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Tangvayosaurus


Tangvayosaurus

Zeitliches Auftreten
Unterkreide (Aptium oder Albium)[1]
126,3 bis 100,5 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Dinosaurier (Dinosauria)
Echsenbeckensaurier (Saurischia)
Sauropodomorpha
Sauropoden (Sauropoda)
Titanosauria
Tangvayosaurus
Wissenschaftlicher Name
Tangvayosaurus
Allain et al., 1999
Art
  • Tangvayosaurus hoffeti

Tangvayosaurus war ein sauropoder Dinosaurier aus der Gruppe der Titanosauria, der in der frühen Kreidezeit (Aptium oder Albium) im Gebiet des heutigen Laos lebte.

Diese Gattung ist durch zwei Teilskelette bekannt, die aus den Gesteinsschichten der Grès-supérieurs-Formation aus der Provinz Savannakhet stammen. Tangvayosaurus wird auf etwa 15 Meter Länge geschätzt. Das Tier ist nach der Typlokalität Tang Vay in Laos benannt, dem Fundort des Holotyps.

Merkmale und Gültigkeit

Die Gültigkeit von Tangvayosaurus ist noch umstritten, da sämtliche von den Erstbeschreibern (Allain et al.) aufgeführten gattungsspezifischen Merkmale (Autapomorphien) auch bei anderen Sauropoden, insbesondere bei anderen Titanosauriern vorhanden waren. Es existiert also kein Alleinstellungsmerkmal, das eine eigene Gattung rechtfertigen würde – die Gattung wird aber für gewöhnlich dennoch anerkannt, da sie sich deutlich von Phuwiangosaurus unterscheidet, dem einzigen anderen Titanosaurier der frühen Kreide Südostasiens. Bisher wurden die Verwandtschaftsbeziehungen von Tangvayosaurus nicht genauer untersucht, das Tier wird aber meistens als primitiver Titanosaurier geführt, da es sich durch bestimmte anatomische Merkmale wie ein kurzes, breites Ischium ein Fehlen von procoelen (auf der Vorderseite konkaven) Schwanzwirbeln auszeichnet.[2]

Bisher ist lediglich die Art Tangvayosaurus hoffeti bekannt. Zwar beschrieb Allain et al. eine weitere Art anhand eines vollständigen und drei unvollständigen Femura (Oberschenkelknochen) aus Muong Phalane als Tangvayosaurus falloti, diese Zuordnung wird aber angezweifelt, da die Femura keine einzigartigen Merkmale (Autapomorphien) aufweisen, also nicht diagnostizierbar sind. Die Femura wurden zuvor bereits dem Titanosaurus zugeschrieben (als Titanosaurus falloti).[3]

Funde

Die Skelettfunde waren teilweise im anatomischen Verbund und stammen aus den beiden Fundorten Tang Vay 2 und Tang Vay 4, heute werden die Fossilien im Musée des Dinosaures in Savannakhet unter den Inventarnummern TV4-1 bis TV4-36 aufbewahrt. Bei den Sedimentgesteinen, aus denen die Knochen stammen, handelt es sich um rötliche Schluffsteine und Tonsteine, die aus fluvialen Ablagerungen (Flussablagerungen) stammen.

In Tang Vay 2 wurden 38 Schwanzwirbel, ein Halswirbel, Chevrons, ein Mittelhandknochen und verschiedene Elemente der Hinterbeine gefunden, darunter das distale Ende des Femurs, die Tibia (Schienbein), die Fibula (Wadenbein), der Astragalus (Sprungbein), drei Mittelfußknochen und neun Zehenknochen. Aus Tang Vay 4 stammt der vollständige rechte Femur, Beckenknochen (beide Pubis und beide Ischia), Wirbel (der erste Schwanzwirbel, vordere Rückenwirbel), Rippen und das untere Ende des Humerus (Oberarmknochen).

Literatur

  • Ronan Allain, Philippe Taquet, Bernard Battail, Jean Dejax, Philippe Richir, Monette Véran, Franck Limon-Duparcmeur, Renaud Vacant, Octavio Mateus, Phouvong Sayarath, Bounxou Khenthavong, Sitha Phouyavong: Un nouveau genre de dinosaure sauropode de la formation des Grès supérieurs (Aptien-Albien) du Laos. In: Comptes Rendus de l'Académie des Sciences. Série 2, Fascicule A: Sciences de la Terre et des Planètes. Bd. 329, Nr. 8, 1999, ISSN 0764-4450 , S. 609–616, doi:10.1016/S1251-8050(00)87218-3 , Digitalisat (PDF; 640,17 KB) .

Einzelnachweise

  1. Gregory S. Paul: The Princeton Field Guide To Dinosaurs. Princeton University Press, Princeton NJ u. a. 2010, ISBN 978-0-691-13720-9, S. 205, Online .
  2. David B. Weishampel, Peter Dodson, Halszka Osmólska (Hrsg.): The Dinosauria. 2nd edition. University of California Press, Berkeley CA u. a. 2004, ISBN 0-520-24209-2.
  3. Jeffrey A. Wilson, Paul Upchurch: A Revision of Titanosaurus Lydekker (Dinosauria - Sauropoda), the first dinosaur genus with a ‚gondwanan‘ distribution. In: Journal of Systematic Palaeontology. Bd. 1, Nr. 3, 2003, ISSN 1477-2019 , S. 125–160, doi:10.1017/S1477201903001044 .

Weblinks

 Commons: Tangvayosaurus  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Tangvayosaurus in DinoData (mit Auszügen der Erstbeschreibung, auf Englisch)


Kategorien: Titanosaurier | Titanosauria

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