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Thüngersheim


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: WürzburgVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 169 m ü. NHN
Fläche: 11,06 km²
Einwohner: 2689 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 243 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97291
Vorwahl: 09364
Kfz-Kennzeichen: WÜ, OCH
Gemeindeschlüssel: 09 6 79 194
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Untere Hauptstraße 14
97291 Thüngersheim
Webpräsenz: www.thuengersheim.de
Bürgermeister: Markus Höfling (CSU/BB)
}

Thüngersheim ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Würzburg. Sie liegt am Main und wird stark durch den Weinbau geprägt. Mit mehr als 200 Hektar Rebfläche ist sie eine der größten Weinbaugemeinden in Franken.

Geographie

Geographische Lage

Die Lage im Regenschatten von Rhön und Spessart führt zu Niederschlägen von 550 bis 600 mm pro Jahr. Damit ist das mittlere Maintal eines der niederschlagärmsten Gebiete Deutschlands. Südöstlich von Thüngersheim liegt das Naturschutzgebiet Höhfeldplatte.

Nachbargemeinden

Thüngersheim grenzt im Norden an Retzbach, im Nordosten an Retzstadt, im Osten an Güntersleben, im Süden an Veitshöchheim im Nordwesten und Westen an Zellingen und Erlabrunn (mit dem Main als westliche Gemarkungsgrenze).

Name

Etymologie

Der Name Thüngersheim besteht aus dem Personennamen Tuninger und dem mittelhochdeutschen Wort heim.[2]

Frühere Schreibweisen

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[2]

  • 1098 Tuningersheim
  • 1127 Tunegersheim
  • 1144 Tunegeresheim
  • 1282 Tuenegersheim
  • 1303 Tunegersheim
  • 1342 Tuenegersheim
  • 1502 Thüngersheim

Geschichte

  • Entstehung des Ortes während der ersten fränkischen Siedlungsphase zwischen 530 und 700 n. Chr.
  • 1098: Thüngersheim wurde erstmals urkundlich erwähnt.
  • 1154: Die ersten Rebstöcke wurden angepflanzt.
  • 1614: Fertigstellung der Pfarrkirche St. Michael
  • 1803: Thüngersheim fiel mit dem Fürstbistum Würzburg an das Großherzogtum Ferdinands von Toskana.
  • 1814: Das Großherzogtum Würzburg (in dem Thüngersheim damals lag) fiel an Bayern.
  • 1870: Bau eines Bahnhofes mit Stellwerk. Der Weintransport verlagerte sich damit vom Main auf die Schiene.
  • 1930: Gründung der Winzergenossenschaft Thüngersheim durch 55 Winzer
  • 1933: Bau der Staustufe Erlabrunn
  • 1945: Am 16. März wurde der ausgelagerte Archivbestand der Gemeinde bei der Bombardierung Würzburgs zerstört.
  • 1966: Die Mehrheit der Winzer beschloss die Durchführung der Flurbereinigung (220 ha Rebfläche in drei Abschnitten).
  • 1998: 900 Jahre Thüngersheim[3]

Religion

Konfessionen

Thüngersheim ist eine überwiegend katholische Gemeinde (Pfarrkirche St. Michael). Seit 2003 besteht eine Pfarreigemeinschaft mit St. Maternus Güntersleben.

Kreuzbergwallfahrt

Ein herausragendes religiöses Ereignis ist die Thüngersheimer Kreuzbergwallfahrt, die einmal im Jahr, um das Fest Kreuzerhöhung (14. September) stattfindet. Sie führt zum heiligen Berg der Franken, dem Kreuzberg in der Rhön. Vermutlich geht sie auf ein Gelöbnis aus der Zeit der Pest zurück und ist bereits im frühen 18. Jahrhundert nachgewiesen. Heute wird sie von der wiedergegründeten Kreuzbruderschaft durchgeführt.

Einwohnerentwicklung

  • 1939: 1753
  • 1950: 2345
  • 1961: 2270
  • 1970: 2432
  • 1987: 2453
  • 1993: 2505
  • 1994: 2567
  • 1995: 2596
  • 1996: 2615 (1300 weiblich, 1315 männlich)

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder (ohne Ersten Bürgermeister). Davon gehören 4 den Freien Wählern 6 der CSU und 4 der SPD an.

Bürgermeister

Seit März 2008 (Kommunalwahl Bayern) ist Markus Höfling (CSU/Bürgerblock BB) der amtierende Bürgermeister.

