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Talfer


Talfer

Talfer bei Bozen

Daten
Lage Sarntal (Südtirol)
Flusssystem Etsch
Abfluss über Eisack → Etsch → Adriatisches Meer
Quelle am Penser Weißhorn
Quellhöhe 2350 m s.l.m.Kompass Wanderkarte
Mündung bei Bozen in den Eisack
Mündungshöhe 259 m s.l.m.
Höhenunterschied 2091 m
Länge 45,5 km
Einzugsgebiet 429 km²

Großstädte Bozen
Gemeinden Sarntal

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Die Talfer (italienisch Talvera) ist ein Fluss in Südtirol (Italien). Sie durchquert das Sarntal und die Sarntaler Alpen von Nord nach Süd.

Ihren Ursprung hat die Talfer am Osthang des Penser Weißhorns. Sie durchfließt den Penser Tal genannten nördlichen Abschnitt des Sarntals, nimmt bei Astfeld den aus dem gleichnamigen Nebental fließenden Durnholzer Bach auf und durchquert zuletzt die Sarner Schlucht, um nach 45,5 km Länge auf einer Meereshöhe von 259 m in Bozen in den Eisack zu münden.

Mit einem Einzugsgebiet von 429 km² ist die Talfer einer der größten Seitenzubringer des Eisacks. Wichtige Zuflüsse sind neben dem Durnholzer Bach noch der Tanzbach und der Öttenbach. Auf seiner Wegstrecke durchquert oder berührt der Fluss die Gemeindegebiete von Sarntal, Jenesien, Ritten und Bozen.

Mehr noch als die größeren Flüsse Eisack und Etsch ist die Talfer der Fluss Bozens, die Stadt wird daher auch „Talferstadt“ genannt.[1] Der Name Talfer gehört zu den ältesten Bezeichnungen im Raum Bozen und dürfte so viel wie „Schutt, Bachbett“ bedeuten. Die Flurbezeichnung Talfergries im Bozner Stadtviertel Zentrum ist somit gleichsam tautologisch, da Gries auf ahd. „Sand, Kies“ zurückzuführen ist.[2]

In Bozen gibt es mehrere Straßennamen, die sich auf die Talfer beziehen: Talfergasse, Zum Talfergries, Bozner Wassermauer, Grieser Wassermauer und Quireiner Wassermauer. Bis zur Erbauung der beiden durchgehenden Talferdämme („Wassermauern“) der Talfer wurden die Bozner und Grieser immer wieder von Überschwemmungen heimgesucht. Einer großen Überschwemmung von 1541 verdankt Bozen-Gries die älteste überlieferte Stadtansicht, angefertigt von dem damaligen Bürgermeister Leonhard Hörtmair (Hiertmair).

Im Jahr 1900 ließ die Bozner Stadtverwaltung unter Bürgermeister Julius Perathoner von der Firma Waagner-Biro eine neue Talferbrücke errichten. Sie ersetzte die alte Holzbrücke, die seit Jahrhunderten die Landgemeinde Gries mit dem Zentralort Bozen verband und schon seit dem 14. Jahrhundert bezeugt ist (1383 wird ein für die Eisack- und Talferbrücke zuständiger städtischer Baumeister genannt).[3] Die Brücke, deren Beseitigung bereits vom Faschismus aus politischen Gründen geplant war, musste ab 1975 wegen Überlastung gesperrt werden; eine Bürgerinitiative konnte den geplanten Abriss verhindern, nach umfassender Sanierung konnte die Talferbrücke 1990 wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Seit den 1970er Jahren ist durch die Regulierung des Talferbetts im Bozner Stadtgebiet eine weitläufige Erholungszone und grüne Lunge entstanden, die mit ihren Sportanlagen, Laufwegen und Liegewiesen heute wesentlicher Teil des städtischen Freizeitangebots ist.

Sehenswert ist die gedeckte Brücke über die Talfer in Sarnthein.

Einzelnachweise

  1. So z. B. bei Karl Felix Wolff: Führer durch Bozen-Gries: unter besonderer Berücksichtigung der vier neuen Bergbahnen und der großen Dolomitenstraße. Bozen 1909, Beleg S. 60.
  2. Walter Schneider: Der „Talfergries“ und der „Grutzen“ bei Bozen im 16. Jahrhundert – die neuen Spitalsgrundstücke auf dem „Talfergries“ (1551), der mittelalterliche Verlauf der Talfer, die landesfürstlichen Güter im „Grutz“-Urbar (1582) und die neuen Flurnamen. In: «Tiroler Heimat» 66, 2002, S. 5–20.
  3. Hannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Bd. 1. Stadtgemeinde Bozen, Bozen 2005, ISBN 889-018700-X, Sp. 400–401.

Weblinks

 Commons: Talfer  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Talfer (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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