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Stráž pod Ralskem


Stráž pod Ralskem

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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Liberecký kraj
Bezirk: Česká Lípa
Fläche: 2158,0327[1] ha
Geographische Lage:
Höhe: 310 m n.m.
Einwohner: 4.048 (1. Jan. 2016)[2]
Postleitzahl: 471 27
Kfz-Kennzeichen: L
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Věra Bradáčová (Stand: 2007)
Adresse: Náměstí 5. května 55
471 27 Stráž pod Ralskem
Gemeindenummer: 562092
Website: www.strazpr.cz
Lageplan

Stráž pod Ralskem (übersetzt: "Wacht unter dem Ralsko ((-berg))"; deutscher (bis 1918 amtlicher) Name Wartenberg (am Rollberg)) ist eine Stadt des Okres Česká Lípa in der Region Liberec im Norden der Tschechischen Republik.

Geografie

Stráž pod Ralskem liegt etwa 25 Kilometer in südwestlicher Richtung vom Ještěd (Jeschken) und der Stadt Liberec (Reichenberg) entfernt und etwa 15 Kilometer nordöstlich zum Ralsko (Rollberg) und zur Stadt Mimoň (Niemes). Die Stadt wird im Osten, Norden und Westen von der Ploučnice umflossen, in die am Fuße des Zámecký vrch (352 m) der Ještědský potok und der Dubnický potok einmünden. Östlich vom Ortskern befindet sich der Horecký rybník (Groß Horka-Teich) und nordöstlich auf dem Zámecký vrch (352 m) das Schloss Vartenberk (Wartenberg).

Geschichte

Geschichte der Stadt

Wartenberg entstand aus einer Burgansiedlung unterhalb der gleichnamigen Burg der Herren von Wartenberg, eines 1281 erstmals nachweisbaren Zweiges der Herren von Ralsko.

Die Burg und spätere Burgstadt hatte ihre Aufgabe im Schutz der Handelswege nach Zittau, was sich auch in der Namensgebung widerspiegelt: „Wartturm zur Rollburg“ (stražna podrólski) – „warta“ oder „varte“ – der Wartturm (Wachtturm) und „pork“ oder „berk“ – der Berg.

Marquard von Březno ernannte seinen Sohn Beneš, der später auch Prager Burggraf wurde, zum Burgherren auf Wartenberg. Beneš von Wartenberg wurde zum Stammvater der Herren von Wartenberg.

Mit dem Niedergang des Hauses Wartenberg während des Dreißigjährigen Krieges wechselte die Herrschaft über Burg und Stadt mehrmals. Im 16. und 17. Jahrhundert gab es einen Wechsel verschiedener Adelsfamilien, unter anderem residierende von 1620 bis 1634 auch Albrecht von Wallenstein. Zwischen 1714 und 1922 war sie im Besitz der Grafen Hartig.[3] Verwaltungstechnisch bildete Wartenberg ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Niemes bzw. im Bezirk Böhmisch Leipa.

Bis zu den Nachkriegsvertreibungen im Jahr 1945 bis 1947 war sie hauptsächlich von Deutschen besiedelt.[4]

Uranbergbau

Stráž pod Ralskem ist auch durch die Uranbergwerke der realsozialistischen Nachkriegsära bekannt. In den rund um die Stadt betriebenen Gruben- und Stollanlagen wurden bis 1996 insgesamt 15.000 Tonnen Uran gefördert. Die Region war einst das weltweit größte Uranfördergebiet. Die hier abgelagerten Abfälle führen von Zeit zu Zeit in der Öffentlichkeit zu einer sehr kontroversen Debatte.[5] Die gegenwärtig beeinflusste Gesamtfläche des wassergesättigten Cenoman-Kollektors beträgt etwa 24 Quadratkilometer. Die durch die chemische Förderung hervorgerufene Kontamination des Gesteinsmilieus bedroht potentionell die Trinkwasserquellen sowie die Oberflächenflüsse in der Region. Es droht hier eine Wanderung von sehr saueren und versalzten Lösungen in die Grundwasser Turonkollektoren, wodurch auch die zurzeit sehr wertvollen und zugleich größten Wasserquellen in der Tschechischen Republik für Jahrhunderte entwertet werden könnten. Aus diesem Grund ist es nötig, eine umfangreiche Sanierung dieses Gebietes durchzuführen. Nach den Modellberechnungen wird die Sanierung und Liquidation der Folgen des hier chemisch geförderten Urans noch bis in die 2080er Jahre andauern. Die dafür veranschlagten Kosten belaufen sich bei etwa 1,6 Milliarden Euro, dies entspricht einem Gegenwert von etwa 40,9 Milliarden CZK.[6]

Auf einem 628 Hektar großen Areal nordwestlich der Stadt, parallel zur Landstraße 278 in Richtung Nový Luhov gelegen, werden die etwa 10 Millionen Tonnen von radioaktiv kontaminierten Chemieschlamm konzentriert. Seit 2011 sind dort liquidierende Sanierungsmaßnahmen eingeleitet.[7]

Verkehr

Stráž pod Ralskem liegt an der Landstraße 278 von Nový Luhov nach Hodkovice nad Mohelkou.

Westlich zum Zentrum befindet sich ein Busbahnhof, wo vor allem Busse von und nach Mimoň, Liberec, Český Dub, Doksy und Česká Lípa verkehren.

Eine Anbindung an das tschechische Bahnnetz gibt es in Stráž pod Ralskem selbst nicht. Der nächstgelegene Bahnhof Brniště in der Ortschaft Luhov an der Strecke von Liberec nach Prag ist etwa 10 Kilometer vom Ort entfernt.
Ein inzwischen wieder aufgelöstes Unternehmen der Stadtwerke Liberec und der Regionalverwaltung Liberecký kraj verfolgte noch bis 2010 intensive Pläne, eine Straßenbahnlinie von Liberec nach Stráž pod Ralskem zu bauen. Der damit verbundene, finanziell recht aufwendige Ještědtunnel und die Planzurückstufung im tschechischen Verkehrsministerium führten zur Auflösung, und die Planungen zur Regiotram Nisa sind vorerst eingestellt.

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Wilhelm Feistner: Geschichte der Stadt Wartenberg 1283 - 1926 mit Ergänzungen 1927 bis 1945 herausgegeben von Josef Michel und Karl Kraus, Waldkirch 1964.

Weblinks

 Commons: Stráž pod Ralskem  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.uir.cz/obec/562092/Straz-pod-Ralskem
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2016 (PDF; 371 KiB)
  3. strazpr.cz – Stadtgeschichte (tschechisch)
  4. strazpr.cz – Stadtgeschichte: Stráž im 20. Jahrhundert (tschechisch)
  5. strazpr.cz – Stadtgeschichte: Die Geschichte des Uranbergbaus (tschechisch)
  6. Jaroslav Švehla: Die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Gebiet der ehemaligen chemischen Uranerz-Aufbereitungsanlage Mape-Mydlovary bei Vodňany S. 4 (deutsch)
  7. enviweb.cz Greenpeace.cz Die chemischen Folgen des Uranabbau in Ralsko sind Lehren für die Zukunft. (tschechisch)


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Stráž pod Ralskem (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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