Tantō - LinkFang.de





Tantō


Das Tantō [tan.toː] (jap. 短刀, dt. „kurzes Schwert“) ist ein üblicherweise leicht gebogenes, einschneidiges japanisches Kampfmesser mit einer Klingenlänge von weniger als 1 Shaku (ca. 30 cm). Bei der Fertigung der Waffe kommen ähnliche Schmiedetechniken wie bei der Herstellung der japanischen Langschwerter (zum Beispiel Katana) zum Einsatz.

Begriffsdefinition

Tantō bezeichnet im engeren Sinne ein Messer mit Stichblatt (Tsuba), obwohl auch Sonderformen ohne Stichblatt existieren. [1] Für das Training von japanischen Kampfkünsten werden aus Hartholz gefertigte Repliken eingesetzt, die in ihrer Form dem Bokutō entsprechen, aber kürzer sind und dadurch die ungefähre Form eines Aikuchi haben; auch sie werden umgangssprachlich Tantō genannt.[2]

Tantō-Sonderformen

Hamidashi und Yoroi-dōshi

Diese Tantō-Formen sind mit einem äußerst kleinen Stichblatt ausgestattet, kaum größer als der Griffdurchmesser. Beide Varianten wurden in Kriegszeiten zusammen mit dem Katana-ähnlichen Langschwert Tachi getragen, üblicherweise an der linken Hüfte, und fanden im Nahkampf Verwendung. Das kürzere Hamidashi wurde dabei in erster Linie als „Helmbrecher“ eingesetzt. Ein Yoroi-dōshi diente mit seiner relativ langen Klinge zum Verwunden des Gegners durch die Rüstungslamellen und zum Zerschneiden der Rüstung von gefallenen Feinden (zwecks Enthauptung).

Aikuchi

Als Aikuchi wird eine Tantō-Variante ohne Stichblatt bezeichnet. Der Griff schließt fast nahtlos an die Saya (Messerscheide) an.

Kaiken

Das Kaiken (veraltet auch Kwaiken) ist ein Messer mit einer Klingenlänge von etwa 8 bis 16 cm. In erster Linie war es zur Selbstverteidigung und für den rituellen Selbstmord Seppuku von Frauen (als Schutz vor Schande) gedacht, wurde aber auch vielfach von Mönchen verwendet. Der Kaiken wurde verborgen unter dem Gewand getragen. Es gab sowohl Varianten mit gebogener, einschneidiger Klinge als auch dolchförmige, beidseitig geschliffene Kaiken.

Kozuka

Auch das meist seitlich am Katana befestigte Allzweckmesser Kozuka zählt zu den Tantō.

Kubikaki-Katana

Beim so genannten Kubikaki-Katana (oft auch Kubikiri oder Kubitori genannt) befindet sich die Schneide auf der Innenseite der gebogenen Klinge. Dieses Messer wurde ausschließlich für Enthauptungen eingesetzt; die abgetrennten Köpfe besiegter Gegner wurden später dem Daimyō, dem Herrn des Kriegers oder Samurai, präsentiert.

Ken-Tantō

Es gibt auch Tantō in Ken-zukuri. Ken ist zwar ebenfalls ein Begriff für Schwert, bezeichnet in diesem Fall aber die Klingenform, nämlich die zweischneidige Form. Diese wurden meist als Tantō gedacht hergestellt.

Yari-Tantō

Ein Yari-Tantō wird aus einer Speerspitze, dem Yari, hergestellt. Es ist zweischneidig, hat allerdings einen eckigen, geometrischen Ansatz. Da sie auf Stöcke montiert werden, haben Yari eine sehr lange Nakago (Schwertangel); diese muss daher abgesägt werden. Dabei kann auch die Mei, die Signatur des Schmiedes, verloren gehen. Geeignet sind nur Yari mit eher geringer Klingenlänge.

Tantoklinge

Bei westlichen Taschenmessern und Kampfmessern wird mit Tantoklinge eine Klingenform bezeichnet, die völlig gerade ist und bei der die Spitze nicht mit einer Rundung in die Klinge übergeht, sondern im Winkel zur Klinge steht. Diese populäre Gestaltung entspricht allerdings nicht der traditionellen japanischen Klingenform.

Siehe auch

Literatur

  • Kanzan Satō:The japanese Sword A Comprehensive Guide, Kodansha Intl 1983, ISBN 978-0870115622
  • Colin M. Roach, Abe Kazunori, Nicklaus Suino: Japanese Swords: Cultural Icons of a Nation, Tuttle Pub 2010, ISBN 978-4805310359

Einzelnachweise

  1. Formen des Stichbblattes abgerufen am 26. April 2014
  2. Kanzan Satō:The japanese Sword A Comprehensive Guide, Kodansha Intl 1983, ISBN 978-0870115622 abgerufen am 26. April 2014

Weblinks

 Commons: Tantō  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Tantō (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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