Stuttgart-Süd - LinkFang.de





Stuttgart-Süd


Stuttgart-Süd
Stadtbezirk der Landeshauptstadt Stuttgart
Stadtwappen Stadtkarte
Liste der Stadtteile Stuttgarts
Eingemeindung: Kaltental 1922
Höhe: 220–400 m ü. NHN
Bevölkerungsdichte: 4.543 Einwohner je km²
Postleitzahl: 70178, 70180, 70184,
70199, 70569
Vorwahl: 0711
Adresse des
Bürgerbüros Süd:
Jella-Lepman-Straße 3
70178 Stuttgart
Website: www.stuttgart.de
Bezirksvorsteher: Raiko Grieb (SPD)
Stadtbezirk Einwohner
(Stand 2014)
Fläche
Nr. Stadtteil
Stuttgart-Süd 43.561 958,8 ha
161 Bopser 2.965 205,7 ha
162 Lehen 11.049 51,4 ha
163 Weinsteige 2.129 61,5 ha
164 Karlshöhe 5.374 51,9 ha
165 Heslach 10.977 106 ha
166 Südheim 5.149 294,9 ha
171 Kaltental 5.918 187,3 ha
Quelle: Datenkompass Stuttgart

Stuttgart-Süd ist ein innerer Stadtbezirk Stuttgarts südlich des Innenstadtkerns zwischen Stuttgart-Mitte und Degerloch.

Stadtteile

Der Stadtbezirk entstand 1956 in seiner heutigen Ausdehnung aus dem gleichnamigen Stadtteil Stuttgart-Süd einschließlich des seinerzeit nicht mehr abgegrenzten Wohnbezirks Heslach und dem Stadtteil Kaltental.

Bei der Neugliederung der Stadtteile im Jahre 2001 wurde der Stadtbezirk Stuttgart-Süd in die sechs Stadtteile Bopser, Lehen, Weinsteige, Karlshöhe, Heslach und Südheim aufgeteilt, so dass der Stadtbezirk seither einschließlich des Stadtteils Kaltental aus sieben Stadtteilen besteht.

Geschichte

1350 erstmals erwähnt wurde die Alte Weinsteige, ein extrem steiler Karrenweg, den der gesamte Frachtfuhrwerksverkehr von Stuttgart nach Süden in Richtung Tübingen nehmen musste. Bis zu 16 Pferde waren als Vorspann nötig, um die Steigung zu bewältigen.

Um den stark angewachsenen Verkehr zu bewältigen, wurde zwischen 1826 und 1831 die Neue Weinsteige, eine breite Panoramastraße, durch Oberbaurat Gottlieb Christian Eberhard von Etzel erbaut. Seit 1884 fährt die Zahnradbahn entlang der Alten Weinsteige.

Heslach

Einer Sage nach wurde der württembergische Herzog Ulrich von Württemberg auf der Flucht aus Stuttgart anno 1518 von den Heslachern verraten. Als er zurückkehrte, mussten die Heslacher zur Strafe sonntags zum Kirchgang blaue Strümpfe tragen – daher ihr Ortsneckname Blaustrümpfler. Der Name „Heslach“ entwickelte sich, über „Haselach“, aus dem Namen des heute verdolten Haselbachs.

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts lebten die Heslacher überwiegend vom Weinbau (→ Weinbau in Stuttgart). Noch zur Jahrhundertwende bestand der Südhang des Hasenberges aus drei großen Weinbergslagen, die heute nur noch in Straßennamen fortleben: Afternhalde, Wanne und Gebelsberg. Seit der Gründerzeit füllte sich der Talkessel schnell mit Mietshäusern. Aus Anlass des 25-jährigen Kronjubiläums von König Karl I. von Württemberg trug Heslach ab 1889 vorübergehend den Namen Karlsvorstadt.

