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Telekom Austria


Telekom Austria AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000720008
Gründung 1998[1]
Sitz Wien, Österreich

Leitung

  • Alejandro Plater (Vorstandsvorsitzender ab 1. August 2015)[2]
  • Siegfried Mayrhofer
Mitarbeiter 16.240 (Dezember 2014)[3]
Umsatz 4,02 Mrd. Euro (2014)[3]
Branche Telekommunikation, Informationstechnologie
Website www.telekomaustria.com

Die Telekom Austria AG, auch als Telekom Austria Group bezeichnet, ist das größte Telekommunikationsunternehmen in Österreich und auch international tätig. Die Telekom Austria AG ist die Konzernholding und seit dem Jahr 2000 an der Wiener Börse notiert. Sie nimmt primär strategische Aufgaben wahr und steht in Österreich über das operative Segment A1 Telekom Austria am Markt. Einige Mobilfunkunternehmen in Ost- und Südosteuropa sind ebenfalls Tochterunternehmen der Holding. Der Konzern gehört mehrheitlich zum mexikanischen Telekommunikationsunternehmen América Móvil, das direkt und indirekt einen Anteil von 59,7 Prozent hält. Der zweite Großaktionär ist die staatliche Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB).

Geschichte

Die Telekom Austria AG ging 1998 aus der Post und Telekom Austria AG (PTA) hervor, die Vorgängerorganisation war die staatliche Post- und Telegraphenverwaltung (PTV). Im November 2000 fand der Börsengang an der Wiener Börse und an der New York Stock Exchange (NYSE) statt, 2007 erfolgte das De-Listing an der NYSE.

Im Juni 2000 wurde für rund 15 Millionen Euro die Dachmarke Jet2Web kreiert. Der oftmals mit beamtenlastig assoziierte Name Telekom Austria sollte durch einen dynamischen Markenauftritt ersetzt werden. Doch die neue Marke konnte sich nicht durchsetzen und wurde von vielen als wenig glaubhaft empfunden. Daher wurde sie im Juni 2002 eingestellt und der Unternehmensname Telekom Austria mit einem neuen Logo wieder als Marke verwendet.[4]

Im Juni 2006 wurde die Telekom Austria AG in zwei eigenständige Unternehmen geteilt: Telekom Austria Group als strategische Holding und Telekom Austria FixNet AG mit dem herausgelösten operativen Festnetzgeschäft. Die Telekom Austria Group war damit Mutterunternehmen der schon bestehenden mobilkom austria AG und der neu gegründeten Telekom Austria FixNet AG. Die beiden österreichischen Tochterunternehmen wurden vorerst als Schwester-Unternehmen nebeneinander positioniert. Bereits ein Jahr später wurde die Telekom Austria FixNet AG in Telekom Austria TA AG umbenannt, an der Konzernstruktur änderte dies allerdings nichts.

Im Jahr 2010 wurden die Festnetz- und Mobilfunk-Tochterunternehmen schließlich in der Telekom Austria TA AG zusammengeführt und zur A1 Telekom Austria umfirmiert.[5][6] Die Telekom Austria TA AG[7] (Festnetz) und mobilkom austria AG (Mobilfunk) waren bis zur Zusammenführung in ihren Segmenten jeweils Marktführer am österreichischen Telekommunikationsmarkt. Diese Marktanteile hat nun das Nachfolgeunternehmen A1 Telekom Austria inne. Im Zuge dieser organisatorischen Zusammenführung wurden der Telekom Austria Group die ausländischen Tochterunternehmen der mobilkom austria AG übertragen. Diese sind nun direkt der Holding unterstellt und die neue A1 Telekom Austria beschränkt sich auf das Österreich-Geschäft.

Im Sommer 2011 wurde strafrechtlich relevantes Fehlverhalten von Vorstandsmitgliedern des Unternehmens in mehreren Bereichen in den Jahren 2004 bis 2006 publik. In der Öffentlichkeit wurden diese als Telekom-Affäre zusammengefasst.

Im Juni 2012 erwarb das mexikanische Telekommunikationsunternehmen América Móvil 23 % der Anteile der Telekom Austria vom Investor Ronny Pecik und stockte seinen Anteil im Juli 2014 auf rund 51 % auf. Mit Stand vom 31. Dezember 2014 hält America Movil direkt und indirekt 59,7 % der Aktien, 28,42  % hält die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB) und die restlichen 11,88 % befinden sich in Streubesitz.

