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Stihl (Unternehmen)


Stihl Holding AG & Co. KG
Rechtsform Kommanditgesellschaft
Gründung 1926
Sitz Waiblingen, Deutschland

Leitung

  • Nikolas Stihl, Vorsitzender des Beirats der Stihl Holding[1]
  • Eva Mayr-Stihl, stellvertretende Vorsitzende des Beirats
Mitarbeiter 14.297 (31. Dezember 2014)[2]
Umsatz 2.979,8 Mio. EUR (2014)[2]
Branche Maschinenbau
Website www.stihl.de

Stihl (Eigenschreibweise: STIHL) ist ein in über 160 Ländern tätiges schwäbisches Familienunternehmen mit Hauptsitz in Waiblingen-Neustadt. Stihl entwickelt, fertigt und vertreibt motorbetriebene Geräte für die Forstwirtschaft, Landschaftspflege und die Bauwirtschaft. Hinzu kommt das Gartengerätesortiment von Viking. Es werden auch Hochdruckreiniger unter dem Markennamen STIHL vertrieben.

Stihl wurde 1926 gegründet und ist seit 1971 die meistverkaufte Motorsägenmarke der Welt. Im Geschäftsjahr 2014 wurden 2,98 Milliarden Euro umgesetzt, davon 89,4 % im Ausland.[3] Die Höhe des Gewinns wird nicht veröffentlicht.

Mit Stihl Timbersports richtet die Firma eigene Wettkämpfe für verschiedene Disziplinen der Forstwirtschaft aus.

Geschichte

Andreas Stihl hatte nach Ende des Ersten Weltkriegs ein Maschinenbaustudium absolviert und 1926 in Stuttgart die Firma „A. Stihl Ingenieursbüro“ gegründet, die zunächst Dampfkessel-Vorfeueranlagen und Waschmaschinen herstellte. Hierdurch verdiente das Unternehmen Geld für den Bau einer Ablängkettensäge mit Elektromotor, die 48 Kilogramm wog und von zwei Männern bedient werden musste.

1926 begann Stihl mit der Produktion von benzinbetriebenen Kettensägen. Die Stihlsche Baumfällmaschine Typ A wurde in großen Stückzahlen nach Russland, in die USA und nach Kanada exportiert. Bestätigt durch die Erfolge wurde die Technik in den Folgejahren immer weiter verbessert. Die Mitarbeiterzahl wuchs bis 1939 auf 250 Beschäftigte an. Im Jahr 1938 war als zweites Werk eine ehemalige Papiermühle in Neustadt an der Rems (das 1975 in das benachbarte Waiblingen eingemeindet wurde) hinzugekommen. 1944 wurde das Werk in Bad Cannstatt durch einen Bombenangriff zerstört. Die komplette Produktion wurde daraufhin nach Neustadt verlagert.

Da nach dem Krieg die Nachfrage nach Motorsägen die Kapazität des Werkes in Neustadt nicht ausreizen konnte, begann Andreas Stihl 1948 mit Versuchen zur Produktion eines Traktors. Das Ergebnis davon war der 1949 vorgestellte Allzweck-Schlepper S 140. Dessen Einzylinder-Zweitakt-Motor wurde auch an andere Traktorenhersteller geliefert. Ab Mitte der 1950er Jahre zogen die Motorsägenverkäufe deutlich an. Dadurch nahm dieser Bereich mehr Ressourcen in Anspruch und ab Ende der 1950er Jahre kamen Getriebe von Hurth zum Einsatz. Auch die eigenen Motoren wurden nach und nach durch solche von MWM ersetzt. Als in den 1960er Jahren der Wettbewerb im Traktoren-Markt stärker wurde, beschloss man 1963 bei Stihl die Traktorenproduktion im Jahr 1965 einzustellen.

Den Aufschwung nach dem Krieg brachte die Entwicklung leichter und universell einsetzbarer Einmann-Motorkettensägen ab Mitte der 1950er-Jahre. Ein Verkaufsschlager war etwa die Stihl Contra, die 1959 auf den Markt kam. Das Unternehmen musste 1961 eigens Frachtflugzeuge chartern, um den hohen Bedarf in Kanada und den USA decken zu können.