Seit 1879 war Heslach auch bahntechnisch durch den Haltepunkt Stuttgart-Heslach an die Gäubahn bei Streckenkilometer 9,4 angeschlossen. Der kleine Haltepunkt lag am Rande des Stuttgarter Stadtteils Heslach, weit oberhalb der eigentlichen Siedlung. Der Haltepunkt ging mit der Eröffnung der Gäubahn am 1. September 1879 in Betrieb und wurde am 29. Mai 1960 wieder aufgelassen; eine kurze Blüte erlebte er in den Jahrzehnten vor und nach dem Krieg, durch die aus Böblingen und der Umgebung nach Heslach pendelnden Arbeiter, die bei dem namhaften Zeiss-Ikon Contessa-Werk in der Dornhalde Arbeit gefunden hatten; damals gab es von dem Unternehmen Zeiss-Ikon zu diesem Zwecke eine Pferde-Kutschen-Verbindung für die Arbeiter und Angestellten des Contessa-Werkes in der Dornhaldenstrasse, hinauf zum Haltepunkt Heslach. Zeiss-Ikon hatte das Contessa-Werk in der Dornhaldenstraße nach dem Krieg nochmals deutlich erweitert, und zudem mit einer kleinen Arbeiter-Sozial-Siedlung Eiernest[1] in der unmittelbaren Nähe ergänzt, um an dem einzigen, nach dem Krieg unzerstörten Kamera-Produktionsstandort von Zeiss-Ikon in Heslach die brachliegende Kamera-Produktion ab 1948 wieder aufzunehmen.

Ein weiteres bemerkenswertes Bauwerk ist der Heslacher Schwabtunnel. Der 125 Meter lange Tunnel wurde in den Jahren 1894 bis 1896 unter dem Stadtbaurat Carl Kölle erbaut und verbindet die Stuttgarter Stadtbezirke Süd und West. Der 10,50 Meter breite und 8,50 Meter hohe Straßentunnel unterquert hierbei sowohl die Wannenstraße als auch die Hasenbergsteige (seinerzeit die Hauptverkehrsachse in Richtung Birkenkopf), an dessen höchster Stelle bis zu seiner Sprengung im Kriegsjahr 1943 der Hasenbergturm als höchste Erhebung im Stuttgarter Süden stand, und stellt die Verbindung zwischen der Schwabstraße im Stuttgarter Westen mit der Schickhardtstraße im Süden her.

Bemerkenswert ist der Schwabtunnel vor allem deswegen, da er zum Zeitpunkt seiner Eröffnung am 29. Juni 1896 der breiteste und einer der ersten innerstädtischen Tunnel Europas war. Zudem ist er der erste Tunnel der Welt, der von Automobilen befahren wurde. Durch den Tunnel führen zwei Fahrspuren (eine je Richtung) sowie rechts und links der beiden Fahrbahnen jeweils ein abgesetzter und mit einer Barriere aus Betonfertigteilen von der Fahrbahn abgetrennter Fußgängerweg. Beiderseits der in barockem Sandstein verzierten Tunnel-Portale befinden sich Treppenaufgänge zu den weiter oben gelegenen Teilen Heslachs, wie der Karlshöhe sowie der Hasenbergsteige, die als Zugang/Zufahrt zum hochgelegenen Birkenkopf dient, der nach der Sprengung des Hasenbergturmes und der Aufschüttung des Birkenkopfes aus Kriegs-Bauschutt („Scherbelino“) nunmehr der höchste Punkt des südlich gelegenen Hasenberges oberhalb der Gäubahn bei Heslach darstellt.

Südheim

Der Südheimer Platz entstand mit der Siedlung Südheim (1901–1903) nördlich des Alten Schützenhauses (1895), beide erbaut vom Stuttgarter Architekten Karl Hengerer. Vom Südheimer Platz aus verbindet bereits seit 1929 die Standseilbahn Stuttgart Heslach mit dem höher gelegenen Waldfriedhof. Die östliche Randbebauung entstand gegen 1928. Heute stehen die Südheim-Siedlung als städtebauliche Gesamtanlage und Sachgesamtheit wie auch das Alte Schützenhaus unter Denkmalschutz. Bis in die Siebziger Jahre befand sich am Südheimer Platz auch ein kleines Straßenbahn-Depot der SSB, der „Betriebshof Südheim“, welcher heute verlegt worden ist zur anschließenden SSB-Haltestelle Vogelrain und an dessen Stelle sich heute die Senioren-Residenz Hohentwiel am unteren Ende der Hohentwielstraße befindet. Erwähnt werden sollte ebenfalls, dass das neben der SSB-Haltestelle Vogelrain – an der B 14 liegende – markante Bauknecht-Hochhaus, Stuttgarts erstes Hochhaus ist, und in der "Frischluftschneise nach Kaltental" auch das Letzte geblieben ist.

