Tagesthemen - LinkFang.de





Tagesthemen


Seriendaten
OriginaltitelTagesthemen
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Jahr(e)seit 1978
Produktions-
unternehmen
ARD-aktuell
Länge30 Minuten
Ausstrahlungs-
turnus
täglich
GenreNachrichten
Moderation
Erstausstrahlung2. Januar 1978 auf Deutsches Fernsehen

Die Tagesthemen sind eine Nachrichtensendung des deutschen Fernsehsenders Das Erste. Das Nachrichtenjournal unterscheidet sich von der Tagesschau in Machart und Inhalt deutlich und wird regelmäßig montags bis donnerstags um 22:15 Uhr, freitags um 21:45 Uhr, samstags nach der 20:15-Uhr-Sendung (oftmals eine Show oder ein Spielfilm) und sonntags um 22:45 Uhr ausgestrahlt. Die Sendung ist in der Regel von Montag bis Donnerstag 30 Minuten, am Freitag 15 Minuten und am Wochenende 20 Minuten lang.

Bei Ereignissen von besonderer Bedeutung werden auch Extraausgaben der Tagesthemen als Tagesthemen Extra ins Programm eingeschoben, diese werden manchmal auch schon vor 20 Uhr gesendet.[2]

Geschichte und Konzept

Seit dem 2. Januar 1978 ersetzt die Sendung „Tagesthemen“ die bis dahin übliche Spätausgabe der Tagesschau und wurde zunächst montags bis donnerstags ausgestrahlt. Bis 1999 sendete am Freitag stattdessen der Bericht aus Bonn, der allerdings einen Nachrichtenblock enthielt und zwischenzeitlich einen Tagesthemen-Obertitel („die Tagesthemen mit dem Bericht aus Bonn“) besaß. In den 1980er-Jahren wurden außerdem Ausgaben am Samstag und am Sonntag eingeführt. Die Sendung dauert wochentags eine halbe Stunde, von Freitag bis Sonntag ist sie kürzer. 1999 wurde aus dem Bericht aus Bonn der Bericht aus Berlin, nun in redaktioneller Verantwortung des ARD-Hauptstadtstudios.

Bis 2000 wurde eine an die Tagesschau-Fanfare angelehnte eigenständige Eröffnungsfanfare eingesetzt, die durch eine neue, bis zum 19. April 2014 genutzte gemeinschaftliche Eröffnungsmelodie für beide Sendungen ersetzt wurde. Seitdem verfügen die Tagesthemen wieder über eine eigenständige Eröffnungsmusik.

Im Gegensatz zur Tagesschau, die nur einen Nachrichtenüberblick geben soll, sollen die Zuschauer durch die Tagesthemen mittels ergänzender Informationen, übergeordneter Zusammenhänge und Hintergrundinformationen unterrichtet werden. Die meist vier bis fünf redaktionellen Beiträge gehen inhaltlich und thematisch über das reine Tagesgeschehen hinaus.

Ein Nachrichtenüberblick über die Ereignisse des Tages wird von der Redaktion der Tagesschau übernommen. Bis 2002 kam der Wetterbericht am Ende der Tagesthemen vom Deutschen Wetterdienst, 2002 wechselte man dann zu Jörg Kachelmanns Firma Meteomedia. Bis Ende 2012 wurde der Wetterbericht in einer eigenen kurzen Sendung im Anschluss an die Tagesthemen gesendet. Seit 1. Januar 2013 ist der Wetterbericht wieder Bestandteil der Sendung.[3]

Der Marktanteil der Tagesthemen ist mit der Ausweitung der Medienlandschaft in Deutschland inzwischen gesunken, lag lange Zeit jedoch bei etwa 10 % – somit bei ca. 2,0 Mio. Zuschauern pro Sendung. Die Tagesthemen gehören zu den großen meinungsbildenden journalistischen Formaten in Deutschland.

