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Tanna


Dieser Artikel behandelt die thüringische Stadt Tanna. Für weitere Bedeutungen siehe Tanna (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Orla-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 542 m ü. NHN
Fläche: 87,18 km²
Einwohner: 3707 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07922
Vorwahl: 036646
Kfz-Kennzeichen: SOK, LBS, PN, SCZ
Gemeindeschlüssel: 16 0 75 132
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
07922 Tanna
Webpräsenz: www.stadt-tanna.de
Bürgermeister: Marco Seidel (parteilos)
}

Tanna ist eine Kleinstadt im thüringischen Saale-Orla-Kreis.

Geographie

Geographische Lage

Tanna liegt etwa 10 km südlich von Schleiz in einem Talkessel der Wettera, einem östlichen Zufluss der Saale, mit Blick auf den Frankenwald. Auch sind Teile des Fichtelgebirges und des Thüringer Waldes sichtbar. Durch einige dörfliche Ortsteile im süd- und östlichen Stadtgebiet fließt der Saale-Zufluss Wisenta.

Stadtbild

Die Ortschaft Tanna ist langzeilig gebaut. In der Mitte des Ortes befindet sich der Marktplatz mit dem Rathaus und dem Wahrzeichen der Stadt, einer Tanne. Das Rathaus bildet zusammen mit der evangelisch-lutherischen Kirche Sankt Andreas den Stadtkern. Die klassizistische Alte Schule im historischen Stadtzentrum wurde 2013 abgerissen um an dieser Stelle eine Freifläche anzulegen. Zuvor hatte ein Investor angeboten, das Gebäude zu sanieren und neue Arbeitsplätze zu schaffen.[2] Die Stadt Tanna hat für den Abriss neue Schulden aufgenommen.[3]

Stadtgliederung

Neben der Kernstadt gehören zu Tanna acht weitere Ortsteile, bei welchen es sich um umliegende, eingemeindete Dörfer handelt (jeweils in Klammern das Jahr bzw. Datum der urkundlichen Ersterwähnung):[4]

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind die Städte Gefell, Saalburg-Ebersdorf und Schleiz im Saale-Orla-Kreis sowie Rosenbach/Vogtl., die Stadt Mühltroff und Reuth im sächsischen Vogtlandkreis.

Geschichte

Nördlich von Zollgrün befand sich an der Wettera einst eine Burgstelle im Burgstädtel auch Schanzgraben genannt. Sie diente wohl zur Sicherung der Handelsstraße Nürnberg/Leipzig über den Bach. 1842 wurden noch bei Abtragung des Burghügels Eisengegenstände gefunden, die den Standort der Befestigungsanlage bestätigten,[5] Tanna wurde urkundlich am 22. Sept. 1232 erwähnt[6] und besitzt seit 1495 das Stadtrecht. Die Reformation wurde 1533 eingeführt. Von 1596 bis 1918 gehörte Tanna zum Hause Reuß jüngerer Linie, davon von 1647 bis 1666 zur Unterlinie Reuß-Saalburg und von 1666 bis 1848 zu Reuß-Schleiz.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und im 20. Jahrhundert baute man unweit des Bahnhofes in einem Steinbruch den „Marmor“ von Tanna ab. Er zählt zu den Saalburger Marmoren und ist unter dem Sortennamen Königsrot verkauft worden. Anwendungen finden sich in Thüringen, Berlin (Dom, Humboldt-Universität/Foyer), Dresden (Lukaskirche). Es handelt sich um einen dunkelroten devonischen Kalkstein mit ausgeprägter Schichtung.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten Arbeitskräfte aus Polen in landwirtschaftlichen Betrieben von Tanna Zwangsarbeit verrichten.[7]

Im eingemeindeten Dorf Schilbach befand sich 1923 ein Rittergut mit 469 ha. Reinhold Knoch war der Besitzer.[8]

Eingemeindungen

Am 9. April 1994 wurde Schilbach eingemeindet.[9] Am 1. Januar 1997 wurden die bisherige Verwaltungsgemeinschaft Tanna aufgelöst und die bis zu diesem Zeitpunkt beauftragenden Gemeinden Künsdorf, Mielesdorf, Rothenacker (mit dem am 1. Januar 1974 eingemeindeten Willersdorf), Seubtendorf, Unterkoskau (mit dem am 1. Januar 1974 eingemeindeten Oberkoskau) und Zollgrün eingegliedert. Zeitgleich wurde die bisher zur Verwaltungsgemeinschaft Gefell gehörende Gemeinde Stelzen eingemeindet.[10]

