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Steinfeld (Unterfranken)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-SpessartVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Lohr am Main
Höhe: 277 m ü. NHN
Fläche: 33,69 km²
Einwohner: 2187 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97854
Vorwahl: 09359
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 186
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstr. 16
97854 Steinfeld
Webpräsenz: www.steinfeld-msp.de
Bürgermeister: Günter Koser
}

Steinfeld ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Lohr am Main. Zum Gemeindegebiet gehören die Ortsteile Hausen und Waldzell. Gesprochen wird ein mainfränkischer Dialekt (laut Sprachatlas der Bayerischen Landesbibliothek: Unterostfränkisch). Die Einheimischen werden in der Umgebung oft mit dem Ortsnecknamen Steefld’r Russe bezeichnet.

Geographie

Geographische Lage

Steinfeld liegt zwischen Lohr am Main und Karlstadt auf der Fränkischen Platte (Marktheidenfelder Platte) an den Quellen des Buchenbachs. Hier verläuft ein Übergang zwischen rotem Buntsandstein und fränkischem Muschelkalk. Der größere Teil des Gemeindegebietes wird bis heute landwirtschaftlich genutzt; außerdem bewirtschaftet die Gemeinde nennenswerte Waldbestände im sogenannten Würzburger Spessart (äußerste östliche Ausläufer des Mittelgebirges). Die Mehrzahl der Arbeitnehmer pendelt in die umliegenden Städte Lohr und Karlstadt sowie nach Würzburg.

Gemeindegliederung

Steinfeld gliedert sich in drei Ortsteile[2]:

  • Steinfeld
  • Hausen
  • Waldzell

Es gibt die Gemarkungen: Hausen, Steinfeld und Waldzell.

Geschichte

Wie Grabhügel auf der Kohlplatte zeigen, war das Gemeindegebiet bereits in der Bronzezeit besiedelt.[3] Erstmals urkundlich erwähnt wurde Steinfeld 812; in Urkunden aus der damaligen Zeit wird es als Steinvelt im Waldsassengove (d. h. Waldsassengau) bezeichnet. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Franken. Um 1200 war Steinfeld bereits eine eigenständige Pfarrei; das Kloster Neustadt am Main erhob Ansprüche auf den Zehnten. Um 1336 wurde die Pfarrkirche in das Kloster Nuwenstat (Neustadt) integriert.[4] 1614 wurde der Neubau der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt durch Fürstbischof Julius Echter vollendet. Deutliche Hinweise darauf sind u. a. die Bautafel an der Südseite des Längsschiffs und der Turm im typischen Echterstil. 1842 erfolgte eine Erweiterung des Längsschiffs.[5] Als Teil des Hochstiftes Würzburg (Amt Rothenfels) kam Steinfeld im Reichsdeputationshauptschluss 1803 an die Grafen Löwenstein-Wertheim. Beide gehörten ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis. 1806 wurde es ein badisches Mediatamt, das 1819 an Österreich abgetreten wurde, welches es Bayern überließ.

Zur Gemeinde gehören heute die beiden Ortsteile Hausen (seit 1972) und Waldzell (seit 1978). Der Ortsteil Hausen wurde erstmals urkundlich erwähnt um 800. Seit 1192 war Hausen eine Filialkirche der Pfarrei Wiesenfeld. Aus Hausen stammt der Bauernführer Kaspar Leyser. Er wurde im Juni 1525 zusammen mit zwei weiteren aufständischen Bauern in Karlstadt enthauptet. 1817 wurde die Kirche St. Cyriakus (wohl über einer vorher existierenden Kapelle) fertiggestellt, 1879 erfolgte eine Erhöhung des Kirchturms. [6] Der Ortsteil Waldzell (früher: Cella / Zell) entstand vermutlich ebenfalls im 9. Jahrhundert als Außenstelle des Klosters Neustadt. Es gibt geschichtliche Bezüge zur Hl. Gertraud. Die dortige Gertraudenkapelle wurde über einer ebenso benannten Quelle errichtet[7] (1616 durch Julius Echter, Erweiterung um 1849). Der Bau der heutigen Kirche St. Vitus erfolgte 1612 auf Anordnung von Julius Echter.[8] Teile des ehemaligen Klostergutes (erbaut 1707) sind noch erhalten.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Hausen eingegliedert.[9] Am 1. Mai 1978 kam Waldzell hinzu.[10]

Einwohnerentwicklung

  • 1961: 1855 Einwohner[10]
  • 1970: 1991 Einwohner[10]
  • 1987: 2060 Einwohner
  • 2000: 2277 Einwohner
  • 2011: 2233 Einwohner
  • 2012: 2195 Einwohner
  • 2013: 2191 Einwohner
  • 2014: 2184 Einwohner

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister ist Günter Koser (unterstützt von CSU/Bürgerblock sowie von der Wählergemeinschaft Hausen und der Freien Wählergruppe Waldzell).

Gemeinderat

Die Kommunalwahlen 2002 und 2008 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

2002 2008
CSU/Bürgerblock 4 3
Freie Wähler Dorfgemeinschaft 4 5
Wählergemeinschaft Hausen 3 4
Freie Wählergruppe Waldzell 2 2
SPD 1 n.a.

Gemeindesteuern

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.347.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 476.000 €.

Städtepartnerschaften

Seit 1992 besteht eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Chauvigné (Bretagne), die durch Besuche (alle zwei Jahre) gepflegt wird, und durch welche auch schon enge deutsch-französische Freundschaften entstanden sind.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Gemeinschaftlicher Waschkeller von 1889 unter dem Kirchenplateau (von der Straße einsehbar)

Baudenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 192 und im Bereich Handel und Verkehr 52 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 879. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 77 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1887 ha, davon waren 1666 ha Ackerfläche und 206 ha Dauergrünfläche. Die Gemeinde besitzt 1230 Hektar Gemeindewald, welcher durch einen eigenen Forstbetrieb bewirtschaftet wird.

Bildung

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 100 Kindergartenplätze mit 93 Kindern
  • Volksschulen: eine mit sieben Lehrern und 124 Schülern

Literatur

  • Karl Josef Barthels: Steinfeld bei Lohr am Main: Beiträge zu einer Chronik. C. Keller, Lohr am Main 1956–1959, Hefte 1–3
  • Karl Josef Barthels: Kleine Chronik von Mariabuchen. C. Keller, Lohr am Main 1954 (u. a. umfangreiche Quellenangaben zur Steinfelder Pfarreigeschichte)
  • Josef Schott: Der Landkreis Lohr und seine Gemeinden. C. Keller, Lohr am Main 1964 (Seite 111–119, Ortsteile einzeln behandelt, enthält gute Quellenverweise)

Weblinks

 Commons: Steinfeld  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111119/224332&attr=OBJ&val=1746
  3. Main-Post-Artikel zur Eröffnung des Archäologischen Wanderwegs
  4. Karl Barthels, Band I. Seite 18 f., zur Incorporation nach Neustadt
  5. Karl Barthels, Band I. Seite 73, zum Neubau der Pfarrkirche Steinfeld
  6. http://www.hgv-steinfeld.de Beiträge zur Ortsgeschichte Nr.3 (2011), Publikation des Heimat- und Geschichtsvereins Steinfeld-Hausen-Waldzell
  7. Jubiläums-Gertraudenfest in Waldzell auf mainpost.de
  8. Karl Barthels, Heft 1, S.73 und S.76, zu Kirchenbauten in Waldzell
  9. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 491.
  10. 10,0 10,1 10,2 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 763.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Steinfeld (Unterfranken) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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