Tanja Berg - LinkFang.de





Tanja Berg


Dieser Artikel behandelt die Schlagersängerin Tanja Berg. Für die Badmintonspielerin Tanja Berg siehe Tanja Berg (Badminton).
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles
Ich hab' Dir nie den Himmel versprochen
  DE 28 1972 (5 Wo.) [1]
Die nächste Liebe kommt bestimmt
  DE 47 1972 (1 Wo.) [1]
[1]

Tanja Berg ist der Künstlername von Ute Kannenberg (* 11. September 1941 in Berlin), unter dem sie als deutsche Schlagersängerin bekannt geworden ist.

Leben

Sie wuchs in Berlin-Pankow auf und sang schon im Alter von 15 Jahren im Jugendklub in einer Band, die Skiffle, Dixieland und Jazz spielte. Dann trat sie in der im DDR-Fernsehen übertragenen Castingshow Herzklopfen kostenlos von Heinz Quermann auf. Der Mauerbau am 13. August 1961 überraschte sie bei einem Kurzbesuch in West-Berlin. Trotz ihres Ausbildungsvertrags beim Berliner Rundfunk gab sie alles in Ost-Berlin auf und musste mit diversen Jobs in West-Berlin ganz von vorne anfangen.

Auf der Bühne

Ab 1962 studierte sie klassischen Gesang bei Walter Hauck am Städtischen Konservatorium Berlin. Wegen gleichzeitigen Engagements als Sängerin bei den Red Onions, dann bei der Firestone Band im damaligen Berliner Jazzclub Riverboat und mit Auftritte in der Jazzgalerie mit Leo Wright, Oscar Pettiford, Ack van Rooyen und Benny Bailey erfolgte 1964 ihre Exmatrikulation mit Rückforderung des Stipendiums, da zu dieser Zeit "Jazz" während des klassischen Gesangsstudiums noch keine Akzeptanz als Musikgattung hatte und als kontraproduktiv galt. Ihre Prüfungen wurden später für den nachgeholten Abschluss anerkannt.

Als Tanja Berg veröffentlichte sie – unterstützt vom Filmregisseur Martin Böttcher – 1964 ihre erste Single und sang zum Film Das Phantom von Soho die Titelmelodie (Musik Martin Böttcher). Ebenso sang sie 1966 die Titelmelodie zu dem Film Lange Beine – Lange Finger mit Senta Berger (Musik Martin Böttcher, Text Ingeborg Esterer). Als sie dem Erfolgskomponisten Heino Gaze auffällt, erscheint bei Polydor eine Single unter dem Titel „Nacht für Nacht“ (1965). Im Beat-Club Nr.2 vom 30. Oktober 1965 trat sie als Gast-Sängerin der Phantoms auf. Sie sang weiterhin im Riverboat und erhielt Anfang 1968 einen Auftritt in der ARD-Show Talentschuppen. Im Riverboat wurde 1969 Jack White auf sie aufmerksam und nahm sie unter Vertrag. Mit ihren Singles wurde sie von 1970 bis 1973 siebenmal in der ZDF-Hitparade vorgestellt. Sie wirkte mit in Shows mit Peter Maffay, Howard Carpendale, Chris Roberts, Roy Black und Marianne Rosenberg. In London trat sie mit Mungo Jerry, Roger Whittaker und der BBC-Bigband auf. Auch arbeitete sie mit dem SFB- und dem RIAS-Tanzorchester zusammen. 1971 hatte sie über drei Monate hinweg Engagements und Jazzsessions unter anderem mit Herbie Mann und Sony Sharrock im New Yorker Jazzclub Village Vanguard[2] und in Chicago ein einmonatiges Engagement mit Gesangsauftritten in sechs Sprachen.

Trotz ihrer erfolgreichen Auftritte, Diskotheken-Tourneen und zahlreichen Fan-Clubs kehrte sie 1974 der Schlagerwelt den Rücken, als sie den Eindruck gewann, dass Jack White sein Versprechen, sie mehr in Richtung Jazz zu fördern, nicht einlöste. Sie sang nun in der Rockband Metropolis, mit der sie 1973 bei der Plattenfirma Ariola die LP "Metropolis" produzierte. Als die Band sich 1974 auflöst, reist sie nach Thailand und zum Bergtrekking nach Nepal. Von Tony Atkins produziert, kehrt sie 1975 mit neuem Image in die Pop-Musik zurück. Nach negativen Schlagzeilen in der Presse und Missachtung ihrer Privatsphäre zog sie sich jedoch endgültig aus dem Showgeschäft zurück. Wegen ihrer dunklen und intensiven Stimme wurde sie auch als die jüngste Zarah Leander bezeichnet.[3]

Zu ihren bekanntesten Titeln gehören Ich hab' dir nie den Himmel versprochen[4] und Die nächste Liebe kommt bestimmt. Mit beiden Singles kam Tanja Berg 1972 in die Verkaufscharts. Ihr Titel "Diamanten sind für immer" war eine deutsche Version des James-Bond-Titelliedes Diamonds Are Forever.

