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Strategic Airlift Interim Solution


Strategic Airlift Interim Solution (SALIS; zu deutsch etwa Zwischenlösung für den strategischen Lufttransport) ist ein gemeinsames Programm europäischer Nationen, um militärische strategische Lufttransportaufgaben eigenständig und zeitnah zu lösen. Dazu haben die zunächst teilnehmenden 15 Nationen am 28. Juni 2004 ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet.

Problembeschreibung

Die Auslieferung und Indienststellung größerer Stückzahlen des Militärtransportflugzeugs Airbus A400M mit einem maximalen militärischen Transportgewicht (Zuladung) von 31,5 t wird weitere Jahre benötigen. Entsprechende militärische Lufttransportkapazitäten stehen daher noch nicht zur Verfügung, werden aber regelmäßig oder kurzfristig für weltweite Einsätze (z. B. Kongo, Afghanistan) benötigt. Ebenso werden Lufttransportkapazitäten für übergroße und/oder überschwere Ladungen (oversize / outsized cargo) benötigt. Diese stehen am Weltmarkt jedoch nur grundsätzlich zur Verfügung, sind aber zeitweise ausgebucht, überteuert oder in Krisengebieten nicht einsetzbar.

Programmrealisierung

Durch die Teilnehmerstaaten beauftragt, hat die NATO Maintenance and Supply Agency (NAMSA) mit der Ruslan SALIS GmbH, Leipzig,[1] einen Vertrag geschlossen, der im Januar 2006 in Kraft getreten ist. Er beinhaltet die Regelungen für eine Dauercharter von strategischen Lufttransport-Kapazitäten bis 2012 bei der Ruslan SALIS GmbH. Sie hat vertragsgemäß seit dem 23. März 2006 zwei Transportflugzeuge vom Typ Antonow An-124 mit einem maximalen militärischen Transportgewicht (Zuladung) von 120 bis 150 t auf dem Flughafen Leipzig/Halle ständig stationiert und stellt vier weitere Maschinen innerhalb von neun Tagen bereit. Die An-124 wurden von den Gesellschaftern der Ruslan SALIS GmbH, der Volga-Dnepr Airlines (Russland) und der Antonov Airlines (Ukraine) eingebracht. Zuständig für die vertragliche Abwicklung der SALIS-Flüge ist die NAMSA.

Mit den zwei An-124 sind jährlich 4800 Flugstunden bereitzustellen. Zu zahlen sind unabhängig von der tatsächlichen Nutzung für die ersten 2000 Flugstunden („vollfinanziert“) je 100 %, für die weiteren 2.800 Flugstunden („teilfinanziert“) je 40 % des vereinbarten Flugstunden-Kostensatzes. Nach der Nutzung aller vollfinanzierten Flugstunden fallen bei Nutzung der teilfinanzierten Flugstunden die Zahlungen für die restlichen 60 % des Kostensatzes an. Zusätzlich sind nach Flugdurchführung die Ausgaben für Kerosin zu erstatten.

Deutschland hatte anfangs ein Kontingent von 750[2] voll- sowie 1045 teilfinanzierten Flugstunden übernommen und dafür etwa 20 Millionen Euro zu zahlen; den Rest teilten sich die anderen teilnehmenden Staaten. Ohne diesen hohen deutschen Anteil wäre die Mindestabnahme von 4800 Flugstunden nicht zu erreichen gewesen und das Programm gescheitert. Das deutsche Flugstunden-Kontingent überstieg den Eigenbedarf, sodass in manchen Jahren Zahlungen von bis zu 5 Mio. Euro nicht genutzt werden konnten. Stets wurden bei höherem Bedarf anderer Vertragsteilnehmer eine entsprechende Anzahl von Flugstunden an diese abgegeben. Von daher bestand kein Anreiz für diese Nationen, ein vertraglich höheres Flugstunden-Kontingent zu übernehmen. Weitere Flugstunden-Abgaben erfolgten an Dritte wie die Vereinten Nationen (UN) (Kongo-Einsatz[3]) oder das Auswärtige Amt. Die Verrechnung abgegebener Flugstunden erfolgte zum nominalen Flugstunden-Kostensatz, sodass weitere Vorhalte- und alle Zinskosten zu Lasten des deutschen Verteidigungshaushaltes verblieben.

In der Bundeswehr koordiniert das Logistikzentrum der Bundeswehr Wilhelmshaven den Transportraum.[4] Die vertraglich vorgesehenen Möglichkeiten zur unterjährigen Rückgabe von Flugstunden [5] an die Ruslan SALIS GmbH wurden nicht ausgeschöpft.[6]

Der Bundesrechnungshof hat der SALIS-Lösung eine hohe Wirtschaftlichkeit bescheinigt.[7]

Anfang 2012 hat die Bundespolizei mit der Firma SALIS Gespräche aufgenommen, um ebenfalls die Fähigkeiten der An-124 für weltweite Einsätze kurzfristig zu nutzen.[8]

Beteiligte Staaten

Die folgenden NATO-Staaten haben sich im Rahmen der SALIS zusammengeschlossen:[9]

Außerdem beteiligen sich folgende Länder, die nicht Mitglied der NATO sind:

Weiteres

Einzelnachweise

  1. Ruslan SALIS GmbH
  2. Dt. Bundestag Drucksache 16/2907, vom 11. Oktober 2006 (PDF )
  3. DER SPIEGEL, 4. September 2006
  4. Aufgaben des Dezernats Lufttransport
  5. SALIS-Vertrag, Kap. 1
  6. NAMSA, Operational Logistics Conference, 5./6. November 2008, Brüssel
  7. Joachim Hofbauer: SALIS – Übergangsmodell oder permanente Lösung? Hardthöhenkurier 3/2006, abgerufen am 17. Januar 2012 (PDF; 387 kB).
  8. Startet GSG 9 bald von Leipzig/Halle? - Mitteldeutsche Ztg. 2012
  9. NATO: Strategic Airlift Interim Solution (SALIS). Abgerufen am 13. April 2011.

Weblinks


Kategorien: NATO | Verteidigungspolitik der Europäischen Union | Luftfrachtverkehr

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Strategic Airlift Interim Solution (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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