Temmen-Ringenwalde - LinkFang.de





Temmen-Ringenwalde


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: UckermarkVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Amt: Gerswalde
Höhe: 67 m ü. NHN
Fläche: 63,32 km²
Einwohner: 548 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 9 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17268
Vorwahl: 039881
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 569
Adresse der Amtsverwaltung: Dorfmitte 14a
17268 Gerswalde
Webpräsenz: www.amt-gerswalde.de
Bürgermeister: Thomas Rommenhöller
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Temmen-Ringenwalde ist eine Gemeinde im Landkreis Uckermark in Brandenburg (Deutschland). Sie wird vom Amt Gerswalde mit Sitz in der gleichnamigen Gemeinde verwaltet.

Die Gemeinde entstand am 31. Dezember 2001 aus dem Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Temmen und Ringenwalde.[2]

Geografie

Die uckermärkische Gemeinde liegt in einem wald- und seenreichen Gebiet im Dreieck zwischen den Städten Prenzlau, Joachimsthal und Templin. Das Gemeindegebiet reicht im Südwesten bis in die Schorfheide und hat Anteile am Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Die hügelige Umgebung erreicht nahe dem Ortsteil Neu Temmen eine Höhe von 109 m ü. NN (Kienberg). Die größten Seen in der Gemeinde sind der Briesensee, der Große Kelpinsee, der Libbesickesee, der Lübelowsee, der Düstersee und der Klare See. Im Gemeindegebiet bei Temmen entspringt die Ucker. Im Gemeindegebiet sind die Naturschutzgebiete Endmoränenlandschaft Ringenwalde und Poratzer Moränenlandschaft hervorzuheben. Die Gemeinde Temmen-Ringenwalde grenzt im Süden an den Landkreis Barnim.

Gemeindeteile

Geschichte

Temmen

1375 taucht das ehemalige Angerdorf als „Tempne“ erstmals in einer Urkunde auf. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts wird zwischen „Alt Temmen“ und „Neu Temmen“ unterschieden, als Neu Temmen als Vorwerk angelegt wurde. Seit 1969 ist Poratz Ortsteil von Temmen.

Ringenwalde

Das Gebiet um Ringenwalde war schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Davon kündet ein südlich von Ringenwalde liegendes, rund 3.500 Jahre altes Hügelgräberfeld mit einer Informationstafel und einem rekonstruierten Grab.

Die Kirche in Ringenwalde wurde 1280 geweiht, aus dieser Zeit stammt noch das Kirchenschiff. 1311 wird erstmals ein Ort „Ryngenwolde“ erwähnt; die erste markgräfliche Urkunde ist 1316 belegt. 1375 besaß das Dorf 64 Hufen, sechs Krüge und 48 Kossätenwörden sowie eine Windmühle. Die vergleichsweise große Anzahl an Krügen lässt darauf schließen, dass der Ort von seiner Lage an einer Handelsstraße als Rastplatz für Gewerbetreibende profitierte.

Kaiser Karl IV. übertrug im Jahr 1376 der Adelsfamilie von Ahlib das Dorf als Lehen. Eine Bestätigung über diesen Besitz erfolgte 1416 an die Ritter Franz, Otto und Fritz von Ahlem. 1608 waren im Dorf drei Rittergüter verzeichnet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf stark beschädigt. Überliefert ist, dass selbst 39 Jahre nach Kriegsende die Windmühle ihren Betrieb noch nicht aufnehmen konnte. In dieser Zeit waren nur zwei Bauernhöfe und drei Kossätenwörden besetzt. 1691 erscheint in der Chronik der Schneider Schulze in seiner Funktion als Schulmeister, so dass man davon ausgehen kann, dass bereits in dieser Zeit eine Schule im Dorf vorhanden gewesen sein muss. Der Schulunterricht fand im Küsterhaus statt, das jedoch 1725 wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste. 1726 zog die Schule in das neue Küsterhaus ein; dort wurde bis 1938 Unterricht gegeben.

1734 verzeichnete die Chronik 11 Landwirte, zwei Hirten, einen Schäfer, einen Radmacher, 22 Knechte und neun Mägde. 1757 wird erstmals eine Ziegelei erwähnt. Zur Mitte des 19. Jahrhunderts zählte man 23 Wohn- und 44 Wirtschaftsgebäude, von denen einige noch heute erhalten sind. In den Jahren 1740 bis 1742 ließen die Grafen Ahlimb/Saldern von einem italienischen Architekten ein Schloss bauen und legten den heute noch vorhandenen Park an. 1829 brannte das Schloss komplett aus und wird in den Jahren 1830 bis 1854 wieder aufgebaut. Von 1820 bis 1840 wird der zuvor barocke Park unter dem Einfluss Lennés in einen Landschaftspark umgebaut.