Kaltental

valign="top" Burg Kaltental, nach der der Stadtteil Kaltental benannt wurde, wurde 1125 erstmals urkundlich erwähnt. Nach der teilweisen Zerstörung der Burg zogen die Herren, später auch Burggrafen von Kaltental nach Aldingen am Neckar. Die wieder aufgebaute Burg wechselte daraufhin immer wieder ihre Besitzer bis sie nach zunehmenden Verfall ab 1796 abgetragen wurde. Um die Burg entwickelten sich ursprünglich drei Siedlungen, die später zu Kaltental zusammengeschlossen wurden: „Unterweiler“ in der Nesenbachaue, „Oberweiler“, wo sich heute die Grundschule und die ev. Kirche befinden und „Schloßberg“ zwischen Burgstraße, Schloßbergstraße und Burggrafenweg mit der früheren Burg Kaltental, wo seit 1932 die katholische Kirche St. Antonius steht. 1809 wurde die Kaltental durchschneidende Verbindungsstraße von Stuttgart nach Vaihingen entlang des Nesenbachs gebaut. 1922 wurde Kaltental eingemeindet.

Die Aktennotiz von Graf Eberhard im Bart „Der von Kaltental glaubt das nicht“ wurde zum Markenzeichen der Kaltentaler. Überregional bekannt wurde Kaltental durch das Lied Oh Anna Scheufele aus Kaltental („Mir schmeckt koi Veschber meh’, Seit i dees Mädle gseh’“). In dem Lied besingt der Humorist Werner Veidt die Kunstfigur der Anna Scheufele, „e pfondigs Bolleweib, mit ‚sex appeal‘ im Leib“.

Politik

Kommunalwahl 2014
 %
30
20
10
0
22,8
29,6
13,6
3,9
5,7
6,5
3,6
5,6
8,9
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+2,3
-3,9
-1,8
-2,5
-5,3
+0,9
+3,6
-0,1
+7,0
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Die Ergebnisse der Gemeinderatswahlen in den Stadtbezirken sind maßgebend für die Anzahl der Sitze der Parteien in den Bezirksbeiräten. Die letzte Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 ergab die in der nebenstehenden Grafik abgebildeten Stimmenanteile und die folgende Verteilung der 16 Sitze des Bezirksbeirats:

Städtische Einrichtungen

Schulen

In Stuttgart-Süd gibt es fünf Grundschulen, die Lerchenrainschule, die Heusteigschule, die Römerschule, die Wilhelm-Hauff-Schule und die Grundschule Kaltental. Weiterführende Schulen sind das Schickhardt-Gymnasium und die Schickhardt-Realschule, das Evangelische Mörike-Gymnasium, das Karls-Gymnasium und die Kaufmännische Schule Süd. Daneben existieren zwei Sonderschulen, die Immenhoferschule für Schwerhörige und die Lehenschule (Förderschule). Zudem gibt es eine private Schule für geistig Behinderte und teilweise für Körperbehinderte, die Torwiesenschule.