Die Telekom Austria Group beschäftigte mit Jahresende 2014 16.240 Mitarbeiter und erwirtschaftete rund 4 Mrd. EUR.[3] Unternehmensgegenstand sind nationale und internationale, drahtgebundene und drahtlose Telekommunikationsdienstleistungen, einschließlich Firmennetzwerkdatendienste, Internetdienstleistungen sowie Informationstechnik (IT).

Eigentümerstruktur

Anteil Anteilseigner
59,70 % América Móvil
28,42 % Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH
11,88 % Streubesitz

Stand: 31. Dezember 2014[3]

Internationale Beteiligungen

Der Unternehmensgruppe gehören neben der österreichischen A1 Telekom Austria auch Gesellschaften in

Alle Gesellschaften bis auf die Telecom Liechtenstein befinden sich vollständig im Besitz der Telekom Austria Group. Vier der Tochtergesellschaften (alle drei vip-Brandings und die mobilkom liechtenstein, nunmehr Telecom Liechtenstein) wurden als Startups gegründet und aufgebaut, die restlichen drei waren bereits bestehende Unternehmen und wurden übernommen.

Vorstand

Der Vorstand der Telekom Austria Group besteht aus

  • Alejandro Plater – Vorstandsvorsitzender Telekom Austria Group ab 1. August 2015[2] und A1 Telekom Austria, Chief Operating Officer, Telekom Austria Group[8]
  • Siegfried Mayrhofer – Finanzvorstand Telekom Austria Group und A1 Telekom Austria

Am 15. Juni 2015 wurde bekannt, dass Hannes Ametsreiter seinen Ende 2016 auslaufenden Vertrag per Ende Juli 2015 einvernehmlich auflöst und das Unternehmen verlässt.[9]

Produktbereiche

Mit den operativen Säulen Festnetz und Mobilkommunikation fungiert Telekom Austria Group über ihre Tochterunternehmen (A1 Telekom Austria, Mobiltel, Velcom, Vipnet, Si.mobil, Vip mobile, Vip operator und Telecom Liechtenstein) als Gesamtanbieter multimedialer Lösungen. Weitere Geschäftsfelder der Telekom Austria Group sind die Machine to Machine Kommunikation (Telekom Austria M2M) sowie ein konvergentes Wholesale-Produktportfolio für Retail Kunden.

Kritik

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warf im Juli 2016 der Telekom Austria vor über das Tochterunternehmen Velcom an der Ausspionierung der Bevölkerung Weißrusslands beteiligt zu sein. Demnach gestatte das Unternehmen der Regierung nahezu unbegrenzten Zugriff auf die Kommunikation ihrer Kunden und deren Daten. Die Telekom Austria reagierte auf die Vorwürfe damit dass sie verpflichtet sei, den Gesetzen des Landes zu entsprechen.[10]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.telekomaustria.com/de/group/geschichte Geschichte
  2. 2,0 2,1 orf.at - Alejandro Plater neuer Chef der Telekom Austria . Artikel vom 24. Juli 2015, abgerufen am 24. Juli 2015.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 [1]
  4. Neue Dachmarke - Jet2Web Abgerufen am 19. Juli 2011
  5. Fusion von Telekom und Mobilkom im Firmenbuch. , Der Standard, 6. Juli 2010
  6. Konzernwebsite: Telekom Austria Group beschließt die Integration von mobilkom austria und Telekom Austria TA Abgerufen am 10. März 2014.
  7. firmenabc.at: Telekom Austria TA Aktiengesellschaft, FN 280571 f, Gründung 28. Juni 2006, Handelsgericht Wien. Abgerufen am 10. März 2014
  8. derStandard.at - America Movil greift bei A1 durch - Plater kommt, Ottendorfer geht . APA-Meldung vom 5. März 2015, abgerufen am 5. März 2015
  9. http://derstandard.at/2000017468502/Hannes-Ametsreiter-verlaesst-Telekom-Austria?ref=rec Telekom Austria: Ametsreiter hinterlässt viele Baustellen, DerStandard.at, 15. Juni 2015
  10. Weißrussland: Telekom Austria erfüllt nur ihre Pflicht auf diepresse.com, 7. Juli 2016

Kategorien: Internetdienstanbieter | Markenname | Unternehmen (Wien) | Telekommunikationsunternehmen | Börsennotiertes Unternehmen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Telekom Austria (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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