Anwendung bedachten und die 'Theorie' praktisch verachtenden soziologischen Ausbildungspraxis der Hochschulen seines Landes ab (siehe auch: Radikaler Empirismus).

Theorien mittlerer Reichweite

Musterbeispiele von erkenntnisförderlichen „Theorien mittlerer Reichweite“ könnten

Theorien über:

Literatur

  • R. K. Merton: Social Theory and Social Structure. [1949] 1968 (dt. Soziologische Theorie und soziale Struktur. 1995)

Siehe auch


Kategorien: Soziologische Theorie | Wissenschaftstheorie

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