Mielesdorf geht bis ins Jahr 1377 zurück. Im Dorf leben ca. 240 Einwohner. Am 1. Januar 1997 wurde der drei Kilometer nördlich gelegene Ort nach Tanna eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Tanna nach dem jeweiligen Gebietsstand (ab 1994 31. Dezember):

  • 1833: 1.390
  • 1910: 2.032
  • 1933: 2.192
  • 1939: 2.045
  • 1994: 2.313
  • 1995: 2.309
  • 1996: 2.352
  • 1997: 4.495
  • 1998: 4.450
  • 1999: 4.347
  • 2000: 4.330
  • 2001: 4.264
  • 2002: 4.264
  • 2003: 4.229
  • 2004: 4.106
  • 2005: 4.073
  • 2006: 4.039
  • 2007: 4.023
  • 2008: 3.998
  • 2009: 3.938
  • 2010: 3.868
  • 2011: 3.791
  • 2012: 3.746
  • 2013: 3.689
  • 2014: 3.703

Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat der Stadt Tanna hat 16 Sitze. Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 61,3 % zu folgendem Ergebnis[11]:

Partei SPD / FW* CDU** Die Linke FDP Feuerwehr-verein Tanna Gesamt
Sitze 7 6 1 1 1 16
Stimmenanteil 42,9 % 38,5 % 8,3 % 6,0 % 4,3 % 100 %

* bildet mit dem Feuerwehrverein Tanna eine Fraktion.     ** bildet mit der FDP eine Fraktion.

Zum Vergleich: Ergebnisse der Kommunalwahl 2009[12]
Partei SPD / FW* CDU Die Linke FDP Feuerwehr-verein Tanna Gesamt
Sitze 6 6 2 1 1 16
Stimmenanteil 40,3 % 36,3 % 10,4 % 7,7 % 5,3 % 100 %
Wahlbeteiligung: 60,0 %

* bildete mit dem Feuerwehrverein Tanna eine Fraktion.

Wappen

Blasonierung: „In Schwarz auf grünem Rasen vorn ein goldener Löwe, hinten eine silberne (weiße) Tanne.“

Das bis heute kaum veränderte Wappen von Tanna wird in der Stadtchronik erstmals 1514 erwähnt. Der Löwe ist das Wappentier des Fürstentums Reuß jüngerer Linie. Die Tanne ist redendes Symbol für den Stadtnamen.[13]

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Zwischen Tanna und Schilbach verläuft die Landstraße 3002 in Nord-Süd-Richtung. Weiter westlich verläuft die nahezu parallele Bundesautobahn 9. Anschlussstellen befinden sich in Schleiz und Bad Lobenstein. Seit 1892 ist Tanna an die Bahnstrecke Schönberg–Hirschberg angeschlossen.[14] Die Strecke wurde bis 1994 zur Personenbeförderung verwendet.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt Tanna

Sonstiges

Am 27. und 28. August 2000 waren der Bahnhof und die Alte Schule[16][17] von Tanna Drehorte für den Kinofilm „So weit die Füße tragen“.

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik  (Hilfe dazu).
  2. http://schleiz.otz.de/web/lokal/politik/detail/-/specific/Tanna-Schicksal-alter-Schule-besiegelt-101557332/
  3. http://alte-schule-tanna.de/stadt-verschuldet-sich-fur-abriss/
  4. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5. verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage. Verlag Rockstuhl, Bad-Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 154, 181, 239, 315, 248, 263, 274, 269, 294, 206, 326.
  5. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze Jenzig-Verlag 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 77
  6. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer bis 1300. Verlag Rochstuhl 2001, ISBN 3-934748-58-9, S. 58
  7. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 229, ISBN 3-88864-343-0.
  8. Jürgen Gruhle: Schwarzbuch der Bodenreform -Thüringen- Abgefragt am 25. Juni 2011
  9. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  10. StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997
  11. Thüringer Landesamt für Statistik
  12. Thüringer Landesamt für Statistik
  13. Neues Thüringer Wappenbuch Band 2 Seite 44; Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Thüringen e. V. 1998 ISBN 3-9804487-2-X.
  14. Geschichte der Stadt Tanna
  15. Paetz: Der Prophet von Tanna, in: Thüringen in Wort und Bild, 2. Band, Leipzig 1910, S. 242–245.
  16. stadt-tanna.de: Dreharbeiten
  17. ExtraEnergy e.V.: Zukunftsträchtige Vergangenheit

Weblinks

 Commons: Tanna  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Topographia Superioris Saxoniae: Tann – Quellen und Volltexte

Kategorien: Tanna | Ort im Saale-Orla-Kreis | Gemeinde in Thüringen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Tanna (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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