Durch eine Vielzahl von Gründen – die Verschiebung der Sendung in den späten Abend, der inzwischen eingetretene Wechsel von Moderatoren und die Verschärfung der Konkurrenzlage – sind die Tagesthemen 2007 in eine Quotenkrise geraten. Der sogenannte Marktanteil lag damals teilweise unter 10 Prozent.

Seit dem Moderatorenwechsel im Jahr 2007 und der neu ab 2008 eingesetzten Realdeko nahmen die Zuschauerquoten wieder Fahrt auf. Im Jahr 2011 lag der Marktanteil wieder relativ stabil bei 10 Prozent, allerdings musste man sich mit diesen Zahlen immer noch dem Konkurrenzprogramm im ZDF, dem heute-journal unter Führung von Claus Kleber, deutlich geschlagen geben.[4]

Auch im Jahr 2012 setzten sich die Zahlen vom Vorjahr fort, allerdings konnte man die Quoten leicht erhöhen und somit die meisten Zuschauer seit 18 Jahren erreichen. Dies habe laut NDR mehrere Gründe, nicht zuletzt aber deswegen, weil man seit September 2011 im Rahmen der Programmreform des Ersten Deutschen Fernsehens nun von Montag bis Donnerstag zuverlässig (mit Ausnahmen bei Fußballspielen oder ähnlichem) um 22:15 Uhr sendete. Freitags wurde die Sendezeit von 30 Minuten auf 15 Minuten verkürzt, dafür sendete man schon ab 21:45 Uhr, was noch vor dem Beginn des heute-journals im ZDF ist. Samstags gibt es weiterhin keine festgelegte Anfangszeit, während die tagesthemen am Sonntag nun fest nach der Talkshow mit Günther Jauch aus Berlin um 22:45 Uhr einsetzen.[5] Diese Anfangszeiten werden noch heute eingehalten.

Im Juni 2013 wurde Tom Buhrow als Nachfolger von Monika Piel, die ihr Amt krankheitsbedingt aufgeben musste, zum Intendanten des Westdeutschen Rundfunks gewählt, folglich beendete er seine Moderationskarriere bei den tagesthemen. Sein Amt übernahm zum 5. August 2013 Thomas Roth, der bis dahin Leiter des ARD-Studios in New York City war.

Die Sendung wird von einem Team aus zwölf Redakteuren produziert, die rotierend alle zwei Wochen je sieben Tage zu 14 Stunden arbeiten. Das Durchschnittsalter der Zuschauer beträgt 59 Jahre (Stand: 2013).[6]

Am Karsamstag, dem 19. April 2014, nahm ein neues Nachrichten-Studio seinen Sendebetrieb auf.[7] Es wurde eine 18 Meter breite, halbrunde Medienwand installiert, die von hinten mit sieben Beamern mit 3-D-Grafiken, Panoramabildern, Fotos und Videos bespielt wird. Ein Grafiksystem korrigiert Verzerrungen in Echtzeit. Zwei separate Tische geben den Moderatoren mehr Bewegungsfreiheit. Dank der Medienwand ließen sich schwierige Sachverhalte in Form von animierten Grafiken anschaulicher darstellen. Zudem setze man stärker als bisher auf exzellenten Fotojournalismus. Journalistisch habe sich am Konzept der Sendungen jedoch nichts geändert. Außerdem wurde eine neue Eröffnungsfanfare produziert. Mit dem neuen Studio erfolgt die Produktion der Tagesthemen zudem nun in HD.

Moderatoren

Bis zum 1. Oktober 1985 wurden die Tagesthemen von wechselnden Moderatoren vorgestellt. Seitdem gibt es zwei Moderatoren. Sie wechseln sich wochenweise mit der Präsentation ab.

Die Texte schreiben die Moderatoren selbst und lesen sie nicht ausschließlich von Papier, sondern auch von einem Teleprompter ab, um der Moderation einen lockereren und persönlicheren Stil zu geben als bei der von Sprechern präsentierten Tagesschau.

