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Tatort: Der Eskimo


Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelDer Eskimo
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
HR
Länge89 Minuten
EinordnungFolge 894 (Liste)
Erstausstrahlung5. Januar 2014 auf Erstes Deutsches Fernsehen
Stab
RegieAchim von Borries
DrehbuchHendrik Handloegten
Achim von Borries
MusikChristoph M. Kaiser
Julian Maas
KameraBernd Fischer
SchnittStefan Blau
Besetzung

Der Eskimo ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort und der sechste und vorletzte Fall des Frankfurter Ermittlers Steier. Der vom Hessischen Rundfunk produzierte Beitrag ist die 894. Tatort-Folge und wurde am 5. Januar 2014 auf Das Erste zum ersten Mal ausgestrahlt. Steier ermittelt in einem Mordfall, der sehr undurchsichtige Formen annimmt. Dabei geraten sowohl er selbst als auch seine geschiedene Frau in Gefahr.

Handlung

Frank Steier hatte schon immer ein Alkoholproblem und als Conny Mey nun die Dienststelle verlassen hat, fühlt er sich erst recht allein gelassen. Total betrunken geht er aus der Kneipe nicht nach Hause, sondern übernachtet auf einer Bank im Park. Kaum halbwegs nüchtern sieht er eine Joggerin in knallroter Kleidung, wie sie einen ihr entgegenkommenden Mann niedersticht. Das Opfer ist Rainer Hartwig, ein Lehrer an der Mildred Harnack-Schule. Als Steier das erfährt, kontaktiert er seine Exfrau, die ebenfalls dort angestellt ist. Sie hält eine Eifersuchtstat für möglich, doch Hartwig war auch sonst kein sehr beliebter Kollege. Im Gespräch mit Jutta vernimmt er, dass sie frisch verliebt ist und ihr neuer Partner Lars Quinn sie sehr mag und sogar heiraten will.

Wenig später wird eine Leiche entdeckt, die in einem Sack vom Eisernem Steg hängt. Diese hat eine ähnliche Verletzung wie der erstochene Lehrer. Bei dem Toten handelt es sich um Gregor Samsa, was Steier unmittelbar an Franz Kafkas Die Verwandlung denken lässt. Die Besichtigung der Wohnung des Toten ergibt, dass dort nicht ein einziges Möbelstück zu finden ist, aber ganz offensichtlich das Versteck einer Festplatte regelrecht präsentiert wird. Es stellt sich auch heraus, dass Samsa nur ein angenommener Name ist und der Tote eigentlich George Reginald Whitmann heißt und bis 2002 in der U.S. Army gedient hatte. Der Nachbar weiß von ihm nur, dass vor zirka drei Wochen seine Freundin – eine Tunte – ausgezogen sei. Steiers neue Assistentin Linda Dräger recherchiert danach, aber da offiziell keine weitere Person gemeldet war, lässt sich die Identität nicht feststellen.

Steier observiert Juttas neuen Freund und findet heraus, dass er ein Doppelleben zu führen scheint. In einem Hotel trifft Quinn die wohlhabende Julia Mantler, mit der er sehr vertraut zu sein scheint. Vom Barkeeper erfährt er, dass Quinn sich hier regelmäßig mit Damen trifft, die eine männliche Gesellschaft wünschen. Als er ihn weiter am Abend zu einer Travestie-Bar verfolgt, wird er im Auto von einer Person in einem roten Jogginganzug angegriffen. Er will seine Exfrau vorsichtig warnen, doch sie will davon nichts hören.

Der Kriminaltechniker Michael Viersen analysiert die gefundene Festplatte und findet diverse mp3-Dateien, unter anderem Quinn the Eskimo und weitere Texte von Bob Dylan dazu. Da Whitmann in Deutschland stationiert war, fährt Steier in die Kaserne der U.S. Air Force. Dort erfährt er, dass es hier früher einen Major Quinn gab. Der ist inzwischen pensioniert und in einem Altenheim, allerdings so dement, dass eine Befragung nur ergibt, dass er einen Sohn hat, der zusammen mit Whitmann in der Army diente.

Der Fall wird immer unübersichtlicher, als der Rechtsmediziner feststellt, dass sich Samsa, alias Whitmann, selber mit einem Seppuku gerichtet hat, da er meinte von der Army mit Alien-Genmaterial geklont worden zu sein.

Als Kommissar Seidel herausfindet, dass ein gewisser Lars Randolph Quinn Schüler an der Mildred-Harnack-Schule war, wird für Steier klar, dass seine Exfrau möglicherweise in großer Gefahr schwebt. Doch auch für sie wird zunehmend offensichtlich, dass Lars ein Geheimnis vor ihr hat. Quinn offenbart ihr, dass er seit der Schulzeit in sie, seine Lehrerin, verliebt war. So hatte er Rainer Hartwig im Park getötet, weil dieser Jutta Steier vor Jahren im Klassenzimmer vergewaltigen wollte und er das unbemerkt mitangesehen hatte. Als Quinn ihr das gesteht, wendet sie sich von ihm ab, woraufhin er sie einsperrt und mit ihrem Handy an Steier eine Nachricht sendet. Daraufhin begibt Steier sich zu ihrer Wohnung, wo Lars Quinn ihn erwartet: in einem roten Jogginganzug und blonder Perücke. Quinn versucht Steier zu überwältigen, was ihm jedoch nicht gelingt, woraufhin er flüchtet. Die Handyortung führt in die Kaserne, wo er Jutta gefangen hält. Als die Polizei eintrifft, übergießt er sich mit Benzin, entzündet sich selbst und verstirbt später im Krankenhaus.