Wappen

Das Wappen zeigt den Ortspatron St. Michael. Es wurde der Gemeinde von Julius Echter von Mespelbrunn im Jahre 1581 verliehen. Auf dem Brustpanzer ist das Wappen derer von Mespelbrunn zu sehen.

Partnergemeinden

Eine Partnerschaft besteht mit Saint-Aignan-de-Grand-Lieu, einer französischen Gemeinde im Département Loire-Atlantique.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Zu den Baudenkmälern der Gemeinde gehört unter anderen die Pfarrkirche St. Michael. Von den ehemals vier Torhäusern der Befestigungsanlage (Mauerring um den Altort) sind noch drei erhalten: das Würzburger Tor, das Retztstadter Tor und das Hirtentor.

Bibliotheken

Gemeindebibliothek im Alten Rathaus und Katholische Öffentliche Bücherei im Pfarrheim

Wirtschaft und Infrastruktur

Thüngersheim ist Sitz der 1930 gegründeten Winzergenossenschaft Thüngersheim eG. Mit über 200 Hektar Rebfläche ist Thüngersheim eine der größten Weinbaugemeinden Frankens.

Verkehr

Thüngersheim liegt an der Bundesstraße 27 und an der Bahnlinie Würzburg-Gemünden. Eine Mainlände dient als Schiffsanlegestelle für die Personenschifffahrt. Die Buslinie Würzburg-Karlstadt bzw. Würzburg-Retzstadt führt durch Thüngersheim

Gewerbebetriebe

Landwirtschaftliche Betriebe 1998: 98 (davon 65 Betriebe unter zwei Hektar (ha), 27 Betriebe 2 bis 20 ha und 2 Betriebe mehr als 30 ha) 18 Handwerksunternehmen mit 110 Beschäftigten (31. März 1995)

Bildung

Einzige Schule ist die Grundschule (bis zur vierten Klasse). Die Teilhauptschule besteht seit dem Schuljahr 2004/2005 nicht mehr.

Freizeiteinrichtungen

  • Freibad
  • Turnhalle
  • Sportgelände (Fußball, Tennisplätze, Tennishalle, Handballplatz, Skaterplatz)

Persönlichkeiten

Literatur

  • Johann Valentin Hart: Main, Wein, Thüngersheim. 1933.
  • Richard Glaab: Thüngersheim – Gegenwart und Vergangenheit einer mainfränkischen Winzergemeinde. Thüngersheim, Gde. (Hrsg.), 1982.
  • Adam Oechsner: Die Mundart von Thüngersheim. Würzburg, Univ., Diss., 1920.
  • August Zeyer: Schöa worsch – Der Thüngersheimer August Zeyer erzählt in Mundart und Prosa aus seinem Leben. Selbstverlag, Thüngersheim, 1989.
  • St. Michael Thüngersheim, Schnell Kunstführer Nr. 1565. Schnell und Steiner, München, 1986.
  • Christine Brandl: Vom Härwest bis Foosenocht
  • Wolfgang Kümper: Georg Sebastian Urlaub. Ein mainfränkischer Barockmaler. (Mainfränkische Hefte 89, 108 Seiten, 42 Abbildungen). Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e. V., Würzburg, 1989. Inhaltsangabe (Zeitschrift für bayrische Landesgeschichte)
  • Peter Rückert: Ravensburg und Falkenberg. Die Geschichte zweier Burgen in der Stauferzeit. Würzburg, Selbstverlag der Flurbereinigungsdirektion, 74 Seiten, 1992. Inhaltsangabe (Zeitschrift für bayrische Landesgeschichte)
  • Wolfgang Brückner: Die Wallfahrt zum Kreuzberg in der Rhön. Echter, Würzburg, 1997. Ein Buch über die Würzburger Kreuzbergwallfahrt, enthält aber auch einige Seiten über die Thüngersheimer Wallfahrt.
  • Gemeinde Thüngersheim (Hrsg.): Thüngersheim – Ein Winzerort in Mainfranken. Vorbereitende Untersuchungen zur Ortsanierung nach Baugesetzbuch, Bericht 1 (30. November 2000)

Weblinks

 Commons: Thüngersheim  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. 2,0 2,1 Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 222 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. 900 Jahre Thüngersheim. thuengersheim.de, abgerufen am 25. Januar 2014 (PDF; 83 KB).

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Thüngersheim (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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