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Studentenverbindungen in nicht-deutschsprachigen Ländern


Neben den Studentenverbindungen im deutschsprachigen Raum gibt es auch Studentenverbindungen in nicht-deutschsprachigen Ländern. Zu unterscheiden ist dabei zwischen den Studentenverbindungen Mittel- und Osteuropas, die durch deutsche Traditionen geprägt sind, Sonderfällen wie Chile und Japan, wo es Studentenverbindungen deutscher Tradition gibt, und den Ländern, in denen Studentenverbindungen eigenständiger Tradition existieren. Aber auch dort gibt es teilweise Studentenverbindungen, die der deutschen Tradition entspringen. Die meisten Gründungen in nicht-deutschsprachigen Ländern erfolgten zum Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts und damit wesentlich später als bei der Mehrzahl der Verbindungen im deutschsprachigen Raum. Aber auch weit danach – in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – wurden zahlreiche Verbindungen im Ausland gegründet. Die älteste deutsche Verbindung im Ausland ist die Société d’Étudiants Germania Lausanne (1887) in der Welschschweiz.

Studentenverbindungen mit hauptsächlich deutscher Tradition

Baltikum

In den drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland haben sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zahlreiche farbentragende Studentenverbindungen neu- und wiedergegründet, die zum Teil auf deutsch-baltischen Traditionen, teilweise – wie der Verein Studierender Esten (estn. Eesti Üliõpilaste Selts) – auf eigenen Traditionen beruhen.

In Estland gibt es zahlreiche Studentenverbindungen unterschiedlicher Ausrichtung. Es gibt auch eine Wingolfs-Verbindung. Bei einigen Verbindungen wie beispielsweise der Ugala in Tartu ist das Verbindungshaus rund um die Uhr besetzt; der sog. "Promus" ist zuständig für die Betreuung der Gäste rund um die Uhr.

Auch in Lettland gibt es zahlreiche studentische Korporationen. Im Präsidenkonvent (lett. Prezidiju Konvents) sind ca. 23 Verbindungen (davon eine russische Korporation) und im Präsidenkonvent der lettischen Damenverbindungen ca. 13 Damenverbindungen zusammengeschlossen.

In Litauen existieren zurzeit sieben Korporationen, welche 2006 den "Rat der Litauischen Korporationen" gegründet haben. Die Korporation Tautito[1] an der TU Kaunas ist auch Mitglied der „Freien Kurie“ im EKV[2].

Belgien

Nach deutschem Vorbild gibt es heute in Löwen das Corps Flaminea Löwen (1989), die K.A.V. Lovania Leuven (1896) – eine befreundete Verbindung des Cartellverbandes – und die Burschenschaft Arminia zu Löwen (2000). Diese drei Korporationen kennen sowohl das Lebensbundprinzip als auch das Conventsprinzip.

Früher gab es in Löwen nach deutschem Vorbild auch die Helvetia Lovaniensis im Schweizerischen Studentenverein (1872–1875), und eine verbandsfreie katholische deutsche farbentragende Studentenverbindung Tungria (1877–1879). Außerdem entstand 1880 auf landsmannschaftlicher Grundlage die Studentenkorporation der Letzeburger (Luxemburger). 1970 verlegte die Verbindung ihren Sitz nach Louvain-la-Neuve. Diese Korporation kennt sowohl das Lebensbundprinzip als auch das Conventsprinzip; in der wallonisch dominierten Umgebung fällt die Bewahrung deutscher Traditionen jedoch schwer.

Am 11. Dezember 1926 wurde die katholische Studentenverbindung Eumavia Lovaniensis deutschsprachiger Korporationsstudenten der den Ostkantonen (Eupen, Malmedy und Sankt Vith) gegründet. Nachdem die Universität Leuven 1968 in die flämische Katholieke Universiteit Leuven und die wallonische Université catholique de Louvain getrennt worden waren, verlegte die Verbindung ihren Sitz nach Louvain-la-Neuve. Diese Korporation kennt sowohl das Lebensbundprinzip als auch das Conventsprinzip. Seit der Verlegung hat die Aktivitas die deutschen Traditionen im Wesentlichen abgelegt und die wallonischen übernommen. Nur ein Teil der Altherrenschaft hält am deutschen Erbe fest. Seit dem Zweiten Weltkrieg gibt es mehrere Studentenvereine für Studenten aus den Ostkantonen. Sie kennen nicht das Lebensbundprinzip und pflegen keine deutschen Couleurtraditionen. Es handelt sich um Destuna (Namur) und Studentenverein Paludia Lüttich.

