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Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag

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Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (kurz sh:z) mit Sitz in Flensburg, im Stadtteil Mürwik, ist mit 15 Tageszeitungen und einer Sonntagszeitung („Schleswig-Holstein am Sonntag“) der auflagenstärkste Verlag Schleswig-Holsteins. Die Zeitungen des sh:z erzielen täglich eine verkaufte Auflage von 196.663 Exemplaren[1] und erreichen damit rund eine halbe Million Menschen. Am 18. März 2005 übernahm der sh:z die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten aus Rostock von Hubert Burda Media. Am 5. November 2007 startete der Verlag als erster der Tageszeitungsverlage in Schleswig-Holstein ein täglich gepflegtes Internetportal. Im Jahr 2005 erhielt der Verlag den Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Eigentumsverhältnisse

Der sh:z ist, ebenso wie der Zeitungsverlag Schwerin und die A. Beig Druckerei in Pinneberg, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der medien holding:nord GmbH mit Sitz in Flensburg. Diese hält außerdem eine Beteiligung als größter Einzelgesellschafter mit 20,1 Prozent an der Regiocast, die wiederum an zahlreichen Tochtergesellschaften zum Betrieb regionaler Radioprogramme beteiligt ist.[2] Am 24. Februar 2016 wurde bekannt, dass das Unternehmen NOZ Medien die medien holding:nord GmbH vorbehaltlich einer kartellrechtlichen Prüfung übernehmen wird.[3]

Der sh:z firmiert als „sh:z Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag GmbH & Co. KG“ und ist eine Kommanditgesellschaft, deren Vollhafter die sh:z Verwaltungs GmbH mit Sitz in Flensburg ist.

Medien

Tageszeitungen

Dem sh:z gehören folgende Zeitungen an:

Ausgabe Region Auflage Auflagenquelle Gründungsdatum Beitrittsdatum
Eckernförder Zeitung Eckernförde 7.548 IVW 1/2016, Mo–Sa
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1851 2004
Flensburger Tageblatt Flensburg 29.309X[4] IVW 1/2016, Mo–Sa
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1865 Gründungsmitglied des sh:z
Holsteinischer Courier Neumünster 12.785 IVW 1/2016, Mo–Sa
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1872 2001
Husumer Nachrichten Husum 17.412 IVW 1/2016, Mo–Sa
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1870 1970
Der Insel-Bote Föhr, Amrum, Halligen 2.214 IVW 1/2016, Mo–Sa
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1880 1954
Schleswig-Holsteinische Landeszeitung Rendsburg 20.974 IVW 1/2016, Mo–Sa
(Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu )
1807 1986
Norddeutsche Rundschau Kreis Steinburg ohne die Wilstermarsch 18.418 IVW 1/2016, Mo–Sa
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1817
Nordfriesland Tageblatt Niebüll 7.262 IVW 1/2016, Mo–Sa
(Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu )
1879 1970
Ostholsteiner Anzeiger Kreise Ostholstein und Plön 5.384 IVW 1/2016, Mo–Sa
(Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu )
1802 2001
Schleswiger Nachrichten Schleswig 12.951 IVW 1/2016, Mo–Sa
(Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu )
1812 Gründungsmitglied des sh:z
Schlei-Bote Kappeln, Angeln, Schwansen 3.488 IVW 1/2016, Mo–Sa
(Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu )
1864 1986/1987
Stormarner Tageblatt Kreis Stormarn 4.816 IVW 1/2016, Mo–Sa
(Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu )
1839 1993
Sylter Rundschau Sylt 4.336 IVW 1/2016, Mo–Sa
(Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu )
1865 1971
Wilstersche Zeitung Wilstermarsch laut sh:z, zweites Quartal 2009 1890 1999
Pinneberger Tageblatt Pinneberg 9.828 IVW 1/2016, Mo–Sa
(Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu )
1859 2009
Quickborner Tageblatt Quickborn Keine Angaben mehr erhältlich 1965 2009
Schenefelder Tageblatt Schenefeld, Bz. Hamburg Keine Angaben mehr erhältlich 1972 2009
Wedel-Schulauer Tageblatt Wedel 2.893 IVW 1/2016, Mo–Sa
(Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu )
1957 2009
Barmstedter Zeitung Barmstedt Keine Angaben mehr erhältlich (zuletzt 1.992 im Quartal 2/2014) 1879 2009
Elmshorner Nachrichten Elmshorn Keine Angaben mehr erhältlich (zuletzt 8.889 im Quartal 2/2014) 1851 2009
Glückstädter Fortuna Glückstadt Keine Angaben mehr erhältlich (zuletzt 2.524 im Quartal 2/2014) 1740 bis 1969, seit 2014

Die 2005 übernommene Schweriner Volkszeitung mit neun Lokalausgaben hat als eigenständiger Verlag in Schwerin ihren Sitz und verfügt über eine eigene Redaktion. Die in Rostock erscheinende Tageszeitung Norddeutsche Neueste Nachrichten (NNN) bildet mit der Schweriner Volkszeitung seit 1991 eine publizistische Einheit und ist deren Lokalausgabe für die Hansestadt Rostock. Auch die in Brandenburg erscheinende Zeitung Der Prignitzer gehört zur Schweriner Volkszeitung und damit zum Verbund des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages. Auch das Amt Neuhaus (Niedersachsen) gehört zum Verbreitungsgebiet der Schweriner Volkszeitung. Das Amt gehörte zu DDR-Zeiten zum Bezirk Schwerin. 1993 entschieden sich die Gemeinden für die Rückkehr zum Landkreis Lüneburg. Die SVZ ist aber nach wie vor die dominierende Tageszeitung.

