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Suliko


Suliko (სულიკო) ist ein georgisches Wort, das Seele bedeutet. Suliko ist auch ein georgischer Vorname, der sowohl weiblich als auch männlich sein kann. Zugleich ist es der Titel eines Liebesgedichtes, das Akaki Zereteli 1895 schrieb und das danach vertont wurde. Es wird als traditionelles georgisches Volkslied angesehen. Während der Regierungszeit von Josef Stalin, dessen Lieblingslied es war, strahlten Radiosender das Lied häufig aus, sodass es in der ganzen Sowjetunion verbreitet ist. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erlangte Suliko auch im Ostblock einen hohen Bekanntheitsgrad. Auf Deutsch wurde das Lied vor allem durch die Interpretation von Ernst Busch bekannt.

Geschichte des Liedes

Zereteli verfasste das Gedicht Suliko im Jahr 1895 und veröffentlichte es im gleichen Jahr in Tiflis in der sozialdemokratischen Zeitschrift Kvali (dt. Furche). Etwas später bat der Autor seine Cousine Barbara (Varinka) Zereteli aus Sestafoni, zu diesem Gedicht eine Musik für Gitarrenbegleitung zu komponieren. Sie kam dieser Bitte nach und trat 1898 damit auch erstmals an die Öffentlichkeit. Im Haus des Schriftstellers, Journalisten und Übersetzers Iwan Machabeli in Tiflis ließ die britische Firma Phonograph bald darauf Schallplatten mit dem Lied herstellen. Darüber hinaus trat Varinka Zereteli mit dem Lied im Jahr 1905 auf der Bühne des Volkstheaters in Kutaisi erfolgreich auf.

Aus der regionalen Bekanntheit heraus kam das Lied Suliko ab dem Jahr 1937, als das Frauengesangsensemble Auxentius Megrelidze in einer Woche der georgischen Kultur in Moskau es einem größeren Zuhörerkreis präsentierte. Der zu dieser Zeit die Sowjetunion regierende Josef Stalin, selbst aus Georgien stammend, mochte den Song und er ließ ihn auf Datenträgern prägen und verbreiten. Meistens wurde Suliko als Volkslied bezeichnet, den Dichter A. Zereteli kannte kaum jemand. Erst in den 1980er Jahren fand auch die Komponistin Varinka Zereteli Erwähnung.

Suliko galt lange Jahre in allen Republiken der Sowjetunion als populärer Song, auch nach Stalins Tod. Im Russischen sind auf 25 verschiedenen Plattenaufnahmen die Texte festgehalten worden.[1] Der deutsche Text aus dem Jahr 1949 bildete für einige Jahrzehnte die Grundlagen des in der DDR verbreiteten Liedes, das auch Feinsliebchen genannt wurde. Suliko wurde sowohl im Musik- und Russischunterricht als auch durch zahlreiche Chöre weitergetragen.[2] Daneben gibt es die für Ernst Busch vorgenommene Nachdichtung der Verse von Akaki Zeletreri, die sich mehr am Originaltext orientiert. Die Anzahl der deutschen Strophen stimmt nicht mit dem georgischen Original überein.

Ein Opernensemble aus Kuressaare (Estland) hat sich den Namen Suliko gegeben.

Im Jahr 2006 drehte die Regisseurin Liana Jakeli einen halbstündigen Dokumentarfilm «Sada Khar, Chemo Suliko?» (Wo bist du, mein Suliko? ), der die Geschichte des Liedes und seiner Autoren erzählt.[3]