Mit Unterstützung Kölner und Bonner Burschenschaften wurden 2012 scharfe Mensuren nach dem Bonner Fechtcomment gefochten.[3]

Siehe unten: Studentenverbindungen mit anderen Traditionen: Belgien

Chile

Die seit 1843 eingewanderten Deutschen haben ihre neue Heimat entscheidend geprägt und dennoch lange ihre deutsche Kultur beibehalten. So kam es 1896 in Santiago de Chile zur Gründung der Burschenschaft Araucania, der ersten von insgesamt fünf deutschen Burschenschaften in Chile. Es folgten 1924 Montania (Concepción), 1926 Andinia (Santiago), 1949 Ripuaria (Valparaíso und Viña del Mar) und 1962 Vulkania (Valdivia). Oft wird eine besondere Verbindung zur deutschen Kultur, beispielsweise das Beherrschen der deutschen Sprache, als Mitgliedsvoraussetzung verlangt. Allgemein sind diese weniger politisch und mehr kulturell aktiv. Sie sind im Bund Chilenischer Burschenschaften (BCB) organisiert. Seit 1959 existiert zwischen dem damals noch DCCB (Delegiertenconvent Chilenischer Burschenschaften) genannten Dachverband und der Deutschen Burschenschaft ein Arbeits- und Freundschaftsabkommen, welches hauptsächlich den regelmäßigen gegenseitigen Austausch von Stipendiaten beinhaltet. Des Weiteren gibt es auch drei Mädchenschaften. Die 1969 gegründete Mädchenschaft Erika Michaelsen Koch in Santiago, die 1991 gegründete Amankay in Valdivia und die Viktoria in Concepción.

Dänemark

In Dänemark gibt es die 1924 gegründete Verbindung Schleswigscher Studenten (VSSt) nach dem Vorbild der deutschen Vereine Deutscher Studenten (VDSt).

Großbritannien

In London gibt es zwei Verbindungen:

  • Am 23. Mai 2003 wurde die deutschsprachige Katholische Europäische Landsmannschaft Gregoriana London, Tochterverbindung der K.Ö.L. Josephina Wien im KÖL, gegründet, die sich der in London studierenden Mitglieder katholischer Studentenverbindungen annimmt. Ihre Farben sind rot-weiß-gold. Der Wahlspruch ist Viribus unitis.[4]
  • Am 21. Oktober 2007 wurde eine englischsprachige Tochterverbindung der Gregoriana namens English Catholic and Academic Fraternity Britannia London gegründet. Ihre Farben sind rot-weiß-blau. Der Wahlspruch ist Sola virtus invicta.[5]

Ian Lilburn gründete 1975 den Corpsstudenten-Verband Scotto-Germania zu London. Nach seinem Tod im Oktober 2013 löste er sich auf. Die Tradition wird in Bonn fortgeführt.

Italien

In Südtirol gibt es neben mehreren Schülerverbindungen zwei Studentenverbindungen:

Bereits von 1910 bis 1920 bestand die Katholische Tiroler Studentenverbindung Ladinia als Ferialverbindung ladinischer Studenten aus dem Gadertal. Die Ladinia führte zum ersten Mal die ladinischen Farben blau-weiß-grün als Burschenband, woraus die heutige ladinische Fahne entstand[6].

In Rom gibt es zwei Verbindungen:

In Padua gab es eine Studentenverbindung:

Für italienische Studentenverbindungen nichtdeutscher Tradition siehe unten.