Wochenzeitungen

  • Nord Sport (Sportzeitung für Schleswig-Holstein, übernommen 2006)
  • Schleswig-Holstein am Sonntag (gegründet 2006, Startauflage am 19. November 2006 ca. 50.000)
  • Handballwoche (Europas größte Handball-Zeitschrift, übernommen 2008)
  • Sport Mikrofon (Hamburgs Fußball-Fachmagazin, übernommen 2008)

Anzeigenblätter

Die Auflage der kostenlosen Anzeigenblätter beträgt etwa 540.000. Folgende Titel werden produziert:

Sonderausgaben

Seit 2007 wird auf dem Wacken Open Air an allen Festivaltagen die Sonderausgabe „Festival Today“ – deren Erlös an einen guten Zweck geht – verteilt. Die Besucher werden hier über Geschehnisse auf dem Festival sowie aktuelle Spielpläne auftretender Bands informiert. Die Donnerstagsausgabe der Festivalzeitung liegt auch allen Tageszeitungen des sh:z bei.

Druckzentrum

Ursprünglich sollte das Rendsburger Druckzentrum im Jahr 2000 auf der gegenüber liegenden Straßenseite erweitert und mit einer Brücke verbunden werden, aber die Stadt Rendsburg lehnte dies ab. Im Oktober 2001 wurde das Druckzentrum unter anderem wegen der fehlenden Genehmigung schließlich unter heftiger Kritik von Rendsburg nach Büdelsdorf verlegt, wo seitdem täglich alle zum Verlag gehörenden Tageszeitungen gedruckt werden. Gedruckt wird in der Reihenfolge der geografischen Entfernung zu Büdelsdorf, beginnend mit den Ausgaben der nordfriesischen Inseln. Daraus ergibt sich mitunter eine unterschiedliche Aktualität des eigentlich identischen Mantelblattes, da bei bestimmten spätabendlichen Ereignissen lediglich die Ausgaben aktualisiert werden können, deren Druck noch aussteht.

Die geschlungene Form des Gebäudes soll an die Vorgänge während des Zeitungsdrucks erinnern, in denen das Zeitungspapier durch verschiedene Walzen geführt wird.

Öffentliche Diskussionen

Presseratsrüge

2008 sprach der Deutsche Presserat eine öffentliche Rüge gegen die Schleswiger Nachrichten wegen Verstoßes gegen den Pressekodex aus. In der Berichterstattung über einen Kommunalpolitiker hatte die Zeitung nach Feststellung des Presserats gegen die journalistische Sorgfaltspflicht verstoßen, indem sie falsche Informationen ungeprüft verbreitet hatte.[5]

Wahlkampf 2009

Während des Bundes- und Landtagswahlkampfes 2009 wurde von Seiten der Piratenpartei und der Freien Wähler behauptet, dass die Chefredaktion über eine so genannte Stallorder die Berichterstattung über die im Parlament nicht vertretenen Parteien (mit Ausnahme der Linkspartei) sämtlichen dem sh:z gehörenden 14 Tageszeitungen verbietet.[6][7][8]

Freie Wähler und Piraten protestierten gegen dieses Vorgehen in einer gemeinsamen Presseerklärung. Dabei verurteilten beide Parteien das Verhalten des Verlages und forderten diesen auf, sich zu verpflichten, die Bürger in all seinen Zeitungen umfassend und vollständig über ihre Wahlmöglichkeiten zu informieren. Des Weiteren forderten sie ihre
„vom undemokratischen Verhalten des sh:z ohne eigene Schuld begünstigten Mitbewerber – namentlich CDU, SPD, FDP, GRÜNE, SSW und LINKE – dazu auf, ihrer gesamtpolitischen Verantwortung gerecht zu werden und die Teilnahme an Pressegesprächen des sh:z so lange zu verweigern, bis auch in Schleswig-Holstein die ‚vierte Macht im Staat‘ wieder von demokratischen Grundprinzipien getragen wird.“[9]

Der Direktkandidat der Freien Wähler Helmut Andresen informierte in einem Brief die Wahlkampfbeobachter der OSZE über den Vorgang.[10]

Weblinks

 Wikinews: Schleswig-Holstein: Keine Berichte über Freie Wähler und Piraten? – in den Nachrichten

Einzelnachweise

  1. laut IVW, erstes Quartal 2016, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu )
  2. Mediendatenbank der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich, abgerufen am 19. Oktober 2012
  3. NOZ Medien erwirbt mh:n-Gruppe. shz.de vom 24. Februar 2016, abgerufen am 25. Februar 2016
  4. Es besteht offenbar ein kleiner Fehler in der Datenbank. Die Auflage liegt bei über 30.000; Vgl. mit dem Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu
  5. Mitteilung des Deutschen Presserats vom 4. Dezember 2008. Archiviert vom Original am 7. Juli 2012, abgerufen am 7. November 2015.
  6. Vgl. Peter Mühlbauer: Wahlkampf in alten und neuen Medien, 23. September 2009, Online unter Telepolis .
  7. Die Angst vor den Piraten, 18. September 2009, online unter [1] , Wiener Zeitung, 18. September 2009 (abgerufen am 22. November 2013) .
  8. „‚Stallorder‘ gegen FREIE WÄHLER und PIRATEN“ [2]
  9. Fabio Reinhardt: Stallorder gegen FREIE WÄHLER und PIRATEN durch auflagenstärksten Zeitungsverlag Schleswig-Holsteins + Update, Fr, 18/09/2009, online unter piratenpartei.de (Memento vom 22. September 2009 im Internet Archive).
  10. Joachim Huber und Sonja Pohlmann: Schlacht um Schleswig – Freie Wähler und Piratenpartei fühlen sich vom Flensburger SHZ-Verlag ignoriert. Die OSZE soll helfen, 24. September 2009, online unter tagesspiegel.de .

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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