Systematik der Minerale nach Strunz (8. Auflage) - LinkFang.de





Systematik der Minerale nach Strunz (8. Auflage)


Dies ist eine systematische Liste aller durch die International Mineralogical Association (IMA) aktuell oder ehemals anerkannten Minerale auf der Grundlage der von Hugo Strunz entwickelten Systematik (Mineralogische Tabellen) und seiner entsprechenden System-Nummerierung, die bis 2008 auch durch Stefan Weiß im Lapis-Mineralienverzeichnis weitergeführt wurde.[1]

Seit 2001 gilt allerdings die neue und in weiten Teilen überarbeitete Systematik der Minerale nach Strunz (9. Auflage) mit geänderter System-Nummerierung.

Inhaltsverzeichnis

I Elemente

Hierzu gehören diejenigen chemischen Elemente, die in der Natur gediegen, das heißt in freier, ungebundener Form vorkommen. Dazu zählen auch ihre natürlichen Legierungen bzw. intermetallischen Verbindungen sowie Carbide, Nitride, Phosphide und Silicide.

In den Gruppen I/A.01 bis I/A.08 finden sich die Metalle, in den Gruppen I/A.09 bis I/A.12 die Carbide, Nitride, Phosphide und Silicide (metallartige Verbindungen) und in den Gruppen I/A.13 bis I/A.17 die Platinmetalle, Platin-Eisen-Verbindungen sowie Verbindungen mit Zinn/Blei und Verwandte.

I/A. Metalle und intermetallische Legierungen (ohne Halbmetalle)

I/B. Halbmetalle und Nichtmetalle

II Sulfide und Sulfosalze

Zur Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze gehören neben den Verbindungen von Metallen mit Schwefel auch alle verwandten Verbindungen von Metall mit Selen, Tellur, Arsen, Antimon und Bismut. Namentlich sind dies die Selenide, Telluride, Arsenide, Antimonide und Bismutide.

II/A. Legierungen und legierungsartige Verbindungen

II/B. Sulfide, Selenide und Telluride mit Verhältnis Metall : S,Se,Te > 1:1

II/C. Sulfide mit Metall : S,Se,Te ≈ 1:1

II/D. Sulfide mit Metall : S,Se,Te < 1:1

II/E. Sulfosalze (S : As,Sb,Bi = x)

II/F. Sulfide mit nichtmetallischem Charakter

III Halogenide

Zur Mineralklasse der Halogenide gehören alle Verbindungen mit den Halogenen der 7. Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente, namentlich die Fluoride, Chloride, Bromide und Iodide (veraltet Jodide).

III/A. Einfache Halogenide

III/B. Doppelhalogenide mit [BF4]1−, [SiF6]2− und [AlF6]3−

III/C. Doppelhalogenide (meist mit OH,H2O)

III/D. Oxihalogenide

IV Oxide und Hydroxide

Oxide und Hydroxide sind Verbindungen mit Sauerstoff, außer Salze der Säuren mit den typischen Säurerest-Ionen (Bsp. X-[SO4] als Salz der Schwefelsäure). Ebenfalls zu dieser Klasse zählen die Vanadate mit der Oxidationsstufe V4+/5+, Arsenite, Sulfite, Selenite, Tellurite und Iodate.

IV/A. Oxide mit Verhältnis Metall : Sauerstoff = 1 : 1 und 2 : 1 (M2O, MO)

IV/B. Oxide mit Verhältnis Metall : Sauerstoff = 3 : 4 (Spinelltyp M3O4 und verwandte Verbindungen)

IV/C. Oxide mit Verhältnis Metall : Sauerstoff = 2 : 3 (M2O3 und verwandte Verbindungen)

IV/D. Oxide mit Verhältnis Metall : Sauerstoff = 1 : 2 (MO2 und verwandte Verbindungen)

