Steinheim an der Murr - LinkFang.de





Steinheim an der Murr


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: LudwigsburgVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 200 m ü. NHN
Fläche: 23,19 km²
Einwohner: 12.086 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 521 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71711
Vorwahlen: 07144, 07148 (Kleinbottwar)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LB, VAI
Gemeindeschlüssel: 08 1 18 070
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 29
71711 Steinheim an der Murr
Webpräsenz: www.stadt-steinheim.de
Bürgermeister: Thomas Rosner (parteilos)
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Steinheim an der Murr ist eine Stadt im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg.

Steinheim ist Fundort des Homo steinheimensis, der mit einem geschätzten Alter von etwa 250.000 Jahren der drittälteste Fund aus der Frühgeschichte der Menschheit in Europa ist.

Geographie

Geographische Lage

Steinheim liegt am Unterlauf der Murr in 190 bis 392 Meter Höhe im Nordosten des Landkreises Ludwigsburg und hat Anteil an den Naturräumen Neckarbecken und Schwäbisch-Fränkische Waldberge.[2] Die Bottwar durchfließt den Ort und mündet ein wenig westlich des Ortszentrums in die Murr.

Stadtgliederung

Steinheim an der Murr besteht aus den Stadtteilen Höpfigheim, Kleinbottwar und Steinheim. Die räumlichen Grenzen der Stadtteile sind identisch mit denen der ehemaligen Gemeinden gleichen Namens. Die offizielle Benennung der Stadtteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Stadt und durch Bindestriche verbunden nachgestellt der Name der Stadtteile. Die Stadtteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung und in den Stadtteilen Höpfigheim und Kleinbottwar sind Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet. Zum Stadtteil Höpfigheim gehören das Dorf Höpfigheim (drei Kilometer nordwestlich von Steinheim an der Murr) sowie die abgegangene Ortschaft Spießhof. Zum Stadtteil Kleinbottwar gehören das Dorf Kleinbottwar (zwei Kilometer nördlich von Steinheim an der Murr an der Bottwar gelegen), der Weiler Forsthof und Schloss und Gehöft Schaubeck. Zum Stadtteil Steinheim gehören das Dorf Steinheim an der Murr, die Weiler Lehrhof und Vorderbirkenhof und das Gehöft Buchhof sowie die abgegangenen Ortschaften Hornungshof und Sigebotsbůch.[3][4]

Nachbargemeinden

Wichtigste Nachbarorte sind Großbottwar im Norden, Murr (unmittelbar westlich angrenzend) und Rielingshausen (Stadtteil von Marbach am Neckar) im Osten. Ebenfalls im Osten begrenzt der Hardtwald das Stadtgebiet.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[5]

Geschichte

Das Gebiet Steinheims war bereits in der Römerzeit besiedelt (90–260 n. Chr.), wovon Ausgrabungen eines römischen Bades und mehrerer Ziegelbrennöfen zeugen. Um ca. 500 n. Chr. wurde durch die Merowinger ein Steinheimer Ortsadel eingesetzt, die Herren von Steinheim. So entstand in der Folgezeit ein fränkisches Dorf. Die Herren von Steinheim besaßen auf dem heutigen Burgberg eine Wehrburg und Warte, die ca. 800 n. Chr. erbaut wurde. Vermutlich 1250 wurde sie vollständig zerstört. Seine erste Erwähnung findet Steinheim im Lorscher Codex, der vom Jahr 832 datiert. Im 12. Jahrhundert errichteten die Markgrafen von Baden auf den Überresten des römischen Bades einen Herrenhof. Ab 1255 bestand in Steinheim im früheren badischen Herrenhof ein einflussreiches Frauenkloster der Dominikanerinnen, das u. a. auch Ländereien in Esslingen am Neckar erwarb und ab 1271 die Ortsherrschaft innehatte. Der Stadtname lautete seinerzeit noch „Steinen“. Das Kloster Mariental wurde während der Reformation zwischen 1550 und 1560 säkularisiert und brannte im Jahre 1643 vollständig ab; Ausgrabungsfunde sind heute im Museum zur Kloster- und Stadtgeschichte zu besichtigen. Vor dem Übergang an Württemberg im Jahre 1564 wurde der Ort gelegentlich als Stadt bezeichnet, formell wurde das Stadtrecht jedoch erst 1955 verliehen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Steinheim zu einem bedeutenden Standort der württembergischen Möbelindustrie, welche heute allerdings so gut wie keine Rolle mehr spielt. Steinheim gehörte zum Oberamt Marbach und kam nach dessen Auflösung 1938 zum Landkreis Ludwigsburg.

1933 wurde bei Steinheim der Schädel eines Frühmenschen, des sogenannten Homo steinheimensis, gefunden. Es ist bis heute der drittälteste Menschenfund in ganz Europa. Dem Homo steinheimensis ist das Urmensch-Museum in Steinheim gewidmet.

