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Suzhou (Jiangsu)


chinesisch 苏州市
Suzhou
    
}
Symbole
Flagge
Basisdaten
Staat Volksrepublik China

Provinz

Jiangsu
Fläche 8488 km²
Einwohner 10.465.994 (2010)
Dichte 1233 Ew./km²
Postleitzahl 215000
Webseite www.suzhou.gov.cn (chinesisch)
Politik
Bürgermeister Zhou Naixiang (周乃翔)
Kultur
Partnerstädte Deutschland Konstanz
Deutschland Riesa
Lettland Riga
Kanada Victoria
Italien Venedig
Wirtschaft
BIP 210.200 Mio. US-$
19.893 US-$ pro Kopf
(2013)
Wachstum des BIP 9,8 %

Suzhou (chinesisch 蘇州市 / 苏州市, Pinyin Sūzhōu Shì, W.-G. Su-chou) ist eine bezirksfreie Stadt im Osten der Volksrepublik China nahe Shanghai. Weil die Stadt von Kanälen durchzogen ist, wird sie auch Venedig des Ostens genannt. Aufgrund der guten Transportverbindungen ist sie eine der Boom-Städte des modernen China.

Administrative Gliederung

Auf Kreisebene setzt sich Suzhou aus fünf Stadtbezirken und vier kreisfreien Städten zusammen. Diese sind:

  • Stadtbezirk Gusu (姑苏区), 84 km², 780.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Huqiu (虎丘区), 258 km², 550.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Wuzhong (吴中区), 672 km², 540.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Xiangcheng (相城区), 416 km², 340.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Wujiang (吴江区), 1.192 km², 780.000 Einwohner;
  • Stadt Kunshan (昆山市), 927 km², 1,3 Millionen Einwohner (Januar 2006);
  • Stadt Taicang (太仓市), 642 km², 450.000 Einwohner;
  • Stadt Changshu (常熟市), 1.263 km², 1,04 Mio. Einwohner;
  • Stadt Zhangjiagang (张家港市), 813 km², 870.000 Einwohner.

Geographie

Geographische Lage

Sie liegt in der Provinz Jiangsu am Kaiserkanal und ist Metropole des Bezirks Suzhou. Südlich der Stadt liegt der Tai Hu (太湖, „Tai-See“), der drittgrößte Binnensee der Volksrepublik, sowie die Provinz Zhejiang.

Geschichte

Suzhou ist mit über 2.500 Jahren Geschichte eine der ältesten Städte im Jangtsekiang-Becken. Die Gegend ist die Wiege der Wu-Kultur; die Stämme, die während der Shang-Dynastie hier lebten, nannten sich „Guo Wu“.

Im Jahr 514 v. Chr., während der „Frühling-und-Herbst-Periode“, wurde Suzhou als „Große Stadt von Helu“ durch den legendären König Helu von Wu gegründet.

Der Name der Stadt stammt aus dem Jahr 589 während der Sui-Dynastie. In der Geschichte Chinas war Suzhou immer ein Zentrum von Handwerk und Handel. Mit Fertigstellung des Kaiserkanals als Handelsweg in Richtung Norden nahm Suzhou einen besonderen Aufschwung.

Marco Polo hat die Stadt im Jahr 1276 nach eigenen Angaben besucht und als großartig empfunden. Bekannt auch als die „Seidenhauptstadt“ des damaligen Kaiserreich Chinas ist Suzhou seit dem 14. Jahrhundert bis heute führend in der Seidenproduktion.

Abgesehen von kurzen Phasen der Besatzung durch die Japaner während des Zweiten Weltkrieges und durch die Armee des Taiping-Reichs im 19. Jh. wurde Suzhou in den Wirren des 19. und 20. Jahrhunderts nicht in Mitleidenschaft gezogen. Viele historische Anlagen sind daher original erhalten. Seit 1981 wurde Suzhou (zusammen mit Peking, Hangzhou und Guilin) in die Liste der Städte aufgenommen, deren historisches und kulturelles Erbe unter besonderen Schutz gestellt werden sollte.

Abgesehen von der Seide ist Suzhou heute ein Zentrum der Hightech-Industrie. Seit 1985 ist Suzhou eine der Sonderwirtschaftszonen.

Seit 1997 sind einige der Parks in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Zugleich verschwinden viele altertümliche Häuser, Kanäle und Brücken mit großer Geschwindigkeit, um der Moderne Platz zu machen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Universitäten

In Suzhou gibt es mehrere Universitäten wie die 1900 gegründete Soochow-Universität oder die 2006 gegründete Xi’an Jiaotong-Liverpool University.

Museen

Gärten und Tempel

Wolkenkratzer

Das 302 Meter hohe Gate of the Orient am westlichen Ufer des Jinjisees ist das höchste Gebäude Suzhous. Daneben ist seit 2014 das Suzhou Zhongnan Center im Bau, das 2020 fertiggestellt werden und dann eine Höhe von 729 m haben soll. [1] Der am östlichen Ufer des Jinjisees entstehende Suzhou Supertower soll nach seiner Fertigstellung im Jahr 2017 450 m hoch sein.

