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Stronie Śląskie


Stronie Śląskie

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Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Kłodzko
Fläche: 2,49 km²
Geographische Lage:
Höhe: 500 m n.p.m.
Einwohner: 5904
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 57-550
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DKL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Lądek-ZdrójBystrzyca Kłodzka
Nächster int. Flughafen: Breslau
Sołectwo
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 15 Ortschaften Ortschaften
Fläche: 146,42 km²
Einwohner: 7659
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 52 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0208133
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Zbigniew Łopusiewicz
Adresse: ul. Kościuszki 55
57-550 Stronie Śląskie
Webpräsenz: www.stronie.pl

Stronie Śląskie [ˈstrɔɲɛ ˈɕlõscɛ] (deutsch Seitenberg) ist eine Stadt im Powiat Kłodzki in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Sie liegt sieben Kilometer südlich von Lądek Zdrój.

Geographie

Stronie Śląskie liegt im Osten des Glatzer Kessels an der Biele. Es ist umgeben von dem Glatzer Schneegebirge, dem Bielengebirge und dem Reichensteiner Gebirge. Nachbarorte sind Strachocin und Stójków im Norden, Goszów und Stary Gierałtów im Osten, Młynowiec im Südosten, Bolesławów, Kletno und Stara Morawa im Süden, Sienna und Janowa Góra im Südwesten, Rogóżka und Czatków (Tschihak) im Westen sowie Konradów und Kąty Bystrzyckie im Nordosten. Südöstlich liegt der 1083 m hohe Berg Czernica (Schwarzer Berg).

Geschichte

Seitenberg wurde 1346 erstmals erwähnt und gehörte zur Herrschaft Karpenstein im Glatzer Land, mit dem es die Geschichte seiner politischen und kirchlichen Zugehörigkeit teilte. Seit 1350 war es ein Zentrum des Eisenerzbergbaus. Am Ende des 15. Jahrhunderts bestand hier eine Eisenhütte; 1505 besaß der Ort die Berggerichtsbarkeit. Im Dreißigjährigen Krieg ging der Bergbau zugrunde.

Nach den Schlesischen Kriegen kam Seitenberg zusammen mit der Grafschaft Glatz 1763 mit dem Hubertusburger Frieden an Preußen. Nach der Neugliederung Preußens gehörte es seit 1815 zur Provinz Schlesien und war 1818–1945 dem Landkreis Habelschwerdt eingegliedert.

Seit Anfang des 18. Jahrhunderts gehörte die Glasfabrikation zum Haupterwerb der Bevölkerung. Neben dem vorhandenen Quarzsand spielte dabei vor allem der Waldreichtum der umliegenden Gebirge eine ausschlaggebende Rolle. Im benachbarten Schreckendorf nahm im Jahre 1864 die Glasfabrik Oranienhütte Franz Losky ihren Betrieb auf, die Erzeugnisse von Weltruf herstellte und Anfang des 20. Jahrhunderts 700 Mitarbeiter beschäftigte[2]. Außerdem befand sich in Seitenberg ein Marmorbruch, dessen Steine u. a. für die Errichtung des Kamenzer Schlosses verwendet wurden.

Mit der Inbetriebnahme der Bieletalbahn von Glatz über Bad Landeck nach Seitenberg im Jahre 1897 erfolgte ein wirtschaftlicher Aufschwung. Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Seitenberg 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Stronie Śląskie umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war.

1960 wurde Stronie Śląskie stadtartige Siedlung. Durch den Bau vieler Häuser und Wohnblöcke ist es mit Goszów und Strachocin zusammengewachsen und bildet nunmehr ein Industriezentrum der Glasherstellung und Holzverarbeitung. Daneben entwickelte sich Stronie Śląskie, das 1967 zur Stadt erhoben wurde, zu einem Erholungsort. 1975–1998 gehörte es zur Woiwodschaft Wałbrzych (deutsch Waldenburg). In den Jahren 1977 und 1997 entstanden erhebliche Schäden durch Hochwasser.

Herrschaft Seitenberg

Zur Bestreitung der Kosten der Türkenkriege verkaufte Kaiser Leopold I. 1684 zahlreiche Kammerdörfer im Habelschwerdter und Landecker Distrikt dem Glatzer Landeshauptmann Michael Wenzel von Althann, dem bereits die Herrschaften Mittelwalde, Wölfelsdorf und Schönfeld gehörten.

Er bildete aus den im Landecker Distrikt gelegenen Kammerdörfern die Allodialherrschaft Seitenberg. Zu ihr gehörten die Ortschaften: Seitenberg, Wilhelmsthal, Johannesberg, Kamnitz, Klessengrund, Martinsberg (bis 1789), Mühlbach, Wolmsdorf (bis 1789), Winkeldorf (bis 1789), Heudorf, Altmohrau, Neumohrau, Gompersdorf, Altgersdorf, Neugersdorf, Weißwasser (bis 1789) und Bielendorf. 1740 fügte der kaiserliche Feldmarschall Georg Olivier von Wallis das Dorf Schreckendorf der Herrschaft Seitenberg hinzu, das er zuvor von der böhmischen Kammer erworben hatte.