Stihl stieg bis 1971 zum größten Kettensägenhersteller der Welt auf. Ab den 1970er-Jahren erfolgte die Gründung von Produktionsstätten in Deutschland und im Ausland (Brasilien, USA, Schweiz und Österreich), daneben der Ausbau einer umfangreichen weltweiten Vertriebsstruktur mit eigenen Tochtergesellschaften und Importeuren.

Nach dem Tod des Gründers Andreas Stihl im Jahr 1973 übernahm Hans Peter Stihl das väterliche Unternehmen. Die folgenden Jahre waren geprägt von beständigem Wachstum und Expansion. Betrug der Umsatz im Jahr 1969 noch 113,8 Mio. DM, waren es zehn Jahre später bereits 556 Mio. DM, im Jahr 1989 dann über 1,1 Milliarden DM.

In den 1990er-Jahren zogen sich die Familienmitglieder nach und nach aus dem operativen Geschäft zurück. 1995 wurde die Stihl Holding AG & Co. KG als Dachgesellschaft der Firmen Andreas Stihl in Waiblingen, Stihl KG in Dieburg und Stihl & Co. in Wil gegründet. Die Gründung der Stihl AG als neuem Komplementär folgte im Jahr 1997.

Seit 2002 leitet erstmals ein familienfremder Vorstand die Geschäfte der Stihl AG und damit die des Konzerns. Der ehemalige Chef Hans Peter Stihl übernahm den Vorsitz des Aufsichtsrats der Stihl AG und den Vorsitz des Beirats der Stihl Holding AG & Co. KG. Am 3. Mai 2010 teilte das Unternehmen mit, dass Hans Peter Stihl seinen Vorsitz zum 30. Juni 2012 niederlegt; er ist seitdem Ehrenvorsitzender beider Gremien. Nachfolger im Beirat wurde sein Sohn Nikolas.[4]

Investitionen

Seit der Jahrtausendwende investierte Stihl unter anderem in ein neues Entwicklungszentrum in Waiblingen-Neustadt, das im Juni 2004 eröffnet wurde. Mit 40 Mio. Euro wurde damit die größte Bauinvestition in der Unternehmensgeschichte getätigt. Im September 2006 wurde ein Montagewerk in Qingdao (China) eröffnet, dessen Produktionskapazitäten 2013 durch die Investition von 17 Mio. Euro beinahe verdoppelt wurden. Außerdem wurde 2013 ein neues Logistikgebäude in der Schweiz eingeweiht und Vertriebsgesellschaften in Kolumbien sowie für Serbien und Montenegro gegründet.[5]

Wichtige Neuerwerbungen waren die des österreichischen Gartengeräteherstellers Viking GmbH im Jahr 1992 und die des Vergaserherstellers Zama im Jahr 2008.

Konzernüberblick

Aktuelle Konzernstruktur

Zum Konsolidierungskreis der Unternehmensgruppe gehören 32 eigene Vertriebs- und Marketinggesellschaften im In- und Ausland. Holding ist die Stihl Holding AG & Co. KG mit Sitz in Waiblingen. Wichtige Tochtergesellschaften sind:

  • Stihl AG (100 %)
  • Andreas Stihl AG & Co. KG, Waiblingen, Stammhaus des Unternehmens (100 %)
    • Stihl International GmbH, Waiblingen (100 %)
    • Stihl Tochtergesellschaften der STIHL International GmbH (100 %)
    • Zama Tochtergesellschaften der STIHL International GmbH (100 %)
  • Stihl Vertriebszentrale AG & Co. KG, Dieburg (100 %)
  • Stihl Kettenwerk GmbH & Co KG Waiblingen, Zweigniederlassung Wil, Schweiz (100 %)

Vorstandsvorsitzender der Stihl AG & Co. KG ist seit Juli 2005 Bertram Kandziora.