Japan

In Tokio existiert eine Studentenverbindung, die A.V. Edo-Rhenania Tokyo. Sie wurde nach dem Vorbild der katholischen Studentenverbindungen von Mitgliedern der A. V. Rheinstein Köln gegründet und ist mit dem deutschen Cartellverband befreundet.

Rumänien

In Rumänien gibt es zwei aktive Pennalverbindungen. Es handelt sich um die:

  • C.R.St.V. Audacia Napocensis zu Klausenburg, gegründet 2003, dem MKV nahestehend und Mitglied im EKV
  • C.R.St.V. Aquila Varadinensis Groß Wardein, gegründet 2005, dem MKV nahestehend und Mitglied im EKV

Russland

In Moskau existiert seit 2008 die A.V. Moscovia, ein Ferialkreis, der aus einem 2003 ins Leben gerufenen Stammtisch von Farbenstudenten hervorgegangen ist. Die Moscovia versteht sich als überkonfessionell und steht deutschsprachigen und farbentragenden Mitgliedern aller Bünde und Verbände offen, die sich regelmäßig oder dauerhaft in der russischen Hauptstadt aufhalten. Ihre Farben sind schwarz-rot-gold und werden als Kokarde bzw. Zipfel getragen.[8]

Polen

Die Wurzeln des polnischen Korporationsstudententums gehen auf die deutschen Universitäten im außerpolnischen Ausland (Wien, Berlin, Dorpat, Riga, Dresden) zurück. Nach der Wiedergeburt eines unabhängigen polnischen Staates verlegten diese Verbindungen ihren Sitz in das befreite Mutterland und verschrieben sich der Wacht über einen elitären Nationalstaatgedanken. Vor dem Hintergrund ebenfalls national ausgerichteter Studentenverbindungen anderer Völker, kam es daher gerade an ethnisch gemischten Universitäten zu Konflikten zwischen Korporationen. So kam es an der Technischen Universität in der Freien Stadt Danzig wiederholt zu persönlichen Partien zwischen polnischen und deutschen Verbindungsstudenten vor dem Hintergrund der nationalen Spannungen in der Stadt. Die 1939 durch den Zweiten Weltkrieg abgebrochene Tradition, die wegen des Korporationsverbotes unter den Kommunisten nach dem Krieg nicht wieder aufleben konnte, wurde von den Altherrenschaften über die Zeiten des Nationalsozialismus und Sowjetkommunismus gerettet. Seit 1988 gibt es Reaktivierungen und Neugründungen in ganz Polen.

Die polnischen akademischen Korporationen stehen in ihrem Brauchtum den deutschen und den baltischen Verbindungen sehr nahe. Es hat aber nicht die Aufteilung in nationalbewusste Burschenschaften, religiös ausgerichtete CV-Verbindungen, sowie die weder politisch noch religiös ausgerichteten Corps stattgefunden.

Gute Beziehungen bestehen auch zu den baltischen Korporationen. Darum fand auch der 48. Gesamtbaltische Völkerkommers vom 13. bis 15. Mai 2011 erstmals in Polen, in Warschau, statt. Hintergrund des für dieses Jahr gewählten Veranstaltungsortes ist, dass es in Polen heute noch drei aktive Korporationen gibt, die in Dorpat bzw. in Riga als Korporationen nach deutschem Vorbild gegründet wurden, nämlich die Konwent Polonia (1828), die Arkonia (1879) und die Welecja (1883). Alle drei Korporationen waren ebenso wie die deutschen, lettischen und estnischen Korporationen Mitglieder des Chargierten-Conventes und somit dessen Comment verpflichtet. Diese Korporationen haben nach dem Ersten Weltkrieg ihren Sitz vom Baltikum nach Polen verlegt und dort ihre alten Traditionen zu einem großen Teil bewahren können. Der Gesamtbaltische Völkerkommers findet seit 1964 alljährlich statt, zunächst nur in Deutschland, seit der Wende von 1989 auch in Estland und Lettland. Ausrichter des Kommerses – mit insgesamt über 500 Teilnehmern aus Deutschland, Lettland, Estland und Polen – war die Korporation Arkonia in Warschau. Das Ehrenpatronat (Schirmherrschaft) hatte der polnische Staatspräsident Komorowski (Urenkel eines Mitgliedes des Konwents Polonia) übernommen.