Besitzer der Herrschaft Seitenberg

Nachdem Michael Wenzel von Althann 1686 starb, erbte die Herrschaft Seitenberg dessen Witwe Anna Maria von Aspremont. Nach deren Tod 1723 fiel die Herrschaft an ihren jüngeren Sohn Michael Friedrich von Althann. Er war Bischof von Waitzen und verkaufte die Herrschaft Seitenberg 1733 dem Feldmarschall Georg Olivier von Wallis. Dessen Sohn Stephan Olivier von Wallis verkaufte die hinterlassenen Güter seines Vaters 1783 an Friedrich Wilhelm Graf von Schlabrendorf auf Hassitz und Stolz. Dieser veräußerte die Herrschaft Seitenberg 1789 dem königlichen Justizrat Franz Bernhard von Mutius auf Altwasser und Gellenau. Ab 1838 war die Herrschaft Seitenberg im Besitz von Marianne Prinzessin der Niederlande, die mit Prinz Albrecht von Preußen verheiratet war. Letzter Eigentümer war Prinz Friedrich Heinrich von Preußen. Der 207 km² große Fideikommiss des niederländischen Hauses Oranien-Nassau in Niederschlesien umfasste die Herrschaften Kamenz, Schnallenstein und Seitenberg sowie das Rittergut Schönau. Mit 130 km² war Seitenberg die größte Herrschaft.

Sehenswürdigkeiten

  • Die auf einer Anhöhe liegende Pfarrkirche St. Maternus (Kościół p.w. św. Maternusa) wurde erstmals 1264 erwähnt und 1732 als Stiftung des Kardinals Michael Friedrich von Althann im Barockstil erbaut. Der Turm wurde 1811–1816 errichtet. Das Deckengemälde schuf der Landecker Maler Wilhelm Reinsch, die Heiligenfiguren, den Schutzengel, die Pietà und den Kreuzweg der Landecker Bildhauer Franz Thamm um 1880. Der Kristall-Kronleuchter war ein Geschenk der Glasmacher und Glasschleifer der Oranienhütte.
  • Das schlichte Schloss, das bis 1945 Sitz der Herrschaft Seitenberg war, liegt an einem kleinen Park.
  • Die vormals evangelische Christuskirche von 1915, deren Baukosten aus dem Vermächtnis des Prinzen Albrecht von Preußen bezahlt wurden, dient heute als Friedhofskapelle.
  • Die Pestsäule stammt aus dem Jahre 1672. Die feinen Flachreliefs sind reich dekoriert: Kreuztragung, Kreuzigung, Hl. Dreifaltigkeit, Hl. Joseph, Ecce Homo, Justitia, Immaculata, Hl. Maternus und Hl. Augustinus.
  • Die achteckige St.-Onuphrius-Kapelle, die dem Verfall preisgegeben wurde, stiftete Graf Johann Olivier von Wallis.

Persönlichkeiten

  • Franz Losky (1811–1870), Glasmacher und Glasindustrieller

Einwohnerentwicklung

Jahr 1825 1905 1939 1961 1970 2002
Einwohnerzahl 566 1.098 973 5.081 5.450 6.260

Gmina

Die Stadt- und Landgemeinde Gmina Stronie Śląskie umfasst eine Fläche von 145 km² mit 8012 Einwohnern. Dazu gehören folgende Orte:

Partnerstädte

Literatur

  • Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 876.
  • Peter Güttler: Das Glatzer Land. Ein Reiseführer zu Landschaft, Kunst und Kultur des Glatzer Berglandes/Ziemia Kłodzka in Schlesien. Aktion West-Ost e.V., Düsseldorf 1995, ISBN 3-928508-03-2, S. 103–104.
  • Joseph Kögler: Die Chroniken der Grafschaft Glatz. Neu bearbeitet und herausgegeben von Dieter Pohl. Band 1: Die Stadt- und Pfarreichroniken von Lewin – Mittelwalde – Wünschelburg – Neurode – Wilhelmsthal. Pohl, Modautal 1993, ISBN 3-927830-06-2, S. 189–190 (Geschichtsquellen der Grafschaft Glatz. Reihe A: Ortsgeschichte NF 1).

Weblinks

 Commons: Stronie Śląskie  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Arno Herzig, Małgorzata Ruchniewicz: Geschichte des Glatzer Landes. Hamburg-Wrocław 2006. ISBN 3-934632-12-2, S. 329–330

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Stronie Śląskie (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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