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Stephan (England)


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Stephan von Blois, eng.: Stephen of Blois, frz.: Étienne de Blois (* 1097; † 25. Oktober 1154) war König von England von 1135 bis 1154. Er war der Sohn von Stephan II. Heinrich und Adela von Blois und damit ein Enkel Wilhelm des Eroberers.

Frühe Jahre

Stephan kam bereits in jungen Jahren an den Hof seines Onkels, König Heinrichs I. von England. Dort wuchs er auf, erhielt reichen Grundbesitz und wurde zu einem der mächtigsten Männer in der Umgebung des Königs. 1125 heiratete er Mathilda von Boulogne, die Tochter und Erbin des Grafen Eustach III. von Boulogne. Stephan kam damit in den Besitz dieses strategisch wichtigen Fürstentums. Mathilda gilt als eine der bedeutendsten mittelalterlichen Königinnen Englands. Neben ihren militärischen Erfolgen (siehe unten) gehörte sie zu den wichtigsten Förderern des Templerordens und gründete die Abtei Faversham, wo sie und Stephan bestattet sind.

Erbfolgekrieg

Heinrich I. war 1135 ohne männlichen Nachfolger gestorben, hatte aber von den Baronen seine Tochter Mathilde (Maud), die Witwe des römisch-deutschen Kaisers Heinrich V., als Nachfolgerin einsetzen lassen, die damit zur ersten regierenden Herrscherin in der englischen Geschichte werden sollte. Angesichts seiner Verwandtschaft zu Wilhelm dem Eroberer beanspruchte Stephan den Thron für sich. Unterstützung fand er bei einigen Adeligen, Bischöfen sowie Bürgern Londons. Nachdem er der römisch-katholischen Kirche Zugeständnisse gemacht hatte, wurde sein Anspruch auch von Papst Innozenz II. anerkannt. Am 22. Dezember fand in Westminster Abbey seine Krönung statt.[1]

Es folgten Kämpfe gegen die Unterstützer des Thronanspruchs von Königin Mathilde, die jedoch erst 1139, als sie gemeinsam mit ihrem neuen Ehemann Gottfried Plantagenet, Graf von Anjou, in England landete, zu einem umfassenden Bürgerkrieg wurden. Die Stände Englands spalteten sich in zwei Lager, die jeweils eine Seite unterstützten. Zwölfjährige, heftige Kämpfe folgten. Als Stephan 1141 nach der Belagerung von Lincoln gefangen genommen wurde, nahm seine Frau Mathilda, die sich bereits zuvor als Heerführerin betätigt hatte, die militärische Führung in die Hand. Erfolgreich verdrängte sie mit Unterstützung der Stadtbevölkerung die Königin aus London. Später wurde Stephan gegen Robert von Gloucester, den Halbbruder und wichtigsten Berater der Königin, der 1142 in der Schlacht bei Winchester gefangen genommen worden war, ausgetauscht. Dennoch konnten weder König Stephan noch Königin Mathilde einen Sieg erringen. Aus diesem Grund wurde 1153 der Vertrag von Wallingford geschlossen. Stephan adoptierte damit Mathildes und Gottfrieds Sohn, den späteren Heinrich II., der inzwischen in die Kämpfe in England eingegriffen hatte, und setzte ihn als Nachfolger ein. Stephans Sohn Eustach, der eigentlich als Thronfolger vorgesehen war, ging leer aus und verließ erbost den Hof. Der Vertrag von Wallingford beendete den Bürgerkrieg. Königin Mathilde zog sich in die Normandie zurück, Stephan regierte noch bis 1154 in England. Stephans jüngster Sohn Wilhelm (gestorben 1159) musste sich mit der Grafschaft Boulogne aus dem mütterlichen Erbe begnügen.

Verfassungspolitische Folgen der Herrschaft

Unter Stephans Herrschaft verschoben sich die Machtverhältnisse in der englischen Monarchie. Der König scheint kirchlichen Amtsinhabern als Trägern der Verwaltung misstraut zu haben und stärkte dafür die Macht und die Anzahl der Earls. Der Titel Earl, zuvor nur wenig mehr als ein Ehrentitel, wurde von ihm ausgebaut. Davon erhoffte Stephan sich die verbesserte Verteidigung der ihm loyalen Gebiete im Bürgerkrieg. Letztendlich hatte die Stärkung der Earls unter den turbulenten Zuständen im Land aber die Entstehung halbautonomer Herrschaftsgebiete und damit eine Schwächung des Königtums zur Folge. 1149 überließ Stephan Northumbria König David von Schottland.

Nachkommen

1125 heiratete er in der Westminster Abbey in London Mathilda von Boulogne († 1152). Mit ihr hatte er fünf Kinder:

  • Balduin (* 1126)
  • Eustace IV. (* 1130; † 1153), 1150–1153 Graf von Boulogne
  • Matilda (* 1133)
  • Wilhelm (* 1134; † 1159), 1153–1159 Graf von Boulogne, Graf von Surrey, Herr von Norwich und Pevensey
  • Maria (* 1136; † 1180), 1159 Gräfin von Boulogne, ∞ Matthäus von Elsass

Mit der adligen Kammerfrau Dameta von der Normandie (Haus Giroie) hatte er drei uneheliche Kinder.

  • Gervaise (* 1117), Abt von Westminster
  • Almaric
  • Ralph

Außerdem hatte er zwei weitere uneheliche Kinder:

  • Wilhelm
  • Sybilla

Weblinks

 Commons: Stephen of England  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hubert Houben: Die Normannen. C.H.Beck 2012. ISBN 9783406637278
VorgängerAmtNachfolger
Robert II. von VitryGraf von Mortain
1112–1135
Eustach IV.
Eustach III.Graf von Boulogne
(de iure uxoris)

1125–1151
Eustach IV.
Heinrich I.Herzog der Normandie
1135–1144
Gottfried Plantagenet
Heinrich I.König von England
1135–1141
Matilda
MatildaKönig von England
1141–1154
Heinrich II.


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Stephan (England) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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