Theo Adam - LinkFang.de





Theo Adam


Theo Adam (* 1. August 1926 in Dresden) ist ein deutscher Opernsänger (Bassbariton) und -regisseur.

Leben und Schaffen

Theo Adam war von 1937 bis 1944 Mitglied des Dresdner Kreuzchores und erhielt dort seine erste musikalische Ausbildung. Nach dem Abitur wurde er Soldat der Wehrmacht und geriet in Kriegsgefangenschaft. Von 1946 bis 1949 war er Neulehrer in Dresden, nahm privaten Gesangsunterricht bei Rudolf Dittrich und erhielt 1949 ein Engagement an der Staatsoper Dresden. Er debütierte mit dem Eremiten aus Carl Maria von Webers Oper Der Freischütz. Bereits 1952 sang er erstmals bei den Bayreuther Festspielen. Bis 1980 gastierte er regelmäßig in Bayreuth und sang alle Wagner-Partien seines Fachs.

1953 wurde Adam Ensemble-Mitglied der Berliner Staatsoper. Seit 1954 hatte er ständige Gastverträge an der Städtischen Oper Frankfurt am Main, der Wiener Staatsoper und der Londoner Covent Garden Opera[1], wo er 1967 erstmals Wotan in Wagners Ring des Nibelungen sang. 1955 wurde er zum Kammersänger ernannt. 1963 debütierte er mit der Partie des Hans Sachs in den Meistersingern von Nürnberg an der Metropolitan Opera New York. 1969 sang er erstmals Ochs auf Lerchenau in Richard Strauss' Rosenkavalier. Von 1981 bis 1999 wirkte er bei den Salzburger Festspielen. Der Bassbariton erreichte Weltgeltung vor allem mit Opern-Partien von Wagner und Strauss, als Interpret von Liedern von Brahms, Schubert, Richard Strauss und Wolf sowie als Oratoriensänger. Weit über 100 Partien hat Adam im Laufe seiner Karriere erarbeitet. Insbesondere seine Interpretation des Wotan im Ring des Nibelungen hat Maßstäbe gesetzt.

Neben der Erarbeitung klassischer Partien seines Fachs engagierte er sich auch für die Moderne: er sang u.a. Wozzeck in der gleichnamigen Oper von Alban Berg, Doktor Schön in Bergs Lulu, Cadmos in Hans Werner Henzes Bassariden sowie die Titelrollen in Paul Dessaus „Einstein“ und Ernst Kreneks „Karl V.“.[2] 1981 gestaltete er die Titelpartie in der Uraufführung von Friedrich Cerhas Baal mit den Wiener Philharmonikern unter Christoph von Dohnányi.[3]

Seit 1972 trat Theo Adam auch als Opernregisseur in Erscheinung. Er inszenierte an der Berliner Staatsoper Unter den Linden, an der Staatsoper München und an der Dresdner Semperoper Werke von Wagner, Mozart, Tschaikowski und Strauss. Ab 1977 hatte Adam eine eigene Sendung im Fernsehen der DDR: Theo Adam lädt ein.[4]

Theo Adam erhielt für sein Schaffen zahlreiche Auszeichnungen und Würdigungen. 1977 wurde ihm die Große Goldmedaille des Cercle Nationale Richard Wagner verliehen. Von 1978 bis 1991 war er Mitglied der Akademie der Künste der Deutschen Demokratischen Republik (ab 1990 Akademie der Künste zu Berlin). 1979 wurde er Honorarprofessor an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden.

Adam gehörte ab 1982 dem Musikrat der DDR an und war zudem Präsident des Kuratoriums der Staatsoper Dresden. Für sein Wirken wurde er mit dem Nationalpreis der DDR (1969), mit der Johannes-R.-Becher-Medaille (1979), mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Gold (1984) und dem Großen Stern der Völkerfreundschaft (1989) ausgezeichnet. 1990 wurde Adam Ehrenmitglied des Deutschen Musikrates und 1994 Ehrenmitglied der Semperoper in Dresden. 1995 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Im Jahre 2000 wurde er auf Vorschlag von Hans Pischner als Ehrenmitglied der Internationalen Gesellschaft zur Förderung junger Bühnenkünstler „BühnenReif“ (ISSA) in Berlin, der heutigen „Europäischen Kulturwerkstatt“ (EKW), berufen.

Am 30. November 2006 nahm Theo Adam mit der Partie des Eremiten in Webers Freischütz - derselben, mit der er 1949 an diesem Haus debütiert hatte - in der Semperoper Abschied von seiner Sängerkarriere.[5]

Theo Adam lebt in Dresden-Loschwitz, ist verheiratet und hat drei Kinder (Zwillinge und einen weiteren Sohn).

Theater

Diskografie (Auswahl)

Theo-Adam-Preis

Seit dem 70. Geburtstag Theo Adams 1996 verleiht die Stiftung zur Förderung der Semperoper in Dresden in unregelmäßiger Folge an hervorragende Sänger und Sängerinnen den Theo-Adam-Preis.[6] Damit wurden bisher unter anderen Hans-Joachim Ketelsen (1996), Helga Thiede (1999) und Johann Tilli (2002) ausgezeichnet.

Schriften

  • Seht, hier ist Tinte, Feder, Papier. Aus der Werkstatt eines Sängers. Henschelverlag, Berlin 1980.
  • Die hundertste Rolle oder: Ich mache einen neuen Adam. Henschelverlag, Berlin 1986, ISBN 3-362-00009-6.
  • Ein Sängerleben in Begegnungen und Verwandlungen.Henschelverlag, Berlin 1996, ISBN 3-89487-250-0.
  • „Sprüche in der Oper“. Erlebt und gesammelt während 50 Sängerjahren in aller Welt. Parthas Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-932529-66-9.
  • Vom Sachs zum Ochs. Meine Festspieljahre. Parthas Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-932529-34-0.

Literatur

Weblinks

 Commons: Theo Adam  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Biographisches Handbuch der SBZ/DDR. Hrsg. von Gabriele Baumgartner und Dieter Hebig. Walter de Gruyter 1996, ISBN 9783111699134, S. 3.
  2. http://www.welt.de/print-welt/article232738/Theo-Adam-zum-80.html , abgerufen am 11. Februar 2016.
  3. http://www.universaledition.com/Baal-Friedrich-Cerha/komponisten-und-werke/komponist/130/werk/1251 , abgerufen am 11. Februar 2016.
  4. http://www.klassik-heute.com/4daction/www_interpret_bio?id=75 , abgerufen am 12. Februar 2016.
  5. http://www.mz-web.de/kultur/musiktheater-theo-adam-hat-als-saenger-alles-erreicht,20642198,17470456.html , abgerufen am 11. Februar 2016
  6. dresden.de: Musik- und Tanzpreise. (Memento vom 5. November 2010 im Internet Archive) Abgerufen am 20. Februar 2014.


Kategorien: Hochschullehrer (HfM Dresden) | Darstellender Künstler (Dresden) | Träger des Goethepreises der Stadt Berlin | Träger der Johannes-R.-Becher-Medaille | Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste | Musiktheater (DDR) | Bayerischer Kammersänger | Ehrenmitglied der Semperoper | Träger des Nationalpreises der DDR I. Klasse für Kunst und Literatur | Bass-Bariton | Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Gold | Mitglied der Akademie der Künste (DDR) | Geboren 1926 | Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse | Träger des Sterns der Völkerfreundschaft | Opernsänger | Deutscher | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Theo Adam (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.