Von polnischen Verbindungen sind diejenigen deutschen Verbindungen zu unterscheiden, die lediglich auf (jetzigem oder schon damaligen) polnischen Territorium gegründet wurden. Zu erwähnen sind:

Aktive Korporationen

Katholische Verbindungen

  • Magna Polonia, gegründet 1920, Posen
  • Lechia, gegründet 1920, Posen
  • Surma, gegründet 1921, Posen
  • Masovia, gegründet 1924, Posen
  • Roma, gegründet 1927, Posen

Siehe auch

Schweiz

In der Schweiz existieren mehrere Gesamtschweizerische Studentenverbindungen (ähnlich einem Dachverband), welche mit sog. Sektionen an den jeweiligen Hochschulorten und auch in der französischsprachigen Schweiz vertreten sind. Dazu zählt unter anderem der Schweizerische Zofingerverein, die Schweizerische Studentenverbindung Helvetia und die Société Stella Helvetica.

Freiburg im Üechtland

Genf

  • Société Suisse des Etudiants de Zofingue (Zofinger Studentenverein), gegründet 1823. Sie ist die Genfer Sektion der Zofingia
  • Société Suisse d'Étudiants Helvetia, gegründet 1849. Sie ist die Genfer Sektion (section genève) der Gesamtschweizerischen Studentenverbindung Helvetia
  • Société d'Étudiants Stella Genevensis, gemischte Verbindung, gegründet 1863. Sie ist die Genfer Sektion (section vaudoise) der Gesamtschweizerischen Société Stella Helvetica
  • Société d'Étudiants Adelphia Genevensis, gegründet 1878
  • Société philanthropique Victoria Helvetica, gegründet 1986
  • Damenverbindung Venusia Genevensis, gegründet 1993

Lausanne

  • Société d’Étudiants de Belles-Lettres, section Lausanne, gegründet 1806. Sie ist die älteste Verbindung in der Schweiz
  • Zofingia im Schweizerischen Zofingerverein (Zofingia), gegründet 1820. Sie ist die waadtländische Sektion (section vaudoise) der Gesamtschweizerischen Studentenverbindung Zofingia
  • Société Suisse d'Étudiants Helvetia, gegründet 1848. Sie ist die waadtländische Sektion (section vaudoise) der Gesamtschweizerischen Studentenverbindung Helvetia
  • Société d'Étudiants Stella Valdensis, gemischte Verbindung, gegründet 1857. Sie ist die waadtländische Sektion (section vaudoise) der Gesamtschweizerischen Société Stella Helvetica
  • Société d’Étudiants Germania Lausanne, gegründet 1887. Sie ist dachverbandsfrei und den Corps des KSCV ähnlich. Sie ist die älteste deutsche Studentenverbindung im Ausland
  • Société d'Étudiants Lémania Lausanne im Schweizerischen Studentenverein, gegründet 1891
  • Société d'Étudiants Valdesia im schweizerischen christlich-evangelischen Falkensteinerbund, gegründet 1915

Neuchâtel

  • Zofingia (Zofingue Neuchâtel) im Schweizerischen Zofingerverein (Zofingia), gegründet 1823. Sie ist die Neuenburger Sektion (section neuchâteloise) der Gesamtschweizerischen Studentenverbindung Zofingia
  • Société d'Étudiants Belles-Lettres, gegründet 1832
  • Société d'Étudiants de l'Etude, gegründet 1877. Studentenverbindung der Kantonsschule Neuenburg, Denis-de-Rougemont.
  • Société d'Étudiantes Aethylia, wieder gegründet 2010. Studentenverbindung für Frauen an den verschiedenen Kantonsschulen in Neuenburg.
  • Droga Neocomensis, gegründet 1922. Studentenverbindung der Schweizer Drogisten und Drogistinnen an der höheren Fachschule in Neuenburg.

