Talsperre Wendefurth - LinkFang.de





Talsperre Wendefurth


Talsperre Wendefurth
Blick von angrenzender Staumauer der Rappbodetalsperre
auf den Westteil des Stausees Wendefurth}
Lage: Harz, Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt
Zuflüsse: Bode; Rappbode und kleine Bäche
Abflüsse: Bode
Größere Orte am Ufer: Wendefurth
Größere Orte in der Nähe: Blankenburg
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Daten zum Bauwerk
Bauzeit: 1957–1967[1]
Höhe über Talsohle: 33,8 m
Höhe über Gründungssohle: 43,5 m[2]
Höhe der Bauwerkskrone: 355,8 m ü. NN [1]
Bauwerksvolumen: 115.000 m³
Kronenlänge: 230 m[3]
Kronenbreite: 3 m
Basisbreite: 30 m
Kraftwerksleistung: 837 kW[4]
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) 351,9 m ü. NN [1]
Wasseroberfläche 78 ha (0,78 km²)
Speicherraum 7,2 Mio. m³[1]
Gesamtstauraum: 9,22 Mio. m³ [2]
Einzugsgebiet 309,20 km²
Bemessungshochwasser: 330 m³/s[1]

Die Talsperre Wendefurth im Harz ist eine zwischen 1957 und 1964[3] errichtete, aus Talsperre, Wasserkraftwerk und Stausee bestehende Stauanlage bei Wendefurth im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt, die der Hauptsperre Rappbodetalsperre nachgeschaltet ist.

Ihre 43,5 m[2] hohe Staumauer staut besonders die Bode und deren Zufluss Rappbode zum etwa 78 ha großen Stausee Wendefurth auf. Mit weiteren Stauanlagen, wie der Rappbodetalsperre, dient die Talsperre im Rappbode-Talsperrensystem dem Hochwasserschutz im Ostharz, wobei sie die unterhalb ihrer Staumauer besonders an der Bode gelegenen Ortschaften schützt. Außerdem dient sie als Unterbecken für das Pumpspeicherwerk Wendefurth. Zusätzlich wird ihr Stausee als Badesee und zur Fischzucht genutzt.

Geographische Lage

Die Talsperre Wendefurth liegt im Unterharz im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt. An der Bode befindet sie sich zwischen den jeweils etwas entfernten Ortschaften Elbingerode im Westnordwesten, Blankenburg im Nordnordosten, Thale im Ostnordosten und Hasselfelde im Südwesten.

Staumauer

Lage

Das Absperrbauwerk der Talsperre steht als Gewichtsstaumauer direkt westlich des Thaler Ortsteils Wendefurth. Auf der Mauerkrone verläuft ein in Wendefurth beginnender Fahrweg, der auch von Besuchern betreten werden darf.

Geschichte

Die Bauarbeiten an der Talsperre Wendefurth dauerten von 1957 bis 1967[1]. Sie begannen im April 1957[3] und wurden im November 1957[3] unterbrochen, weil zuerst die Talsperre Pöhl (1958–1964; bei Pöhl, Vogtlandkreis, Sachsen) und dann die Rappbodetalsperre (besonders 1952–1959) fertiggestellt werden mussten. Die Arbeiten wurden im Oktober 1959[3] fortgesetzt und im Dezember 1964[3] abgeschlossen. Der Einstau begann aber erst 1967[3], da noch andauernde Arbeiten am an die Talsperre angeschlossenen Pumpspeicherwerk Wendefurth keinen früheren Einstau zuließen.

Daten

Die gekrümmte Gewichtsstaumauer, die durch ihr Eigengewicht die Bode aufstaut, ist etwa 230 m[3] lang und an ihrer Krone 3 m und an der Basis rund 30 m breit. Über der Talsohle ist sie 33,8 m und über der Gründungssohle 43,5 m[2] hoch. Die Mauerkrone liegt auf 355,8 m ü. NN .[1] Das Bauwerksvolumen enthält zirka 115.000 m³ Beton. Die Mauer besteht aus 16 Segmenten, die zur Wasserseite hin durch in den Beton eingelegte Kupferbleche abgedichtet sind. Zusätzlich sind die Fugen mit Teer und Hanf verschlossen. Zur Hochwasserentlastung ist die Mauer mit einem freien Kronenüberlauf versehen, der 55,2 m[3] lang ist. Am Grund sind 2 Grundablässe eingebaut, deren Ringkolbenschieber mit 4,2 m[3] Durchmesser bis zu 75 m³ Wasser pro Sekunde abgeben können.

Das anliegende Gestein besteht aus nicht besonders wasserdichtem Mangan-Schiefer. Damit nicht von unten anliegender Sohlenwasserdruck die Mauer anhebt, wird die Sohle durch über 40 Glocken mit Steigleitungen entlastet. Der sich aufbauende Wasserdruck wird in Abständen nachgemessen. Anhand eines toten Stollens wird das Langzeitverhalten des Berggesteins untersucht. Zudem ist die Mauer von zwei Kontrollgängen zu Revisionszwecken durchzogen.