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelten sich die zwei Chart-Titel zu Evergreens, die noch regelmäßig bei den meisten Rundfunkanstalten in Deutschland gespielt werden. Weitere Singles waren unter anderem noch Das Herz, das du brichst, Vergessen ist leichter gesagt als getan, Eine Herde wilder Pferde, Darling, denk daran oder Hey Baby kannst du’s nicht lassen (eine Coverversion mit ihrem eigenen Text von Lou Reeds Walk on the Wild Side) Dabei arbeitete sie mit den Musikern der Rock-Bands If und Steely Dan während der Studioaufnahmen in London zusammen. Außerdem sang sie in der Berliner Jazz-Rock-Gruppe Os Mundi[5] und spielte Percussion.[6]

Nach dem Showgeschäft

1977 reiste sie mit einer Gruppe engagierter Frauen im Zug von Berlin nach Peking; der aus dieser Reise entstandene und von ihr geschriebene vierteilige China-Report erschien in tip – Stadtmagazin für Berlin.[7] Nicht mehr im Showgeschäft, besuchte sie die Staatliche Fachschule für Erzieher und erreichte auf dem zweiten Bildungsweg 1978 die Hochschulreife. Ihr Studium der Sozialpädagogik und Psychologie schloss sie 1982 "mit Auszeichnung" ab. Dann arbeitete sie engagiert für Strafgefangene, Prostituierte, Obdachlose und sogenannte "schwer erziehbare" Kinder an sozialen Brennpunkten.

Mit George Tabori und dem Komponisten Stanley Walden arbeitete sie 1979 in München und Berlin unter anderem in George Taboris Theaterstück Mother’s Courage für die Münchner Kammerspiele und das Münchner Theaterfestival 1980. Im selben Jahr erhielt sie den 2. Preis der Deutschen Phonoakademie mit der Münchener Band Bullit. 1981 entstand beim Saarländischen Rundfunk der Fernsehfilm Beruf Schlagersängerin und bis 1986 war sie Mitglied der freien Theatergruppe Zan Pollo Theater[8] in Berlin. 1983 publizierte sie ihre Erfahrungen mit der Schlagerwelt.[9][10] 1984 war sie Mitgründerin der Experimental-AudioArt Gruppe Transit Communication[11] und Die Robinsonate für WDR, RIAS Berlin, Bayerischer Rundfunk, SFB und SWR unter der Regie von Götz Naleppa produzierte. 1986 und 1988 wirkte sie neben Inga Rumpf mit als Dozentin beim Internationalen Frauenrocktreffen

1990 arbeitete sie zusammen mit der Sängerin Urszula Dudziak (New York) während der Sommerakademie Remscheid für Jazz und Rock zum Thema Neue vokale Ausdrucksformen mit Hilfe elektronischer Umformung der menschlichen Stimme. Ab 1990 wirkte sie als Synchronsprecherin für diverse Firmen wie Arri Contrast, Hermes oder Arena Synchron.

Im Karnataka College of Percussion in Bangalore/Indien studierte sie Anfang 1994 bei der Sängerin R. A. Ramamani südindische Musik.

Beim RIAS-Berlin, heute Deutschlandradio arbeitete sie als Journalistin und Moderatorin, schrieb Sendungen und Features und machte Hörspiele. Bis Juni 2013 moderierte sie auch im Deutschlandradio Kultur die Sendung Tonart – Jazz.[12]

Ute Kannenberg ist seit 1987 Dozentin für Jazzgesang und Stimmbildung an der Musikschule Friedrichshain/Kreuzberg.

1997 reiste sie nach Tanger/Marokko zu dem amerikanischen Schriftsteller und Komponisten Paul Bowles, dessen Werke sie alle gelesen hatte und dessen Vorliebe für die Wüste sie teilte, um ihn von der Projektidee, seine Erzählung „Allal“ mit Musiker, Tänzerin, Sprecher und Gesang als Theaterperformance auf die Bühne zu bringen, vorzutragen. Aus diesem Besuch entstand die CD Kannenberg on purpose – special appearance Paul Bowles .

Mit dem Journalistenkollegen Willi Meyer (SWR) erstellte sie 1998 für den Sender ARTE ein mehrstündiges Fernseh-Interview und -Feature mit und über Joachim Ernst Berendt.

Reisen in die Wüste und Auszeiten im Kloster Huysburg gehören zu ihrem Jahresprogramm. Obwohl sie seit Jahren unter nicht therapierbarem Tinnitus leidet,[13] tritt sie weiterhin als Sängerin in der seit Jahrzehnten bei Insidern geschätzten Berliner Funk-Jazz-Latin-Rock-Band RIFF in Erscheinung.