Bürgerbüro

Bürgerbüro 4 Süd (Bürgerservicezentrum Süd, Jella-Lepman-Straße 3, 70178 Stuttgart)

Krankenhäuser und soziale Einrichtungen

  • Marienhospital Stuttgart: Krankenhaus mit internationalem Ruf
  • Rudolf-Sophien-Stift: Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Werkstätten für Behinderte
  • Mehrgenerationenhaus Heslach: Pflege- und Altenheim, Kulturzentrum
  • Gradmann-Haus: Zentrum für Demenzkranke

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Parkanlagen

Bauwerke

  • Städtisches Lapidarium
  • Teehaus und Marmorsaal im Weißenburgpark
  • Marienplatz mit Zahnradbahn
  • Altes Feuerwehrhaus Heslach, erbaut 1887/1888 als ehemalige Feuerwache mit Turnhalle und Steigerturm von Architekt Stadtbaurat Emil Mayer. Das Gebäude wurde bis 1920 als Feuerwehrhaus genutzt, danach waren ein Knabenhort, ein Waisenhaus und eine Suppenküche untergebracht. Dient heute als Veranstaltungssaal und Gemeinwesenzentrum.
  • Standseilbahn vom Südheimer Platz zum Waldfriedhof
  • Heslacher Tunnel von 1991, ein 2300 Meter langer Straßentunnel für die Bundesstraße 14
  • Hallenbad Heslach, denkmalgeschütztes Hallenbad aus dem Jahr 1929.

Kirchen und Friedhöfe

  • Fangelsbachfriedhof, 1823 in der Nähe der einstigen mittelalterlichen Siedlung Immenhofen auf freiem Feld angelegt; wichtige Gräber: Immanuel Hermann Fichte, Gustav Siegle und Nikolaus Friedrich von Thouret
  • Heslacher Friedhof im Zentrum von Heslach mit Benckendorff-Grabkapelle von 1823 in Form eines griechischen Rundtempelchens mit Kuppel und zwei ionischen Säulen von Giovanni Salucci. Auf diesem Friedhof befinden sich auch die Gräber prominenter politischer Hitler-Gegner und Widerstandskämpfer: Anton Hummler, Fritz Rau und Jakob Weimer.[2]
  • Kaltentaler Friedhof in der Feldbergstraße, mit Gedenkstein zu Ehren der Verstorbenen des Wichernhauses
  • Evangelische Markuskirche
  • Evangelische Matthäuskirche (im Verlauf der Möhringer Straße in Heslach am Erwin-Schöttle- Platz)
  • Evangelische Kreuzkirche in Heslach
  • Evangelische Thomaskirche in Kaltental
  • Katholische Kirche St. Maria
  • Katholische Kirche St. Josef in Heslach
  • Katholische Kirche St. Antonius in Kaltental
  • Serbisch-Orthodoxe Kirche
  • Neuapostolische Kirche Heslach
  • Neuapostolische Kirche Stuttgart-Süd
  • Siehe auch bei Kirchen in Stuttgart

Feste und Veranstaltungen

  • Internationalistisches Straßenfest beim Linken Zentrum Lilo Herrmann am 1. Mai
  • Heusteigviertel Straßenfest in der Mozartstraße, am letzten Juni-Wochenende
  • Anna-Scheufele-Fest Kaltental am letzten Juni-Wochenende
  • Heslacher Hocketse am Bihlplatz, im Juli
  • Afrika Festival am Erwin-Schöttle-Platz, im Juli

Sportvereine

  • SV Heslach
  • VfL Kaltental 1886 e. V.

Weitere Bilder

Literatur/Heimatbücher

  • Heimatbuch Heslach, Siegfried Bassler. Unter Mitarb. von Stefan Hammer. – 3. Aufl. – Stuttgart: Adolphi, 1987. – 208 S.: Ill. und Kt. – Behandelt die Geschichte des Ortes ab der Vor- und Frühgeschichte mit einem Schwerpunkt auf der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.

Weblinks

 Wikisource: Kaltenthal in der Beschreibung des Amtsoberamts Stuttgart von 1851 – Quellen und Volltexte
 Commons: Stuttgart-Süd  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. vgl. Claudia Frank-Sohnrey, Roland Schreglmann: Siedlung „Eiernest“ in Stuttgart-Heslach. Zurück zum einheitlichen Erscheinungsbild. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 42. Jg. 2013, Heft 3, S. 175–178 (PDF )
  2. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 90.

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