Hintergrund

Der Film wurde vom HR in Frankfurt/Main und der Umgebung von Frankfurt gedreht.[1] Die Uraufführung fand am 30. September 2013 beim Filmfest Hamburg statt.[2]

Rezeption

Einschaltquoten

Die Erstausstrahlung von Der Eskimo am 5. Januar 2014 wurde in Deutschland insgesamt von 9,37 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 25,30 Prozent für Das Erste.[1]

Kritik

Rainer Tittelbach von tittelbach.tv schreibt anerkennend: „Die Krimihandlung funktioniert in diesem HR-‚Tatort‘ mehr nach dem Assoziationsprinzip als nach den Regeln von Logik und Glaubwürdigkeit. Es ist die Geschichte eines Wahn-Sinns. Sie wird entsprechend kryptisch erzählt. […] Mit skurrilen popkulturellen Verweisen wartet der atmosphärisch starke, in einem nächtlichen Showdown gipfelnde Film auf.“[3]

Bei der Süddeutschen.de meint Holger Gertz: „Der vorletzte Frankfurter ‚Tatort‘ mit Joachim Król als Kommissar Steier ist großartig besetzt und äußerst spannend. Die Figur des einsamen Alkoholikers Steier lässt trotzdem ein unschönes Ende erahnen.“[4]

Elmar Krekeler bei der Welt.de bemerkt: „Steier öffnet die Tore weit für Blicke in sein bisher verschlossenes verstörtes Wesen. Das ist herrlich fotografiert, könnte auch im Kino laufen. Und Volker Bruch […] als Liebhaber mit Tripelleben ist ein Irrer, wie man ihn schon lange nicht mehr so perfekt gesehen hat. Geht einem nicht mehr aus dem Kopf, dieser rätselhafte, verstörte, verletzte Typ.“[5]

Die Kritiker bei Quotenmeter.de beurteilen die stil- und stimmungsvolle Inszenierung anerkennend und meinen: „Auch wenn einem Kunzendorf stellenweise fehlen mag: Król ist ein hervorragender Schauspieler, wahrscheinlich einer der Besten, die der ‚Tatort‘ gerade hat. Er darf sich bei Achim von Borries und Hendrik Handloegten bedanken, dass die ihm ein Buch geschrieben haben, das frei von all den prätentiösen Tönen ist, die anderswo gerne mal angeschlagen werden. Dass der Zuschauer das Puzzle wieder einmal schneller zusammengesetzt hat als die Ermittler, ist eher ein Schönheitsfehler. Die Kernelemente stimmen: eine packende, gebrochene Hauptfigur, die ohne billiges Gemenschel auskommt; ein gut strukturierter Plot, bei dem es nur im letzten Drittel etwas zu langsam vorwärts geht.“[6]

T-online.de urteilt über den Tatort: „Trotz der skurrilen Story, oder vielleicht gerade deswegen, blieb der Frankfurter ‚Tatort‘ spannend bis zum Schluss und begeisterte die Fans. Fesselnde und berührende graue ‚Tatort‘geschichte mit einem sehr überzeugenden Joachim Król. Eines der schmackhaftesten Leckerbissen in letzter Zeit. Eine staubig-kühle Krimiballade mit stimmungsgerechten Bildern.“[7]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm urteilen zu diesem Tatort: „Atmospärischer Psychokrimi, nicht ganz rund.“[8]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Produktionsdetails und Einschaltquote auf tatort-fundus.de, abgerufen am 28. März 2014.
  2. beim Filmfest Hamburg 2013
  3. Rainer Tittelbach: Filmkritik auf tittelbach.tv, abgerufen am 28. März 2014.
  4. Holger Gertz: Das geht nicht gut aus auf sueddeutsche.de, abgerufen am 28. März 2014.
  5. Elmar Krekeler: Dieser Sonntagabend gefährdet Ihre Gesundheit auf welt.de, abgerufen am 28. März 2014.
  6. Die Kritiker: «Tatort: Der Eskimo» auf quotenmeter.de, abgerufen am 28. März 2014.
  7. Großer Erfolg für den „Tatort“-Doppelpack auf t-online.de, abgerufen am 28. März 2014.
  8. Kurzkritik auf tvspielfilm.de, abgerufen am 28. März 2014.

Kategorien: Hessischer Rundfunk (Fernsehen) | Tatort (Fernsehfilm) | Deutscher Film | Filmtitel 2014

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Tatort: Der Eskimo (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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