Wasserkraftwerk

Zwischen 2007 und 2009[4] wurde in die Staumauer der Talsperre Wendefurth eine Kaplan-Turbine (doppelt regulierte Spiralturbine) eingebaut, die seitdem im Rahmen eines kleinen Wasserkraftwerks mit einer installierten Leistung von 837 kW[4] Strom erzeugt. Hinzu kommt die Stromerzeugung des angegliederten Pumpspeicherwerks Wendefurth.

Stausee

Lage

Der Stausee Wendefurth liegt beim Dorf Wendefurth größtenteils im Gebiet der Stadt Thale; nur sein nahe der Staumauer des benachbarten Rappbodestausees befindlicher Teil und sein Westausläufer in Richtung des Einflusses der Bode gehört zur Stadt Oberharz am Brocken. Er befindet sich zwischen der nahen Bundesstraße 81 (Wendefurth–Hasselfelde) im Südosten und der etwas entfernten Bundesstraße 27 (Blankenburg–Elbingerode) im Nordwesten, wobei die Landesstraße 96 (etwa Wendefurth–Rübeland) im Südwesten und die L 94 (AlmsfeldHüttenrode) im Nordosten zwischen beiden Bundesstraßen verlaufen. Das gestaute Fließgewässer ist die Bode, ein Zufluss der Saale im Einzugsgebiet der Elbe; zudem münden die Rappbode, die zuvor den Rappbodestausee durchfließt, und ein paar kleine Bäche in den Stausee. Flussabwärts entlang des nun mit Wasser angestauten Bodetals liegen linksseits des von Wald gesäumten Stausees der Schieferberg (456,2 m ), der etwas entfernte Kuhberg (469,2 m ) und der Wendefurther Berg (446,1 m ) und rechtsseits der Nickelsberg (488,2 m ), der Kohlenberg (ca. 495 m ) und der Kirchhofsberg (452,3 m ).

Daten

Der Stausee ist etwa 78 ha (0,78 km²)[1] groß. Er erstreckt sich etwa in West-Ost-Richtung auf rund 3,5 km[5] Länge und ist nahe der Staumauer etwa 200 m[5] breit. Er hat rund 7,2 Mio. m³[1] Speicherraum und 9,22 Mio. m³[2] Gesamtstauraum. Sein Stauziel liegt auf 351,9 m ü. NN .[1] Das Einzugsgebiet ist 309,20 km² groß. Der Hochwasserschutzraum beträgt in der kalten Jahreszeit 5,67 Mio. m³[3]. Der mittlere Zufluss liegt bei 5,02 m³/s[3] und das Bemessungshochwasser bei 191,7 m³/s[3].

Tourismus und Wandern

Der Betreiber, der Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt, stellt die Staumauer Wendefurth auch für die Begehung durch Besucher zur Verfügung. In einem anschließenden Maschinenpark können Besucher ausgediente Baugruppen besichtigen.

Ein im Wald nahe der Staumauer oberhalb des Stausees befindlicher Aussichtspunkt (ca. 370 m [6]; ) ist als Nr. 62[7] mit Namen Talsperre Wendefurth (Bergseite) in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 Deutsches Talsperrenkomitee (Hrsg.): Talsperren in Deutschland, Springer Vieweg Verlag, Wiesbaden, 2013, ISBN 9783834814470, S. 391
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Talsperre Wendefurth (und andere Talsperren) in Gebietsstaubereich Nord, beim Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt, auf talsperren-lsa.de
  3. 3,00 3,01 3,02 3,03 3,04 3,05 3,06 3,07 3,08 3,09 3,10 3,11 3,12 Die Entstehungsgeschichte des Systems der "Bode-Talsperren mit Infos und Fotos, auf harzkaleidoskop.de (siehe besonders Abschnitt Die Talsperre Wendefurth)
  4. 4,0 4,1 4,2 laut ehemals einsehbaren Infos zu Wasserkraftanlagen (WKA), z. B. WKA an der Talsperre Wendefurth, auf hydroprojekt.de (abgerufen am 27. September 2012)
  5. 5,0 5,1 Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  6. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  7. Harzer Wandernadel: Stempelstelle 62 / Talsperre Wendefurth (Talsperrenblick) [Talsperre Wendefurth (Bergseite)], auf harzer-wandernadel.de

Siehe auch

Literatur

  • Talsperren in Sachsen-Anhalt. Talsperrenmeisterei des Landes Sachsen-Anhalt, 1994

Weblinks

  • Talsperre Wendefurth (und andere Talsperren) in Gebietsstaubereich Nord, beim Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt, auf talsperren-lsa.de

Kategorien: Gewässer im Harz | Staumauer in Sachsen-Anhalt | Stausee in Sachsen-Anhalt | Bauwerk im Landkreis Harz | Stausee in Europa | Gewichtsstaumauer | Erbaut in den 1960er Jahren

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Talsperre Wendefurth (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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