Diskographie

Singles

Jahr Titel ZDF-Hitparade[14] Anmerkungen
1970 Na Na Hey Hey Goodbye A: Na Na Hey Hey Goodbye
B: ...denn so ist Joe
1970 Kann ich denn nie vergessen 30. Mai 1970 A: Kann ich denn nie vergessen
B: Die Antwort ist ja
1971 Geh' 23. Januar 1971 A: Geh'
B: Sympathy
1971 Wann kommt er zu mir 19. Juni 1971 A: Wann kommt er zu mir
B: Eine Herde wilder Pferde
1972 Ich hab' dir nie den Himmel versprochen 22. Januar 1972 2 Versionen mit vertauschten A/B-Seiten
A: Ich hab' dir nie den Himmel versprochen
B: Komm wieder, wenn du frei bist
1972 Die nächste Liebe kommt bestimmt 28. Oktober 1972 A: Die nächste Liebe komm bestimmt
B: Diamanten sind für immer
1973 Das Herz, das du brichst 17. März 1973 A: Das Herz, das du brichst
B: Wie die Wege namenloser Orte
1973 Vergessen ist leichter gesagt als getan A: Vergessen ist leichter gesagt als getan
B: Der Delinquent
1975 Hey Baby, kannst du’s nicht lassen A: Hey Baby, kannst du’s nicht lassen
B: Wir zwei
1975 Denk’ nicht, ich sei ein Teil von dir
(Don’t play your Rock’n’Roll to me)
A: Denk’ nicht, ich sei ein Teil von dir
(Don’t play your Rock’n’Roll to me)
B: Hör doch zu

Alben

Veröffentlichung Titel Titelliste[14][15]
1972 Tanja Berg
Ich hab' dir nie den Himmel versprochen

1. Die nächste Liebe kommt bestimmt
2. Wann kommt er zu mir
3. Kann ich dich denn nie vergessen
4. Ich hab’ dir nie den Himmel versprochen
5. Eine Herde wilder Pferde
6. Gedanken
7. Na Na Hey Hey Goodbye
8. Komm wieder, wenn du frei bist
9. Wenn ich bei dir bin
10. Diamanten sind für immer
11. Auf Zimmer 4
12. Rad des Glücks

17. April 2000 Ute Kannenberg
Kannenberg On Purpose; Special apperance Paul Bowles

1. Intro
2. Some Cats Know
3. A Hard Day's Night
4. Hommage To Paul Bowles – Lonesome Man
5. Hommage To Paul Bowles – Intro + Caravan
6. Intro Angel Eyes
7. Angel Eyes
8. How Insensitive
9. Let’s Face The Music ?
10. Watch What Happens
11. Short Cut
12. The Good Life

Weitere CD:

  • 1993: Ute Kannenberg/ uTe kA. Band – Riff – Pat a cake – LIKK records Prod.nr. 9301[16]
  • 1996: Cosmopolitan – uTe kA. Band – LIKK records Prod.nr. 9502.[17]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Charterfolge von Tanja Berg auf Chartsurfer.de
  2. Village Vanguard
  3. Markus Reich Verschollene Legende ist wieder da. In: GlücksPost. S. 68, Oktober 2013.
  4. ZDF-Hitparade 1972 abgerufen am 8. Januar 2014.
  5. Historie Os Mundi
  6. Biografie bei SWR4
  7. tip, 6. Jahrgang, 11. November-22. Dezember 1977 und tip 7. Jahrgang, 20. Januar-2. Februar 1978
  8. Zan Pollo Theater e.V.
  9. vgl. „Aussteigen – Tanja Berg unterhält sich mit Marianne Rosenberg“ in Elmar Kraushaar Rote Lippen. rororo 5087, 1983, ISBN 3-499-15087-5.
  10. und den Beitrag „Ich hab Dir nie den Himmel versprochen“ in dem Buch von Rita von der Grün (Hrsg.) Venus Weltklang / Musikfrauen-Frauenmusik. Elefantenpress, 1983, ISBN 3-88520-115-1.
  11. Deutschlandradio, die die Audio-Art Stücke Corpus Delicti
  12. Sendungen im Juni 2013
  13. memory Magazin für Freunde deutscher Oldies , Nr. 69, 2004.
  14. 14,0 14,1 Chartquellen: Tanja Berg in Michas Schlagerbox
  15. Kannenberg On Purpose auf discogs.com
  16. Dt. Nationalbibliothek zu Pat a cake
  17. Inhaltsangabe


Kategorien: Geboren 1941 | Schlagersänger | Deutscher | Frau

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Tanja Berg (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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