Terrestrische Strahlung (Radionuklide) - LinkFang.de





Terrestrische Strahlung (Radionuklide)


Terrestrische Strahlung ist eine auf der Erde allgegenwärtige Strahlung – hauptsächlich Gammastrahlung –, die von Radionukliden im Boden verursacht wird, die vor Milliarden Jahren durch die stellare Nukleosynthese gebildet wurden und aufgrund ihrer langen Halbwertszeiten noch nicht zerfallen sind. Dazu gehören insbesondere

  • Thorium-232 (Halbwertszeit 14 Milliarden Jahre),
  • Uran-238 (Halbwertszeit 4,4 Milliarden Jahre),
  • Uran-235 (Halbwertszeit 0,7 Milliarden Jahre) und
  • Kalium-40 (Halbwertszeit 1,3 Milliarden Jahre).

Hinzu kommen deren radioaktive Zerfallsprodukte wie Radon, die gasförmig sind, aus dem Erdboden entweichen und eingeatmet werden können. In diesen Fällen wird auch die Alpha- und/oder Betastrahlung als Strahlenbelastung wirksam.

Die terrestrische Strahlung wird somit von den natürlichen Radionukliden in den Böden, Gesteinen und der Luft emittiert. Diese sind in fast jedem Baustoff enthalten und werden auch durch Verbrennung von Kohle freigesetzt. Die weltweit jährlich für die Stromerzeugung verwendete Kohle enthält unter anderem etwa 10.000 t Uran und 25.000 t Thorium.[1]

Wie jede ionisierende Strahlung kann auch die terrestrische Strahlung eine schädigende Wirkung auf die lebende Zelle ausüben, indem sie Krebs auslöst oder in dem sie die Erbsubstanz verändert oder zerstört.

Die Dosisleistung der Strahlung wird in mSv/a (Millisievert pro Jahr) angegeben. In Deutschland bewirkt die terrestrische Strahlung eine Strahlenbelastung von etwa 0,4 mSv/a im Mittel [2], wobei die Werte regional sehr unterschiedlich ausfallen können. Die höchsten Werte findet man im Erzgebirge, im Bayerischen Wald und anderen Mittelgebirgen (bis zu 1,3 mSv/Jahr), die niedrigsten in Norddeutschland (ca. 0,25 mSv/Jahr). In anderen Regionen der Welt kann sie allerdings deutlich höher liegen mit Spitzenwerten von über 200 mSv pro Jahr (in Ramsar, Iran).[3] [4]

Die Strahlenbelastung durch gasförmige Nuklide, die eingeatmet werden, gilt als besonders gefährlich (siehe Schneeberger Krankheit).

Einzelnachweise

  1. http://www.world-nuclear.org/info/inf30.html
  2. Jahresbericht des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 2004, S. 34
  3. Norbert Krappitz: Handbuch Reisemedizinische Gesundheitsberatung. Deutscher Arzte-Verlag, 2009, ISBN 978-3-7691-1270-2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Johannes Friedrich Diehl: Radioaktivität in Lebensmitteln. . John Wiley & Sons, 21. November 2008, ISBN 978-3-527-62374-7, S. 54.

Kategorien: Strahlenschutz | Umweltschutz

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Terrestrische Strahlung (Radionuklide) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.