IV/E. Oxide mit Verhältnis Metall : Sauerstoff < 1 : 2

IV/F. Hydroxide und oxidische Hydrate (wasserhaltige Oxide mit Schichtstruktur)

IV/G. Vanadiumoxide (Polyvanadate mit V4+/5+)

IV/H. Uranyl([UO2]2+)-Hydroxide und -Hydrate

Siehe auch: Uranyl

IV/J. Arsenite (mit As3+)

IV/K. Sulfite, Selenite, Tellurite

IV/L. Iodate

V Carbonate, Nitrate und Borate

Zu den Carbonaten zählen die Salze der Kohlensäure, zu den Nitraten die Salze der Salpetersäure und zu den Boraten die Salze Borsäure.

V/A. Nitrate [NO3]1−

V/B. Wasserfreie Carbonate [CO3]2− ohne fremde Anionen

V/C. Wasserfreie Carbonate mit fremden Anionen

V/D. Wasserhaltige Carbonate ohne fremde Anionen

V/E. Wasserhaltige Carbonate mit fremden Anionen

V/F. Uranylcarbonate [UO2]2+ bis [CO3]2−

V/G. Inselborate

V/H. Gruppenborate

V/J. Kettenborate [B2O4]2− bis [B6O10]2−

V/K. Schichtborate mit komplexen Baugruppen [Bx(O,OH)y]

V/L. Gerüstborate mit [BO2]1− bis [B6O10]2−

VI Sulfate, Chromate, Molybdate, Wolframate

Die Klasse der Sulfate, Chromate, Molybdate, Wolframate umfasst die Salze der Schwefelsäure, Chromsäure, Molybdänsäure und Wolframsäure sowie einige Selenate und Tellurate, soweit deren zweiwertige Komplexionen [SO4], [CrO4], [MoO4], [WO4], [SeO4] und [TeO4] tetraedrisch koordiniert sind.

Minerale, bei denen die genannten Komplexionen nicht tetraedrisch koordiniert sind wie z.B. Wolframit, finden sich in der Klasse der Oxide.

VI/A. Wasserfreie Sulfate [SO4], ohne fremde Anionen

VI/B. Wasserfreie Sulfate, mit fremden Anionen

VI/C. Wasserhaltige Sulfate, ohne fremde Anionen

VI/D. Wasserhaltige Sulfate mit fremden Anionen

VI/E. Tellurate

Nicht besetzt

VI/F. Chromate

VI/G. Molybdate und Wolframate

VII Phosphate, Arsenate, Vanadate

Zur Klasse der Phosphate, Arsenate, Vanadate gehören alle Minerale mit dem Anionenkomplex [PO4]3−, [AsO4]3− bzw. [VO4]3-.

Zusätzlich werden in diese Klasse noch die Uranylphosphate und -vanadate einsortiert.

VII/A. Wasserfreie Phosphate [PO4]3−, ohne fremde Anionen

VII/B. Wasserfreie Phosphate, mit fremden Anionen F, Cl, O, OH

VII/C. Wasserhaltige Phosphate ohne fremde Anionen

VII/D. Wasserhaltige Phosphate mit fremden Anionen

VII/E. Uranylphosphate/Arsenate und Uranylvanadate

mit [UO2]2+-[PO4]/[AsO4]3− und [UO2]2+-[V2O8]6− sowie isotype Vanadate (Sincosit-Reihe)

VIII Silikate und Germanate

Grundbaustein der Silikate sind die [SiO4]4−-Tetraeder, die nach ihrer strukturell charakteristischen Verknüpfungsart in entsprechende Abteilungen unterteilt werden. Ebenfalls zu dieser Klasse gehören die strukturell ähnlichen Germanate mit dem Grundbaustein [GeO4]4−.

Die Klasse der Silikate ist nach dem Polymerisationsgrad der [SiO4]-Tetraeder weiter unterteilt in Inselsilikate, Gruppensilikate, Ringsilikate, Ketten- und Bandsilikate, Schichtsilikate und Gerüstsilikate.