Text

Suliko – Feinsliebchen
Georgisches Original[4] Deutsche Version
Text in der Fassung von Ernst Busch[5]
Erstveröffentlichter Text 1949[2]
საყვარლის საფლავს ვეძებდი,
ვერ ვნახე!.. დაკარგულიყო!..
გულამოსკვნილი ვტიროდი
„სადა ხარ, ჩემო სულიკო?!“
Sucht ich ach das Grab meiner Liebsten ,
Fragend überall: Wer weiß wo?
(Refrain) Weinend klagt ich oft mein Herzeleid:
„Wo bist du, mein lieb Suliko?“
Sucht’ ich ach das Grab meiner Liebsten
überall o widrig Geschick.
(Refrain) Weinend klagt ich oft mein Herzeleid:
„Wo bist du entschwundenes Glück?“
ეკალში ვარდი შევნიშნე,
ობლად რომ ამოსულიყო,
გულის ფანცქალით ვკითხავდი
„შენ ხომ არა ხარ სულიკო?!“
Blühte dort am Waldrand die Rose,
Morgensonnenschön, still und froh.
(Refrain) „Fragt ich hoffnungsvoll das Blümelein:
Sag, bist du mein lieb Suliko?“
Blühte in den Büschen ein Röslein,
morgensonnenschön, wonniglich.
(Refrain) Fragt ich sehnsuchtsvoll das Blümelein:
„Sag bist du mein Liebchen o sprich!“
სულგანაბული ბულბული
ფოთლებში მიმალულიყო,
მივეხმატკბილე ჩიტუნას
„შენ ხომ არა ხარ სულიკო?!“
Sang die Nachtigall in den Zweigen.
Brannte mir das Herz lichterloh
(Refrain) „Sag mir doch, du holde Sängerin:
Bist gar du mein lieb Suliko?“
Sang die Nachtigall in den Zweigen,
fragt ich bang das Glücksvögelein:
(Refrain) „Bitte sag mir doch, du Sängerin,
bist gar du die Herzliebste mein?“
შეიფრთქიალა მგოსანმა,
ყვავილს ნისკარტი შეახო,
ჩაიკვნეს-ჩაიჭიკჭიკა,
თითქოს სთქვა„დიახ, დიახო!“
Neigt die Nachtigall drauf ihr Köpfchen
Aus der Rosenglut klang es so
(Refrain) Silberhell und tröstend wie ihr Lied:
„Ja, ich bins, ich bin Suliko!“
Neigt die Nachtigall drauf ihr Köpfchen,
aus der Rosenglut klingt’s zurück –
(Refrain) lieb und innig leis wie Streicheln zart:
„Ja, ich bin’s, ich bin es dein Glück!“
ნიშნად თანხმობის კოკობი
შეირხა... თავი დახარა,
ცვარ-მარგალიტი ციური
დაბლა ცრემლებად დაჰყარა.
დაგვქათქათებდა ვარსკვლავი,
სხივები გადმოსულიყო,
მას შევეკითხე შეფრქვევით
„შენ ხომ არა ხარ სულიყო?!“
დასტური მომცა ციმციმით,
სხივები გადმომაყარა
და იმ დროს ყურში ჩურჩულით
ნიავმაც ასე მახარა
„ეგ არის, რასაც ეძებდი,
მორჩი და მოისვენეო!“
დღე დაიღამე აწ ტკბილად
და ღამე გაითენეო!
„სამად შექმნილა ის ერთი
ვარსკვლავად, ბულბულ, ვარდადო,
თქვენ ერთანეთი რადგანაც
ამ ქვეყნად შეგიყვარდათო“.
მენიშნა!.. აღარ დავეძებ
საყვარლის კუბო-სამარეს,
აღარც შევჩვი ქვეყანას,
აღარ ვღვრი ცრემლებს მდუღარეს!
ბულბულს ყურს ვუგდებ, ვარდს ვყნოსავ,
ვარსკვლავს შევყურებ ლხენითა
და, რასაცა ვგრძნობ მე იმ დროს,
ვერ გამომითქვამს ენითა!
ისევ გამეხსნა სიცოცხლე,
დღემდე რომ მწარედ კრულ იყო,
ახლა კი ვიცი, სადაც ხარ
სამგან გაქვს ბინა, სულიკო!

Weblinks

Im Folgenden sind einige im Internet kursierende Gesangsdarbietungen von Suliko zu finden:

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Katalog russischer Schallplatten auf records.su , abgerufen am 21. Juli 2014
  2. 2,0 2,1 Leben. Singen. Kämpfen. Liederbuch der FDJ, Verlag Neues Leben, Berlin, 1949; Seite 256f. Nachdichtung von Alexander Ott.
  3. Kurzinformation zum Dokumentarfilm Wo bist du, mein Suloko? (englisch) auf www.geocinema.ge , abgerufen am 21. Juli 2914
  4. Der russischen Wikipedia entnommen Сулико (песня)
  5. Suliko von Ernst Busch gesungen auf youtube.com, abgerufen am 21. Juli 2014

Kategorien: Musik (Europa) | Georgische Sprache | 1895 | Volkslied

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Suliko (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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