Slowakei

In Bratislava (Pressburg) gibt es zwei Studentenverbindungen. Eine davon (S.k.a.s Istropolitan) steht dem ÖCV sehr nahe und ist Mitglied im EKV.

Syrien

In Damaskus gibt es eine von Studenten des ÖCV 1994 gegründete Studentenverbindung, die K.Ö.St.V. Golania zu Arné, welche seit 2007 Mitglied im EKV ist.

Tschechien

In Tschechien gibt es einige katholische Verbindungen, darunter die Katholische Studentenverbindung (K.St.V.) Pragensis Prag in der Kurie des EKV und einen Unitas-Verein.

Ukraine

In der Ukraine gibt es die Gemeinschaft ukrainisch-katholischer Studenten Obnova zu Lemberg, Ternopil und Czernowitz. Diese Verbindung an drei Hochschulorten ist Mitglied des Europäischen Kartellverbandes (EKV). Sie steht Studentinnen und Studenten mit ukrainisch-katholischer Religionszugehörigkeit offen. Eine Sektion am Priesterseminar in Czernowitz nimmt nur männliche Studenten auf.

Ungarn

In Ungarn gibt es den VDSt Fünfkirchen, den VDH Budapest, das Corps Nassovia Budapest, Schülerverbindungen und den katholischen Verband KEDEX.

USA

Vereinzelt existierten Korporationen deutschen Ursprungs auch in den USA, zum Beispiel das Corps Brandenburgia-Berlin zu Cleveland/Ohio, das 1937 in Berlin gegründet und im Wintersemester 1937/38 nach Cleveland verlegt wurde, sowie die ebenfalls in Cleveland ansässigen Korporationen Teuto-Rugia (gegründet als Burschenschaft in Berlin, später Corps) und Goto-Rugia. Goto-Rugia bildete mit der Burschenschaft Normannia Cleveland, einem farbentragenden AH-Zirkel ortsansässiger Burschenschafter, den Amerikanischen Couleurverband (ACV). Brandenburgia und später Teuto-Rugia waren Mitglied des SC zu Cleveland/Ohio.

(Für US-amerikanische Studentenverbindungen nicht-deutscher Tradition siehe unten.)

Studentenverbindungen mit anderen Traditionen

Belgien

Bei Belgien muss man zwischen Studentenverbindungen im flämischen und wallonischen Teil unterscheiden.

Im flämischen Teil gibt es (seit 1874) zahlreiche couleurtragende katholische Studentenverbindungen (Studentenclubs), meistens organisiert in Ortsverbänden des Katholiek Vlaams Hoogstudenten Verbond, der wiederum Mitglied im EKV ist. Diese Studentenclubs haben - auf Grundlage der Bräuche der katholischen Verbindungen des Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) in Deutschland und Österreich - eigene studentische Traditionen entwickelt. Es werden Farben(Band und Biertonne) getragen und regelmäßige, gemeinsame Veranstaltungen abgehalten. Zusätzlich zu den Clubfarben werden bei offiziellen Anlässen die weinrote Mütze des KVHV und das Band des jeweiligen KVHV-Ortsverbandes getragen. Der korporationsstudentischen Kneipe entspricht der Cantus und das Zangfeest ist dem Kommers ähnlich. Im Studentencodex, ist neben den beim Cantus gesungenen Liedern (darunter auch zahlreiche deutsche Studentenlieder), auch der dem Comment der deutschsprachigen Verbindungen ähnliche Clubcodex niedergeschrieben. Der Schachtenmeester (Fuchsmajor) unterweist die Schachten (Füchse). Die Burschen heißen Ouderejaars bzw. Oud Studenten. Ist das Studium beendet, wird man mit dem Zwanenzang zum Filister. Man wird Oud-lid oder unterstützt als Ereleden durch finanzielle Zuwendungen seinen ehemaligen Club. Altherrenverbände wie bei den deutschsprachigen Korporationen sind allerdings nur rudimentär vorhanden. Die als Bestuur bezeichneten Chargen tragen als Amtszeichen eine Schärpe in den Clubfarben bzw. als Funktionäre des KVHV in den Farben des jeweiligen Ortsverbandes. Seit 1888 gibt es eine gemeinsame Zeitschrift Ons Leven.