Sport

2005 fanden in Suzhou die Weltmeisterschaften im Speedskating statt, 2008 die Weltmeisterschaften im RoboCup, 2015 die Tischtennisweltmeisterschaft.[2]

In der Stadt befindet sich das 6000 Zuschauer fassende Suzhou Sports Center Gym.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Suzhou Nordbahnhof liegt an der stark frequentierten Schnellfahrstrecke Peking–Shanghai des Hochgeschwindigkeitszugs CRH. Der Hauptbahnhof und die Bahnhöfe Suzhou Industrial Park und Suzhou New District sind Haltepunkte des Hochgeschwindigkeitszuges auf der Strecke Shanghai-Nanjing. Von mehreren Busbahnhöfen bestehen zahlreiche Verbindungen zu anderen Städten. Zu den Flughäfen Pudong und Hongqiao in Shanghai fährt ein Shuttlebus (etwa 2,5 bzw. 1,5 Stunden Fahrzeit).

Der öffentliche Nahverkehr erfolgt vor allem mit Bussen. Die U-Bahn Suzhou wurde am 28. April 2012 mit einer ersten in Ost-West-Richtung verlaufenden Linie eröffnet, seit Dezember 2013 gibt es eine zweite Linie in Nord-Süd-Richtung. Weitere Linien befinden sich im Aufbau, insgesamt sind vier Linien geplant. In der Stadt (vor allem im Suzhou Industrial Park) gibt es zahlreiche Verleihstationen kostenloser öffentlicher Leihfahrräder.

Unternehmen

In Suzhou unterhält unter anderem der Hardware- und Computermaushersteller Logitech eine Fabrik. Auch für Apple Inc. werden dort u. a. Notebooks und iPods produziert. Ebenfalls produziert der größte Automobilzulieferer der Welt, die Robert Bosch GmbH, Bremssysteme, (Motor-)Steuergeräte und Audio-/Navigationssysteme in Suzhou. MTU Friedrichshafen produziert in Suzhou Dieselmotoren der Baureihe 2000. Seit 2002 unterhält die SCHOTT AG eine Produktion von Ceran-Kochfeldern in Suzhou, seit 2007 ist dort das Customer Technical Service Center ansässig und seit 2008 werden dort auch pharmazeutische Verpackungen produziert. Seit 2006 die Oberösterreichische Miba AG mit der Gleitlager- und Sinterproduktion im Industriepark ansässig. Des Weiteren betreibt die Carl Zeiss Microimaging GmbH in Suzhou eine Produktionsstätte, ebenso wie der japanische Kamerahersteller Canon Inc.

Glaxo Smith Kline unterhält in Suzhou einen Produktionsstandort für Medikamente für den chinesischen Markt. Der Weltmarktzweite für industrielle Getriebemotoren, die Firma Getriebebau Nord GmbH & Co. KG, unterhält in Suzhou ihr Fertigungszentrum für Asien. Seit 1992 hat einer der weltweit größten Optikhersteller, die Firma Synta Optics, ihren Hauptsitz in Suzhou. Philips Healthcare baut derzeit ein neues Center für den asiatischen Markt in Suzhou. Das deutsche Unternehmen WIKA lässt in Suzhou Druck- und Temperaturmesstechnik produzieren. Der Ventilspezialist Bürkert Fluid Control Systems ist ebenfalls in Suzhou vertreten. Auch die Gleason Corporation mit Standorten in Deutschland produziert seit 2012 in Suzhou Maschinen und Werkzeuge mit eigener Produktionsstätte für den chinesischen Zahnrad-Markt. Der österreichische Kunststoffspezialist faigle ist seit 2005 mit einem Werk vertreten und erzeugt in Suzhou, New District für den Asiatischen Markt seine hochtechnischen Kunststoffprodukte.

Samsung ist der größte in Suzhou ansässige Arbeitgeber.

Suzhou Industrial Park

Der im Osten Suzhous gelegene Suzhou Industrial Park (SIP) wurde 1994 in Zusammenarbeit mit Singapur gegründet. Auf seinen 288 km² gibt es einen Bildungsbereich, auf dem sich unter anderem der naturwissenschaftliche Campus der Soochow-Universität befindet, einen Wohnbereich und einen Fabrikbereich.[3]

Söhne und Töchter der Stadt

Städtepartnerschaften

Suzhou unterhält eine Städteverbindung mit Konstanz und weitere Städtepartnerschaften mit Riesa, Riga, Victoria (British Columbia) und Venedig.

Weblinks

 Commons: 苏州  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Suzhou Zhongnan Center bei skyscrapercenter.com, abgerufen 8. November 2014.
  2. WM 2015 bei tischtennis-info.de. Abgerufen am 17. Mai 2015.
  3. Suzhou Industrial Park: 10 things to know about the China-Singapore project. The Straits Times, 25. Oktober 2014.

Kategorien: Sonderwirtschaftszone | Welterbe in China | Ort in Jiangsu | Millionenstadt | Bezirksfreie Stadt (China)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Suzhou (Jiangsu) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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