Im Steinbruch an der Straße zwischen Steinheim und Kleinbottwar ereignete sich am 17. April 1945 eines der Kriegsende-Verbrechen. Der Wehrmachtssoldat Erwin Kreetz, der vom Tode seiner Frau erfahren hatte, entfernte sich von der Truppe, wurde ergriffen und auf Befehl des Generalmajors Kurt von Mühlen, Kommandeur der 559. Volksgrenadier-Division, in diesem Steinbruch erschossen. Daran erinnert seit 1989 ein Gedenkstein.[6]

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[7] (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871¹ 2.614
1. Dezember 1880¹ 2.822
1. Dezember 1890¹ 2.945
1. Dezember 1900¹ 2.866
1. Dezember 1910¹ 2.836
16. Juni 1925¹ 2.969
16. Juni 1933¹ 3.100
17. Mai 1939¹ 3.187
13. September 1950¹ 4.215
Jahr Einwohner
6. Juni 1961¹ 5.344
27. Mai 1970¹ 7.071
31. Dezember 1980 8.537
27. Mai 1987¹ 9.454
31. Dezember 1990 10.316
31. Dezember 1995 10.923
31. Dezember 2000 11.152
31. Dezember 2005 11.636
31. Dezember 2010 12.039
31. Dezember 2014 12.086

Politik

Gemeinderat

In Steinheim an der Murr wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Steinheim hat nach der letzten Wahl 24 Mitglieder (vorher: 22). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
38,38 %
25,50 %
18,75 %
17,37 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-0,07 %p
+2,79 %p
-4,34 %p
+1,62 %p
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CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 38,38 9 38,45 9
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands* 25,50 6 22,71 5
FW Freie Wählervereinigung 18,75 5 23,09 5
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 17,37 4 15,75 3
Gesamt 100 24 100 22
Wahlbeteiligung 57,90 % 53,51 %

* 2009: SPD/Fortschrittliche Bürger

Bürgermeister

  • 1962–1996: Alfred Ulrich
  • 1996–2008: Joachim Scholz
  • seit 2008: Thomas Rosner

Bei der Bürgermeisterwahl am 14. Dezember 2008 setzte sich Thomas Rosner im zweiten Wahlgang mit 57,90 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen gegen drei Mitbewerber durch.

Wappen und Flagge

Die Blasonierung des Stadtwappens lautet: „In Rot unter dem reichsapfelähnlichen goldenen Fleckenzeichen sechs aufeinandergeschichtete Silberne Steine (1:2:3).“[8]

Das Wappen wurde bereits vor 1558 im Gemeindesiegel geführt. Erste Überlieferungen des reichsapfelähnlichen Fleckenzeichens stammen von 1422.[9] Die Stadtflagge ist rot-gelb-weiß und in dieser Farbfolge seit 1863 belegt.

Städtepartnerschaften

Wirtschaft und Infrastruktur

Steinheim ist ein Weinbauort, dessen Lagen zu den Großlagen Wunnenstein und Schalkstein im Bereich Württembergisch Unterland des Weinbaugebietes Württemberg gehören.

Verkehr

Kleinbottwar und Steinheim lagen an der Bottwarbahn, einer Schmalspurstrecke von Marbach am Neckar nach Beilstein, die 1894 eingeweiht wurde. Die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen erbauten die Bahnhofsgebäude als Einheitsbahnhöfe vom Typ I bzw. IIa.[11] Später wurde die Strecke bis nach Heilbronn-Süd erweitert.

1966 wurde der Personenverkehr jedoch eingestellt, der Güterverkehr wurde nach Umspurung zwischen Marbach und Steinheim bis 1989 weitergeführt. Heute erinnert in Steinheim am alten Bahnhof die Lokomotive 99 651 (im Volksmund „Entenmörder“ genannt) an die Zeit der Schmalspurbahn.

Seit Einstellung des Eisenbahnverkehrs besteht die ÖPNV-Anbindung Steinheims nur noch aus Buslinien. Die Linie 460 (Marbach–Beilstein) der Regional Bus Stuttgart verkehrt im Halbstundentakt. Zur Hauptverkehrszeit verkehrt zusätzlich die Linie 461, die über das Neubaugebiet Horrenwinkel fährt.

Öffentliche Einrichtungen

Es gibt ein Alten- und Pflegeheim der kreiseigenen Kleeblatt Pflegeheime.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Weblinks

 Commons: Steinheim an der Murr  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Steinheim – in der Beschreibung des Oberamts Marbach von 1866

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 455–458
  4. Hauptsatzung der Stadt Steinheim an der Murr vom 13. November 2001, zuletzt geändert am 20. Juli 2010 (PDF; 35 kB)
  5. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Steinheim an der Murr.
  6. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0. S. 85
  7. Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg von 1871 bis 2012
  8. heraldrywiki
  9. Steinheimer Geschichte
  10. Steinheim und seine Partnerstadt Sárvár
  11. Rainer Stein: Der württembergische Einheitsbahnhof auf Nebenbahnen. In: Eisenbahn-Journal Württemberg-Report. Band 1, V/96. Merker, Fürstenfeldbruck 1996, ISBN 3-922404-96-0, S. 80–83.

Kategorien: Weinort im Weinbaugebiet Württemberg | Ort im Landkreis Ludwigsburg | Steinheim an der Murr | Gemeinde in Baden-Württemberg

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Steinheim an der Murr (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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