Kennzahlen

Kennzahlen der Stihl Holding (konsolidierte Unternehmen − Werte in Mio. Euro)
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014[3]
Umsatz 2.018,7 2.087,8 2.142,7 2.037,5 2.363,0 2.617,6 2.775,7 2.814 2.978
Auslandsanteil am Umsatz 87,9 % 88,3 % 88,7 % 88,0 % 89,3 % 89,4 % 90,1 % 89,9 % 89,4 %
Mitarbeiter 9.449 9.779 11.484 10.883 11.310 12.026 12.338 13.844 14.279
Investitionen 164,2 170,9 190,1 130,7 122,7 183,6 227,4 202,5 181,9
Bilanzsumme 2.163,1 2.256,5 2.521,4 2.683,1 3.052,3 3.410,8 3.696,6 3.884,1 4.277,9
Eigenkapitalquote 58,1 % 61,0 % 60,4 % 65,3 % 66,7 % 68,2 % 68,5 % 68,4 % 70,0 %

Produkte

Bekanntestes Produkt sind die seit Ende der 1920er-Jahre hergestellten Motorkettensägen.

  • 1950 stellte Stihl die erste Einmann-Benzin-Motorkettensäge der Welt, die Stihl BL, vor. Ausgestattet mit einem verstellbaren Schwenkvergaser kann die Säge zum Ablängen und zum Fällen eingesetzt werden.
  • Die Stihl Contra machte Andreas Stihl 1959 als Vater der Motorsäge bekannt. Durch das geringe Gewicht (12 kg) dieser Säge mit einer Leistung von 6 PS setzte sich die Motorisierung der Waldarbeit nun endgültig weltweit durch. In nicht einmal zwei Jahren wurden über 200.000 Stück dieser Motorkettensäge produziert. In den USA wurde sie als Contra-Lightning vermarktet. Gebaut wurde sie in vier verschiedenen Varianten von 1959 bis 1967. Sie hat einen Hubraum von 106 cm³ und wurde vorwiegend mit den Schwertlängen 43, 53, 63, 80 cm betrieben.

Von 1948 bis 1963 wurden bei Stihl Traktoren gebaut.

Stihl hat bereits 1988 als erstes Unternehmen einen Katalysator für 2-Takt-Motoren entwickelt. Er verringert die Emission der schädlichen Kohlenwasserstoffe um 60 bis 80 %. Stihl baut bis heute, auch in Maschinen für den Hobbybereich, solche Katalysatoren ein.

Durch die Übernahme der Viking GmbH wurde das Produktportfolio um motorbetriebene Gartengeräte wie Rasenmäher, Motorhacken oder Häcksler erweitert.

Vertriebswege

Der Vertrieb von Stihl-Geräten erfolgt ausschließlich über den Fachhandel. Dabei erfolgt der B2B-Vertrieb der produzierenden Werke an den Fachhandel nicht direkt, sondern über eigene Tochtergesellschaften (in ca. 30 Ländern weltweit) oder über unabhängige Importeure.

Sozialpolitik

2009 wurde der unternehmenseigene Beschäftigungs- und Standortsicherungsvertrag bis Ende 2015 verlängert.

Patente

Stihl reicht seit 1999 über 100 Patent-Anmeldungen pro Jahr ein.

In der Populärkultur

Weblinks

 Commons: Stihl  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikibooks: Traktorenlexikon: Stihl – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise

  1. Unternehmensstruktur
  2. 2,0 2,1 stihl.de: Daten & Fakten
  3. 3,0 3,1 Stihl: Geschäftsbericht 2014 (PDF) , S. 2 (Zugriff am 21. November 2015).
  4. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,692790,00.html
  5. http://www.stihl.de/presse-archiv-2013.aspx

Kategorien: Werkzeughersteller | Ehemaliger Traktorenhersteller | Unternehmen (Waiblingen) | Gegründet 1926 | Markenname | Maschinen- und Gerätehersteller

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Stihl (Unternehmen) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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