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Steinlach


Steinlach

Steinlachquelle im Eckenbachgraben

Daten
Gewässerkennzahl DE: 238158
Lage Deutschland, Baden-Württemberg
Flusssystem Rhein
Abfluss über Neckar → Rhein → Nordsee
Quelle Eckenbachgraben bei Mössingen
Quellhöhe ca. 700 m ü. NN
Mündung Bei Tübingen in den Neckar
Mündungshöhe 317 m ü. NN
Höhenunterschied ca. 383 m
Länge 25,1 km[1]
Einzugsgebiet 141,6 km²[2]

Abfluss am Pegel Tübingen[3]
AEo: 138 km²
Lage: 3,4 km oberhalb der Mündung
NNQ (31.07.1972)
MNQ 1962/2009
MQ 1962/2009
Mq 1962/2009
MHQ 1962/2009
HHQ (23.06.1975)
37 l/s
260 l/s
1,75 m³/s
12,7 l/(s km²)
42,9 m³/s
157 m³/s

}} Die Steinlach ist ein etwa 25 km langer rechter Nebenfluss des Neckars mit einem Einzugsgebiet von 138 km².

Geographie

Verlauf und Nebenbäche

Die Steinlach entspringt in der Nähe des Mössinger Stadtteils Talheim westlich des Ruchberges auf etwa 700 m ü. NN im Eckenbachgraben, einer zwischen fünf und zehn Meter tiefen Schlucht unterhalb der Traufkante der Schwäbischen Alb. Der Quellaustritt verlagert sich mit dem Karstwasserspiegel der Schwäbischen Alb. Die Steinlach wird vom an der Mündung längeren Weiherbach verstärkt und nimmt einen Kilometer östlich von Mössingen den Öschenbach auf. Sie durchfließt das nach ihr benannte, im Albvorland gelegene Steinlachtal und die Ortschaft Talheim, die Stadt Mössingen und die Gemeinden Ofterdingen, Nehren, Dußlingen und den Tübinger Stadtteil Derendingen. Im Stadtzentrum von Tübingen mündet sie auf 317,5 m ü. NN rechtsseitig in den Neckar. Weitere bedeutende Nebenbäche sind der Tannbach, der am Südrand von Ofterdingen linksseitig einmündet, die Wiesaz, die an der Pulvermühle, zwei Kilometer nördlich von Dußlingen, rechtsseitig der Steinlach zufließt, sowie der von Ohmenhausen kommende und am Bläsibad ebenfalls von rechts einmündende Herrenbach oder Ehrenbach.

Einzugsgebiet

Die Steinlach entwässert 141,8 km² am Albtrauf um Mössingen und Gomaringen und im Albvorland nördlich zum Neckar. Es grenzt an seiner Nordostseite schon wenig aufwärts der Mündung ans Einzugsgebiet der Echaz, des nächsten großen rechten Neckarzuflusses. An der Südostseite verläuft dem Albtrauf entlang die Europäische Hauptwasserscheide von Rhein diesseits zu Donau jenseits, unmittelbarer Konkurrent zur Donau ist die Lauchert mit ihren Nebenflüssen und ihren teils langen unterirdischen Karstzuläufen. Hinter der kurzen südwestlichen Wasserscheide läuft die Starzel nun wieder zum Neckar oberhalb der Steinlach. Die noch folgenden Nachbarflüsse hinter der nordwestlichen, von denen nur der Katzenbach und allenfalls auch der Bühlertalbach einige Bedeutung besitzen, entwässern das Waldgebiet des Rammert, das sich dieser Seite anliegend bis zum Mündungsort Tübingen erstreckt.

Die größten Höhen liegen sämtlich auf dem Albtrauf an der südöstlichen Wasserscheide, wo das Terrain nur selten unter 800 m ü. NN fällt. Der Monkberg südlich von Talheim über dem Quellgebiet des Wangenbachs erreicht 884,4 m ü. NN , der zweithöchste Bolberg links über dem Talhang des oberen Öschenbachs 880,8 m ü. NN .

Geologie

Durch rückschreitende Erosion hat die Steinlach mit zur Herausbildung der schwäbischen Schichtstufenlandschaft beigetragen. Auf ihrem Weg ins Neckartal schneidet sie sich in sämtliche Gesteinsschichten von Weißem Jura bis hinab zum Schilfsandstein, der Stuttgart-Formation des Keupers. An morphologisch harten Gesteinsschichten treten Wasserfälle auf, beispielsweise an der Unteren Mühle bei Mössingen und nordöstlich von Ofterdingen unweit des Sägewerks. Bei Mössingen durchschneidet sie mehrere Meter mächtige periglaziäre Kalkschotterdecken, die wahrscheinlich zur Namensbildung Steinlach geführt haben. Engtalbereiche durchläuft sie insbesondere im Mössinger Stadtgebiet und nördlich der Pulvermühle. Die Steinlach durchfließt in geschwungenem Lauf die Mössinger Schotterebene und tieft sich später in die darunter liegenden Schichten des Schwarzen Juras ein. An der Pulvermühle hat sie das Schichtpaket des Stubensandsteins (Löwenstein-Formation) durchschnitten, verläuft dort allerdings bereits in einem breiten Sohlenkerbtal. An ihrer Mündung hat sie einen ausladenden Schotterfächer abgelagert, der den Lauf des Neckars nach Norden drängte und auf dem Teile der heutigen Tübinger Südstadt errichtet wurden. Die Ablagerung dieses Mündungsdeltas verlangsamte den Abfluss und führte zur Auffüllung des Sohlenkerbtals bis hinauf nach Dußlingen. In Ofterdingen fließt die Steinlach auf der leicht nach Südosten einfallenden Arietenkalkbank, einer fossilreichen Schicht des Schwarzen Juras, Lias Alpha. Ein Abschnitt des Bachbettes zwischen Schillerstraße und Uhlandstraße wurde als geologisches Naturdenkmal Ofterdinger Schneckenpflaster unter Schutz gestellt, da dort besonders viele Steinkerne des namengebenden Ammoniten Arietites bucklandi an der Oberfläche liegen. Der Eintritt der Steinlach in die Schichten des Lias Alpha bei Ofterdingen bewirkte die Ablenkung des Laufs nach Nordosten mit und ließ den Wasserfall unterhalb des Ortes entstehen.