Daneben gibt die Nationalistische Studentenvereniging (NSV!) mit mehreren Ortsverbänden und liberale Studentenverbindungen in Brüssel. Die Angehörigen des NSV tragen taubengraue Mützen und die Farben schwarz-weiß-rot.

Im französischsprachigen Teil (Wallonie und französischsprachige Unis in Bruessel) gibt es so genannte Cercle, die meist Studentinnen und Studenten einer Fachrichtung oder Fakultät vereinigen. Sie sind von der Tradition nur von weitem mit den deutschen Studentenverbindungen verwandt. Zum Beispiel es gibt einen Fuxenstatus ('bleu') und Burschenstatus ('poil' -männlich- und 'plume' -weiblich-). Außerdem gibt es so etwas wie einen Leibbursch, der dort Pate genannt wird. Das Lebensbundprinzip existiert bei den Cercles nicht. Fast alle Cercle haben eine Art von Studentenmütze. Man unterscheidet zwei Formen: die "calotte" ohne Schirm, die vorwiegend von Studenten an katholischen Universitäten getragen wird und die "penne" der Studenten der freien und staatlichen Unis. Diese haben im Vergleich zu den üblichen Studentenmützen im deutschsprachigen Raum einen überlangen Mützenschirm. In manchen Verbindungen werden zumindest vom Vorstand auch Bänder getragen.

Frankreich

Im Elsass gibt es einige Studentenverbindungen, die denen in Deutschland ähneln. Die elsässische Verbindung Wilhelmitana (Schwarzburgbund), deren bekanntestes (Ehren-) Mitglied Albert Schweitzer war, ist suspendiert, Reaktivierungsversuche blieben aber bislang erfolglos. 2012 wurden mehrere Mitglieder der Robert Schumann-Argentorata Mitglied des Philistervereins der Wilhelmitana. Es ist derzeit angedacht, den Philisterverein zu neuem Leben zu erwecken und gegebenenfalls eine Aktivitas vor Ort aufzubauen. Im Frühjahr 1992 wurde die Verbindung "Alsatia Strasbourg" von österreichischen CVern gegründet. Die Verbindung wurde in den Europäischen Kartellverband (EKV) aufgenommen und wies die Farben "orange-violett-orange auf schwarzem Grund" - die Farben der alten Bischofs- und Bergmannsstadt im Elsass - auf. In der Folge (Juni 1996) wurde der Verbindungsname wegen der Ähnlichkeiten zu einer Verbindung die nach dem Ersten Weltkrieg existierte, nach Robert Schuman benannt. Die Verbindung heißt heute "Europäische Studentenverbindung (E.St.V.)/Fraternité Européenne d’Etudiants (F.E.E.) Robert Schuman-Argentorata zu/à Strasbourg" und hat nun die Farben "blau-sonnengelb auf silbernem Grund". Die offizielle Abkürzung ist RSA. Die aktiven Mitglieder sind heute im Wesentlichen Franzosen. Daneben gibt es noch eine spezifisch französische Art von Studentenverbindungen. Dieser Verbindungstyp heißt Corpo und existiert etwa in Paris (Corpo Pharma Paris).

Vereinigtes Königreich

Bekannte studentische Geheimgesellschaften in Großbritannien sind die Cambridge Apostles an der Universität Cambridge und der Bullingdon Club in Oxford.[9]

Italien

In Italien gibt es die goliardischen Orden.

Niederlande

In den Niederlanden ist ein sehr großer Anteil der Studenten in Studentenverbindungen (Studentenvereniging, oft auch Dispuut) organisiert. Das Verbindungswesen ist eher mit dem angelsächsischen als mit dem deutschen vergleichbar. Hohes Ansehen genießen aber die Corps, zum Beispiel LSV Minerva Leiden. Die Corpora (Corps) werden durch die Algemene Senaten Vergadering verbunden.