Neben dem Moderator ist noch ein Nachrichtensprecher im Studio, der den kompakten Nachrichtenblock verliest, und vor allem am Wochenende ein weiterer Moderator, der den Sportblock präsentiert.

Reguläre Moderatoren bis 1985

Moderator Einstieg Ausstieg
Klaus Stephan 1978 1978
Wolf von Lojewski 1978 1979
Alexander von Bentheim 1978 1980
Ernst Dieter Lueg 1978 1985
Barbara Dickmann 1979 1983
Gisela Mahlmann 1980 1981
Klaus Bednarz 1982 1983
Gerhard Fuchs 1982 1985
Klaus-Peter Siegloch 1982 1985
Rüdiger Hoffmann 1982 1985
Otto Deppe 1982 1983
Elke Herrmann 1984 1985
Hannelore Gadatsch 1984 1985

Moderatoren seit 1985

Moderator Einstieg Ausstieg
Hanns Joachim Friedrichs 14. Oktober 1985 27. Juni 1991
Ulrich Wickert 1. Juli 1991 31. August 2006
Tom Buhrow 1. September 2006 16. Juni 2013
Ingo Zamperoni[8] 6. Januar 2013 12. Januar 2014[9]
Thomas Roth[1] (Erster Moderator) 5. August 2013 – aktiv –
Ingo Zamperoni Ab November 2016[10]

Moderatorinnen seit 1985

Moderator Einstieg Ausstieg
Ulrike Wolf 1. Oktober 1985 23. Juli 1987
Sabine Christiansen 4. August 1987 September 1997
Gabi Bauer 6. September 1997 5. April 2001
Anne Will 14. April 2001 24. Juni 2007
Caren Miosga (Erste Moderatorin) 16. Juli 2007 – aktiv –
Pinar Atalay 7. März 2014[9] – aktiv –

Vertretungen

Ulrich Deppendorf Urlaubsvertretungen 1993–1999
Susanne Holst Urlaubsvertretungen 2004–2012 (außerdem regelmäßige Moderatorin von März-September 2010 als Schwangerschaftsvertretung von Caren Miosga)
Gerhard Delling Urlaubsvertretung 2005
Ingo Zamperoni Urlaubsvertretungen von 2012–2013 (2013–2014 regulärer Moderator)

Medienkritik

vergleiche auch Tagesschau (ARD)

Berichterstattung und Kommentierung zur Finanzkrise 1999–2009

Die groß angelegte Studie der Otto Brenner Stiftung von Hans-Jürgen Arlt und Wolfgang Storz von März 2010 zum Thema "Wirtschaftsjournalismus in der Krise - Zum massenmedialen Umgang mit Finanzmarktpolitik" betrachtete unter anderem eingehend die Arbeitsweise der ARD von Frühjahr 1999 bis Herbst 2009. Untersucht wurden besonders die Formate die ARD-Formate „Tagesschau“ und „Tagesthemen“. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass sie – im Gegensatz zu den Print-Leitmedien – nicht nur handwerklich wie in den Jahren zuvor, sondern auch vor den inhaltlichen Herausforderungen der Berichterstattung über die Krise selbst versagt hätten. Die Redaktion arbeite “perspektiven-arm”, im Mittelpunkt stehen die jeweils offiziell wichtigsten Akteure: Vertreter der deutschen Regierung zuallererst, Bankenvertreter, wenige Wissenschaftler und deren Sichtweisen. "Hier handelt es sich um eine Perspektivenverengung mit enormen Wirklichkeitsverlusten, die als schwere journalistische Verfehlung einzustufen ist."[11]