VIII/A. Inselsilikate (Nesosilikate)

Siehe auch: Inselsilikate

VIII/B. Inselsilikate mit tetraederfremden Anionen (Neso-Subsilikate)

VIII/C. Gruppensilikate (Sorosilikate)

Siehe auch: Gruppensilikate

VIII/D. Unklassifizierte Silikate

VIII/E. Ringsilikate (Cyclosilikate)

Siehe auch: Ringsilikate

VIII/F. Kettensilikate und Bandsilikate (Inosilikate)

Siehe auch: Kettensilikate

VIII/G. Übergangsstrukturen zwischen Ketten- und Schichtsilikaten

VIII/H. Schichtsilikate (Phyllosilikate)

Siehe auch: Schichtsilikate

VIII/J. Gerüstsilikate (Tektosilikate), mit Zeolithen

Siehe auch: Gerüstsilikate

IX Organische Verbindungen

Die Klasse der organischen Verbindungen enthält natürlich entstandene Salze organischer Säuren, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe, stickstoffhaltige Verbindungen (Amide organischer Säuren oder Heterocyclen) und Harze.

IX/A. Salze organischer Säuren

IX/B. Stickstofffreie Kohlenwasserstoffe

IX/C. Harzähnliche Verbindungen

IX/D. Stickstoffhaltige Kohlenwasserstoffe

Siehe auch

 Portal: Minerale – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Minerale

Einzelnachweise

  1. Mineralienatlas:Mineralklassen nach Lapis
  2. Y. Moëlo, E. Makovicky, N. N. Mozgova, J. L. Jambor, N. Cook, A. Pring, W. Paar, E. H. Nickel, S. Graeser, S. Karup-Møller, T. Balic-Zunic, W. G. Mumme, F. Vurro, D. Topa, L. Bindi, K. Bente, M. Shimizu: Sulfosalt systematics: a review. Report of the sulfosalt sub-committee of the IMA Commission on Ore Mineralogy. In: European Journal of Mineralogy. Band 20, 2008, S. 7–46.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Daniel Atencio, Marcelo B. Andrade, Andrew G. Christy, Reto Gieré: The Pyrochlore Supergroup of Minerals: Nomenclature. In: The Canadian Mineralogist. Band 48, 2010, S. 673–698. (PDF 1,8 MB )
  4. International Mineralogical Association: Commission on New Minerals and Mineral Names. In: Mineralogical Magazine. Band 38, März 1971, S. 102–105. (PDF 188,8 kB)
  5. S. W. Bailey: A system of nomenclature for regular interstratifications. In: The Canadian Mineralogist. Band 19, 1981, S. 651–655.
  6. P. Bayliss: Nomenclature of the trioctahedral chlorites. In: The Canadian Mineralogist. Band 13, 1975, S. 178–180. (aber erst seit 2009 nicht mehr in den IMA-Listen)
  7. M. Rieder, G. Cavazzini, Y. S. D’Yakonov, V. A. Frank-Kamenetskii, G. Gottardt, S. Guggenheim, P. V. Koval, G. Muller, A. M. R. Neiva, E. W. Radoslovich, J. L. Robert, F. P. Sassi, H. Takeda, Z. Weiss, D. R. Wones: Nomenclature of the micas. In: The Canadian Mineralogist. Band 36, 1998, S. 905–912.

Literatur

  • Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-82986-8.
  • Karl Hugo Strunz, Christel Tennyson: Mineralogische Tabellen. 8. Auflage. Akademische Verlagsgesellschaft Geest & Portig, Leipzig 1982.
  • Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. 5., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Christian Weise Verlag, München 2008, ISBN 978-3-921656-70-9.

Weblinks


Kategorien: Liste (Geologie) | Klassifikation (Geowissenschaften) | Mineralogie

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Systematik der Minerale nach Strunz (8. Auflage) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.