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Typen, von der straff organisierten Verbindung bis zum lockeren Gesellschaftsverein. Manchmal als Wertegemeinschaft im Nahbereich einer Kirche oder Partei, meistens nicht. Der Übergang zu studentischen Chören, Fach- oder Sportvereinen ist fließend. Es gibt auch zahlreiche Damen- und gemischte Verbindungen. Disputen sind selten in Dachverbänden organisiert. Sie verstehen sich selten als Lebensbund. Dementsprechend tragen die Reunionisten (Alten Herren, Hohen Damen) die Kosten nur zu einem kleinen Teil. Das Initiationsritual (Ontgroening) kann, je nach Verbindung, sehr streng sein. Es besteht selten aus einer Herausforderung, meist aus einer Erniedrigung.

Schweden und Finnland

An den schwedischen Traditionsuniversitäten Uppsala und Lund, aber auch in Linköping und Norrköping findet man sogenannte Nationer.

Vergleiche dazu die

Studentnationen sind nach den schwedischen Landschaften benannt und führen an diese angelehnte Wappen. Ihre Gründungsgeschichte ist ähnlich wie unter Geschichte der Studentenverbindungen beschrieben und geht auf das 17. Jahrhundert zurück. An den genannten Universitäten spielen die Nationen auch heute noch eine wichtige Rolle - vor allem wird über sie der Studienbeitrag abgeführt. Aber auch soziale und gesellschaftliche Aufgaben werden von den Nationen wahrgenommen. Viele Nationen verfügen über Häuser für Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten, in denen oft auch Cafés, Bars und Bibliotheken untergebracht sind, sowie über zahlreiche Studentenheime. Im "Seniorskollegiet" bleiben die Mitglieder auch nach dem Studium ihrer Nation als fördernde Mitglieder verbunden.

Couleur wird nur zu Festanlässen getragen, wie etwas bei den zahlreichen Gasque - einer Art Festbankett vergleichbar dem Kommers. Üblicherweise trägt jedoch nur das Präsidium Couleur in Form des Couleurbandes und den Amtsinsignien. Zur Couleur gehört auch die weiße schwedische Studentenmütze[10], welche jedoch keinen Hinweis auf die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Nation gibt. Deren Unterschiede im Aussehen ergeben sich aufgrund der Studienrichtung. Die Trikolore Bänder werden getragen von Rechtshändern über der rechten Schulter und von Linkshändern entsprechend über der linken Schulter getragen, da es das Degengehänge symbolisieren soll.

Es gibt einen historischen Austausch zwischen den schwedischen und deutschen Studentenverbindungen. So finden sich in den Gesangbüchern schwedischer Verbindungen das traditionelle Lied der deutschen Verbindungen O alte Burschenherrlichkeit. Weiterhin finden jährliche Austausche mit deutschen Verbindungen statt. Seit über 50 Jahren besteht beispielsweise ein Austausch zwischen einer der größten Verbindung in Uppsala, Södermanlands Nerikes-Nation und der Burschenschaft Arminia Marburg.

In Finnland heißen die Studentnationen auch Osakunta. Manche von ihnen unterhalten Kontakt zu den estnischen Korporationen.

Slowenien

In Slowenien gibt es katholische Verbindungen, darunter die Akademische katholische Vereinigung Amos mit Sektionen in Maribor und Ljubljana. Sie folgt dem Comment nur rudimentär, ist indes Mitglied im EKV.

Spanien, Portugal und Lateinamerika

In Spanien, Portugal und mehreren lateinamerikanischen Staaten gibt es mit den Tunas musische Studentenverbindungen.

Die selbstverwalteten Repúblicas in Portugal gehen auf das frühe 13. Jahrhundert zurück, nach Gründung der Universität Coimbra. Seither genießen diese Wohngemeinschaften den Schutz gesetzlicher Regelungen. Sie sind bis heute eine alternative Form studentischer Verbindungen, und konnten sich als gesellschaftlicher Freiraum auch im autoritären Estado Novo-Regime halten.