1898 erfolgte ein Anschluss an die Bahnstrecke von Berlin über Angermünde nach Stettin.

Der Park im englischen Stil wurde von den Grafen als Erbbegräbnisstätte ausgewählt. Dort errichten sie von 1903 bis 1904 ein neugotisches Klinkerbauwerk. Es wurde 1992 und 1993 restauriert und ist heute noch vorhanden. Das Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg als Lazarett genutzt und mit dem Herannahen der Roten Armee 1945 von Einheiten der Waffen-SS gesprengt. Ein Jahr später wird die Ruine abgetragen. Der Park verwildert mit den Jahren und wird in den Jahren 1991 bis 1993 denkmalgerecht restauriert.

Poratz

Erstmals 1375 in einer Urkunde erwähnt, war das Vorwerk fast 500 Jahre im Besitz derer von Ahlimb (bis 1872). Ab dem 18. Jahrhundert entwickelte sich Poratz zu einem Köhlerdorf. Einige schlichte Fachwerkhäuser aus dieser Zeit sind bis heute unverändert erhalten.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Temmen-
Ringenwalde
Temmen Ringenwalde
1875 203 583
1910 167 538
1939 191 584
1946 268 841
1950 326 855
1971 397 627
1990 381 468
1995 340 471
2000 319 468
2001 762
2005 737
2010 623
2011 577
2012 566
2013 555
2014 538

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[3][4] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Temmen-Ringenwalde besteht aus 8 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[5]

  • Freie Wählergemeinschaft 2 Sitze
  • Wählergemeinschaft Für Alle! Gemeinsam Heimat gestalten 1 Sitz
  • Die Linke 1 Sitz
  • Einzelbewerber Joachim Kusch 1 Sitz
  • Wählergemeinschaft Für Temmen-Ringenwalde 1 Sitz
  • Einzelbewerber Lothar Stein 1 Sitz
  • Einzelbewerber Dietmar Schlender 1 Sitz

Bürgermeister

Thomas Rommenhöller (Freie Wählergemeinschaft) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 73,4 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[6] gewählt.[7]

Sehenswürdigkeiten

  • Ringenwalder Kirche mit einem Kanzelaltar, einer Empore sowie einer barocken Orgel aus dem 18. Jahrhundert sowie drei Glasgemälden aus dem Jahr 1599
  • Park in englischem Stil des 1945 gesprengten Herrenhauses in Ringenwalde, mit neugotischer Erbbegräbnisstätte der Grafen Ahlimb / Saldern
  • „Riesenstein“ nahe dem Schlosspark Ringenwalde, ein Findling (ca. 22 m³), der vermutlich als Opferstein diente
  • „Friedensgöttin“ in der Nähe der Dorfkirche, eine Skulptur, die aus einer rund 140 Jahre alten Eiche von einer Künstlergemeinschaft geschaffen wurde. Sie erinnert an einen Baum, der 1870 an dieser Stelle von den Bewohnern als Dankbarkeit über den Sieg im Deutsch-Französischen Krieg errichtet wurde.

Verkehrsanbindung

Über die Nachbargemeinde Flieth-Stegelitz ist Temmen-Ringenwalde an das Autobahnnetz angebunden (A 11 Berlin–Stettin, Anschlussstelle Pfingstberg). Landesstraßen führen in die 15 km entfernte Stadt Templin und in die elf Kilometer entfernte Stadt Joachimsthal. Neun Kilometer westlich verläuft die Bundesstraße 109 (BerlinPrenzlau). Der Bahnhof Ringenwalde liegt an der Regionalbahnstrecke Eberswalde–Templin, die im Zweistundentakt von der Ostdeutschen Eisenbahn bedient wurde. Der Bahnverkehr zwischen Joachimsthal und Templin ist 2007 eingestellt worden.

Literatur

  • Liselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil VIII, Uckermark. Weimar 1986, ISBN 3-7400-0042-2
  • Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Veröffentlichung der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin, VIII, 2, Berlin 1940
  • Fremdenverkehrsverein Templin e.V.: Gemeinde Ringenwalde – Dorfchroniken zum Anfassen
  • Fremdenverkehrsverband Uckermark e.V.: Ringenwalde – Entdeckungen in einer vergessenen Landschaft

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  3. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark . S. 26–29
  4. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  5. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  6. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  7. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014

Weblinks

 Commons: Temmen-Ringenwalde  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Temmen-Ringenwalde | Gemeinde in Brandenburg

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Temmen-Ringenwalde (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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