Talschulter - LinkFang.de





Talschulter


Als Talschulter wird in der Geomorphologie eine Geländekante bezeichnet, die in größerer Höhe über dem Talboden parallel zur Talachse verläuft; unterhalb der Talschulter verengt sich das Tal.

Im Hochgebirge finden sich Talschultern hauptsächlich bei Trogtälern und werden dann Trogschulter genannt. Sie treten üblicherweise an beiden Hangseiten und in etwa gleicher Höhe über dem Talboden auf und sind durch den Gletscherschliff während der Eis- und Kaltzeiten entstanden. Bedingt durch die erosive Tätigkeit des Gletschers kommt es zu Übertiefungserscheinungen, die mehr als 1000 m betragen können (Inntal, Salzachtal) und postglazial mit Sedimenten verfüllt werden. Die Kompetenz des Gesteins spielt für die erosive Tätigkeit des Gletschers eine kaum relevante Rolle (man denke an Gletscherkare in metamorphen, hochkompetenten Gesteinen wie Serpentiniten). Im Zuge postglazialer Dynamik kann es zu Bergzerreißungen oder Talzuschub kommen, da die Talflanken nicht mehr durch die Gletschermasse gestützt werden. Dadurch kommt es zur Ausbildung charakteristischer Formen.

In besonders breiten, glazial überprägten Tälern können unterschiedliche Höhen der Gletscherstände der verschiedenen Eiszeiten und auch Kaltzeiten zur Ausbildung mehrerer Talschultern bzw. Terrassen in unterschiedlicher Höhe führen, so z. B. im Südtiroler Langtauferer Tal nahe dem Reschenpass in den Ötztaler Alpen. Oft bildet der Fluss dann in der Talsohle noch ein Kerbtal, z.B. im Vorderrheintal.

Je breiter ein Gebirgstal ist, desto tiefer liegt meistens die Talschulter. Im Inntal beispielsweise liegt sie nur 100-200 m über dem Talboden und hat die Form einer Talterrasse, auf der – besonders auf der Sonnseite – zahlreiche Ortschaften liegen.

Talschultern sind in der Schweiz seit dem Mittelalter dort besiedelt, wo das Flusstal selbst eng oder häufigen Hochwassern ausgesetzt ist. Heute haben sich viele solche Orte zu Ferienorten entwickelt, beispielsweise Braunwald, Flims, Obersaxen, Wengen, Mürren oder Scuol.

Die Terrassen sind besonders im alpinen Raum wichtige und ergiebige Grundwasserreservoirs und bilden hervorragende Grundwasserleiter (Aquifers).

Oft sind die Terrassen auch der Ausgangspunkt für spektakuläre Wasserfälle, beispielsweise im Lauterbrunnental oder in Meiringen.

Täler mit schulterähnlichem Querschnitt treten auch bei manchen Canyons in Nordamerika auf, obwohl die Erosion dort nicht mit Gletscherschliff zu tun hat, sondern von der erosiven Tätigkeit des Vorfluters abhängig ist. Siehe z.B. die Geologie des Bryce-Canyons (nebenstehendes Bild).

Weblinks


Kategorien: Siedlungsgeographie | Talform

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Talschulter (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.