Vereinigte Staaten und Kanada

Hauptartikel: Fraternities und Sororities

Die fraternity (englisch für Bruderschaft, Plural fraternities) ist die angloamerikanische Form der Studentenverbindung, während sich Studentinnen in einer sorority (engl. für Schwesternschaft, Plural sororities) organisieren können. Gemischte Verbindungen sind sehr selten. Eine einzelne Verbindung unterhält meist Vertretungen, sogenannte chapters an mehreren, teilweise sogar sehr vielen Hochschulorten. Die Namen der Verbindungen setzen sich gewöhnlich aus zwei griechischen Buchstaben zusammen, zudem hat jedes chapter einen aus meist drei griechischen Buchstaben zusammengesetzten Namen. Diese Form des Verbindungswesens wird daher auch als Greek system bezeichnet. Die Mitgliedsbeiträge werden im Unterschied zu europäischen Verbindungen von den studierenden Mitgliedern erbracht. Viele Verbindungen unterhalten Wohnhäuser für ihre Mitglieder, die sich anders als in Deutschland meist direkt auf dem Campus befinden.

Mitgliedschaften in fraternities oder sororities sind in den USA verbreiteter als in Deutschland. Sie gelten in der Regel nicht als "konservativ", haben stattdessen jedoch den Ruf, viele und zum Teil exzessive Partys zu veranstalten. "Greek life" als üblicher Ausdruck für die Aktivitäten dieser Verbindungen beinhaltet damit ebenfalls die häufige Veranstaltung von (je nach Perspektive: exzessiven) Partys. Es ist wahrscheinlich, dass die amerikanischen fraternities und sororities mit den Studentenorden im 18. Jahrhundert gemeinsame Wurzeln mit den europäischen Studentenverbindungen haben, sie haben jedoch eine andere Entwicklung genommen. Eine nationale Ausrichtung ist die Norm, diese ist aber – wie auch sonst der amerikanische Nationalismus – fast immer stark freiheitlich und prodemokratisch gefärbt. Die meisten amerikanischen Verbindungen sehen sich nicht als elitär, auch wenn einige es de facto sind.

Neben dem Greek life bestehen insbesondere an den „Ivy League“-Universitäten der amerikanischen Ostküste elitäre studentische Geheimgesellschaften wie die Seven Society[11] an der University of Virginia, der Flat Hat Club[12] am College of William & Mary, die Philomathean Society[13] an der University of Pennsylvania, die Final Clubs[14] in Harvard wie Porcellian[15] oder Delphic, die Society of Saint Anthony[16] mit ihrem Gründungschapter an der Columbia University, Quill and Dagger[17] an der Cornell University oder die legendären Bonesmen von Skull & Bones in Yale.[18]

Weblinks

 Commons: Studentenverbindungen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Korporation Tautito. Abgerufen am 28. September 2015.
  2. Kurie der freien Vereinigungen im EKV. Abgerufen am 28. September 2015.
  3. Burschenschaftliche Blätter vom 6. August 2012
  4. dt. „Mit vereinten Kräften“. Viribus unitis war auch der Wahlspruch von Franz Joseph I.
  5. dt. „Nur die Tugend ist unbesiegbar“
  6. Lois Craffonara, Die Studentenverbindung Ladinia (1910–1920), ihr Wappen und ihre Zeitschrift, in: Ladinia XXIV-XXV, 2000/2001
  7. Anton Fuchsbrugger, Die Katholisch-Deutsche Studentenverbindung Laurinia zu Padua 1925-1934, Bozen 1986.
  8. Webseite der Akademischen Vereinigung Moscovia , abgerufen am 1. November 2014
  9. [1]
  10. Siehe auch: sv:Studentmössa
  11. en:Seven Society
  12. en:Flat Hat Club
  13. en:Philomathean Society
  14. en:Final club
  15. en:Porcellian Club
  16. en:St. Anthony Hall
  17. en:Quill and Dagger
  18. Wordpress-Artikel (Memento vom 15. August 2010 im Internet Archive)

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Studentenverbindungen in nicht-deutschsprachigen Ländern (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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