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Teufen AR


AR ist das Kürzel für den Kanton Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Teufen zu vermeiden.
Teufen
Staat: Schweiz
Kanton: Appenzell Ausserrhoden AR
Bezirk: ehemaliger Bezirk Mittelland
BFS-Nr.: 3024
Postleitzahl: 9053
UN/LOCODE: CH TFN
Koordinaten:
Höhe: 833 m ü. M.
Fläche: 15,25 km²
Einwohner: 6112 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 401 Einw. pro km²
Website: www.teufen.ch

Teufen

Karte

Teufen ist eine politische Gemeinde im Mittelland des Kantons Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz. Teufen liegt durch eine Anhöhe getrennt unmittelbar südlich der Stadt St. Gallen.

Geschichte

Der Name Teufen erscheint erstmals auf einer Urkunde von 1272 Tiuffen (in der Tiefe). Vor 1300 zählte man in Teufen nur fünf Höfe.

1377 schlossen sich die Landleute von Appenzell, Urnäsch, Teufen und Gais mit Erlaubnis des Abtes dem Schwäbischen Städtebund an. Für Teufen, das noch kein Siegel hatte, siegelte der Ammann von Appenzell. Der Bär als Wappentier auf seinem Siegel ging auf allen vieren, wie er heute noch auf dem Teufner Gemeindewappen abgebildet ist.

Sehr früh fand die Reformation im Appenzellerland Eingang. Nach dem Landsgemeindebeschluss von 1525, wonach jede Kirchhöri (Gemeinde) selber entscheiden konnte, ob sie beim alten Glauben bleiben oder den neuen annehmen wolle, wurden in Teufen Altar und Bilder entfernt. Erst gegen Ende des Jahrhunderts verschärften sich die Glaubensgegensätze wieder, was schliesslich am 28. August 1597 zur Teilung des Landes führte.

Während der Helvetik war Teufen Hauptort des gleichnamigen Distrikts im Kanton Säntis. 1841 bot die Gemeinde das neue, stattliche Schulhaus am Dorfplatz dem Lande als Rathaus zum Geschenk an, wenn Teufen zum Kantonshauptort bestimmt werde. Die Landsgemeinde lehnte das Geschenk ab und erwarb in Trogen den Palast von Landammann Jakob Zellweger. Dafür erhielt Teufen einige Jahre später das kantonale Artilleriezeughaus, das heute der Gemeinde gehört.

Der wirtschaftliche Aufschwung von Teufen war der Leinen- und später der Baumwollweberei zu verdanken. 1779, während der Blütezeit der feinen Baumwollweberei (Mousseline), liess Teufen vom einheimischen Baumeister Hans Ulrich Grubenmann eine neue, grössere Kirche erstellen. Um 1820 konstruierte der Teufner Johann Conrad Altherr den ersten Plattstich-Webstuhl, mit dem man im gleichen Arbeitsgang weben und den Stoff mit stickereiartigen Mustern versehen konnte.

In den 1850er Jahren wurden die ersten Handstickmaschinen aufgestellt. Die Jahre 1880–1890 galten als die goldenen Jahre der Stickerei. In den Jahren danach erlebte die Textilindustrie eine schwere Krise, aus der sie sich nur kurzfristig wieder erholte, um dann nach dem Ersten Weltkrieg endgültig zusammenzubrechen. An die guten Zeiten der Stickerei erinnern in Teufen die stattlichen Geschäftshäuser im Eggli und die vielen Stickerhäuser entlang der Strassen.

Bevölkerung

Teufen profitiert, fast als eine der einzigen Ausserrhoder Gemeinden, von einer ständig steigenden Einwohnerzahl.[2]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1980 5027
2000 5535
2002 5610
2004 5627
2006 5717
2008 5766
2010 5763
2012 5997
2014 6127

Sehenswürdigkeiten

Bilder

Freizeit und Sport

Teufen verfügt über Freizeiteinrichtungen, wie zum Beispiel einer Sportanlage mit einem Fussballfeld und einer 400 m Laufbahn, sowie einem Freibad mit mehreren Schwimmbecken, die mit einer thermischen Solaranlage (Sonnenkollektor) beheizt werden. Ausserdem befindet sich ein Vitaparcours im Wald zwischen Teufen und Speicher. In Teufen ist zudem der Sitz der "Sportschule Appenzellerland" (Landhausstrasse 1a) mit Schul- und Sportangeboten an der Kantonschule Trogen und an den Sekundarschulen Teufen und Herisau.

Persönlichkeiten

Die aus Teufen stammende Baumeisterfamilie Grubenmann hat im 18. Jahrhundert in der ganzen Ostschweiz und im nahen Ausland sehr viele Kirchen und Brücken erbaut. Bekannt ist auch die Magd Barbara Grubenmann, durch deren Einfluss das im oberschwäbischen gelegene Dorf Rottenacker zum Zentrum des separatistischen Radikalpietismus in Württemberg zwischen 1803 und 1816 aufstieg.[3]

Weitere Persönlichkeiten

Vereine

Die Gemeinde Teufen hat eine Vielzahl von verschiedenen Vereinen. Der grösste Verein im Dorf ist der TVT (Turnverein Teufen). Er ist in verschiedene Kategorien unterteilt. Der zweitgrösste Verein ist der Fussballclub, der in der 3. Schweizer Liga spielt. Weitere Vereine sind der Cevi, die BESJ, der Blauring, die Pfadi, die Harmoniemusik, die Guggenmusik (Tüüfner Südwörscht), der Jodlerclub, der Samariterverein und der Männerchor.

Literatur

  • Eugen Steinmann: Teufen AR. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 268). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1980, ISBN 978-3-85782-268-1.
  • Eugen Steinmann: Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Ausserrhoden, Band 2: Der Bezirk Mittelland. (Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 97). Birkhäuser Verlag, Basel 1980, ISBN 3-7643-1174-6, S. 171–250.

Weblinks

 Commons: Teufen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 11. April 2016.
  2. Zahlen + Fakten teufen.ch, abgerufen am 3. Januar 2016
  3. Eberhard Fritz: Separatisten und Separatistinnen in Rottenacker. Eine örtliche Gruppe als Zentrum eines „Netzwerks“ im frühen 19. Jahrhundert. In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte 98/1998. S. 66-158. - Eberhard Fritz: Die Separatistin Barbara Grubenmann aus Teufen und der radikale Pietismus in Württemberg. In: Appenzellische Jahrbücher 127/1999. S. 21-44.

Kategorien: Ort im Kanton Appenzell Ausserrhoden | Schweizer Gemeinde

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Teufen AR (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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