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Szerencs


Szerencs
Basisdaten
Staat: Ungarn
Region: Nordungarn
Komitat: Borsod-Abaúj-Zemplén
Kleingebiet bis 31.12.2012: Szerencs
Koordinaten:
Höhe: 100 m
Fläche: 36,69 km²
Einwohner: 9.173 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte: 250 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+36) 47
Postleitzahl: 3900
KSH kódja: 30739
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Ferenc Koncz
Postanschrift: Rákóczi u. 89.
3900 Szerencs
Webpräsenz:
(Quelle: A Magyar Köztársaság helységnévkönyve 2011. január 1. bei Központi statisztikai hivatal)

Szerencs [ˈsɛrɛnʧ] (deutsch: Serentsch) ist eine ungarische Stadt im Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén, ca. 35 km östlich von Miskolc. Sie wird auch als Tor zur Tokaj-Hegyalja bezeichnet.

Geschichte

Der Ort wurde 1216 erstmals erwähnt. Nach anonymer Quelle soll Árpád, der Großfürst der acht Stämme (sieben magyarische Stämme und ein turkstämmiger bzw. chasarischer Stamm: auch fekete magyarok genannt, „schwarze Magyaren“) mit seinem Heer im Zuge der Landnahme in Pannonien auf dem Isten-hegy im Norden von Szerencs Lager gehalten haben. Árpád soll folgendes geäußert haben: Ma ád Isten szerencsét e tájnak („Gebe Gott heute diesem Gebiet Glück“). Daher die Ortsbezeichnungen der Gemeinden Mád, Szerencs und Tállya.

Seit 1247 gab es eine Benediktiner-Abtei, deren Gebäude 1556 zur Burg umgebaut wurden. Die Burg (auch Rákóczi-Burg (Rákóczi-vár) oder Husaren-Burg (Huszár-vár) genannt) war von 1586 bis 1616 im Besitz der Familie Rákóczi und musste während der osmanischen Herrschaft mehrere Belagerungen überstehen.

Hier wurden Stephan Bocskai und Sigismund I. Rákóczi von den ungarischen Ständen zu Fürsten von Siebenbürgen gewählt.

Eine kleine Brücke westlich der Stadt an der Bahnlinie Richtung Sátoraljaújhely, unweit des Dorfes Fecskés, ist bezeichnend für die Sinnlosigkeit und Grausamkeit des Zweiten Weltkrieges. Diese benannte Brücke über dem Máder Bach (Mádi-patak) misst 1,5 m oder weniger und sollte von der Wehrmacht gesprengt werden, um den Vormarsch der sowjetischen Truppen zu verhindern. Mit schwerem Geschützfeuer wurde jedoch nicht die Brücke zerstört, sondern nur die umliegenden Felder getroffen. Die Brücke steht seither unverändert in der Puszta und stellt ein kurioses Mahnmal der Geschichte dar.

Bis in die 1950er Jahre stand in der Gemeinde eine Synagoge, die der sozialistische Machtapparat abreißen ließ und an ihrer Stelle ein öffentliches Gebäude für die örtliche LPG errichtet wurde; einzig und allein der jüdische Friedhof blieb erhalten. Szerencs und Mád waren vor dem Holocaust bedeutende Zentren jüdischer Gemeinden, 1996 wurde zumindest in Mád eine Restaurierung der Synagoge und des Friedhofes vorgenommen, finanziert durch einen jüdischen Fonds aus den USA.

In der Region stellt die Volksgruppe der Sinti und Roma einen erheblichen Bevölkerungsanteil. Im Alltag sind sie Rassismus ausgesetzt, was durch den EU-Beitritt Ungarns nicht besser geworden ist. Die Zahl der Analphabeten ist unverändert hoch, aus dem meist geringen Bildungsniveau resultieren hohe Arbeitslosenzahlen in dieser Volksgruppe.

Sehenswürdigkeiten

  • Rákóczi-Burg mit Zemplén-Museum. Hier kann man auch die weltweit drittgrößte Ansichtskartensammlung mit einem Umfang von annähernd 900.000 Karten besichtigen.
  • Sammlung von Dr. László Petrokovics
  • Museum der Zuckerfabrik von Szerencs
  • Reformierte Kirche. Sie wurde im 14. Jahrhundert erbaut, ihre Glocke stammt aus dem Jahre 1646. Hier befindet sich das Grabdenkmal des Fürsten Sigismund I. Rákóczi und seiner Frau.
  • Römisch-katholische Kirche
  • Griechisch-katholische Kirche. Sie wurde von den im 18. Jh. hier angesiedelten Russinen erbaut. Sehenswert ist die sich über 6 Ebenen erstreckende Ikonostase.

Städtepartnerschaften

Weblinks

 Commons: Szerencs  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén

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