Sprache und mediales Niveau

Ulrich Wickert kritisierte 2009 in der FAZ, in Nachrichtensendungen werde "bruchstückhaft informiert und schlampig formuliert, die Unterhaltung scheint das Wichtigste zu sein". Auch in den Tagesthemen stellte er eine sprachliche Verlotterung fest, die Autoren beherrschten "zum großen Teil nicht einmal mehr den korrekten Satzbau". Die "Floskelsprache der Politik" und das "Kurzsprech der Nachrichtenagenturen" würden übernommen. Aufgrund der inhaltlichen Mängel kommt er zu dem Schluss: "Den Machern scheint das Bewusstsein für ihren öffentlich-rechtlichen Auftrag, für eine Grundversorgung politischer Information zu sorgen, abhanden gekommen zu sein." Angesichts der Wahlberichterstattung urteilte er: "Es fehlt offenbar an einem Verständnis für die politische Grundversorgung." Es fehle aber nicht nur an einem Sinn für die Verbreitung wichtiger, aktueller politischer Inhalte, sondern erst recht an der Einordnung.[12]

Vorwurf administrativer Dominanz zum Schaden der Qualität

Der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preisträger Christoph Maria Fröhder, der seit 1965 für die ARD tätig war, kritisierte bei seinem "symbolischen Abschied" im Februar 2015 "Tagesschau" und "Tagesthemen" aufgrund eines unzureichenden journalistischen Umfelds, da "Strukturagenten" in der Administration guten Journalismus "ersticken" würden. "Es geht da meistens nicht um Journalismus oder Qualität, es geht bloß um Macht". Qualitätsmängel seien die Folge. So werde etwa fremdes Bildmaterial nicht kritisch genug geprüft, es bestehe die Gefahr der Instrumentalisierung. Neben sprachlicher "Verlotterung" wies Fröhder darauf hin, dass "scheinbar relevante Fakten hintereinandergefügt" würden, "anstatt sie zu hinterfragen".[13]

Trivia

Am 12. August 2014 ehrte Caren Miosga den am Vortag verstorbenen Hollywood-Schauspieler Robin Williams, in dem sie zwischenzeitlich die Sendung stehend auf dem Nachrichtenpult moderierte. Mit dieser Geste spielte sie auf Der Club der toten Dichter an, einen der bekanntesten Filme Williams', in dessen Schlussszene sich Schüler auf ihre Schreibtische stellen, um ihrem Lehrer Respekt zu zollen.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Alexander Krei: "Tagesthemen": Roth wird Buhrow-Nachfolger. DWDL.de, 22. Juni 2013, abgerufen am 22. Juni 2013.
  2. tagesthemen-EXTRA zur Causa Wulff
  3. Hans-Jürgen Jakobs: Tagesthemen im Quotentief – Am Zuschauer vorbei. In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 14. Dezember 2014.
  4. quotenmeter.de-Vergleich tagesthemen vs heute-journal , Artikel vom 24. März 2011, Timo Niemeier - abgerufen am 7. Oktober 2013
  5. "Tagesthemen": Beste Zuschauerzahl seit 18 Jahren , Artikel vom 4. Januar 2013, Alexander Krei - abgerufen am 7. Oktober 2013
  6. Carolin Emcke: Aller Tage Abend. In: Zeitmagazin. Nr. 26, 20. Juni 2013, S. 22–32 (online ).
  7. Neues Tagesschau-Studio nimmt am Karsamstag 2014 seinen Betrieb auf auf tagesschau.de, 15. April 2014. Abgerufen am 18. April 2014.
  8. Thomas Roth soll Erster Moderator der Tagesthemen werden. In: tagesspiegel.de. undatiert, abgerufen am 14. Dezember 2014.
  9. 9,0 9,1 Tagesthemen: Zamperoni geht nach Washington , DWDL.de am 18. Oktober 2013 - abgerufen am 18. Oktober 2013
  10. Ingo Zamperoni kommt 2016 zu den tagesthemen. In: www.tagesschau.de. Abgerufen am 20.04.2016.
  11. www.otto-brenner-stiftung.de
  12. Ulrich Wickert: Warum sind die Kritiker so milde? In: FAZ.net. 19. November 2009, abgerufen am 14. Dezember 2014.
  13. http://www.spiegel.de/kultur/tv/ard-froehder-kritisiert-tagesschau-und-tagesthemen-a-1017309.html

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