Bedeutung für die Besiedlung

Bedingt durch das humide Klima mit auf das Jahr verteilten ergiebigen Niederschlägen und der damit zusammenhängenden fast ständigen Gebietswasserspende, kam es entlang der Steinlach zu zahlreichen altgermanischen Ortsgründungen (Mössingen, Ofterdingen, Dußlingen). Die germanischen Bauernsippen nutzten die Steinlach für Trink- und Brauchwasserzwecke und als Vorfluter für ihre Abwässer. Weil die Steinlach dauerhaft Wasser führte und es an ihr gefällereiche Abschnitt gibt, siedelten sich schon früh Mühlen an ihrem Ufer an, mit dem Beginn der Industrialisierung dann auch Industriezweige mit hohem Wasser- und Energiebedarf, wie z. B. Textilbetriebe, später auch chemische Industrie.

Wasserentnahme und Einleitung von Abwässern wirkten sich stark auf das Wasserregime der Steinlach aus und minderten ihre Gewässergüte. Der Schutz der Verkehrswege im Steinlachtal und der Tübinger Südstadt vor Steinlach-Hochwassern machte es nötig, den zuvor natürlichen Lauf der Steinlach zwischen Dußlingen und Tübingen zu begradigen und damit nachhaltig zu beeinträchtigen. Der Hochwasser-Abwehr diente auch die Betonierung des Steinlach-Bettes innerhalb Ofterdingens, die bereits in den 1970er-Jahren durchgeführt wurde. Zur selben Zeit wurden auch die mechanisch-biologische Sammelkläranlage des Abwasserzweckverbandes der Steinlach-Anliegergemeinden südlich von Derendingen gebaut sowie zahlreiche Regenwasserrückhaltebecken. Die Gewässergüte der Steinlach konnte dadurch verbessert, Hochwasserspitzen konnten geglättet werden. Die Wasserspende der Steinlach verringerte sich jedoch, was sich speziell während Trockenperioden negativ auf das Wasserregime des Baches auswirkt. Die Wasserentnahme, z. B. zur Wasserversorgung von Gärten, ist dann meist behördlich untersagt.

Vegetation

Charakteristisch für die Steinlach sind die an ihren Ufern gepflanzten Baumreihen aus gleich alten, meist 30 Meter hohen Kanada-Pappeln (Populus X canadensis). Sie stammen überwiegend von der 1910 gepflanzten Pappel am Eckhof bei Dußlingen ab und dienten seinerzeit zur Uferbefestigung der Steinlach. Sie prägen insbesondere im Herbst das Landschaftsbild des Steinlachtals, wenn sich ihr Laub golden verfärbt. Beiderseits der begradigten Steinlach in Derendingen wurden auch Ahornbaum-Reihen angelegt. Naturnahe Erlen-Eschen-Bachauenwälder oder Weidengalerien sind an der Steinlach jedoch nur fragmentarisch vorhanden. Beispielhaft ist der Ahorn-Eschen-Schluchtwald an den steilen Hängen des Enkenbachgrabens im Quellbereich der Steinlach. Das Ausdauernde Silberblatt (Lunaria rediviva), eine für Schluchtwälder Mitteleuropas typische Staude, bildet in diesem Schluchtwald einen dunkel-violetten Blühaspekt im zeitigen Frühjahr.

Naturschutz

Das sogenannte Schneckenpflaster im Bachbett der Steinlach in Ofterdingen ist seit mehreren Jahrzehnten als geologisches Naturdenkmal geschützt. Der Steinlach-Wasserfall bei Ofterdingen und sein Umfeld sind seit 2010 Naturdenkmal.

Hochwasserstände

Historische Wassermarken werden für den Pegel Tübingen, also kurz vor der Einmündung in den Neckar vom 23. Juni 1975 (2,75 m), 10. Juni 1980 (2,58 m) und vom 11. August 2002 (2,33 m) genannt.

Sonstiges

  • Die Spielstätte des TSV Ofterdingen heißt auf Grund ihrer Lage in der Aue der Steinlach Steinlach-Stadion.
  • Steinlach Bote heißt der Lokalteil der Südwest Presse, der im Steinlachtal verbreitet ist; benannt nach der Steinlach.
  • Die nebenstehende Zeichnung von Eduard von Kallee zeigt, dass die Steinlach früh schon auch als Motiv für künstlerische Darstellungen diente.

Weitere Bilder

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Nach LUBW-FG10 (Datensatzeintrag).
  2. Summe der Teileinzugsgebiete nach LUBW-GEZG (Datensatzeinträge).
  3. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Rheingebiet, Teil I 2009 Landesamt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg ,S. 111, abgerufen am 22. Januar 2016 (PDF, deutsch, 1,85 MB).

Weblinks


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